Weitere Artikel zu Heinrich ANDERGASSEN:read more:Heinrich Andergassen (English) part 1,2,3Legga di più:Heinrich Andergassen (IT) Parte 1,2,3Foto Andergassen, Heinrich, 15. Jänner 1946 bei seinem Prozess in Neapel. Die freie Enzyklopädie Wikipedia.Online,https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Andergassen#/media/Datei:Andergassen.jpg (Stand: 17.3.2026) Caption: Defendant Heinrich Andergassen confers with the interpreter for the defense during his trial as an accused war criminal. Date 1946 January 15 Locale Naples, [Campania] Italy Variant Locale Napoli Photo Credit United States Holocaust Memorial Museum, courtesy of National Archives and Records Administration, College Park Heinrich ANDERGASSEN (TEIL 1)Die Akten der Geschichte bewahren oft erschütternde Einblicke in die Abgründe menschlichen Handelns. Ein solches Dokument ist ein vertraulicher Bericht der Zivilen Polizei in Innsbruck vom 1. Juni 1945, nur wenige Wochen nach Kriegsende. Er beleuchtet den Werdegang und die Machenschaften von Heinrich Andergassen, einem Mann, der es während der NS-Herrschaft verstand, das Vertrauen aller zu erschleichen – und der sich gleichzeitig als „äußerst hinterhältiger Mensch“ entpuppte. Der Lebensweg dieses Tirolers, der in Hall geboren wurde, endete nur etwas mehr als ein Jahr nach diesem Bericht am Strang eines amerikanischen Militärgerichts in Italien. Biografie: Heinrich Andergassen (1908–1946)Heinrich Andergassen, genannt Heinz, wurde am 30. Juli 1908 in Hall in Tirol geboren. Sein Vater war der Polizist August Andergassen. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers bei einem großen Unternehmen in Wattens. Im Jahr 1929 trat er freiwillig in das österreichische Bundesheer ein, wo er unter anderem im Wiener Arsenal ausgebildet wurde und den Rang eines Zugsführers erreichte. Später wechselte er zur Bundesgendarmerie, besuchte die Gendarmerieschule und wurde 1937 zum Gendarmeriebeamten ernannt. In dieser Funktion war er zunächst in Schwaz und später in Innsbruck tätig. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde Andergassen bei der Gestapo aktiv. Er beantragte am 30. Mai 1938 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.181.471). Im Oktober desselben Jahres wurde er als Kriminalassistent bei der Staatspolizeistelle Innsbruck eingestellt. Am 15. November 1939 folgte der Eintritt in die SS. Während der Besetzung des Sudetenlandes war er als Gendarmeriebezirksoberwachtmeister im Einsatz. Nach der Besetzung Italiens durch die Deutschen im Jahr 1943 wurde Andergassen zum Leiter der SD-Außenstelle in Meran ernannt. In dieser Funktion befehligte er in der Nacht vom 15. auf den 16. September 1943 die Verhaftung der in Meran lebenden jüdischen Bürger. Anschließend übernahm er den Posten des Judenreferenten beim Kommando der Sicherheitspolizei und des SD in der "Operationszone Alpenvorland" mit Sitz in Bozen. Er erreichte in der SS den Rang eines SS-Untersturmführers. Wegen seiner Beteiligung an der Folterung und Ermordung von sieben alliierten Kriegsgefangenen wurde Andergassen nach Kriegsende als Kriegsverbrecher angeklagt, von einem alliierten Gericht zum Tode verurteilt und am 26. Juli 1946 in Livorno (Italien) hingerichtet, nur