Categories: Biografieread more:Walder _Anton_ Blog_ (EN) _Part 2Walder _Anton- Blog EN)-_(Part 1)AGFA-AF in Berlin-Blog (EN)Resistance group Anton HallerAnton Walder (1913-1985) Widerstandskämpfer aus Hall in TirolAnton Walder (1913–1985) gehörte zu den bedeutendsten Widerstandskämpfern aus Hall in Tirol. Bereits unmittelbar nach dem „Anschluss" Österreichs 1938 stellte er sich gegen das nationalsozialistische Regime. Als Mitglied der Widerstandsgruppe Post Innsbruck, der Gruppe im Wehrmeldeamt sowie des Netzwerks um Anton Haller unterstützte er den österreichischen Widerstand durch Informationsweitergabe, geheime Verbindungen und organisatorische Sabotage. Dieser Beitrag beleuchtet seinen Lebensweg und seine Rolle innerhalb des Tiroler Widerstands. Anton Walder, Postinspektor und Widerstandskämpfer, aufgenommen in Hall in Tirol, 1944. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Jugend und Ausbildung zwischen Tirol und Südtirol (1913–1924) Anton Walder wurde am 30. Januar 1913 in Albeins bei Brixen in Südtirol geboren. Seine Kindheit und frühen Jugendjahre verbrachte er bis 1924 in Südtirol, das nach dem Ende des Ersten Weltkriegs infolge des Vertrags von Saint-Germain 1919 an Italien fiel und heute die autonome Provinz Bozen – Südtirol (Alto Adige) bildet. Abschlussklasse des Augustiner-Chorherrenstiftes Neustift bei Brixen, 1923. Anton Walder ist in der dritten Reihe von rechts als vierter Schüler zu sehen; er steht seitlich und blickt nach rechts. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Historischer Kommentar: Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Vertrag von Saint-Germain (1919) fiel Südtirol an das Königreich Italien. Dennoch besuchten zahlreiche deutschsprachige Schüler aus Nordtirol weiterhin traditionsreiche kirchliche Bildungsstätten südlich des Brenners. Anton Walder absolvierte 1923 die Abschlussklasse im Augustiner-Chorherrenstift Neustift bei Brixen. Da er ursprünglich für eine geistliche Laufbahn vorgesehen war, ermöglichten ihm seine Eltern trotz der neuen Staatsgrenze den weiteren Aufenthalt im kirchlichen Internat. Schüler des Vinzentinums in Brixen, 1. Kurs, 1924. Anton Walder steht in der letzten Reihe als fünfter Schüler von links. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Historischer Kommentar: Nach dem Abschluss in Neustift wechselte Anton Walder 1924 an das Vinzentinum in Brixen, ein katholisches Knabenseminar zur Vorbereitung auf das Priesteramt. Obwohl seine Familie in Hall in Tirol lebte und Anton österreichischer Staatsbürger war, konnte er zunächst im Internat verbleiben. Die politische Neuordnung nach dem Ersten Weltkrieg und die zunehmende italienische Nationalisierung Südtirols erschwerten jedoch den Aufenthalt ausländischer Schüler. Bereits nach kurzer Zeit musste Walder das Vinzentinum verlassen und seine Ausbildung im Paulinum in Schwaz in Nordtirol fortsetzen. Damit endete seine Schulzeit in Südtirol, die ursprünglich als Vorbereitung auf eine kirchliche Laufbahn gedacht gewesen war. Dieser Bildungsweg verdeutlicht, wie die neuen Staatsgrenzen nach 1919 auch die Lebens- und Ausbildungsmöglichkeiten junger Tiroler nachhaltig veränderten. Trotz gemeinsamer Sprache, Kultur und kirchlicher Tradition wurden österreichische Schüler zunehmend von Bildungseinrichtungen im nun italienischen Südtirol ausgeschlossen. Für Anton Walder bedeutete dies einen frühen Einschnitt, der seinen weiteren Lebensweg entscheidend prägte. Altes Pfarrhaus in Hall in Tirol, 1932. Im Erdgeschoss befand sich die Dienstwohnung des Pfarrmesners Anton Walder sen. Vor dem Gebäude stehen die Geschwister Anton, Anna und Franz Walder. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Herkunft und Familie: Von Südtirol nach Hall in TirolAls Südtirol infolge des Ersten Weltkriegs und des Vertrags von Saint-Germain (1919) an Italien fiel, verließen zahlreiche deutschsprachige Familien ihre Heimat und übersiedelten nach Nordtirol. Zu ihnen gehörte auch die Familie Walder. Im Jahr 1922 zogen Anton Walder sen. und seine Ehefrau Maria Walder, geborene Krismer, gemeinsam mit ihren Kindern Anna und Franz nach Hall in Tirol. Der damals neunjährige Anton blieb zunächst in Südtirol, um seine Ausbildung in kirchlichen Internaten fortzusetzen. Wie viele Familien der unmittelbaren Nachkriegszeit litt auch die Familie Walder unter der akuten Wohnungsnot. Ihre erste Unterkunft in Hall befand sich in einem ausrangierten Eisenbahnwaggon am Bahnhof. Erst nachdem Anton Walder sen. eine Anstellung als Pfarrmesner an der Haller Pfarrkirche erhalten hatte, verbesserten sich die Lebensverhältnisse. Die Familie konnte eine bescheidene, aber gesicherte Existenz aufbauen. Anton Walder wuchs in einem tief religiösen, katholisch geprägten Elternhaus auf. Seine schulische Ausbildung führte ihn zunächst an das Vinzentinum in Brixen und nach seiner Rückkehr nach Nordtirol an das Paulinum in Schwaz. Die humanistische und christliche Erziehung, die er dort erhielt, prägte sein Werteverständnis nachhaltig. Sie bildete eine wesentliche Grundlage für seine spätere entschiedene Ablehnung des Nationalsozialismus und seine Bereitschaft, sich während der NS-Diktatur dem Widerstand anzuschließen. Historischer Kontext: Der Verlust Südtirols nach dem Ersten Weltkrieg Der Verlust Südtirols gehört zu den folgenreichsten und schmerzhaftesten Entscheidungen, die der Erste Weltkrieg für Österreich mit sich brachte. Was über Jahrhunderte als kulturell und sprachlich geeintes Gebiet gewachsen war, wurde durch den Vertrag von Saint-Germain-en-Laye (1919) geteilt – ohne Volksabstimmung und gegen den ausdrücklichen Willen der ansässigen Bevölkerung. Die neue Grenze am Brenner entstand nicht aus historischen, kulturellen oder sprachlichen Erwägungen, sondern war