read more:(EN) K.ö.ST.V. Nibelungia-MKV Historischer Hintergrund: Katholische Studentenverbindungen in Tirol Als bewusste Gegenbewegung zu den liberalen und schlagenden Korporationen entstanden die katholischen Studentenverbindungen Tirols im späten 19. Jahrhundert. Getragen von den Prinzipien Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat prägten sie das akademische und gesellschaftliche Leben an der Universität Innsbruck maßgeblich. Ihre tiefe Verwurzelung im katholischen Glauben und ihre Treue zu Österreich machten sie ab 1938 zum Feindbild des NS-Regimes. Nach dem "Anschluss" wurden alle Verbindungen verboten, ihr Vermögen beschlagnahmt und Mitglieder verfolgt. Doch genau aus dieser Bedrängnis erwuchs Widerstand: Viele ehemalige Verbindungsstudenten leisteten regimekritische Hilfe oder schlossen sich aktiven Widerstandsgruppen an – einige bezahlten dies mit Freiheit oder ihrem Leben. Nach 1945 erfolgte der Neubeginn. Bis heute verstehen sich die katholischen Verbindungen als Gemeinschaften, in denen wissenschaftliche Bildung, christliche Werte und lebenslange Freundschaft untrennbar mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden sind. Lesen Sie mehr:de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Studentenverbindung Wappen der Nibelungia Hall. Online unter: https://www.nibelungia-hall.com/wappenvector2021.png (Stand: 9.6..2025). Die K.ö.St.V. Nibelungia Hall in Tirol – eine Verbindung im WiderstandEin eindrucksvolles Beispiel für den Weg vom katholischen Verbindungsleben in den Widerstand bietet die K.ö.St.V. Nibelungia in Hall in Tirol. Gegründet 1926, bekannte sich die Verbindung früh klar antinationalsozialistisch – so standen ihre Mitglieder 1932 bei der blutigen „Höttinger Saalschlacht“ an der Seite der NS-Gegner und zogen sich zum Teil schwere Verletzungen zu. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde die Nibelungia zur Auflösung gezwungen, doch der Zusammenhalt blieb bestehen. Ihr Chronist Anton Dosch führte die Vereinschronik unter Lebensgefahr heimlich weiter – trotz wiederholter Hausdurchsuchungen durch Gestapo und Parteifunktionäre, die von ihm die Namen seiner Bundesbrüder erpressen wollten. Dosch hielt unmissverständlich fest: Die Verbindung werde ihre Treue zueinander und zu ihrer tirolerischen Heimat niemals aufgeben. Auch nachdem im September 1938 die Alten Herren die Vertretung übernahmen, riss der Zusammenhalt nicht ab. Viele Mitglieder zahlten für ihre Haltung mit Verfolgung, Haft oder beruflichen Nachteilen – darunter Carl Hirnschrott, der wegen Gewerkschaftstätigkeit aus dem Postdienst entlassen wurde und später im Widerstand des Reichspostzentralamts in Berlin wirkte, sowie Priester Anton Plattner, der wegen regimekritischer Predigten mehrfach von der Gestapo verhaftet wurde. Am 10. Mai 1945 nahm Anton Dosch die Chronik offiziell wieder auf – ein symbolischer Akt, der das Überleben der Verbindung durch die dunkelste Zeit ihrer Geschichte bezeugte. Bis heute erinnert die Nibelungia an dieses Erbe: an eine Gemeinschaft, die ihre christlichen Werte und ihre Treue zu Österreich und Tirol auch unter größtem Druck nicht aufgab. Die K.ö.St.V. Nibelungia und ihr Chronist Anton Dosch Die katholische österreichische Studentenverbindung K.