wenige Tage vor seinem 38. Geburtstag. Die frühen Jahre: Ein Beamter mit unauffälliger Personalakte Ein aufschlussreiches Dokument aus der Frühzeit von Andergassens Karriere zeigt, wie er von seinen Vorgesetzten wahrgenommen wurde. In einer an die Geheime Staatspolizei Innsbruck gerichteten Personalbeurteilung aus dem Jahr 1930 heißt es: *"Betr.: Andergassen Heinrich, Gend. Beamter, geb. 30.8.1908 in Hall, röm. kath., wohnhaft in Hall i.T., Ritterwaldaustrasse 8 b/Ghedina.* Andergassen war bei der Ausforschungsabteilung der Krim. Polizei. In der Systemzeit hat er seinen Dienst gegen Nationalsozialisten ohne Härten versehen und zeigte keinen besonderen Diensteifer. Charakterlich wird er als sehr anständig beschrieben. Seine fachlichen Leistungen werden als mittelmäßig gut bezeichnet." Dieses Dokument ist bemerkenswert, denn es zeigt Andergassen vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten als unauffälligen, charakterlich "sehr anständigen" Beamten ohne besonderen Diensteifer gegenüber den damals noch illegalen Nationalsozialisten. Die Beurteilung attestiert ihm, dass er in der "Systemzeit" – also in der Zeit vor dem "Anschluss" – seinen Dienst gegen Nationalsozialisten "ohne Härten" versehen habe. Doch dieser scheinbar anständige Beamte sollte nach 1938 eine erschreckende Wandlung durchmachen – oder vielleicht zeigte sich schon hier seine Fähigkeit, sich den jeweiligen Machtverhältnissen anzupassen und die Maske zu wechseln. Ein Beamter mit zwei Gesichtern Der Polizeibericht vom 1. Juni 1945 zeichnet ein völlig anderes Bild. Andergassen, der bei der Stapostelle Innsbruck arbeitete, genoss das „vollste Vertrauen“ seines Vorgesetzten Hilliges und galt als „vollkommen verlässlich“. Er verstand es, sich bei seinen Kollegen beliebt zu machen. Doch hinter dieser Fassade verbarg sich ein brutaler Vernehmer. Der Bericht enthält konkrete Vorwürfe, die Andergassens wahren Charakter offenbaren: Brutale Verhörmethoden: Er prahlte damit, einen Laienbruder aus Martinsbühel, um ein Geständnis zu erzwingen, mit ausgebreiteten Armen auf dem Boden haben liegen lassen – eine Anspielung auf eine Kreuzigungsposition. Hinterhältigkeit: Er gab sich Häftlingen gegenüber freundlich, um sie dann in seinen Anzeigen schwer zu belasten. Schikane: Dem Chauffeur des Bischofs von Innsbruck, Pintar, erteilte er nach dessen Entlassung aus der Polizeihaft derart unmögliche Auflagen, dass dieser lieber ins Gefängnis zurückwollte. Später versuchte Andergassen, über Pintar illegal an Filme zu gelangen. Willkür: Den Heimatwehrführer Dr. Verdross aus Hall, der bereits KZ-Häftling in Dachau gewesen war, nahm er eigenmächtig fest. Der Grund: Verdross hatte bei einer Fronleichnamsprozession fotografiert und seine Wohnung geschmückt, während er bei NS-Feiertagen nicht beflaggte. Zynismus: Bei der Festnahme des jüdischen Bürgers Schüller ließ Andergassen dessen Geliebte, eine Prostituierte aus Wien, nach Innsbruck kommen, offenbar um sie als Druckmittel oder Belastungszeugin einzusetzen. Der Nachbar: Karl Killinger – Ein Zeuge Jehovas aus der Waldaufstraße Nur zwei Häuser von Heinrich Andergassen entfernt, in der Ritter-Waldauf-Straße 6, lebte Karl Killinger (1901–1940), ein