das Ergebnis nüchterner Machtpolitik: Im Londoner Geheimvertrag von 1915 hatte die Entente Italien den Südtiroler Landstrich als Preis für seinen Kriegseintritt auf der Seite der Alliierten zugesagt. Was strategisch kalkuliert war, bedeutete für Zehntausende Südtirolerinnen und Südtiroler den Verlust ihrer staatlichen Heimat – und für viele Familien den Beginn einer langen Odyssee der Vertreibung und Entwurzelung. Die Brenner-Grenze existiert bis heute – als stilles Zeugnis jener Nachkriegsordnung, die Völker und Gemeinschaften nach den Interessen der Siegermächte neu ordnete. Lesen Sie mehr:de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Südtirolsorf.at/stories/3076941/de.scribd.com/document/900520432/Die-Option-der-Su-dtirolerulb-dok.uibk.ac.at/ulbtirolhs/content/titleinfo/10255712Schulzeit und Berufseinstieg in Innsbruck und Hall in Tirol Gruppenfoto „8. Kurs 1935". Anton Walder (1913–1985), ernst blickend, nur mit Kopf und Schultern sichtbar, zweiter von rechts in der hinteren Reihe. Quelle in Privatarchiv Kurt Walder Hall in Tirol. Von 1928 bis 1935 besuchte Anton Walder die Bundesoberrealschule am Adolf-Pichler-Platz in Innsbruck, wo er im Mai 1935 erfolgreich die Reifeprüfung ablegte. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Versicherungsangestellten, bevor er 1937 als Postbeamter in den österreichischen Staatsdienst eintrat. Entlassung 1938: Widerstand gegen den Nationalsozialismus Im März 1938, unmittelbar nach dem „Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich, wurde Anton Walder von den NS-Behörden aus dem Staatsdienst entlassen. Der Grund: seine offen antinazistische Haltung, die er bereits vor 1938 vertreten hatte – und dies, obwohl er nie der Vaterländischen Front angehört hatte. Seine Entlassung war damit eines der frühen Zeugnisse des zivilen Widerstands in Hall in Tirol gegen das NS-Regime. Schwarz-Weiß-Fotografie des Einmarsches der deutschen Wehrmacht am 13. März 1938 auf dem Unteren Stadtplatz in Hall in Tirol. Zahlreiche Zuschauer säumen die Straße; ein Teil der Anwesenden zeigt den nationalsozialistischen Hitlergruß, während andere den Truppendurchzug abwartend beobachten. Der Einmarsch markierte die unmittelbare Durchsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich. Quelle: Privatarchiv Reinhard Federspiel, Absam. Wie Anton Walder im Rückblick auf seine Zeit im antinationalsozialistischen Widerstand sagte: „Ein klares, nüchternes Denken lässt sich sehr wohl mit einem aufrichtigen katholischen Empfinden vereinbaren.“ Lesen Sie mehr:Verdross-Dr. ErnstBuchpräsentation _KZ-DachauLeben in Hall in Tirol: Gemeinschaft, Kirche und Alltag Anton Walder war tief in der Gemeinschaft der Kleinstadt Hall in Tirol verwurzelt. Sportveranstaltungen, Fußballspiele, Turnausflüge und gemeinsame Wettkämpfe prägten das gesellschaftliche Leben, in dem man einander kannte und vertraute. Die Teilnahme an den sonntäglichen Gottesdiensten und die Einbindung in die katholische Kirchengemeinschaft waren für ihn selbstverständlicher Teil seines Alltags. Ab 1939 lebte Anton Walder mit seiner jungen Familie in einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss des Hauses Krippgasse 12 in Hall in Tirol – einem Gebäude, das dem jüdischen Kaufmann Alfred Grünmandl gehörte. Diese Nachbarschaft steht sinnbildlich für das enge Zusammenleben verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Hall, das das NS-Regime gewaltsam zerstören sollte. Wohnhaus der Familie Walder in der Krippgasse 12 in Hall in Tirol. Anton Walder bewohnte hier von 1939 bis 1945 eine Einzimmerwohnung im Haus Grünmandl. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol Lesen Sie mehr:gedenkort.at/orte/3e1de9e0-e6c9-4a9d-89ae-a1004255f2a8gedenkort.at/personen/b2821b55-ecf6-4224-98eb-b911e9601286www.erinnern.at/bundeslaender/wien/artikel/wozu-braucht-man-denn-das-wissen-woher-man-kommtAlfred GrünmandlOtto_ GrünmandlStolberg-Stolberg-Graf -BernhardDekanat _Hall _in _Tirol_ im_ WiderstandMarianische Kongregation der Herren und Bürger zu HallSportverein als Schutzraum des Widerstands Die Ausflüge des Sportvereins, an denen Anton Walder bereits vor dem „Anschluss" 1938 teilnahm, wurden auch unter dem NS-Regime still fortgesetzt – und erfüllten dabei weit mehr als einen geselligen Zweck. Abseits von Kontrolle und Überwachung boten diese Fahrten einen der wenigen geschützten Räume, in denen sich Gleichgesinnte offen aussprechen konnten. Im vertrauten Kreis der Vereinskameraden war es möglich, was anderswo lebensgefährlich gewesen wäre: die eigene Haltung zu teilen, Informationen weiterzugeben und Widerstandsaktivitäten diskret zu koordinieren – ohne Aufsehen zu erregen. Was nach außen als harmloser Vereinsausflug erschien, war in Wirklichkeit ein Netzwerk des Vertrauens, das dem Regime verborgene Gegenwehr ermöglichte. Lesen Sie mehr:www.hall-wattens.at/de/josef-lambichler-seelsorger-hall-in-tirol.htmlTeilnehmerinnen und Teilnehmer des großen Turnfestes auf der Pletzer Wiese in Hall in Tirol, 1933. Auch Anton Walder nahm an der Veranstaltung teil. Im Hintergrund ist ein großes Wohngebäude zu sehen. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Anton Walder beim Reckturnen während des großen Turnfestes auf der Pletzer Wiese in Hall in Tirol, 1933. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Anton Walder (vorne links) beim Einmarsch der Turner während des Turnfestes in Sterzing (Vipiteno), Italien, 1937. Er trägt die weiße Turnkleidung seiner Riege und marschiert als Letzter in der Reihe vor einer Abordnung von drei Fahnenträgern. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Anton Walder (1913–1985) bei einer Turnvorführung anlässlich des Turnfestes in Vipiteno (Sterzing), 1937. Quelle: Privatarchiv Kurt Walder Hall in Tirol.
