"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
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​​Anton Dosch 

(1914-1979)

​


Anton Dosch (1914 - 1979): Ein junger Mann im Kampf gegen den Nationalsozialismus​

4/2/2023

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Foto (1970):  Prof. Anton Dosch. In: Privatarchiv Monika Niederwolfsgruber Innsbruck.

Frühes Leben und Ausbildung

Anton Dosch war ein Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime und gehörte zu den ersten Personen in Solbad Hall, die aktiv Widerstand leisteten. Er wurde am 5. Juli 1914 in Hall in Tirol als einziger Sohn des Postbeamten Josef Dosch geboren. Während seiner Gymnasialzeit nutzte er jede freie Minute, um im Atelier von Professor Franz Xaver Fuchs praktischen und theoretischen Malunterricht zu erhalten. Im Juni 1935 maturierte er am Franziskaner Gymnasium in Hall und begann daraufhin ein Studium der Rechtswissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

Ausschluss und früher Widerstand

Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Anton Dosch wegen politischer Unzuverlässigkeit vom Studium ausgeschlossen. Bereits im März 1938 schloss er sich als einer der ersten dem Widerstandskreis um Anton Haller an. Im Gegensatz zur Mehrheit, die den Versprechungen der Nationalsozialisten blind folgte, erkannte der damals 24-Jährige früh, wie schleichend und gefährlich sich die Ideologie der Nationalsozialisten in die Gesellschaft hineinfraß, um letztlich eine brutale Diktatur zu errichten. Er bekämpfte die NS-Herrschaft mit der Unbeirrbarkeit eines Mannes, der an Österreich und seine Wiedererrichtung glaubte.

Verfolgung und Wehrdienst

Anton Dosch und seine Eltern wurden wiederholt durch Hausdurchsuchungen der Gestapo schikaniert. Die Beamten machten ihm unmissverständlich klar, dass diese Belästigungen enden würden, wenn er sich freiwillig zur Wehrmacht melde. Nach seiner Einberufung 1939 hörten die Schikanen tatsächlich auf. Im Jahr 1943 erlitt er bei einem Kriegseinsatz einen Lungenriss und wurde daraufhin als wehrdienstuntauglich entlassen. Nach seiner Rückkehr nach Solbad Hall schloss er sich erneut dem Kreis um Anton Haller an. Sofort begann er wieder damit, unter den Kriegsgefangenen im Lager Eichat erfolgreich für den Widerstand zu werben.

Die Rettung von Solbad Hall/Hall in Tirol  2./3. Mai 1945

n der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 befand sich im Weißenbachgraben, etwa einen Kilometer von Solbad Hall /Hall in Tirol entfernt, eine rund 200 Mann starke SS-Flak-Einheit. Ihr Ziel war es, die Stadt unter Beschuss zu nehmen und größtmöglichen Schaden anzurichten.
Gemeinsam mit den Kriegsgefangenen des Lagers Eichat, den Männern der Haller Widerstandsbewegung und insbesondere unter dem Einsatz von Hauptmann Johann Baumgartner griff auch Anton Dosch zur Waffe, um den Abzug dieser SS-Einheit zu erzwingen.
Unter diesem Druck packten die SS-Angehörigen hastig, was sie tragen konnten, verluden es auf kleinere Fahrzeuge und zogen sich im Morgengrauen des 3. Mai 1945 in Richtung Unterinntal zurück.

Eine gerettete Stadt

Durch den Einsatz der Kriegsgefangenen aus dem Lager Eichat sowie der Männer der Haller Widerstandsbewegung – unter ihnen Anton Dosch – und insbesondere dank des entschlossenen Handelns von Hauptmann Johann Baumgartner konnte die drohende Zerstörung von Solbad Hall (Hall in Tirol) verhindert werden.
In der Folge kam es zur unblutigen Übergabe der Stadt an die anrückenden US-amerikanischen Truppen.
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Quelle: Stadtzeitung Hall in Tirol, Nr. 38, (1999), 21. Oktober 1999, S. 6. In: Privatarchiv Monika Niederwolfsgruber Innsbruck.
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Quelle: Bericht von Prof, Anton Dosch, in: Privatarchiv Monika Niederwolfsgruber Innsbruck
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Quelle:  Brief von Dr. Franz Niederwolfsgruber in: Privatarchiv Monika Niederwolfsgruber Innsbruck.
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    Autorin
    ​Elisabeth Walder
    ​BA, MA, MA

    Historikern-Ethnologin

    Archive
    ​Privatarchiv Monika Niederwolfsgruber Innsbruck

    Bericht Dr. Franz Niederwolfsgruber über Anton Dosch

    ​Bericht Prof. Anton Dosch über NS-Widerstand
    ​
    Artikel: Wer immer strebend sich bemüht-Zum Gedenken an Prof. Anton Dosch. In : Stadtzeitung Nr. 38 (1999), 21. Oktober 1999, S. 6.


    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
    (DÖW 1385)


    Maislinger, Andreas: 6. Organisierter Widerstand, f) Die Gruppe um Anton Haller. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 448-451.


    Stadtarchiv Hall in Tirol

    ​StAH, Stadt-und Gemeinderatsprotokoll vom 13.5.1945, S.23. In: Stadtarchiv Hall in Tirol.

    Zeitung:

    "Wer immer strebend sich bemüht- Zum Gedenken an Prof. Anton Dosch. In: Stadtzeitung Hall in Tirol, Nr. 38 (1999), 21. Oktober 1999, S. 6.


    Publikationen:

    Machowitz, Rudolf: Kampf um Tirol. Entscheidende Taten zur Befreiung Innsbrucks im Frühjahr 1945. Innsbruck 1945., S. 7.

    Luza, Radomir: Der Widerstand in Nord- und Osttirol 1938-1945. In: Reinalter,Helmut/Pelinka,Anton /Maislinger,Andreas  (Hrsg.): Handbuch zur Neueren Geschichte Tirols. Zeitgeschichte- Politische Geschichte (2). Innsbruck 1993.

    Lipp, Richard (Hrsg.): Die Geschichte der Tiroler Franziskanerprovinz (Bd. III). Die Jahre 1938-1945. Gießheim 1999.
     
    Larcher, Agnes, (Hrsg.): Untersuchungen zur Haller Widerstandsbewegung zwischen 1938 – 1945. Gemeinschaftsarbeit der Schüler des III. Jahrgangs der Haller Bundes-Handelsakademie Hall in Tirol im Rahmen der Aktion „Schüler forschen Zeitgeschichte.“ Hall in Tirol 1978.


    Privatarchiv 
    E. Walder Hall in Tirol

    April 2023

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