ö.St.V. Nibelungia wurde 1926 in Hall in Tirol gegründet. Zu ihren frühen Mitgliedern zählte Anton Dosch, der bereits als Schüler des Franziskanergymnasiums der Verbindung beitrat und später ihr erster Chronist wurde. Was Doschs Wirken besonders macht, ist der Mut, mit dem er sein Amt auch nach 1938 ausübte: Trotz der Auflösung der Verbindung durch das NS-Regime und trotz des Risikos, bei einer Entdeckung durch die Gestapo verhaftet zu werden, führte er die Vereinschronik von 1938 bis 1945 heimlich weiter. Auf diese Weise bewahrte er das Gedächtnis der Nibelungia über die dunkelste Phase ihrer Geschichte hinweg und schuf ein Dokument, das bis heute Aufschluss über das Verhalten und die Haltung der Mitglieder unter der NS-Diktatur gibt. Das Chargenkabinett im März 1938 Zum Zeitpunkt des "Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich setzte sich der aktive Vorstand der Nibelungia in Hall in Tirol wie folgt zusammen:
Die Zwangsauflösung 1938Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 blieb auch der Nibelungia das Schicksal aller katholischen Studentenverbindungen nicht erspart: Am 10. Juni 1938 wurde sie zur Auflösung als Verein gezwungen. Ihr gesamtes Vereinsvermögen fiel der NSDAP zu, die damit systematisch die organisatorischen und finanziellen Grundlagen katholischer und anderer regimekritischer Verbindungen zerschlug. Die Zwangsauflösung markierte das offizielle Ende des Verbindungslebens der Nibelungia unter der NS-Herrschaft – im Untergrund und im Gedächtnis ihrer Mitglieder, allen voran des Chronisten Anton Dosch, lebte sie jedoch bis zur Wiedergründung nach 1945 fort. Die Philisterchargenwahl vom 23. September 1938 Nach der erzwungenen Auflösung der Verbindung übernahmen die Alten Herren (Philister) die Vertretung nach außen und wählten:
Lesen Sie mehr:Dr. Matthias Pahle gedenkort.at/personen/df6a8d1c-bded-5567-b855-58ef0a916981 Dosch-Anton www.innsbrucker-cv.tirol/ueber-uns/christliche-verbindungen-tirol/detail/koestv-nibelungia-hall/ Höttinger Saalschlacht 1932Die Höttinger Saalschlacht war ein politisch motivierter, gewaltsamer Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten am 27. März 1932 im Innsbrucker Stadtteil Hötting. Sie zählt zu den heftigsten Auseinandersetzungen der Ersten Republik in Tirol und spiegelt die eskalierenden politischen Spannungen zwischen der politischen Rechten (vor allem der NSDAP) und der Linken (vor allem der SDAP) in der Endphase der österreichischen Demokratie wider. Lesen Sie mehr:www.gaismair-gesellschaft.at/wp-content/uploads/2019/01/2013_Haselwanter_64.pdf www.freirad.at/hottinger-saalschlacht-2013/ zeitungderarbeit.at/feuilleton/geschichte/vor-90-jahren-hoettinger-saalschlacht/ de.wikipedia.org/wiki/Höttinger_Saalschlacht Quelle: Innsbrucker Nachrichten, March 28, 1932. Article: The Hötting Hall Battle. In: Newspaper portal Anno. Online, https://anno.onb.ac.at/ (Access: July 5, 2026) Zusammenfassung Artikel "Die Versammlungsschlacht in Hötting"Am Abend des 27. März 1932 veranstaltete die NSDAP im Gasthaus „Sonnenburg“ in Hötting (Innsbruck) eine öffentliche Versammlung zum Thema „Sähet Arbeit statt Almosen“. Der Andrang war enorm, der Saal bereits eine Stunde vor Beginn völlig überfüllt. Sowohl Anhänger der Nationalsozialisten als auch Kommunisten versuchten, in das Lokal zu gelangen, was zu tumultartigen Szenen und einer angespannten Atmosphäre führte. Im Verlauf der Veranstaltung, die sich über zwei Stunden erstreckte, hielten zwei nationalsozialistische Redner politische Ansprachen. Nach Beendigung der Versammlung verließen die Nationalsozialisten geschlossen das Lokal. Daraufhin kam es sowohl innerhalb des Gasthauses als auch auf den umliegenden Straßen zu Auseinandersetzungen