Lesen Sie mehr:stockerau.sportunion.at/chronik-3/zum-schmoekern-und-vertiefen/vorgaengerorganisation-christlich-deutscher-turnverein-stockerau/Dr. Viktor SchumacherAnton Walder (1913- 1985) historischer KontextZur Zeit des „Anschlusses" im März 1938 war die Arbeitslosenrate sowohl in Österreich als auch in Tirol sehr hoch, und die Wirtschaft erholte sich nur langsam. Viele Menschen in Tirol erhofften sich von der NS-Machtübernahme einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung. Der Gedanke eines Anschlusses an das Deutsche Reich war in Tirol bereits seit dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie, den Bestimmungen von St. Germain und dem Verlust Südtirols präsent – die Idee eines „Großdeutschen Reiches" wirkte vor diesem Hintergrund besonders verlockend. 1938 traten in Tirol 14,6 Prozent der Bevölkerung – rund 48.149 Personen – der NSDAP bei. Damit belegte Tirol unter allen österreichischen Ländern den zweiten Platz hinter Salzburg, wo der Anteil bei 10,9 Prozent lag. Bis zur Machtübernahme hatten die meisten Tiroler Gemeinden nur wenige NSDAP-Anhänger gezählt; 1938 stieg diese Zahl jedoch sprunghaft an. Dennoch machte sich schon wenige Monate später in der Innsbrucker Bevölkerung zunehmend Unzufriedenheit breit – obwohl organisierter Widerstand gegen die Obrigkeit in der Tiroler Geschichte bis dahin etwas Neues war. Der Widerstand in Tirol zeigte sich äußerst vielfältig, da unterschiedliche Gruppen mit jeweils eigenen Motiven entstanden. Die Gruppe „Post" setzte sich zum einen aus Postbediensteten zusammen, die als überzeugte vaterländisch gesinnte Österreicher den Gedanken des Anschlusses entschieden ablehnten. Zum anderen standen sie der NS-Propaganda skeptisch gegenüber: Sie wiesen darauf hin, dass die vollmundigen Versprechen der Nationalsozialisten erst erwirtschaftet werden müssten, ehe sie eingelöst werden könnten. Historische Einordnung Widerstandsgruppe Post InnsbruckSchwarz-Weiß-Fotografie von 25 Postbeamten des Höheren Dienstes der Postdirektion Tirol-Vorarlberg in Innsbruck im Oktober 1937. Die Aufnahme zeigt die Angehörigen der Postverwaltung vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Anton Walder befindet sich in der dritten Reihe hinten, als Zweiter von links. Quelle:Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Die Widerstandsgruppe Post gehörte zu den wenigen Netzwerken innerhalb staatlicher Behörden, die trotz intensiver Überwachung Kontakte zwischen verschiedenen Widerstandsgruppen aufrechterhalten konnten. Ihre Bedeutung lag weniger in spektakulären Sabotageakten als vielmehr in der geheimen Nachrichtenübermittlung, der Unterstützung Verfolgter sowie der Vorbereitung des politischen Übergangs in den letzten Kriegstagen. Anton Walder nahm hierbei eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Hall in Tirol und Innsbruck ein. Die verschiedenen Strömungen des österreichischen WiderstandsDer Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich war keineswegs einheitlich, sondern setzte sich aus mehreren ideologisch unterschiedlichen Strömungen zusammen:
Lesen Sie mehr:Graf _Bernhard _Stolberg-StolbergMonarchisten und Legitimsten in Solbad HallKathrein-Dr. jur.- PaulDekanat _Hall _in _Tirol_ im_ WiderstandSozialisten und Kommunisten im WiderstandHaller _Anton _WiderstandsgruppeFlatscher-AloisReinisch_Franz _Pallottinergedenkort.at/organisationen/d8b7aa49-f19a-4706-8ea7-6ca6b7190d3dwww.demokratiewebstatt.at/thema/thema-gedenken-1938-annexion-oesterreichs/1938-und-die-folgen/widerstand-in-oesterreichAnton Walder und die Widerstandsgruppe PostHistorische Aufnahme des ehemaligen Hauptpostgebäudes der Landespostdirektion in Innsbruck in der Maximilianstraße (2025). Das Gebäude war Sitz der Postverwaltung für Tirol und Vorarlberg und steht als Zeugnis der Geschichte der österreichischen Post- und Verwaltungsgeschichte. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Entlassung 1938 und Anschluss an den PostwiderstandAnton Walder war als Postbeamter in Innsbruck tätig, als er im März 1938 von den Nationalsozialisten wegen „politischer Unzuverlässigkeit" aus dem Postdienst entlassen wurde. Noch im selben Jahr fand er Anschluss an einen Kreis Regime kritischer Postbediensteter, der sich um den Telegraphentechnischen Inspektor (TTI) Viktor Haberditzl gebildet hatte. Walder gehörte diesem Kreis – aus dem 1943 die eigentliche Widerstandsgruppe Post hervorgehen sollte – nach eigener Aussage „von der ersten Stunde an" und beteiligte sich aktiv an seinem Aufbau. Nach seiner Entlassung fand Walder zunächst eine Anstellung bei einer privaten Handelsfirma in Hall in Tirol. 