"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
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​Josef Anton King
(1922-1945)


Josef Anton King (1922 - 1945) – Widerstandskämpfer aus Vorarlberg | Opfer des NS-Regimes

2/2/2025

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Blog (EN) Josef Anton King

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Foto: Josef Anton King als Schüler des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum Schwaz. E-mail von [email protected] an Elisabeth Walder am 4.2.2025.

Josef Anton King (1922-1945)-Frühes Leben und außergewöhnliche Begabung

Hörbranz war der Geburtsort von Josef Anton King, der am 17. Februar 1922 als Sohn einer Bauernfamilie geboren wurde. Schon in jungen Jahren fiel seine außergewöhnliche Intelligenz auf. Der örtliche Priester erkannte früh sein großes Potenzial und ermöglichte ihm einen Internatsplatz im renommierten Gymnasium Paulinum in Schwaz.
Ab 1933 besuchte King das Paulinum und entwickelte sich rasch zu einem herausragenden Schüler. Seine große Wissbegierde und sein bemerkenswertes Talent brachten ihm unter seinen Mitschülern den Spitznamen „S’Professorle“ ein.

Lesen Sie mehr:

paulinum.tsn.at

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Foto Bischöfliches Gymnasium Paulinum in Schwaz vom Sportplatz aus. Die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online unter https://de.wikipedia.org/wiki/Bisch%C3%B6fliches_Gymnasium_Paulinum (Stand: 2.2.2025;  Autor Simon Legner 3. Februar 2018)

Schulzeit während der Zeit des Nationalsozialismus

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich Kings Lebensweg dramatisch. 1938 wurde das Paulinum Schwaz durch das NS-Regime aufgelöst. Josef Anton King setzte seine Ausbildung anschließend am Gymnasium in Bregenz fort, wo er zwischen 1938 und 1940 die Matura absolvierte.
Nach seinem Schulabschluss wurde er zum Militärdienst eingezogen. Aufgrund seiner starken Kurzsichtigkeit wurde er jedoch wieder entlassen.

Josef Anton King und der Widerstand gegen das NS-Regime

Ab 1941 setzte das nationalsozialistische Regime verstärkt Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Hörbranz ein. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse verpflichtete die Gestapo Josef Anton King als Dolmetscher. Doch statt das System zu unterstützen, nutzte er seine Position, um den betroffenen Menschen heimlich zu helfen.
Josef Anton King gilt heute als mutiger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus in Vorarlberg. Trotz der großen Gefahr zeigte er Menschlichkeit und Solidarität gegenüber den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern.

Verhaftung durch die Gestapo

Im Jahr 1944 verfasste King ein Flugblatt, das den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Hoffnung auf ein baldiges Ende des Zweiten Weltkriegs machte. Diese mutige Tat blieb nicht unentdeckt: Die Gestapo verhaftete ihn kurz darauf.
Zunächst wurde er in Lindau festgehalten und anschließend in das Polizeigefängnis Innsbruck überstellt. Trotz der harten Haftbedingungen blieb Josef Anton King seiner Haltung treu.

Deportation ins Konzentrationslager Mauthausen

Im Januar 1945 deportierten die Nationalsozialisten Josef Anton King in das Konzentrationslager KZ Mauthausen. Dort erlebte er die unmenschlichen Bedingungen des Lagers nur wenige Monate lang.
Kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers wurde Josef Anton King im April 1945 mit einem Genickschuss aus einer Maschinenpistole ermordet.