überzeugter Zeuge Jehovas. Die Zeugen Jehovas – damals "Bibelforscher" genannt – verweigerten aus Glaubensgründen den Hitlergruß, den Eid auf den "Führer" und den Wehrdienst. Wer sich nicht lossagte, musste mit Gefängnis, Folter oder KZ rechnen. Killinger, der sich offen zu seinem Glauben bekannte, wurde am 16. Februar 1939 verhaftet. Wenige Wochen später deportierte man ihn nach Dachau, dann ins KZ Gusen. Dort starb er am 19. Jänner 1940 an den Folgen der Haftbedingungen. Die räumliche Nähe wirft eine beklemmende Frage auf: War Andergassen an der Verhaftung seines Nachbarn beteiligt? Als zuständiger Gestapo-Beamter für sein Heimatgebiet kannte er die Verhältnisse vor Ort – und wohnte Tür an Tür mit seinem späteren Opfer. Die scheinbare Warnung: Dr. Nikolaus Pfeifauf und Paula Niederwolfsgruber Ein besonders bezeichnendes Beispiel für Andergassens perfides Doppelspiel ereignete sich im Oktober 1941. Am 26. Oktober 1941 informierte Andergassen Dr. Nikolaus Pfeifauf (1910–1971) und Dr. Hermann Blassnig (1911-1985) darüber, dass Paula Niederwolfsgruber (1924–2003) und ihr Bruder Franz Niederwolfsgruber verhaftet werden sollten. Gleichzeitig warnte er auch Pfeifauf selbst vor einer drohenden Verhaftung. Für die Betroffenen musste dies wie ein Akt der Menschlichkeit erscheinen: Ein Gestapo-Beamter, der sie vor drohender Gefahr warnte, der ihnen die Chance gab, sich vorzubereiten oder unterzutauchen. Doch was geschah? Trotz der Warnung wurden alle Genannten dennoch von der Gestapo verhaftet:
Diese scheinbaren Warnungen, die letztlich niemanden schützten, folgten demselben Muster, das Andergassen auch bei anderen anwandte: Er gab sich freundlich und hilfsbereit, während er in Wirklichkeit Teil des Unterdrückungsapparates war, der genau diese Menschen verfolgte. Terror in der Nachbarschaft: Die 2. Verhaftung von Dr. Ernst Verdross (1892-1963) am 16. Juni 1940 Foto: Präsidialakt III 1233/46. In Historische Archiv der Polizeidirektion Tirol. Fachzirkel Exekutivgeschichte. Besonders perfide war Andergassens Vorgehen gegenüber seinen eigenen Nachbarn in der Waldaufstraße in Hall. Das Haus Ghedina in der Waldaufstraße 8, in dem Andergassen wohnte, war Teil einer Nachbarschaft, die unter seiner heimtückischen Art zu leiden hatte. Dr. Verdross wurde am 16. Juni 1940 zum zweiten Mal verhaftet, was eine nochmalige Deportation ins KZ-Dachau zur Folge haben könnte. Einer seiner Nachbarn war Dr. Ernst Verdross, der ebenfalls in der Waldaufstraße wohnte. Sein "Verbrechen" aus Sicht der NS-Machthaber: Er hatte die Fenster seiner Wohnung für die Fronleichnamsprozession geschmückt. Diese öffentliche Zurschaustellung religiösen Bekenntnisses – in einer Zeit, in der das Regime die Kirchen zu kontrollieren und zurückzudrängen suchte – genügte Andergassen, um gegen seinen Nachbarn vorzugehen. Doch Andergassen ging noch einen Schritt weiter und offenbarte damit seine besonders hinterhältige Natur. Als Dr. Verdross verhaftet wurde, gab sich Andergassen gegenüber Frau Verdross betont hilfsbereit und freundlich. Er spielte den besorgten Nachbarn, der vielleicht etwas tun könne, und gewann so ihr Vertrauen. Was Frau Verdross nicht wusste: Der freundliche Nachbar von nebenan war in Wirklichkeit