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Wappen der K.Ö.St. V. Sternkorona Hall in Tirol. Archiv der Sternkorona Dr. Paul Torggler Innsbruck. Josef Pöschl (1898 – 1965) Pöschl Josef. In: Wopfner ,Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.101. Josef Pöschl war ein österreichischer Postbeamter und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Aus katholischer und monarchischer Überzeugung lehnte er den Nationalsozialismus ab und war ab 1943 Mitglied der „Gruppe Post“. Diese Widerstandsgruppe verhinderte die Zerstörung von Fernmeldeanlagen, unterhielt geheime Kommunikationswege zu den Alliierten und betrieb einen Abhördienst, an dem Pöschl maßgeblich beteiligt war. Nach dem Krieg setzte er seine Karriere im Postdienst fort und ging als Postamtsdirektor in den Ruhestand. (Siehe Blogbeitrag Josef Pöschl) Mag. Dr. phil. Rudolf Schiessl (1919-1998)Schiessl Rudolf. In: Wopfner,Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.101. Sowie Kuhl, Manfred: Schiessl, Rudolf. In: Krause,Peter/Reinelt,Herbert /Schmidt,Helmut (Hrsg.): Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Biografien - Ergänzungsband (2). Tradition und Zukunft (18). Wien 2020, S. 295-296. Rudolf Schiessl wurde am 8. März 1919 in Schönbichl/Vils in Tirol geboren. Schiessl besuchte das Franziskaner Gymnasium in Hall und trat der Sternkorona bei. Als Aktivsenior sollte er das 50. Stiftungsfest, das vom 11. bis 13. Juni 1938 stattfinden sollte, ausrichten. Stattdessen wurde nach dem Anschluss der Verbindungsbetrieb eingestellt. Rudolf Schiessl wurde von der Gestapo zweimal verhört. Nach der Matura im Jahr 1939 begann Schiessl sein Lehramtstudium in Wien, da die Universität Innsbruck 1939/40 geschlossen wurde. Er trat im November 1939, der im Untergrund arbeitenden Hochschulverbindung Leopoldina bei. Nach einer Verwundung und Lazarett Aufenthalten wurde er als Lehrer an der Oberschule für Jungen und Mädchen im Wintersemester 1944/45 in Hall angestellt. Im März 1945 schloss er sich der Haller Widerstandsbewegung an. Zitat: " In den letzten Wochen des braunen Terrors schlossen wir uns der Widerstandsgruppe Haller-Dosch an, waren aber gegen jeden Einsatz von Waffen, der nur zu einem sinnlosen Massaker geführt hätte. Hingegen besorgten wir das Auto, das Bürgermeister Dr. Schumacher aus dem Exil holte, in das er sich zurückgezogen hatte, um einer Geiselnahme durch die SS vorzubeugen, indes die Amerikaner im Rathaus bereits auf ihn warteten." (Quelle: Zitat aus der Verbindungszeitschrift " Unsere Sternkorona ", Nr.50, Dez.1994, S.33. Dr. Rudolf Schiessl schreibt in dieser Ausgabe über sich und Dr. Gottfried Pfeifauf.) Dr. Viktor Schumacher kehrte am 3. Mai 1945 zu Fuß nach Solbad Hall zurück, da ihm geraten wurde, die Bundesstraße zu meiden und das zur Verfügung gestellte Auto nicht zu benützen. (Siehe auch Blogeintrag Dr. Viktor Schumacher.) Dr. med. Viktor Schumacher (1894 – 1981) -Arzt, Widerstandskämpfer und Retter Halls Foto Dr. Viktor Schumacher. In: Wopfner, Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.79. Dr. Viktor Schumacher (1894-1973) war als Stadtarzt und Gemeinderat in Solbad Hall eine zentrale Figur im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Unmittelbar nach dem „Anschluss“ 1938 rettete er durch die Sicherung von Geheimakten unzählige Menschen vor Verfolgung. Trotz mehrmaliger Verhaftungen durch die Gestapo baute er die Haller Widerstandsbewegung auf. In der Nacht zum 3. Mai 1945 nur knapp der Exekution entronnen, kehrte er am selben Tag nach Hall zurück und wurde zum Bürgermeister der befreiten Stadt gewählt. Seine Führung ermöglichte die kampflose Übergabe Halls an die Alliierten. (siehe Blogbeitrag Dr. Viktor Schumacher) Foto Rathaus Hall in Tirol. Privatarchiv Walder Hall in Tirol. Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document. Originalquelle Dr. Viktor Schumacher. In: Privatarchiv Schumacher Hall in Tirol. Quelle: Dr. Viktor Schumacher, Bericht-Titel 1945, Maschinschrift, ohne Ortsangabe und ohne Datum, S. 1-6. In: Privatarchiv Schumacher Hall in Tirol) Dr. phil. Ludwig Sölder (1921 – 2010) Foto Ludwig Sölder. In: Wopfner,Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.160. Ludwig Sölder wurde am 3. Februar 1921 in Thaur/Tirol geboren und besuchte das Franziskaner Gymnasium in Hall in Tirol. Im Jahr 1937 wurde er bei der Sternkorona rezipiert. 1939 erhielt Sölder die Einberufung zur Wehrmacht. Sein Dienst führte ihn zu einer Infanterie Division in Kroatien, in einen Küstenort namens Crkvenica. (Crkvenica wurde seit 1225 vom Geschlecht der Fürsten Frankopani/heute in Großbritannien, beherrscht. Der Name Crkvenica enthält den Wortstamm "crikva", das auf kroatisch "Kirche" bedeutet.) In Crkvenica erhielt er den Befehl, in der Nacht ein Haus zu umstellen, indem zwei Jüdinnen, eine Mutter und ihre Tochter, lebten. Ihnen wurde vorgeworfen, Partisanen zu unterstützen. Sölder, ein Frontkämpfer, erkannte die Hilflosigkeit und Verzweiflung der beiden Frauen angesichts dieser Anschuldigungen. Trotz des Drucks lehnte er es ab, die Mutter und ihre Tochter aufgrund ihrer jüdischen Abstammung zu verfolgen. Stattdessen befahl er den Soldaten, sich zurückzuziehen, und bat die Frauen sich am nächsten Tag bei ihm zur Vernehmung zu melden. Am folgenden Morgen erkannte Sölder, dass die beiden Frauen zu Unrecht beschuldigt wurden. Er stellte Zlata Schulteiss und ihrer Mutter eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ aus, die er mit dem Stempel seiner Kompanie versah. Obwohl er sich der Gefahr für sein eigenes Leben bewusst war, konnte er nicht gegen sein Gewissen handeln. Im Verlauf des Krieges wurde ihm zwar immer bewusster, wie gefährlich diese Tat für sein eigenes Leben sein könnte, dennoch überlebten die beiden Frauen den Krieg unversehrt. Verwundet kehrte Sölder 1945 nach Tirol zurück. Nach Kriegsende inskribierte er an der Universität Innsbruck. Im Jahr 1995 wurde er in einem Festakt, an dem auch Zlata Schulteiss teilnahm, im Rathaus in Innsbruck vom Staat Israel und der Innsbrucker israelitischen Kultusgemeinde für seine mutige Tat im Jahr 1943 geehrt. (Siehe eigenen Blog) Dr. med. Ludwig Hörbst (1903- 1981) Foto Ludwig Hörbst. In: Wopfner, Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998,. Thaur 1998, S.115. Ludwig Hörbst wurde am 5. Oktober 1903 in Kleinstockach-Berwang (Bezirk Reutte) geboren. Nach dem Besuch des Franziskaner Gymnasiums in Hall studiert er Medizin an der Universität Innsbruck. 1930 beendete er sein Studium mit der Promotion und arbeitete an der Pathologischen Anatomie der Universität Innsbruck. Seit dem Jahr 1934 wirkte er als Assistent an der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik in Innsbruck. Nach dem Anschluss teilte ihm Rektor Steinacker am 26. April 1938 mit, dass er mit sofortiger Wirkung beurlaubt sei. Hörbst gehörte zu jenen 32 Akademikern, die aus politischen und rassischen Gründen in der Zeit vom 13. März bis Ende Juni 1938 entlassen oder in den Ruhestand ohne Bezüge versetzt wurden. Er wurde in Schutzhaft genommen, beurlaubt und entlassen. (Zl. 1455/1938) 1939 wurde Hörbst zur Wehrmacht als Truppenarzt eingezogen, aber am 15. September 1944 aus politischen Gründen entlassen. Daraufhin begibt er sich als Hilfskassenarzt nach Polen. Seine Habilitation wurde von der Universität Innsbruck ausgesetzt. Erst nach Kriegsende kehrte er nach Tirol zurück und wurde zum Vorstand der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik ernannt. 