Lesen Sie mehr:

Dr. jur. Adolf Hörhager (1884-1940)

Zeugen Jehovas Hall in Tirol

Gedenkporträt Karl Killinger

Gedenkporträt Anton Bodenwinkler

jehovas-zeugen.at/de/gedenktag-2026-ns-opfer/

Das Konzentrationslager Mauthausen

Das Konzentrationslager Mauthausen war eines der zentralen nationalsozialistischen Lager in Österreich und stand für ein System der Ausbeutung, Vernichtung durch Arbeit und brutaler Gewalt. Zwischen 1938 und 1945 waren hier und in seinen zahlreichen Nebenlagern über 190.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert – darunter Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, politische Gegner, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie andere Verfolgte. Rund die Hälfte von ihnen überlebte nicht. Heute ist die Gedenkstätte Mauthausen ein Ort des Erinnerns und der Mahnung, der an die Opfer des NS-Terrors erinnert und zur Auseinandersetzung mit dieser dunklen Kapitel der Geschichte einlädt.

Lesen Sie mehr:

www.mauthausen-memorial.org/en

Erinnerung an Josef Anton King

Josef Anton King zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Vorarlberg. Sein Mut, seine Menschlichkeit und seine Hilfe für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter machen ihn bis heute zu einem wichtigen Symbol für Zivilcourage und Widerstand gegen Unrecht.

Josef Anton King im Gedenken zum 100. Geburtstag

Zum 100. Geburtstag von Josef Anton King am 17. Februar 2022 widmete die Zeitung Tiroler Sonntag dem ehemaligen Pauliner Schüler einen bewegenden Artikel mit dem Titel „Ein Dolmetscher der Liebe Gottes“. Der Beitrag erinnerte an das außergewöhnliche Leben des jungen Widerstandskämpfers aus Hörbranz sowie an sein tragisches Schicksal während der Zeit des Nationalsozialismus.
Der Artikel beschreibt Josef Anton King als hochbegabten jungen Mann mit außergewöhnlicher Intelligenz, großem Wissensdurst und tiefem Glauben. Schon früh wurde sein Talent erkannt und gefördert. Seine schulische Laufbahn am Paulinum in Schwaz endete jedoch abrupt, als die Nationalsozialisten die Schule im Jahr 1938 auflösten.

Hilfe für Zwangsarbeiter und mutiger Widerstand

Nach seiner Rückkehr auf den elterlichen Bauernhof kam Josef Anton King mit Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Kontakt, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Dank seiner Sprachbegabung wurde er von der Gestapo als Dolmetscher eingesetzt.
Doch anstatt das NS-Regime zu unterstützen, nutzte King seine Position, um den Unterdrückten zu helfen. Er zeigte Mitgefühl, Menschlichkeit und außergewöhnliche Zivilcourage. Sein Handeln machte ihn zu einem wichtigen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus in Vorarlberg.

Ermordung im KZ Mauthausen

Wie im Artikel des Tiroler Sonntag geschildert wird, wurde Josef Anton King am 24. April 1945 im KZ Mauthausen ermordet. Seine eintätowierte Häftlingsnummer lautete 116189.
Ein SS-Mann erschoss ihn mit einem Genickschuss aus einer Maschinenpistole – nur wenige Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers. Historische Berichte weisen darauf hin, dass im April 1945 zahlreiche potenzielle Zeugen von NS-Verbrechen gezielt ermordet wurden, um ihre Aussagen zu verhindern.

Josef Anton King als Symbol für Glauben und Zivilcourage

Der Artikel „Ein Dolmetscher der Liebe Gottes“ hebt hervor, dass Josef Anton King nicht nur über außergewöhnliche geistige Fähigkeiten verfügte, sondern auch über einen tiefen christlichen Glauben und große moralische Stärke.
Sein mutiger Einsatz für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie sein Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrecht machen ihn bis heute zu einem bedeutenden Symbol für Menschlichkeit, Mut und Zivilcourage in Österreich.

Josef King Gedenkstele von Künstlerin Hilde Chiste aus Absam

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Foto Dorstetter und Gert Schlegel. Zur Verfügung gestellt von Direktion Bischöfliches Gymnasium Paulinum Schwaz. E-mail: [email protected] an Elisabeth Walder am 4.2.2025.

