"Commemorating the Anti-Nazi Resistance and Victims of the Nazi Regime in Hall in Tirol"
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Beitrag zur NS-Geschichte: Jenische Gemeinschaft in Solbad Hall
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Kurze Einleitung: Wer sind die Jenischen?

8/25/2025

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Blog 97 The Yenish in Solbad Hall (1938 - 1945)
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Die Jenischen sind eine seit Jahrhunderten in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum, beheimatete Bevölkerungsgruppe. Sie sind keine ethnische Minderheit im Sinne einer eigenen Nation, sondern eine sozio-kulturelle Gruppe mit eigener Sprache (dem Jenischen, einem deutschen Soziolekt mit eigenen Elementen) und distinctiven Traditionen. Historisch lebten viele Jenische als fahrende Händler, Handwerker und Korbmacher. Sie wurden über Jahrhunderte diskriminiert und ausgegrenzt.

​Im Nationalsozialismus wurden Jenische aus rassistischen und sozialen Motiven verfolgt. Die NS-Behörden stuften sie oft willkürlich als „Zigeuner“ oder „Asoziale“ ein und verschleppten sie in Konzentrationslager. Ihr Schicksal war lange Zeit ein vergessenes Kapitel der NS-Verbrechen.

Beitrag zur NS-Geschichte: Verfolgung der Jenischen in Solbad Hall

Franziska Raiminius (1912 - ?

Franziska Raiminius, geboren am 5. Juli 1912 in Brünn, gehörte der jenischen Gemeinschaft an. Wie viele Angehörige verfolgter Minderheiten versuchte sie, sich durch eine Namensänderung zu schützen und nannte sich Margarethe Reinhardt. Doch die Kriminalpolizeistelle Innsbruck deckte ihre wahre Identität auf. Die nationalsozialistische Justiz verfolgte sie dafür erbarmungslos: 1941 wurde sie wegen dieses angeblichen Vergehens der „Namensfälschung“ zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt.
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Sie wohnte mit ihren Eltern, ihrem Lebensgefährten Franz Monz und ihren beiden gemeinsamen Kindern in Hall. Ihr Leidensweg durch das NS-Lagersystem begann früh: Bereits am 5. März 1943 wurde sie ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Von dort wurde sie am 21. August 1944 ins KZ Ravensbrück und schließlich am 16. Oktober 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz überstellt. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Franziska Raiminius gehört zu denjenigen, die der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fielen.

Die Brüder Monz: Zwei Schicksale jenischer Verfolgung in Hall

Franz Monz (1918 – nach 1945)

Franz Monz wurde am 17. Jänner 1918 in Weihershofen geboren. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung durch die Kriminalpolizeistelle Innsbruck am 15. September 1941 war er ledig und lebte mit seiner Lebensgefährtin Franziska Raiminius und ihren beiden gemeinsamen Kindern in Hall in Tirol.
Die Verhaftung erfolgte unter dem nationalsozialistischen Vorwand, er sei ein „asoziales Element“ – eine willkürliche Kategorie, unter der vor allem Angehörige verfolgter Minderheiten wie der Jenischen verhaftet werden konnten.
Sein Leidensweg durch das NS-Lagersystem begann am 16. November 1941 mit der Deportation ins Konzentrationslager Dachau. Von dort wurde er am 11. Februar 1942 in das Konzentrationslager Mauthausen-Gusen überstellt, eines der brutalsten Lager des Systems.
Seine Häftlingspersonalkarte bezeugt seine Inhaftierung in Mauthausen vom 10. Februar 1943 bis zum 5. Dezember 1944. Anschließend wurde er in das Außenlager Melk (Tarnname: „Quarz“) und danach in das KZ Ebensee verschleppt, wo er im Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurde. Franz Monz überlebte den Holocaust.

Rudolf Monz (1912 – 1940)

Rudolf Monz, der Bruder von Franz Monz, wurde am 6. Oktober 1912 in Lauterach (Vorarlberg) geboren. Er wohnte mit seinen Eltern in Hall in Tirol, Weissenbach 7.
Sein Schicksal zeigt die frühe und brutale Verfolgung der Jenischen durch das NS-Regime. Er wurde vom 1. Juli 1939 bis zum 27. September 1939 im Konzentrationslager Dachau in sogenannte „Schutzhaft“ genommen.
Kurz nach seiner vorläufigen Entlassung wurde Rudolf Monz erneut verhaftet und zurück nach Dachau gebracht. Er verstarb dort am 19. Jänner 1940 unter ungeklärten Umständen. Die Lageradministration gab als offizielle Todesursache „Herz- und Kreislaufschwäche“ an – ein häufig benutzter, zynischer Tarnbegriff für die Folgen von Misshandlungen, Unterernährung oder Mord.
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    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archive

    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

    Arolsen Suchdienst. Online, ​https://arolsen-archives.org/

    August 2025

    Kategorie
    ​Zeitgeschichte

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