1938: Ein erster, vorsichtiger KreisDem Kreis um Haberditzl gehörten sowohl entlassene als auch noch im Dienst befindliche Beamte an, die den „Anschluss" an das Deutsche Reich ebenso ablehnten wie den Begriff „Deutsche Reichspost". In dieser frühen Phase musste vorsichtig agiert werden: Aktionen oder offene Stimmungsmache gegen die NSDAP fanden zunächst nicht statt. Man traf sich in Innsbrucker Kaffeehäusern, tauschte sich über die Lage aus und beriet, wie man sich für „die Stunde der Befreiung" vorbereiten könnte. Daneben unterstützte man Angehörige inhaftierter Kameraden mit Geld- und Sachspenden. Einberufung zum Wehrdienst 1939 -Zwischen Wehrdienst und Widerstand (1939-1943)Die Jahre zwischen 1939 und 1942 waren für Anton Walder eine entscheidende Phase. Während seines Wehrersatzdienstes bei der Bahnpost bereiste er regelmäßig Tirol und das Land Salzburg. Diese Tätigkeit bot ihm die Möglichkeit, Verbindungen zu regimekritischen Postbediensteten und anderen Gegnern des Nationalsozialismus aufzubauen. Aus diesen Kontakten entwickelte sich ein belastbares Netzwerk, das für seinen späteren Widerstand von großer Bedeutung war. Wehrersatzdienst bei der Bahnpost (1939-1943)Schwarz-Weiß-Fotografie des Innenraums eines Bahnpost-Waggons in Innsbruck im Jahr 1942. Die Aufnahme zeigt vier Personen während des Wehrersatzdienstes von Anton Walder. Anton Walder sitzt rechts vorne an einem Schreibtisch und ist bei seiner Tätigkeit im Bahnpostdienst zu sehen. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Schwarz-Weiß-Fotografie eines Bahnpost-Waggons am Bahnhof Innsbruck im Jahr 1942. Die Aufnahme zeigt drei Personen am Eingang des Waggons; Anton Walder ist als Brustbild am Fenster zu sehen und blickt auf den Bahnsteig. Das Foto entstand während seines Wehrersatzdienstes bei der Post im Zweiten Weltkrieg. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Am 1. Februar 1939 wurde Anton Walder zum Wehrbezirkskommando Innsbruck einberufen und als Ersatzreserve II geführt. In dieser Funktion musste er bis zum 21. Januar 1943 Wehrersatzdienst bei der Bahnpost leisten, da es kriegsbedingt an Personal für das Postwesen mangelte. Diese Tätigkeit bedeutete für Walder eine berufliche Degradierung: Als Staatsbediensteter der Postdirektion Innsbruck war er von einem höherwertigen Posten ausgeschlossen worden, da solche Positionen bevorzugt mit Nationalsozialisten besetzt wurden – die Arbeit bei der Bahnpost galt entsprechend als Rückstufung. Die entscheidende Phase: 1943 bis KriegsendeWehrmeldeamt Innsbruck: Kommandowechsel 1943Im Jahr 1943 kam es zu einem Kommandowechsel im Wehrmeldeamt Innsbruck. In dessen Folge wurde Anton Walder ab dem 21. Januar 1943 bis zum 16. April 1945 als Wehrmeldeamtsangehöriger geführt (Truppen- bzw. Kriegsstammrollen, Ranglisten Nr. 68). Obwohl er nun offiziell beim Wehrmeldeamt gemeldet war, wurde er mehrmals im Jahr für einige Wochen zum Postdienst abkommandiert. Diese Position machte ihn zu einer Schlüsselfigur für die Vernetzung der verschiedenen Tiroler Widerstandskreise: Durch seine Tätigkeit gelang es ihm unter anderem, antinationalsozialistisch gesinnte Postbedienstete „uk" (unabkömmlich) stellen zu lassen und sie so vor dem Einzug zur Wehrmacht zu bewahren. Lesen Sie mehr:Walder -Anton -Teil 2Fritz _WürthleDr. Friedrich PuntJörg SackenheimOskar GörzJohann Sebastian Trainer1943: Die eigentliche Gründung der WiderstandsgruppeAus dem losen Kreis von 1938 entwickelte sich im Sommer 1943 eine fest organisierte Widerstandsgruppe: TTI Viktor Haberditzl, Ing. Hubert Schittelkopf (1909–1948) und Anton Walder (1913–1985) gründeten offiziell die Widerstandsgruppe Post in Innsbruck (DÖW 8390). Ihre Mitglieder rekrutierten sich zum einen aus jenen Postbeamten, die 1938 im Zuge der NS-Machtübernahme ihren Dienst verloren hatten, zum anderen aus einer kleinen Zahl noch aktiver Postbediensteter mit dezidiert antinationalsozialistischer Gesinnung. Letztere standen unter ständiger Kontrolle ideologisch linientreuer Vorgesetzter und mussten sich besonders unauffällig verhalten. Die rund fünfzehn bis zwanzig Mitglieder waren in verschiedensten Abteilungen tätig – darunter Postinspektion, Briefumleitung, Briefsortierung, Rundfunk- und Fernsprechamt, Abhördienst, Rundfunksender sowie Kraftfahrstelle – und operierten streng konspirativ im Verborgenen. Im Herbst 1943 und Anfang 1944 wurde rund die Hälfte der Postbediensteten der Gruppe zur Wehrmacht eingezogen; ihre Positionen übernahmen Techniker aus dem Fernsprech- und Telegrafenamt. Dieser personelle Wandel ermöglichte eine Ausweitung der Tätigkeit auf den Abhördienst sowie den Austausch wehrwichtiger Nachrichten mit Postbeamten in Berlin. Angespornt durch die Moskauer Deklaration begannen die Mitglieder der Widerstandsgruppe Post ab dem Winter 1943 zunehmend, aktiv auf den Sturz des NS-Regimes hinzuarbeiten. Methoden des Widerstands: Abhören und SabotageDie Gruppe nutzte ihre berufliche Stellung im Fernmeldewesen gezielt für den organisierten Widerstand. Ihre wichtigsten Aktionen waren von strategischer Bedeutung:
