"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
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"Widerstands-Gruppen in Hall in Tirol-
​Innsbruck- Schwaz-Wien"
​(1938 - 1945)
​


Widerstandsgruppen (1938 - 1945) in Hall in Tirol

5/3/2025

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Resistance groups in Hall in Tyrol

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Bildlegende:

Ein brennendes Streichholz als Symbol für den Widerstand in Hall in Tirol. In der Widerstandsgruppe um Anton Haller diente ein Streichholz als geheimes Erkennungszeichen. Die Mitglieder trafen sich an öffentlichen Orten wie Cafés oder Gasthäusern. Wer Kontakt aufnehmen wollte, setzte sich an einen Tisch und legte eine Streichholzschachtel sichtbar vor sich hin. Zog er ein Streichholz heraus, ohne zu rauchen, und zerbrach es demonstrativ, reagierte der Eingeweihte mit dem Satz:
„Was machen Sie denn für eine Materialverschwendung?“
Dieses unscheinbare Ritual verriet, dass es sich um den richtigen Kontakt handelte – eine stille Geste des Muts im Angesicht der Diktatur.

Légende :

Une allumette enflammée comme symbole de la résistance à Hall en Tyrol. Dans le groupe de résistance autour d’Anton Haller, l’allumette servait de signe de reconnaissance discret. Les membres se retrouvaient dans des lieux publics, comme des cafés ou des auberges. La personne cherchant à établir un contact s’asseyait à une table et posait une boîte d’allumettes bien en vue. Si elle en sortait une sans fumer et la cassait en deux, l’autre répondait par la phrase :
« Pourquoi gaspillez-vous ainsi une allumette ? »
Ce simple échange permettait d’identifier le bon interlocuteur – un geste discret de courage face à la dictature.

Groupes de résistance à Hall en Tyrol

Pendant la période du national-socialisme, plusieurs groupes courageux se sont opposés au régime à Hall en Tyrol. Leurs convictions différaient – monarchistes, socialistes-communistes ou chrétiennes – mais tous partageaient la volonté de ne pas rester silencieux face à l’injustice. Cette section présente trois groupes de résistance majeurs : le cercle monarchiste autour de personnalités locales, le groupe socialiste-communiste et le groupe de résistance d’Anton Haller et du Dr Viktor Schumacher.

1. Politische Gruppen - Parteien in Hall in Tirol im Widerstand

Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Hall in Tirol mehrere mutige Gruppen, die sich gegen das NS-Regime stellten. Sie handelten aus unterschiedlichen weltanschaulichen Überzeugungen – monarchistisch, sozialistisch-kommunistisch oder christlich motiviert – doch sie alle einte der Wille, Unrecht nicht schweigend hinzunehmen. Diese Seite stellt drei zentrale Widerstandskreise vor: den monarchistisch geprägten Kreis um Halltaler Persönlichkeiten, die sozialistisch-kommunistische Gruppe sowie die Widerstandsgruppe um Anton Haller und Dr. Viktor Schumacher, die alle politischen und unpolitisch motivierten im Widerstand vereinigten.

1.1. Widerstandsgruppe Anton Haller 

Hall in Tirol – eine Stadt geprägt von Salz, Münze und Geschichte – war während der NS-Zeit auch ein Ort des stillen Widerstands. Um den Schustermeister Anton Haller scharten sich mutige Frauen und Männer, die sich dem Unrecht des Regimes entgegenstellten. Sie halfen Verfolgten, verbreiteten verbotene Nachrichten und bereiteten einen Aufstand gegen die Nationalsozialisten vor – ein Zeichen der Menschlichkeit in finsterer Zeit. Der Widerstand formierte sich zunächst aus dem christlich-sozialen Milieu, ab 1941 kam der sozialistisch-kommunistische Widerstand hinzu, zudem unterstützten monarchistische Kräfte Anton Haller.

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1.2 Die sozialistisch-kommunistische Widerstandsgruppe 

Ihr Kampf für Demokratie und soziale Gerechtigkeit begann lange vor 1938. Bereits 1934 verboten, kämpfte die sozialistisch-kommunistische Widerstandsgruppe in Hall in Tirol ab 1934/35 aus dem Untergrund gegen das autoritäre System der Vaterländischen Front. Diese frühe Untergrunderfahrung wurde zur entscheidenden Ressource, als 1938 die nationalsozialistische Herrschaft begann. Aus der Illegalität heraus leistete die Gruppe von Anfang an Widerstand und vereinte 1940 ihre Kräfte mit der Bewegung um Anton Haller.

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1. 3 Monarchisten-Legitimisten in Hall in Tirol

In der Geschichte des Widerstands gegen das NS-Regime in Tirol steht Graf Bernhard Stolberg zu Stolberg (1881–1952) als eine bemerkenswerte Figur da. Als Mitglied des Hochadels entschied er sich bewusst für Österreich und widersetzte sich mutig der nationalsozialistischen Ideologie, die er als unvereinbar mit seinem katholischen Glauben ansah. Sein Haus in der Bruckergasse 15 in Hall in Tirol wurde zum geheimen Treffpunkt eines monarchistischen Widerstandskreises.