Josef King Gedenkstele im Paulinum Schwaz

Die Gedenkstele für Josef Anton King wurde von der Künstlerin Hilde Chiste gestaltet und zu Beginn des Schuljahres 2007/08 im Kreuzgarten des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum in Schwaz errichtet. Das Denkmal erinnert an das Leben und das tragische Schicksal des ehemaligen Schülers und Widerstandskämpfers Josef Anton King.

Künstlerische Gestaltung und Symbolik

Wie der Architekt Dr. phil. Markus Illmer beschreibt, besteht die Gedenkstele aus einer zweiteiligen Glaskonstruktion: einer aufrechtstehenden Säule sowie einer liegenden Fußplatte. In die Bodenplatte sind ein Foto von Josef King sowie eine Kurzbiografie eingearbeitet, die die Umstände seines Todes während der Zeit des Nationalsozialismus schildert.
Die Gestaltung der Skulptur symbolisiert das Verhältnis von Stehen und Liegen – von Leben und Tod – als grundlegende Prinzipien menschlicher Existenz. Im Querschnitt bildet die Stele die Form eines Kreuzes und unterstreicht damit ihre spirituelle und erinnerungskulturelle Bedeutung.

Authentische Glasmaltechnik von Hilde Chiste

Die transparenten Flächen der Stele wurden von Hilde Chiste in authentischer Glasmaltechnik gestaltet. Durch ein spezielles Einbrennverfahren verschmelzen keramische Schmelzfarben dauerhaft mit dem Glas, wodurch die Leuchtkraft und Farbintensität über viele Jahre erhalten bleiben.
Die Farbgestaltung wird von einem kraftvollen Rot dominiert – jener Farbe, die der Dichter Paul Celan einst als das „Purpurrot, das wir sangen“ bezeichnete. Ergänzt wird dieses intensive Rot durch feine Blau-, Grün- und Gelbtöne, die ein eindrucksvolles Spiel aus Licht und Transparenz entstehen lassen.

Ein Denkmal für Erinnerung und Zivilcourage

Die aufrechtstehende Glasstele versinnbildlicht jenen Teil von Josef Kings Lebensweg, der sich symbolisch in die Transparenz des Glases und damit in das Licht erhebt. Die liegende Fußplatte hingegen dokumentiert seine Lebensgeschichte, die im Jahr 1945 mit seiner Ermordung im KZ Mauthausen gewaltsam beendet wurde.
Diese einfühlsame Interpretation der Josef-King-Gedenkstele wurde im Jahr 2008 von Architekt Dr. phil. Markus Illmer verfasst. Heute gilt das Denkmal als bedeutendes Symbol für Erinnerungskultur, Menschlichkeit, Glauben und Widerstand gegen Unrecht.
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Foto Dorfstetter und Gert Schlegel. E-mail 13.2.2025 PDF zur Verfügung gestellt von [email protected]  / www.hildechiste.com an Elisabeth Walder. 

Lesen Sie mehr:

www.hildechiste.com

Zum 100. Geburtstag von Josef Anton King 17. Februar 2022

Hier folgt der Originalbericht vom "Tiroler Sonntag" 17. Februar 2022, S. 4-5.
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Bericht "Ein Dolmetscher der Liebe" und "Wir sind in Gottes Hand. "in Privatarchiv Architekt Dr. phil. Markus Illmer Innsbruck.

Gedanken zur Stele "Josef King" 

Der folgende Bericht wurde von den Architekten  Illmer und Tautschnig verfasst:
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Artikel - Gedenken zur "Stele Josef King." In: Privatarchiv Architekt Dr. phil. Illmer Innsbruck.

"Zur falschen Zeit " - Theaterstück über Josef Anton King

Die Autorin Claudia Lang-Forcher hat über Josef Anton King ein Theaterstück verfasst, das letztes Jahr im Herbst 2024 auf der Theaterbühne Möggers uraufgeführt wurde. 

