"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
  • Home
    • Home EN
  • Über uns
    • About Us - EN
  • GEDENKPORTRÄTS
  • BLOG
    • Akteur:innen des Widerstands
    • Widerstands-Guppen
    • Verfolgte und Opfer
    • Institutionen im Widerstand >
      • Priester und Ordensleute im Widerstand
    • Erinnerungs-Kultur
  • Impressum/Imprint
    • Sponsoren/Sponsors
  • Home
    • Home EN
  • Über uns
    • About Us - EN
  • GEDENKPORTRÄTS
  • BLOG
    • Akteur:innen des Widerstands
    • Widerstands-Guppen
    • Verfolgte und Opfer
    • Institutionen im Widerstand >
      • Priester und Ordensleute im Widerstand
    • Erinnerungs-Kultur
  • Impressum/Imprint
    • Sponsoren/Sponsors



Innsbruck 1945: geplante Geiselmorde 
durch Gestapo




Innsbruck 1945: geplante Geiselmorde durch Gestapo

4/15/2026

0 Comments

 

read more:

Innsbruck 1945: Gestapo planned hostage executions

Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document.
Quelle: Tiroler Tageszeitung, Nr. 126, 1. Jahrgang, Samstag, 17. November 1945, S.4. Artikel: Die geplanten Geiselmorde in Innsbruck im April dieses Jahres (1945). Aus den Akten der Gestapo.

 Innsbruck 1945: die geplanten Geiselmorde durch die Gestapo

Gestapo-Akten enthüllen ein verhindertes NS-Verbrechen in Tirol

📍 Ein vergessenes Kapitel der Innsbrucker Geschichte

Im April 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, plante die Gestapo in Innsbruck die systematische Ermordung zahlreicher Menschen.
Neue Auswertungen historischer Akten zeigen: Diese sogenannten Geiselmorde waren bereits konkret vorbereitet – inklusive Namenslisten, Urteilen und Hinrichtungsort.
Dass viele der Betroffenen überlebten, war letztlich nur dem raschen Zusammenbruch des NS-Regimes zu verdanken.

⚠️ Die Verhaftungen am 19. April 1945

Am 19. April 1945 ließ der NS-Kreisleiter Dr. Primbs zahlreiche Personen festnehmen.
Darunter befanden sich vor allem Polizeibeamte:
  • Alois Schwarzenberger
  • Hans Paulweber
  • Peter Mangweth
  • Hans Klingenschmidt
  • Seppl Schoch
  • Alois Kuen
  • Egon Horst
  • Leo Makowetz
  • Georg Ehrenstrasser
Auch zivile Persönlichkeiten gerieten ins Visier:
  • Generalstaatsanwalt Grünewald und sein Sohn
  • Bürgermeister Schwarz (Volders)
  • Fritz Moser und Frau Moser
  • Karl Jelinek
  • Dr. Lunt
  • Frau Maurer
👉 Ihr „Vergehen“: Verdacht auf Widerstand oder mangelnde Loyalität gegenüber dem NS-Regime.

⚖️ Geplante Schauprozesse und Hinrichtungen

Die Verhafteten sollten nicht nur festgesetzt, sondern öffentlich hingerichtet werden.
Geplant war eine Exekution im Lager Reichenau in Innsbruck, unter Anwesenheit hoher NS-Funktionäre – als Machtdemonstration in den letzten Kriegstagen.
Das Urteil stand bereits fest:
Tod durch den Strang – ohne Möglichkeit eines Rechtsmittels.
Diese Praxis war typisch für die brutalen Sondergerichte der NS-Zeit.

📝 Die „Todesliste“ der Gestapo

Ein Dokument vom 23. April 1945 belegt, dass weitere Hinrichtungen vorbereitet wurden.
Unter dem Titel „Richtlinien zur Beseitigung von gefährlichen Umstürzlern“ listete die Gestapo zusätzliche Personen auf, die:
  • sofort verhaftet
  • brutal verhört
  • und anschließend getötet werden sollten
Zu den Betroffenen gehörten u. a.:
  • Dr. Rudolf Mangutsch
  • Dr. Johann Blaas
  • Johann Bucher
  • Johann Planatscher
  • Ferdinand Müller
  • Franz Thaler
  • Alois Kleinschmidt
  • Dr. Gottfried Uffenheimer
  • Franz Ringer
  • Rudolf Hatzl
  • Karl Heiß
  • Josef Haselwanter
  • Josef Fioretti

⏳ Warum die Morde verhindert wurden

Die geplanten Hinrichtungen wurden größtenteils nicht mehr umgesetzt.
Der Grund: organisatorische Verzögerungen und neue Listen führten zu einem Aufschub – genau in dem Moment, als das NS-System bereits kollabierte.
Nur wenige Wochen später endete die Herrschaft des Nationalsozialismus in Österreich.

🧭 Historischer Kontext

🔚 Die „Endphaseverbrechen“ des NS-Regimes

Die geplanten Geiselmorde zählen zu den sogenannten Endphaseverbrechen.
Diese fanden in den letzten Wochen des Krieges statt und waren geprägt von:
  • extremer Gewaltbereitschaft
  • Angst vor Machtverlust
  • gezielten Tötungen politischer Gegner
Solche Verbrechen ereigneten sich in vielen Regionen des Deutschen Reiches.

🏚️ Das Lager Reichenau in Innsbruck

Das Lager Reichenau war ein zentraler Ort politischer Verfolgung in Tirol.
Hier sollten die Hinrichtungen stattfinden – öffentlich und abschreckend inszeniert.

Lesen Sie mehr:

Michael und Peter Zwetkoff

Gedenkort Lager Reichenau

📚 Bedeutung der historischen Aufarbeitung

Die Informationen stammen aus einem Zeitungsartikel der unmittelbaren Nachkriegszeit, basierend auf Gestapo-Akten.
Solche Quellen sind entscheidend, um NS-Verbrechen sichtbar zu machen und das Schicksal der Betroffenen zu dokumentieren.

🧾 Fazit

Die geplanten Geiselmorde in Innsbruck zeigen, wie weit das NS-Regime selbst in seinen letzten Tagen bereit war zu gehen.
Dass viele Menschen überlebten, war kein Zeichen von Gnade – sondern eine Folge des schnellen Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Herrschaft.
👉 Die Ereignisse sind ein wichtiges Beispiel dafür, wie gefährlich staatliche Willkür und ideologische Radikalisierung werden können.

📌 Quellenangabe

Tiroler Tageszeitung, Nr. 126, 1. Jahrgang, 17. November 1945, S. 4
„Die geplanten Geiselmorde in Innsbruck im April dieses Jahres (1945). Aus den Akten der Gestapo“
0 Comments



Leave a Reply.

    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archive
    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) Hrsg.:
    Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 -1945. Eine Dokumentation (1+2), Wien/München 1984.

    Tiroler Landesarchiv

    Stadtarchiv Innsbruck

    Anno. Zeitschriftenportal. Online, 
    https://anno.onb.ac.at/, (Stand: 15.4.2026)
    Quelle: Tiroler Tageszeitung, Nr. 126, 1. Jahrgang, Samstag, 17. November 1945, S.4. Artikel: Die geplanten Geiselmorde in Innsbruck im April dieses Jahres (1945). Aus den Akten der Gestapo.
     

    ​Privatarchiv E. Walder Hall in Tirol

    April 2026

    Kategorie
    ​Zeitgeschichte

    All

    RSS Feed

Proudly powered by Weebly