"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
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Johann Bauer (1892-1977):
​Kommunisten im Widerstand




Kommunisten im Widerstand: Johann Bauer (1892 - 1977)

9/6/2025

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Johann Bauer communist resistance in Hall in Tyrol

Socialist and communist resistance in Hall in Tyrol

Franz Rudolf Hüttenberger (SPDA)

Einleitung:

  • Johann Bauer (1892–1977) war ein kommunistischer Widerstandskämpfer aus Solbad Hall in Tirol. Als Reichsbahnbeamter beteiligte er sich an Flugblattaktionen gegen das NS-Regime und wurde 1940 von der Gestapo verhaftet und nach dem Heimtückegesetz verurteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er als Gemeinderat beim demokratischen Neubeginn unter Bürgermeister Viktor Schumacher mit.

Johann Bauer und der kommunistische Widerstand in Tirol

Johann Bauer (1892–1977) war ein bedeutender Vertreter des kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Tirol. Als Reichsbahnbeamter in Solbad Hall nutzte er seine Position, um sich aktiv an oppositionellen Netzwerken zu beteiligen und den Widerstand gegen das NS-Regime zu unterstützen

Widerstand gegen das NS-Regime

Während der NS-Zeit blieb die kommunistische Opposition trotz massiver Repression durch die Gestapo aktiv. Laut einem Bericht des Inspekteurs der Sicherheitspolizei und des SD in Wien vom 4. Dezember 1939 wurden weiterhin Flugblätter verbreitet und regimekritische Parolen an öffentlichen Orten angebracht. Auch in Tirol kam es im Zuge solcher Aktionen zu Verhaftungen.
Johann Bauer war Teil einer sozialistisch-kommunistischen Widerstandsgruppe in Solbad Hall. Gemeinsam mit anderen Aktivisten beteiligte er sich an der Organisation und Verbreitung von Flugblättern, die sich gegen die nationalsozialistische Herrschaft richteten.

Verhaftung und Haftzeit

Am 19. Juni 1940 wurde Johann Bauer von der Gestapo verhaftet. Grundlage der Verurteilung war das sogenannte Heimtückegesetz, mit dem regimekritische Äußerungen und Handlungen strafrechtlich verfolgt wurden. Bauer verbrachte daraufhin vier Monate in Haft – ein Schicksal, das viele Widerstandskämpfer in Österreich teilten.

Neubeginn nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beteiligte sich Johann Bauer aktiv am demokratischen Wiederaufbau. Am 5. Oktober 1945 wurde er als Gemeinderatsmitglied angelobt. In der ersten Phase der Zweiten Republik war die Zusammenarbeit der politischen Parteien entscheidend, um die schwierigen Nachkriegsjahre zu bewältigen.
Der damalige Bürgermeister Dr. Viktor Schumacher betonte in einer Sitzung die Bedeutung dieser parteiübergreifenden Zusammenarbeit und begrüßte Johann Bauer als Vertreter der kommunistischen Partei im Gemeinderat.
Bericht des Bürgermeisters
„Der Bürgermeister eröffnet die Sitzung mit dem Hinweis, dass die neue Stadtverwaltung nun schon fünf Monate im tätig sei und dass es der guten Zusammenarbeit der Parteien gelungen sei, über die schwerste Zeit hinwegzukommen. Er begrüßt Hans Bauer als Vertreter der kommunistischen Partei." 
"Sodann dankte Dr. Viktor Schumacher allen Mitarbeitern für ihre Mithilfe, besonders Herrn Vizebürgermeister Thöni, den Mitgliedern des Wohnungsausschusses und der Beamtenschaft."
"Antrag auf Überprüfung der NS-Angestellten durch Hubert Schittelkopf."

Bedeutung für die Zeitgeschichte

Johann Bauer steht exemplarisch für den lokalen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Tirol. Sein Engagement zeigt, dass oppositionelle Bewegungen trotz Verfolgung und Repression existierten und zum demokratischen Neubeginn nach 1945 beitrugen.

Lesen Sie mehr:

Dr. Viktor Schumacher (Bürgermeister)

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    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​

    Historikerin-Ethnologin

    Archives
    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
    ·       Weisz, Sabine: *Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934-1945*. Eine Dokumentation (1). Wien/München 1984.


    September 2025

    Kategorie
    Zeitgeschichte

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