Lesen Sie mehr:

www.theater-moeggers.at

www.claudia-lang.at

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    Autorin
    ​Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin


    Archive

    ​Privatarchiv Architekt Dipl. Ing. Dr. Markus Illmer - Innsbruck: 
    Dieser Bericht wurde aufgrund von Hinweisen von Architekt Dipl. Ing. Dr. phil. Markus Illmer- Innsbruck verfasst.

    Privatarchiv Hilde Chiste
    E-mail 13.2. 2025 
    [email protected] an Elisabeth Walder.

    ATELIER HILDE CHISTÈ
    Speckbacherstraße4
    A-6067 Absam Tirol.


    Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. Schwaz, Kirchen und Kapellen, Kapelle beim Gymnasium Paulinum, S. 709.

    Bischöfliches Gymnasium Paulinum Schwaz. Online unter: 
    https://paulinum.tsn.at/ (Stand: 2.2.2025)

    Foto: Bischöfliches Gymnasium Paulinum Schwaz. Die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online unter https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paulinum_Schwaz_20180203.jpg (Stand 2.2.2025) Autor Simon Legner, 3. Februar 2018.

    Memorial KZ-Mauthausen Gedenkstätte. Online unter https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Das-Konzentrationslager-Mauthausen-1938-1945/Die-Befreiung (Stand 5.2.2025)

    Meinrad Pichler, Josef Anton King. Online unter 
    https://www.theater-moeggers.at/ (Stand: 5.2.2025)

    Claudia Lang-Forcher. Online unter https://www.claudia-lang.at/theaterst%C3%BCcke/ (Stand: 5.2.2025)

    United States National Archives (NARA): Der Archivführer "The Mauthausen Concentration Camp Complex: World War II and Postwar Records" (2008) dokumentiert umfassend die Struktur des Lagers mit über 50 Außenlagern, die Methoden der Zwangsarbeit und Hinrichtungen sowie die Kriegsverbrecherprozesse. Dieser Band gilt als zentrale Quelle für Forschende. 

    Arolsen Archives (Internationaler Suchdienst): Das Archiv verwahrt die originalen Totenbücher des KZ Mauthausen sowie umfangreiche Namenslisten, Zeugenaussagen und Berichte von Überlebenden aus den Jahren 1938–1945. 
     
    Hans Maršálek: "Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen" (Wien: Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, 1980, 2. Auflage). Maršálek war selbst Häftling im Lager und später langjähriger Leiter der Gedenkstätte; sein Werk gilt als das grundlegende Standardwerk zur Geschichte des Lagers. 


    Bundesministerium für Inneres (Hrsg.): *"Das Konzentrationslager Mauthausen 1938 - 1945"*(5. Auflage, Wien 2016). Der Katalog zur Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen bietet eine kompakte, aber umfassende Darstellung der Gesamtgeschichte des Lagerkomplexes. 

    KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Mauthausen Memorial: Die offizielle Website der Gedenkstätte (www.mauthausen-memorial.at) ist die zentrale Anlaufstelle für historisch gesicherte Informationen. Sie wird gemeinsam vom österreichischen Bundesministerium für Inneres betrieben. 

    ​ Hans Maršálek & Kurt Hacker: "Kurzgeschichte der Konzentrationslager Mauthausen und seiner drei größten Nebenlager Gusen, Ebensee, Melk" (Wien: Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, 1975). 

    Hinweis zu den Opferzahlen: Während meine Einleitung auf über 190.000 Inhaftierte und etwa 90.000 Todesopfer verweist, nennen einige Quellen (wie der Reiseführer Petit Futé) auch die Zahl von 200.000 Häftlingen, wovon die Hälfte, also 100.000, ums Leben kamen . Diese leichten Schwankungen ergeben sich aus der unterschiedlichen Quellenlage der Nachkriegszeit; die Gedenkstätte selbst aktualisiert ihre Zahlen kontinuierlich basierend auf neuesten Forschungen.

    February 2025

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    ​
    Zeitgeschichte 

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