und Zusammenstößen zwischen den verbliebenen Kommunisten und den abziehenden Nationalsozialisten. Die herbeigerufene Polizei konnte die Menge nur teilweise beruhigen, und die politischen Spannungen entluden sich noch bis in die Nacht hinein in verbalen und tätlichen Konfrontationen. Quelle: Innsbrucker Nachrichten, March 28, 1932. Article: The Hötting Hall Battle. In: Newspaper portal Anno. Online, https://anno.onb.ac.at/ (Access: July 5, 2026) Hintergrund Österreich befand sich zu dieser Zeit in wirtschaftlicher Not, geprägt von hoher Arbeitslosigkeit und zunehmender politischer Radikalisierung. In Tirol war der Nationalsozialismus besonders aktiv – teils sogar mit stiller Duldung konservativer Kräfte. Am 27. März 1932 hielten die Nationalsozialisten im Gasthof „Sonnenburg" in Hötting, einem traditionell sozialdemokratisch geprägten Innsbrucker Stadtteil, eine politische Versammlung ab. Als Reaktion darauf organisierten sozialdemokratische und republiktreue Kräfte eine Gegendemonstration, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. Der Verlauf Vor dem Versammlungssaal kam es zunächst zu Handgreiflichkeiten, dann eskalierte die Lage weiter: Es fielen Schüsse, wobei bis heute umstritten ist, welche Seite zuerst schoss. Am Ende des Zusammenstoßes waren zwei Menschen tot – einer aus dem sozialdemokratischen, einer aus dem nationalsozialistischen Lager – und mehrere weitere schwer verletzt. Die Polizei griff nur zögerlich und zu spät ein, was dem Ereignis neben seiner politischen auch eine polizeilich-institutionelle Dimension verlieh. Bedeutung Beide Seiten nutzten die Höttinger Saalschlacht propagandistisch für ihre Zwecke: Die Nationalsozialisten stilisierten sie zu einem Märtyrer-Narrativ, das ihrer Mobilisierung diente, während die Sozialdemokraten in ihr einen Beleg für die Gewaltbereitschaft der NS-Bewegung und ein Warnsignal vor dem drohenden Faschismus sahen. In Tirol trug das Ereignis maßgeblich zur weiteren politischen Polarisierung bei und schwächte das Vertrauen in die staatliche Ordnung zusätzlich. Historische Einordnung Die Höttinger Saalschlacht war ein Vorbote des gewaltsamen Endes der Ersten Republik. Nur wenige Monate später, 1933/34, errichtete die Regierung Dollfuß das autoritäre austrofaschistische Regime, das sowohl Sozialdemokraten als auch Nationalsozialisten unterdrückte. Der österreichische Bürgerkrieg vom Februar 1934 stand zu diesem Zeitpunkt bereits unmittelbar bevor. Die Nibelungia und die Höttinger Saalschlacht Dass die Nibelungia bereits 1932 eine klar antinationalsozialistische Haltung einnahm, belegen die nachstehenden Fotos zur Höttinger Saalschlacht eindrücklich. Mehrere Studenten der Verbindung beteiligten sich aktiv an der Auseinandersetzung und trugen dabei nicht unerhebliche Verletzungen davon – ein Umstand, den die zeitgenössischen Zeichnungen in der Vereinschronik anschaulich festhalten. Dieses frühe Zeugnis studentischen Widerstands zeigt, dass sich die Ablehnung des Nationalsozialismus bei den Nibelungen nicht erst mit dem "Anschluss" 1938 entwickelte, sondern bereits Jahre zuvor gelebte Überzeugung war. Zeitgenössische Chronik-Zeichnung zu den Verletzungen eines Nibelungen bei der Höttinger Saalschlacht, 1932" "Die Verfolgung der Nibelungia - Anton Doschs trotzige Chronik"Foto Anton Dosch. Privatarchiv der Studentenverbindung Nibelungia Hall in Tirol. Bei Anton Dosch als Schriftführer und Chronist erschien die Gestapo, Polizei und NS-Parteiangehörige, um ihn