derjenige, der ihren Mann immer wieder zu Gestapo-Verhören brachte und mit der drohenden Einweisung in das KZ Dachau unter Druck setzte. Andergassen führte seine Rolle als Vernehmer mit solcher Perfidie aus, dass Dr. Verdross bis zuletzt nicht ahnte, wer ihn immer wieder ins Verhör brachte. Der freundliche Nachbar und der brutale Gestapo-Beamte waren ein und dieselbe Person. Die herzlose Antwort an Maria Mair geb. Ghedina am 23. April 1941Ein weiteres Beispiel für Andergassens Gefühlskälte in derselben Nachbarschaft betrifft Maria Mair (1908-1990) , geborene Ghedina, die mit Andergassen in den Kindergarten gegangen war und ebenfalls im Haus Ghedina lebte. Als ihr Mann, Dr. Josef Mair (1909-1986) am 22. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, suchte sie in ihrer Verzweiflung Hilfe bei ihrem ehemaligen Kindergartenfreund und Nachbarn. Im Gegensatz zu seinem heuchlerisch-hilfsbereiten Auftreten gegenüber Frau Verdross zeigte er hier sein wahres Gesicht ohne Maske: Seine Antwort war schonungslos und ohne jede menschliche Regung. Er könne da nichts machen, und es schaue sehr schlecht für ihren Mann aus. Diese kalte Abfuhr an eine Frau, die ihn seit Kindertagen kannte und in ihrer größten Not um Hilfe bat, zeigt die ganze Gefühlskälte und Skrupellosigkeit Andergassens. Die Grenzenlosigkeit der Täuschung: Johann Müller und seine Tochter Die vielleicht menschlichste und zugleich perfideste Täuschung Andergassens offenbart ein weiteres Dokument aus derselben Zeit. Johann Müller aus Innsbruck (Pradlerstraße 11) bestätigte auf Ersuchen: "Bestätige auf Ersuchen hiermit, dass Herr Heinrich Andergassen wegen meiner seinerzeit in Haft gewesenen Tochter Maria Müller, Wohlfahrt Innsbruck, Pradlerstrasse 11, mir bei meinen Vorsprachen wegen Besuchen zu dieser, immer ruhig und zuvorkommend entgegenkam. Von meiner Tochter weiß ich, dass Herr Andergassen ihr gegenüber alle Erleichterungen, welche in seiner Macht standen, zukommen ließ. Auch hat Herr Andergassen meine Tochter anlässlich des Todes meiner am 16.7.1940 verstorbenen Mutter auf eigenes Risiko kurz aus der Haft genommen und auf den Friedhof begleitet und ihr außerdem den Besuch zu Hause ermöglicht, was er wahrscheinlich nicht hätte tun dürfen." Dieses Dokument ist von einer unfassbaren Dimension. Heinrich Andergassen, derselbe Mann, der Häftlinge folterte und mit dem Kreuz auf dem Boden liegen ließ, nahm eine Gefangene auf "eigenes Risiko" aus der Haft, damit sie ihre Großmutter beerdigen konnte. Für Johann Müller und seine Tochter Maria war Andergassen ein Wohltäter. Ein Mann, der menschlich handelte, wo er es nicht hätte tun dürfen. Wohltäter und Folterer: Wie ein Gestapo-Beamter seine Opfer willkürlich wählteEin weiteres bemerkenswertes Zeugnis stammt von Dr. Fink, der am 12. Mai 1945 in Volderwildbad eine Erklärung verfasste. Dr. Fink schilderte darin seine Erfahrungen mit Andergassen: Foto Aussage von Dr. Josef Fink. In: Heinrich Andergassen. Präsidialakt 1233/46 in Historisches Archiv der Polizeidirektion Tirol Fachzirkel Exekutivgeschichte. Zeugenaussage: Ich wurde im Jahre 1939 vom Angestellten des Bürgerlichen Bräuhauses Hermann Schölg (Bierdepot Solbad Hall) wegen einer angeblichen "abfälligen