Anton Walder - Verbindungsmann zwischen den GruppenAufgrund seiner Tätigkeit im Wehrmeldeamt war Anton Walder eine Schlüsselfigur für die Vernetzung der verschiedenen Widerstandskreise. Er fungierte als Verbindungsmann zwischen der Gruppe Post-Telegraphenamt, der Gruppe Wehrmeldeamt um Fritz Würthle und der Gruppe um Anton Haller in Solbad Hall. Diese Rolle war von unschätzbarem Wert, da sie den Informations- und Koordinationsaustausch zwischen den zivilen und militärischen Widerstandszellen ermöglichte. Lesen Sie mehr:Walder--Anton--Wderstandsgruppe-post-innsbruck-teil-1gedenkort.at/organisationen/487e6e90-8ade-4d88-8889-9a2b18f72db9Die _Würthle _Gruppeliteraturtirol.at/lexikon/919Die Berliner Verbindung: AGFA-AF und die Gruppe PostWas nur wenige wissen: Der Tiroler Widerstand war Teil eines geheimen Netzwerks, das bis ins Herz des nationalsozialistischen Machtzentrums nach Berlin reichte. Unter dem Decknamen AGFA-AF (Antifaschistische Front) arbeiteten österreichische Post- und Fernmeldebeamte, Ingenieure und Offiziere im Verborgenen zusammen, tauschten lebenswichtige Informationen aus und unterstützten den Widerstand in Tirol. Dieses außergewöhnliche Netzwerk spielte in den letzten Kriegsmonaten eine bedeutende Rolle – und war eng mit der Gruppe Post um Anton Walder verbunden. Lesen Sie mehr über die Widerstandsgruppe AGFA-AF und ihre Verbindung nach TirolAGFA-AF in BerlinDas entscheidende Treffen am 9. April 1945Ein Höhepunkt der konspirativen Vernetzung war ein geheimes Treffen am 9. April 1945 im Sanatorium der Kreuzschwestern in Rum, getarnt als Krankenbesuch. Initiiert wurde das Treffen von Anton Walder, der die Verbindung zwischen den bis dahin getrennt agierenden Widerstandsgruppen herstellte und den Zusammenschluss vorantrieb. Anwesend waren: · Dr. Karl Gruber – politischer Kopf der Tiroler Widerstandsbewegung · Fritz Würthle – Vertreter des Wehrmeldeamtes Innsbruck · Anton Haller – Anführer der Haller Widerstandsgruppe · Anton Walder – Verbindungsmann zwischen Gruppe Post, Wehrmeldeamt und Haller-Gruppe · Ing. Herbert Gugelberger – als Patient im Sanatorium geführt Walder fungierte dabei nicht nur als Überbringer von Nachrichten, sondern als aktiver Initiator und Vermittler, der die unterschiedlichen politischen Strömungen zusammenführte. Bei diesem Treffen gelang es Dr. Karl Gruber, die anwesenden Vertreter von seinen politischen Zielen zu überzeugen: · schnelles und koordiniertes Handeln · Zusammenarbeit aller zivilen Gruppen ohne Rücksicht auf politische Einstellung · Aufstellung eines Offiziersstabes für militärische Aufgaben · Ausbau des Nachrichtendienstes · schnelle Bewaffnung der Widerstandskämpfer Mit dieser Aussprache trat der organisierte Kampf gegen den Nationalsozialismus in Tirol in seine letzte, entscheidende Phase. Die bis dahin zersplitterten Kräfte bündelten sich – wesentlich ermöglicht durch das Engagement und die Vernetzungsarbeit von Anton Walder. Schwarz-Weiß-Fotografie der Widerstandsgruppe um Anton Haller im Jahr 1945. Zu sehen sind (von links nach rechts) Dr. Viktor Schumacher, Anton Demanega, Ing. Herbert Guglberger und Anton Dosch. Auf der rechten Bildseite arbeitet vorne der Schuhmachermeister Anton Haller mit dem Rücken zum Betrachter an seinem Arbeitsplatz; dahinter sitzt Anton Walder und blickt in die Kamera. Die Aufnahme dokumentiert Mitglieder des Tiroler Widerstands in der unmittelbaren Phase der Befreiung vom Nationalsozialismus. Quelle: Rudolf Mackowitz, Der Kampf um die Befreiung Tirols, S. 7. Lesen Sie mehr:Dr. Karl Grubergedenkort.at/personen/ccdfb424-e581-5217-b4aa-70e70e9ff0d0www.parlament.gv.at/person/530?BIO_251sortrnr=10&BIO_251ascDesc=descgedenkort.at/organisationen/487e6e90-8ade-4d88-8889-9a2b18f72db9Haller _Anton _WiderstandsgruppeAnton DemanegaBaumgartner-Johann-HauptmannDosch-AntonAnton Walders Flucht und sein Engagement im Widerstand in Hall in Tirol Am 16. April 1945 erhielt Anton Walder die verschlüsselte Nachricht „Sturm im Wasserglas!" von seiner Kollegin Grete Götsch – das vereinbarte Codewort für eine bevorstehende Verhaftung durch die Gestapo. Walder flüchtete daraufhin sofort mit seinen Dienststempeln und Unterlagen ins Vomperloch/Gnadewald. Dort stellte er weiterhin falsche Papiere für andere Verfolgte aus und unterstützte die Widerstandsarbeit aus dem Untergrund. Die Gruppe Post-Telegraphenamt hatte zu diesem Zeitpunkt ihren Zweck in Innsbruck bereits erfüllt: Sie hatte wesentlich zur Sicherung der Infrastruktur und zur Vorbereitung der Befreiung der Stadt beigetragen. Walders weiteres Engagement nach seiner Flucht war hingegen sein persönlicher Beitrag zum Widerstand in Hall in Tirol, unabhängig von der Innsbrucker Gruppe Post: Nach zehn Tagen kehrte er nach Hall zurück, um gemeinsam mit Anton Haller und Dr. Viktor Schumacher beim nationalsozialistischen Bürgermeister Ing. Walter Jud über eine unblutige Übergabe der Stadt zu verhandeln. Das Treffen wurde durch die Anwesenheit der Gestapo im Rathaus verhindert; Jud gelang es jedoch, Haller, Schumacher und Walder rechtzeitig zu warnen. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 sollte der allgemeine Aufstand des vereinten Tiroler Widerstands um Dr. Karl Gruber erfolgen. Durch ein von Anton Demanega in Hall geführtes Telefongespräch wurden jedoch Gestapo und SS-Verbände auf Anweisung von Gauleiter Hofer selbst zur Verhaftung des Haller Widerstands alarmiert. Hauptmann Johann Baumgartner von der Stadtkaserne Hall warnte die Widerständler rechtzeitig; bis auf Dr. Schumacher, der vor seinem Wohnhaus in der Bruggergasse von der SS verhaftet wurde, konnten sich alle Anwesenden in Sicherheit bringen. Die Ereignisse in Innsbruck überschlugen sich, und am Morgen des 3. Mai 1945 konnte auch Hall die NS-Herrschaft beenden. Originaldokument: Maschinenschriftliche Warnung von Grete Götsch an Anton Walder vom 16. April 1945. Unter der Überschrift „Sturm im Wasserglas“ informiert das Schreiben über eine bevorstehende Gefahrensituation und enthält die handschriftliche Ergänzung „Holzknecht auch verständigen“. Das Dokument steht im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Tiroler Widerstands in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Das Schreiben wurde Anton Walder nicht auf dem Dienstweg zugestellt, sondern von einem Widerstandskameraden heimlich persönlich überbracht. Es warnte ihn davor, dass bereits die Feldpolizei nach ihm suchte. Die verdeckte Übergabe zeigt die enge Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen innerhalb des Widerstandsnetzwerks. Lesen Sie mehr:gedenkort.at/personen/b2821b55-ecf6-4224-98eb-b911e9601286gedenkort.at/en/places/3e1de9e0-e6c9-4a9d-89ae-a1004255f2a8de.wikipedia.org/wiki/Anton_Walderon.orf.at/video/14315835/hitlers-oesterreichische-helfer-franz-hoferwww.nationalfonds.org/detailansicht/6547Schwarz-Weiß-Fotografie eines Postautos aus dem Jahr 1942. Die Aufnahme zeigt ein Fahrzeug der österreichischen Postverwaltung während des Zweiten Weltkriegs. Das Bild dokumentiert die Infrastruktur und den Arbeitsalltag der Post in der Zeit des Nationalsozialismus. Quelle: Privatarchiv Walder, Hall in Tirol. Dr. Karl Gruber und der vereinte Tiroler WiderstandDr. Karl Gruber (1909–1995) gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des österreichischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Tirol. Bereits während des Zweiten Weltkriegs baute er ein weitreichendes Widerstandsnetzwerk auf und knüpfte Verbindungen zu verschiedenen Gruppen im In- und Ausland. Nach der Befreiung Österreichs wurde er erster Außenminister der Zweiten Republik und prägte maßgeblich den Wiederaufbau des Landes. Porträt von Dr. Karl Gruber (1909–1995), Leiter des vereinten Tiroler Widerstands im Jahr 1945. Die Aufnahme zeigt Karl Gruber frontal mit Blick zum Betrachter. Als führende Persönlichkeit der Tiroler Widerstandsbewegung koordinierte er in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs die Zusammenarbeit verschiedener Widerstandsgruppen und spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung Tirols. Quelle: Österreichisches Parlament, online unter: https://www.parlament.gv.at/person/530 (Stand: 23. Juli 2026) Lesen Sie mehr:Dr. Karl GruberBlog 87 Dr. Ernst Verdross (einzeln)Buchpräsentation _KZ-Dachauwww.tyrolia.at/item/KZ-Dachau_Haeftlingsnummer_14354_Dr_Ern/Walder_Elisabeth/77961041Originalquelle: Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript „Aus: Unsignierter Bericht für das Rot-Weiß-Rot-Buch über die Tätigkeit Tiroler Widerstandskämpfer innerhalb der Deutschen Reichspost“ von Andreas Maislinger. Der Bericht dokumentiert die Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Post“ innerhalb der Deutschen Reichspost während der NS-Zeit. Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Sammlung Rot-Weiß-Rot-Buch, DÖW 8390. Originalquelle: Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript „Aus: Unsignierter Bericht für das Rot-Weiß-Rot-Buch über die Tätigkeit Tiroler Widerstandskämpfer innerhalb der Deutschen Reichspost“ von Andreas Maislinger. Der Bericht dokumentiert die Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Post“ innerhalb der Deutschen Reichspost während der NS-Zeit. Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Sammlung Rot-Weiß-Rot-Buch, DÖW 8390. Originalquelle: Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript „Aus: Unsignierter Bericht für das Rot-Weiß-Rot-Buch über die Tätigkeit Tiroler Widerstandskämpfer innerhalb der Deutschen Reichspost“ von Andreas Maislinger. Der Bericht dokumentiert die Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Post“ innerhalb der Deutschen Reichspost während der NS-Zeit. Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Sammlung Rot-Weiß-Rot-Buch, DÖW 8390., S. 453. Originalquelle: Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript „Aus: Unsignierter Bericht für das Rot-Weiß-Rot-Buch über die Tätigkeit Tiroler Widerstandskämpfer innerhalb der Deutschen Reichspost“ von Andreas Maislinger. Der Bericht dokumentiert die Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Post“ innerhalb der Deutschen Reichspost während der NS-Zeit. Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Sammlung Rot-Weiß-Rot-Buch, DÖW 8390, S. 454. Originalquelle: Auszug aus dem unveröffentlichten Manuskript „Aus: Unsignierter Bericht für das Rot-Weiß-Rot-Buch über die Tätigkeit Tiroler Widerstandskämpfer innerhalb der Deutschen Reichspost“ von Andreas Maislinger. Der Bericht dokumentiert die Tätigkeit der Widerstandsgruppe „Post“ innerhalb der Deutschen Reichspost während der NS-Zeit. Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Sammlung Rot-Weiß-Rot-Buch, DÖW 8390, S. 455. Bericht im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands. Originalbericht im Tiroler Landes Archiv Innsbruck verfasst von Ing. Carl Hirnschrott: o. D. o. O. In: Nachlass Ing. Carl Hirnschrott, Tiroler Landes Archiv. Postgebäude Hall in Tirol (2026)Postamtsgebäude in Hall in Tirol, fotografiert im Jahr 2026. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude der Arbeitsplatz von Josef Dosch, der die Tiroler Widerstandsbewegung unterstützte. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol. Martin Berger - Gruppe Post in Innsbruck und Hall in TirolMartin Berger, fotografiert am 18. Juli 1948. In: Helmut Wopfner (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888–1998, Thaur 1998, S. 57. Quelle: Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Martin Berger (1885 – 1953) gehörte zum Widerstandskreis Post-Telegraphenamt in Innsbruck und war für die Sammlung und das Durchschleusen von fahnenflüchtigen, widerstandswilligen Soldaten in die Berglager zuständig. Lesen Sie mehr:Sternkorona IIIJosef Pöschl - Gruppe Post InnsbruckJosef Pöschl, Mitglied Nr. 395 der Sternkorona Hall in Tirol. In: Helmut Wopfner (Hrsg.): Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888–1998, Thaur 1998, S. 101. Quelle: Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Josef Pöschl (1898-1945) war für die Vermittlung von Ferngesprächen und die Gesprächsüberwachung für die Widerstandsgruppe Post tätig. Er war auch Mitglied der monarchistisch-legitmistischen Widerstandsgruppe. Lesen Sie mehr:Sternkorona ISternkorona IISternkorona IVJosef Dosch - Gruppe PostJosef Dosch (1907-1955) gehörte zum Widerstandskreis Post in Innsbruck und Hall in Tirol und wurde am 4. Mai 1945 von Anton Walder als Leiter des Postamtes Hall in Tirol eingesetzt. Lesen Sie mehr:Martin BergerJosef PöschlMonarchisten und Legitimsten in Solbad HallGraf _Bernhard _Stolberg-StolbergDie Chiffriertabelle der Widerstandsgruppe „Post“Dokument zur Verschlüsselung von Nachrichten: Chifriertabelle mit Zahlen- und Buchstabencodes aus dem Nachlass von Ing. Carl Hirnschrott. Tiroler Landesarchiv (TLA), Nachlass Ing. Carl Hirnschrott. Diese Chiffriertabelle war das zentrale Hilfsmittel der Widerstandsgruppe „Post“ für den geheimen Nachrichtenaustausch. Nach einem vorab vereinbarten Schlüssel wurden Buchstaben und Wörter durch Zahlenfolgen oder andere Zeichen ersetzt – nur wer über eine identische Tabelle verfügte, konnte die Botschaft entschlüsseln. Für Außenstehende blieben die Nachrichten bedeutungslose Zeichenfolgen ohne erkennbaren Inhalt. Die Geheimhaltung der Tabelle war überlebenswichtig: Sie befand sich im Besitz nur eines einzigen eingeweihten Mitglieds und durfte niemals der Gestapo in die Hände fallen. Eine Entdeckung hätte sämtliche verschlüsselten Nachrichten offengelegt und zahlreiche Widerstandsmitglieder in Lebensgefahr gebracht. Die erhaltene Tabelle befindet sich heute im Nachlass von Ing. Carl Hirnschrott im Tiroler Landesarchiv. Sie zählt zu den wenigen überlieferten Originaldokumenten, die einen unmittelbaren Einblick in die konspirative Arbeitsweise der Innsbrucker Widerstandsgruppe „Post“ geben. Die Gruppe Post: Widerstand im VerborgenenIng. Carl Hirnschrott (1907- 1981)Innsbruck, April 1945. Während die letzten Kriegstage über Tirol hereinbrechen, agiert im Untergrund eine Gruppe von Männern, die ihr Handwerk genau kennen: die Nachrichtenübermittlung. Ing. Carl Hirnschrott, seit 1932 im Postdienst tätig und 1938 von den Nationalsozialisten wegen seiner gewerkschaftlichen Überzeugung aus dem Dienst entlassen, kehrt nach Jahren in Berlin zurück, um eine der bemerkenswertesten Widerstandsstrukturen Tirols aufzubauen: die Gruppe Post. An seiner Seite: PI Anton Walder, von der ersten Stunde an Verbindungsmann zwischen dem Innsbrucker Widerstand, dem Wehrmeldeamt und der Haller Widerstandsbewegung. Ihr gemeinsamer Einsatz – oft unter Lebensgefahr – trug wesentlich dazu bei, das Ende des Krieges in Innsbruck und Tirol herbeizuführen. Eine Geschichte von Zivilcourage, Loyalität und dem stillen Mut jener, die im entscheidenden Moment die richtige Seite wählten. Lesen Sie mehr:Ing. Carl Hirnschrott - 3. Mai 1945K.ö.ST.V. Nibelungia-MKV Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document. Zusammensetzung des Beirates und Dokumente von Ing. Carl Hirnschrott im Tiroler Landesarchiv, Schachtel Nachlass Ing. Carl Hirnschrott. Opfer der Gruppe Post des nationalsozialistischen Regimes in TirolDie Widerstandsgruppe „Post" in Tirol setzte sich aus Postbediensteten zusammen, die sich trotz der Gefahr durch das nationalsozialistische Regime gegen Unrecht und Diktatur stellten. Viele ihrer Mitglieder wurden von der Gestapo verfolgt, vor Gericht gestellt oder in Konzentrationslager deportiert. Vier Angehörige der Gruppe bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben, zahlreiche weitere verbrachten Monate oder Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Die folgende Übersicht basiert auf einem Bericht von Ing. Carl Hirnschrott, selbst Mitglied der Widerstandsgruppe „Post", dessen Nachlass heute im Tiroler Landesarchiv verwahrt