zu nötigen, die Namen und Adressen seiner Bundesbrüder zu nennen. Dazu schrieb er in die Chronik: „Zu mir ins Haus kommen immer wieder Anfragen von Gestapo- Polizei – Partei usw. über die ehemalige Nibelungia – die sollten wissen, dass wir auch heute noch in unverbrüchlicher Treue zusammenhalten – da würde wohl dieser ganze reaktionäre Komplott nach Dachau marschieren – aber bis dato ist es mir immer gelungen, die Brüder irgendwie blind zu schlagen! Unsere Fahne sollen diese Schweine nie beschmutzen können!! Sie kommen nicht nur offen als Hyänen, um uns zu zerreißen – sie kommen auch im Schafspelz wie das beigeheftete Schreiben zeigt! Für uns gilt aber nur eines und das ist auch unser Kampfruf gegen die braunen Henker: „Für die Heimat – Für den Freund – und unsere Heimat heißt nie „Großdeutschland“, unsere Heimat heißt „Österreich-Tirol“! Lesen Sie mehr:Dosch-Anton Am 10. Mai 1945 wurde die Chronik der Nibelungia von Anton Dosch wieder fortgesetzt: Ein Bundesbruder schrieb in die Chronik: Die anderen sagen: „Sie sind nicht mehr, die sich genannt „Nibelungen“ zerfetzt ist ihr Wappen, die Halle ist leer das Nichts hat sie wieder verschlungen! Täuscht, Henker, Euch nicht! Wir sind nicht tot Wenn heute auch glaubt ihr zu siegen Wir kennen den Kampf, wie kennen die Not Wir kennen auch Eure Lügen! Wir kehren zurück und sprengen die Macht Gefesselter Hände Ketten. Wir schreiten durch Elend, Kerker und Nacht Den Freund und die Heimat zu retten! Wir retten Euch Brüder – aus Henkershand, Wir retten Dich herrliches Ostmarkland. lesen Sie mehr:www.innsbrucker-cv.tirol/ueber-uns/christliche-verbindungen-tirol/detail/koestv-nibelungia-hall/ Weitere Mitglieder der Nibelungen im NS-Widerstand:Foto: Hofrat Dr. Adolf Rauch. Privatarchiv Dr. Paul Torggler. Hofrat Dr. Adolf Rauch (1914- 2006) Kurzbiografie
lesen Sie mehr:Hofrat Dr. Adolf Rauch (1914–2006) gedenkort.at/personen/3f0e0158-5bb5-5da1-849c-74abb6fb18b7 Dr. Matthias Pahle (1905 - 1953) Kurzbiografie
Foto Dr. Matthias Pahle. Privatarchiv der Studentenverbindung Nibelungia- MKV Hall in Tirol. Lesen Sie mehr:Dr. Matthias Pahle gedenkort.at/personen/df6a8d1c-bded-5567-b855-58ef0a916981 Krajnc-Dr. -Walter gedenkort.at/personen/a5f1d425-7db9-5e44-a152-2a8b85b7c457 TTI-Ing. Carl Hirnschrott (1907- 1981)Carl Hirnschrott – Kurzbiografie
*(Quellenverweis: Blog 46 Anton Walder, NS-Widerstand 1938-1945, sowie Blog „Ing. Hirnschrott“.)* Lesen Sie mehr:Ing. Carl Hirnschrott - 3. Mai 1945 Walder--Anton--Wderstandsgruppe-post-innsbruck-teil-1 gedenkort.at/personen/b2821b55-ecf6-4224-98eb-b911e9601286 gedenkort.at/personen/66ed9b7d-b25a-50b5-b4b7-f135af67d1d1 gedenkort.at/orte/90060aaf-5a26-495f-ae92-15d48c974b77 Dr. Nikolaus Pfeifauf (1910-1971) Dr. Hermann Blassnig und Dr. Nikolaus Pfeifauf hielten in Solbad Hall heimliche Sing- und Gebetsstunden mit katholischen Jugendlichen ab, bei denen Predigten von Bischof Galen übermittelt wurden. Die nationalsozialistischen Behörden betrachteten diese Aktivitäten als illegal und ließen beide von der Gestapo am 26. Oktober 1941verhaften. Nach drei Tagen scharfer Verhöre wurden sie unter strenger Beobachtung entlassen. Foto Sterbebild Dr. Nikolaus Pfeifauf. Diözesanarchiv Innsbruck. lesen Sie mehr:Pfeifauf -Dr.-N.ikolaus -und-Dr.