|
Foto Online unter, {Von HellasX - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4651539 (Zugriff: 21.8.2025) Kindheit, Ausbildung und Kriegserlebnis Jakob Gapp wurde am 26. Juli 1897 in Wattens, Tirol, in eine Arbeiterfamilie geboren. Seine schulische Ausbildung absolvierte er am Franziskanergymnasium in Hall in Tirol. Von den Wirren des Ersten Weltkriegs wurde er früh erfasst: Er meldete sich freiwillig zu den Tiroler Standschützen und wurde 1916 schwer verwundet. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1919 entschied er sich, sein Leben in den Dienst der Kirche zu stellen. Eintritt in den Orden und Wirken als Priester und Lehrer Im Jahr 1920 trat Jakob Gapp der Gesellschaft Mariens (Marianisten) bei und wurde 1930 zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren widmete er sich der Seelsorge in verschiedenen Gemeinden, darunter Freistadt, Lanzenkirchen und Graz. Bis zum Jahr 1938 wirkte er als Religionsprofessor am Privatrealgymnasium des Marieninstituts in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Kompromissloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus Bereits früh zeigte Pater Gapp eine entschlossene und kompromisslose Ablehnung der nationalsozialistischen Ideologie. Während seiner Unterrichtstätigkeit weigerte er sich konsequent, den "Deutschen Gruß" ("Heil Hitler") zu erwidern oder ein Hakenkreuz-Abzeichen zu tragen. Diese unerschütterliche Haltung führte zu ersten Repressalien: Er wurde von Graz nach Freistadt versetzt. Schließlich fand er eine neue Wirkungsstätte als Kooperator in Breitenwang, wo er auch Religionskurse an der Volks- und Hauptschule in Reutte unterrichtete. Pater Gapp stellte sich offen gegen das NS-Regime, kritisierte öffentlich den "Führer" und setzte sich leidenschaftlich für die Rechte der verfolgten jüdischen Bevölkerung ein. Sein mutiges Auftreten machte ihn bei nationalsozialistisch gesinnten Lehrkollegen und Eltern unbeliebt, doch er ließ sich nicht beirren. Die folgenschwere Predigt und die Flucht Den endgültigen Bruch provozierte eine Predigt am 11. Dezember 1938 in der Pfarrkirche seines Heimatortes Wattens. Darin stellte er katholische Literatur über der NS-Propaganda (er nannte ausdrücklich Alfred Rosenbergs "Mythos des 20. Jahrhunderts") und kritisierte die Prunksucht des Regimes, indem er das "Braune Haus" in München dem bescheidenen päpstlichen Palast gegenüberstellte. Diese offene Kritik löste erheblichen Aufruhr aus. Um der Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen, musste sich Pater Gapp bei einem Verwandten in Osttirol verstecken. Exil, Verrat und Martyrium Um ihn in Sicherheit zu bringen, halfen ihm seine Ordensbrüder zur Flucht ins Ausland. Über Bordeaux in Frankreich (Ankunft am 31. Januar 1939) gelangte er schließlich nach Spanien. Dort wirkte er von 1939 bis 1942 als Lehrer an Marianistenschulen in San Sebastián, Cádiz, Lequeitio und Valencia. Doch auch im Exil war er nicht sicher. Am 9. November 1942 wurde er an der spanisch-französischen Grenze Opfer einer Gestapo-Falle und festgenommen. Nach seiner Inhaftierung in Berlin-Plötzensee wurde er vom Volksgerichtshof (VGH) am 2. Juli 1943 wegen "Hochverrats" zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 13. August 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee durch Enthauptung vollstreckt. Vermächtnis und Seligsprechung Pater Jakob Gapp gilt als einer der mutigsten Glaubenszeugen Österreichs während der NS-Zeit. Er opferte sein Leben aus christlicher Überzeugung für die Wahrheit und die Menschenwürde. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 24. November 1996 selig. Sein Gedenktag ist der 13. August. Quellen:
Foto: Gedenkjahr 80. Todestag Pater Jakob Gapp. Kolpingbühne Wattens in Tirol. "Kreuz oder Quer": Theaterstück der Kolpingbühne WattensAnlässlich des 80. Todestages von Pater Jakob Gapp (13. August 1943 – 2023) ehrte die Kolpingbühne Wattens ihren Heimathelden mit einem beeindruckenden Theaterstück mit dem Titel "Kreuz oder Quer".
Diese Produktion war ein bedeutendes kulturelles und gedenkpolitisches Ereignis in Wattens, das die bewegende Geschichte von Mut, Glauben und Widerstand des in Wattens geborenen Paters auf die Bühne brachte.
0 Comments
|
AutorinElisabeth Walder Archive
|
Proudly powered by Weebly
RSS Feed