wird. Vier Todesopfer: Oskar Frank - Postamt Innsbruck- wurde wegen Abhörens von ausländischen Sendern am 1. August 1941 zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt und erlag am 25. Februar 1945 im KZ-Mauthausen der unmenschlichen Behandlung. Alois Graus - Postamt Wörgl -wurde am 5. Februar 1942 wegen defätistischer Äußerung und wegen versuchten Landesverrats zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt und starb am 5. November 1943 im KZ-Mauthausen. Alois Hupfauf - Postamt Innsbruck - wurde mit Standgerichtsurteil des Befehlshabers der Auffanglinie 1 des Reichsführers SS am 26. Februar 1945 in Prenzlau wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt und erschossen. Ferdinand Triendl - Postamt Jenbach- wurde am gleichen Tage wie Hupfau (26. Februar 1945) ebenfalls wegen versuchter Fahnenflucht in Danzig standrechtlich erschossen. Gefängnisstrafen: Heinrich Huter - Postamt Prutz - wurde am 13. März 1938 vom NS-Ortsgruppenleiter angeschossen und hernach vom 2. August 1941 bis zum 6. April 1943 inhaftiert. Edmund Burger - Postamt Innsbruck- wurde vom Volksgerichtshof in Wien zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Er war 1404 Tage in Gefängnissen und Konzentrationslagern . Sein Vergehen war Abhören von Auslandssendern und antinationalsozialistische Propaganda. Inguin Auer - Postamt Innsbruck 2- 1149 Tage Gefängnis, wegen Abhörens von Feindsendern. Alfred Salomon -Postdirektion Buchhaltung- 982 Tage Gefängnis, wegen Abhörens von Feindsendern. Frau Maria Tscholl - Postamt Innsbruck 1 - 445 Tage Gefängnis wegen Abhörens von Feindsendern. Frau Juliane Weinmann - Postdirektion Buchhaltung- 446 Tage Gefängnis, wegen Abhörens von Feindsendern. Alexander Graf Künigl - Postamt Innsbruck 1- 375 Tage Gefängnis, wegen Abhörens von Feindsendern. Dr. Franz v. Schullern - Postdirektion - 150 Tage Gefängnis, wegen des Verdachts der monarchistischen Betätigung. Albert Jestl - Postamt Innsbruck 3 - und Walter Kareis (TBS Feldkirch) - wurden wegen ihrer Abstammung in ein Lager gebracht und zur Zwangsarbeit verurteilt. Jestl verbrachte 206 Tage und Kareis 181 Tage in Haft. Beiden gelang es einem von der SS geplanten Massaker zu entkommen. Franz Beiler - Postamt Innsbruck 2 - wurde wegen defätistischer Äußerungen zu 150 Tagen Haft und Gefängnis verurteilt. Bericht Ing. Carl Hirnschrott: In: Tiroler Landes Archiv, Nachlass Ing. Karl Hirnschrott. Fazit:Anton Walder steht exemplarisch für jene Frauen und Männer, die den Nationalsozialismus ablehnten und trotz großer persönlicher Gefahren Verantwortung übernahmen. Sein Engagement in den Widerstandsgruppen Post, Wehrmeldeamt und Hall in Tirol verdeutlicht, welchen bedeutenden Beitrag regionale Netzwerke zum österreichischen Widerstand leisteten. Sein Lebensweg erinnert daran, dass Zivilcourage oft im Verborgenen beginnt und selbst unter schwierigsten Bedingungen einen entscheidenden Unterschied bewirken kann. Lesen Sie mehr:de.wikipedia.org/wiki/Anton_Waldergedenkort.at/personen/b2821b55-ecf6-4224-98eb-b911e9601286Häufig gestellte FragenWer war Anton Walder?Anton Walder (1913–1985) war ein österreichischer Postbeamter aus Hall in Tirol. Nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten im März 1938 schloss er sich dem aktiven Widerstand an. Von 1938 bis 1945 war er Mitglied der Widerstandsgruppe Post in Innsbruck, von 1941 bis 1945 zusätzlich der Widerstandsgruppe Wehrmeldeamt. Als Verbindungsmann koordinierte er den Informationsaustausch zwischen den Widerstandsnetzwerken in Innsbruck und Hall in Tirol und trug damit wesentlich zur Zusammenarbeit der beiden Gruppen bei. Was war die Widerstandsgruppe Post Innsbruck?Die Widerstandsgruppe Post Innsbruck entstand im Sommer 1938 aus dem Kreis von Postbediensteten, die den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich ablehnten. Zuletzt gehörten ihr rund 20 Mitglieder an, die unter anderem im Abhördienst, beim Rundfunkamt und im Fernsprechamt tätig waren. Einen wesentlichen Beitrag zum Widerstand leistete die Gruppe durch die Sabotage militärischer Befehlsübermittlungen sowie die Sicherstellung der Telefonverbindungen bis zur Befreiung Innsbrucks am 3. Mai 1945. Welche Rolle spielte Karl Gruber im Tiroler Widerstand?Dr. Karl Gruber kehrte im März 1945 nach Innsbruck zurück und übernahm am 24. April 1945 die Leitung aller Tiroler Widerstandsgruppen. Unter seiner Führung wurde der Tiroler Widerstand koordiniert und vereinigt. Noch vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen am 3. Mai 1945 organisierte er die Besetzung wichtiger Kasernen und öffentlicher Gebäude, darunter auch die Postdirektion. Wie befreite der Widerstand Innsbruck 1945?Am 3. Mai 1945 besetzte die Widerstandsgruppe Post mit lediglich zwölf Männern die Postdirektion Innsbruck und sicherte sämtliche Fernmeldeanlagen unbeschädigt. Bereits am 30. April hatte sie über eine aufrechterhaltene Fernsprechleitung nach Garmisch direkten Kontakt zur 7. US-Armee aufgenommen. Um 19:00 Uhr erreichten die ersten amerikanischen Panzer Innsbruck.
0 Comments
|
Autorin
|
Proudly powered by Weebly
RSS Feed