-H.ermann-Blassnig gedenkort.at/personen/beb81b37-4efb-5dd5-bc34-4d1938eaed54 Anton Plattner O.Präm. (1906 - 1958)Chorherr von Wilten, Stadtpfarrer in Ibk. Amras TMV-Amelungia; TMV-Nibelungia Hall; CV-Vindelicia Ibk. Anton Plattner, ein katholischer Priester aus Hall in Tirol, predigte in seinen Gottesdiensten gegen den Nationalsozialismus. Er kritisierte die Unterdrückung der Kirche durch die Nazis und die Gleichschaltung Österreichs mit dem Deutschen Reich. Es erfolgten Hausdurchsuchungen und schikanöse Behandlungen durch die Gestapo. Am 1. Juli 1939 wurde Plattner von der Gestapo festgenommen und in das Polizeigefängnis in Innsbruck gebracht. Dort wurde er verhört und bis zum 27. September 1939 festgehalten. Im Jahr 1940 wurde Anton Plattner wegen unerlaubter kirchlicher Sammlungen vor Gericht gestellt. Plattner wurde vorgeworfen, dass er das Reichsschriftums- Gesetz durch Druck von Gebetszetteln übertreten habe. Bei der Hauptverhandlung am 1. November 1940 wurde er freigesprochen. Im Jahr 1941 wurde Anton Plattner zusammen mit Msgr. Michael Weisskopf (1890-?), Leiter des Seelsorgeamtes in Innsbruck, vom 18. April 1941 bis zum 1. Mai 1941 im Polizeigefängnis in Innsbruck wegen Entwendung des Waldrast-Gnadenbildes inhaftiert. Foto: Anton Plattner O.Präm. Wopfner Helmut (Hrsg.), Unsere Sternkorona Hall in Tirol. Mitgliederverzeichnis 1888- 1998, Hall in Tirol 1998, S. 156. Lesen Sie mehr:Plattner Anton OPAEM (1906-1958) gedenkort.at/personen/1d29747c-64de-57fa-8cfe-7f9695aae7a2 Häufig gestellte Fragen Was war die Höttinger Saalschlacht? Die Höttinger Saalschlacht war ein gewaltsamer Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten am 15. Oktober 1932 im Innsbrucker Stadtteil Hötting. Bei der Auseinandersetzung vor einer NS-Versammlung im Gasthof „Sonnenburg" fielen Schüsse, zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Das Ereignis gilt als einer der heftigsten politischen Zusammenstöße der Ersten Republik in Tirol und als Vorbote des gewaltsamen Endes der österreichischen Demokratie. Wer war Anton Dosch? Anton Dosch (1914–1979), Verbindungsname „Tell", war Mitglied und erster Chronist der Nibelungia. Er schloss sich der Verbindung bereits als Schüler des Franziskanergymnasiums Hall an und führte die Vereinschronik unter erheblichem persönlichem Risiko auch während der NS-Zeit von 1938 bis 1945 heimlich weiter. Nach der Zwangsauflösung 1938 wirkte er zudem als Schriftführer und Kassier der Alten Herren. Wann wurde die Nibelungia aufgelöst? Die Nibelungia wurde am 10. Juni 1938 – wenige Monate nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich – zur Auflösung als Verein gezwungen. Ihr gesamtes Vereinsvermögen wurde dabei von der NSDAP eingezogen. Waren Studentenverbindungen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv? Ja, insbesondere katholische Studentenverbindungen wie die Nibelungia standen dem Nationalsozialismus aufgrund ihrer religiösen und patriotisch-österreichischen Prinzipien oft ablehnend gegenüber. Das zeigte sich bereits 1932 bei der Beteiligung einzelner Nibelungen an der Höttinger Saalschlacht sowie später im stillen, aber beharrlichen Fortführen der Vereinstraditionen und Chroniken trotz Verbots und Verfolgung durch die Gestapo. Viele dieser Verbindungen wurden 1938 zwangsaufgelöst, weil sie als politisch und weltanschaulich unvereinbar mit dem NS-Regime galten. Lesen Sie mehr:oecv.at/News/Detail/4972 www.parlament.gv.at/erleben/veranstaltungen/1106179 Sternkorona I Juni 2023 - Erinnerung an den NS-Widerstand der K. Ö. ST.V. Nibelungia in Hall in TirolPhilisterbrief, Juni 2023. In: Privatarchiv Elisabeth Walder Hall in Tirol.
0 Comments
Leave a Reply. |
Autorin
|
Proudly powered by Weebly
RSS Feed