1953- 1955 wurde er zum Dekan der medizinischen Fakultät und 1964/65 zum Rektor der Universität Innsbruck gewählt. (siehe eigenen Blog) Dr. jur. Andreas Junger (1918 – 1970) Foto Dr. jur. Andreas Junger. In: Wopfner, Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.154. Dr. jur. Andreas Junger (1918 – 1970): Ein Leben zwischen Berufung, Krieg und Trauma Das Leben des Dr. jur. Andreas Junger wurde von den politischen Brüchen des 20. Jahrhunderts geprägt. Nach seiner Schulzeit am Franziskaner Gymnasium in Hall und der Aufnahme ins Priesterseminar Salzburg wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Unüberlegte Äußerungen an der Eismeerfront führten zu Inhaftierung und Versetzung in eine Strafkompanie, was ihn schwer traumatisierte. Nach dem Krieg schloss er zwar sein Jurastudium erfolgreich ab, fand aber aufgrund der Kriegserlebnisse nie wieder richtig Halt im Leben. Er starb 1970 in Reutte. (siehe eigenen Blogeintrag) Dr. jur. Wilhelm Komarek (1877 – 1955) Foto Dr. jur. Wilhelm Komarek. In: Wopfner, Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S.28. Dr. Wilhelm Komarek (1877-1955): Ein Leben mit Rückschlägen und Haltung Die Biografie des Juristen Dr. Wilhelm Komarek ist geprägt von persönlichen und politischen Brüchen, aber auch von Zivilcourage und der rettenden Kraft von Netzwerken. Nach seiner Ausbildung in Hall in Tirol und seiner Promotion ließ er sich als Rechtsanwalt in Reutte nieder, wo er sich politisch engagierte. Ein beruflicher Fehlschlag, den seine Gegner ausnutzten, zwang ihn zum Weggang. In Melk etablierte er sich als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, was zu beruflichen Repressalien und nach dem „Anschluss“ 1938 zu seiner Inhaftierung für ein Jahr führte. Nur mithilfe seiner Cartellbrüder konnte er eine neue Existenz gründen. 1951 zog er sich aus dem Berufsleben zurück und verbrachte seine letzten Jahre in Hall in Tirol. Sein Leben steht für Widerstand gegen Unrecht und die Bedeutung von Verbundenheit in Zeiten der Verfolgung. (siehe eigener Blog) Hermann Krabacher (1897 – 1972)Hermann Krabacher wurde am 13. Mai 1897 in Tarrenz bei Imst/Tirol geboren. Er wurde wegen seiner katholisch-österreichischen Einstellung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Landesgerichtsgefängnis in Innsbruck vom 15. März bis zum 30. Mai 1938 festgehalten. Am 31. Mai 1938 wurde er ins KZ-Dachau deportiert und dort bis zum 13. März 1939 inhaftiert. Nach dem Ende des Krieges wurde er Wirtschaftsleiter der Diözesancaritas. Quelle: Arolsen Suchdienst. Online unter: https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/10152221?s=Krabacher%20Hermann&t=2050407&p=0 (Stand 9.8.2024). Online: Zugangsbuch, Häftlingsnummern 012405-017846 Das Zugangsbuch enthält folgende Informationen: Gefangenennummer, Zugangsdatum, Name, Vorname, Haftart, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Anzahl der Kinder, Religion, Staatsangehörigkeit, Beruf, Adresse. Dr. jur. Ludwig Margreiter (1885 – 1964) Foto Dr. Ludwig Margreiter, in: Helmut Wopfner (Hrsg.), Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998, Thaur 1998, S. 47. Ludwig Margreiter wurde am 6. Juli 1885 in Mayrhofen/Tirol geboren. Er