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2. ​Studentischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Während der Zeit des Nationalsozialismus leisteten Studierende und studentische Verbindungen auf vielfältige Weise Widerstand – teils als Einzelpersonen, teils in organisierten Gruppen. Einige von ihnen, wie die Mitglieder der Weißen Rose, riskierten ihr Leben mit regimekritischen Flugblättern und öffentlichen Protestaktionen. Andere, etwa oppositionelle Mitglieder der Korporationen Sternkorona oder Nibelungen in Hall in Tirol, widersetzten sich kollektiv durch kritische Diskussionen, Hilfe für Verfolgte oder die bewusste Weigerung, sich der NS-Ideologie zu unterwerfen.
Die Nationalsozialisten reagierten auf solche Aktivitäten mit brutaler Repression: Viele studentische Widerstandskämpfer wurden verhaftet, gefoltert, hingerichtet oder in Konzentrationslager deportiert. Ihr Mut beweist, dass auch im akademischen Milieu entschlossene Gegnerschaft gegenüber dem Unrechtsregime möglich war – und bleibt ein bedeutendes Zeugnis zivilgesellschaftlicher Verantwortung.

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Sternkorona I

Sternkorona II

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Widerstandsgruppe Ing. Anton v. Hradetzky Innsbruck/Hall

Die Widerstandsgruppe um Dipl.-Ing. Anton v. Hradetzky formierte sich im Raum Innsbruck und Hall in Tirol aus ehemaligen hohen Verwaltungsbeamten, Juristen, Technikern und Intellektuellen, die bereits vor 1938 in führenden Positionen tätig waren. Viele von ihnen waren nach dem „Anschluss“ aus dem Staatsdienst entlassen oder inhaftiert worden. Ihr Widerstand gegen das NS-Regime war vor allem geistiger und organisatorischer Natur: In regelmäßigen Treffen bereiteten sie eine politische Neuordnung Österreichs vor. In den letzten Kriegstagen leistete die Gruppe aktiven Widerstand und spielte eine zentrale Rolle bei der friedlichen Übergabe der Tiroler Landesverwaltung.

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Widerstandsgruppen Post - und Wehrmeldeamt in Innsbruck

Inmitten der nationalsozialistischen Diktatur formierte sich in Innsbruck eine mutige Widerstandsgruppe rund um Bedienstete der Post und des Wehrmeldeamts. Diese Gruppe nutzte ihre beruflichen Möglichkeiten, um Informationen weiterzuleiten, Kontakte zu anderen Regimegegnern aufrechtzuerhalten und vereinzelt Sabotageakte zu unterstützen. Ihr stiller, aber entschlossener Widerstand gegen das NS-Regime zeigt, dass auch im scheinbar gut kontrollierten Verwaltungsapparat Zivilcourage möglich war – oft unter Einsatz des eigenen Lebens.

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Oskar Görz: Militärischer Widerstand durch systematische Sabotage

Oskar Görz führte einen einzigartigen und hochwirksamen Widerstandskampf aus den Reihen der Wehrmacht selbst. Als Soldat und später als Schreiber in der Schreibstube nutzte er seine bürokratische Position, um die militärische Maschinerie des NS-Regimes von innen zu untergraben.

Seine Methoden:

·       Systematische Ausstellung gefälschter Urlaubs- und Versetzungspapiere.
·       Gezielte Schwächung von Einheiten durch die Entfernung von Soldaten, oft in Absprache mit Partisanen.
·       Aufbau eines Netzwerks von Gleichgesinnten innerhalb und außerhalb der Wehrmacht.

Seine Wirkung:

Görz' Aktionen bewahrten Hunderte Soldaten vor dem Fronteinsatz, schwächten die Kampfkraft seiner Einheiten erheblich und legten entscheidende Grundlagen für die geordnete Übergabe Innsbrucks im Mai 1945. Sein Widerstand beweist, dass auch in scheinbar untergeordneten Positionen durch Mut, List und Organisation ein wesentlicher Beitrag zum Kampf gegen das Unrechtsregime geleistet werden konnte. Sein Schicksal ist ein beispielhaftes Zeugnis des österreichischen militärischen Widerstands.

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Oskar Görz

Widerstandsgruppe Messner-Maier-Caldonazzi in Wien

Die Widerstandsgruppe um Kaplan Heinrich Maier und Industriellen Franz Josef Messner versorgte ab 1942 den US-Geheimdienst OSS mit präzisen Informationen über die NS-Rüstungsindustrie in Österreich – oft auf ausdrücklichen Wunsch der Alliierten, um gezielte Luftangriffe auf Fabriken statt Wohngebiete zu ermöglichen. Die Gestapo zerschlug die Gruppe Anfang 1944. Acht Mitglieder wurden zum Tode verurteilt.

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Gedenkort: Widerstandsgruppe Messner-Maier-Caldonazzi

Dr. Franz Josef Messner

Gedenkporträt Dr. Franz Josef Messner

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    Autorin
    ​
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archive

    Dokumentationsarchiv des österreichischen 
    Widerstands (DÖW)

    Tiroler Landesarchiv

    Stadtarchiv Hall in Tirol

    ​Privatarchiv E. Walder Hall in Tirol

    May 2025

    Kategorie
    Zeitgeschichte 

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