besuchte das Franziskaner-Gymnasium in Hall als er 1903 der Sternkorona betrat. Nach der Matura ging er zum Studium der Rechtswissenschaft nach Prag, wo er bei der Saxo Bavaria rezipiert wurde. Er kehrte nach Innsbruck zurück, wo er bei der CV-Austria aktiv wurde. In Innsbruck promovierte er zum Doktor Juris. Daraufhin leistete er seinen Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und geriet in Kriegsgefangenschaft, die ihn bis nach Wladiwostok führte. Nach seiner Rückkehr eröffnete er eine Rechtsanwaltskanzlei in Zell am See, wo er sich politisch betätigte und Vizebürgermeister wurde. Nach dem Anschluss wurde er in Zell am See/Salzburg zweimal verhaftet und längere Zeit festgehalten. Daraufhin musste er Zell am See verlassen und zog nach Wien. Nach dem Ende des Krieges kann er in Wien seine berufliche Laufbahn fortsetzen und wurde 1945 in den Verfassungsgerichtshof berufen. Dr. jur. Franz Nikoladoni (1889-1967) Franz Nikoladoni wurde am 4. September 1889 in Saalfelden/Salzburg geboren. Er besuchte das Franziskaner Gymnasium in Hall in Tirol als er der Sternkorona beitrat. Nach der Matura studierte er in Innsbruck an der juridischen Fakultät, wo er bei der Leopoldina rezipierte. Nach dem Abschluss begann er in Trient beim Divisionsgericht mit der Militärgerichtsbarkeit. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in den Zivilgerichtsdienst übernommen und Staatsanwalt in Linz und in Steyr. 1936 bis 1938 war er Obmann der OÖ-Landesbeamtenkammer und als Landesfachleiter der Vaterländischen Front (VF) tätig. Nach dem Anschluss ans Deutsche Reich wurde er verhaftet und anschließend ohne Bezüge in den Ruhestand versetzt. Nach der Enthaftung fand er kurzzeitig eine Stelle beim Arbeitsamt in Steyr, wo er aber wegen politischer Untragbarkeit entlassen wurde. Daraufhin arbeitete er in einer Metallwarenfabrik. Nach dem Ende der NS-Herrschaft wurde er Leiter der Staatsanwaltschaft in Steyr/Oberösterreich und anschließend Oberstaatsanwalt in Linz/Oberösterreich. Dr. jur. Troll Alfons (1889-1964) Foto Dr. jur. Troll, Alfons. In: Wopfner, Helmut (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888 – 1998. Thaur 1998, S. 71. Alfons Troll wurde am 9. November 1889 in Schwarzach/Vorarlberg geboren. Seine schulische Laufbahn führte ihn zunächst zum Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch, später wechselte er zum Franziskaner Gymnasium in Hall in Tirol. Im Jahr 1908 wurde er Mitglied der Sternkorona, einer studentischen Verbindung.
Nach erfolgreichem Abschluss der Matura begann er ein Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck. Während dieser Zeit trat er der studentischen Verbindung CV-Raeto-Bavaria Innsbruck bei und setzte sein Studium in Wien fort. Alfons Troll engagierte sich auch politisch und wurde Mitglied der Vaterländischen Front. Von 1934 bis 1938 bekleidete er das Amt des Landesstatthalters (LHStV.) von Vorarlberg. Jedoch wurde er nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich inhaftiert und gezwungen, seine politischen Ämter niederzulegen. Nach seiner Haftentlassung musste er sich bei einem Verwandten in der Landwirtschaft und als Buchhalter verdingen, da er keine finanzielle Unterstützung aus seiner früheren Tätigkeit erhielt. Nach dem Ende der NS-Herrschaft nahm Alfons Troll eine neue berufliche Laufbahn auf. Er wurde zunächst Gerichtsvorsteher des Bezirksgerichtes Bregenz/Vorarlberg und bekleidete von 1951 bis 1955 das Amt des Präsidenten des Landesgerichtes Feldkirch/Vorarlberg.
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