Äußerung" über das Regime bei der Geheimen Staatspolizei Innsbruck angezeigt und von dort aus – nachdem eine Anzeige ähnlicher Art durch eine gewisse Kresentia Schwimmberger, Serviererin im Cafe Kassenbacher in Hall, gemacht worden war, – verhaftet. Mein Fall wurde im Rahmen des Heimtückegesetzes behandelt, jedoch dann im Zuge der Einvernahme als harmlos angesehen, sodass es mit einer vierzehntägigen Haft im Polizeigefängnis Innsbruck das Bewenden hatte. Es ist mir bekannt, dass Kriminalkommissar Andergassen, in dessen Abteilung meine Sache durchgeführt wurde, die Angelegenheit wohlwollend und zu meinen Gunsten behandelte und dadurch zum verhältnismäßig günstigen Ausgang wesentlich beitrug. Volders in Tirol, am 12. Mai 1945. Dr. phil. Josef Fink Volderwildbad Kommentar: Die Aussage des Dr. Josef Fink – Ein Dokument der Ambivalenz Die eidesstattliche Erklärung von Dr. Josef Fink vom 12. Mai 1945 gehört zu jener Gruppe von Dokumenten, die das Bild des Heinrich Andergassen auf den ersten Blick entlasten – und es bei genauerer Betrachtung umso rätselhafter machen. Dr. Fink, ein promovierter Akademiker aus Volderwildbad/Volders, wurde 1939 wegen einer „abfälligen Äußerung“ über das NS-Regime denunziert – zunächst von Hermann Schlögl, einem Angestellten des Bürgerlichen Bräuhauses, dann von der Serviererin Kresentia Schwimmberger. Beide Anzeigen führten zu seiner Verhaftung. Das Heimtückegesetz, nach dem sein Fall behandelt wurde, sah für solche „Vergehen“ in der Regel drakonische Strafen vor, darunter langjährige Zuchthausstrafen oder die Einweisung in ein Konzentrationslager. Doch Finks Fall endete mit nur vierzehntägiger Haft. Und dafür, so schreibt er ausdrücklich, sei Kriminalkommissar Andergassen verantwortlich: Er habe die Angelegenheit „wohlwollend und zu meinen Gunsten behandelt“ und „zum verhältnismäßig günstigen Ausgang wesentlich beigetragen“. Auf den ersten Blick scheint dieses Dokument Andergassen als einen Beamten auszuweisen, der dort, wo es möglich war, Milde walten ließ – vielleicht sogar ein stiller Gegner des Regimes? Doch dieser Eindruck trügt. Denn dieselben Dokumente, die Andergassens Fürsorge für Fink belegen, zeichnen in anderen Fällen das Bild eines brutalen Vernehmers, der Häftlinge folterte, mit der Einweisung ins KZ drohte und seine Machtstellung schamlos ausnutzte. Der Laienbruder aus Martinsbühel, den er mit ausgebreiteten Armen auf dem Boden liegen ließ; Dr. Ernst Verdross, dem er als „freundlicher Nachbar“ die Hand reichte, während er ihn als Gestapo-Beamter verhörte; Dr. Ernst Verdross der ehemalige KZ-Häftling, den Andergassen wegen einer Fronleichnamsprozession erneut verhaften ließ – sie alle erfuhren eine andere Seite des Kriminalkommissars. Was also bedeuten die Worte des Dr. Fink? Drei Erklärungsmöglichkeiten bieten sich an:
Die Aussage Finks ist damit kein Beleg für Andergassens „Anständigkeit“, sondern ein weiteres Puzzlestück in dem Bild eines Täters, der die Grenzen zwischen Gut und Böse, zwischen Wohltäter und Folterer, zwischen Nachbar und Verfolger auf unbegreifliche Weise verwischte. Sie zeigt: Andergassen war nicht nur brutaler Vernehmer, sondern auch ein Meister der Täuschung – einer, der selbst seine Opfer nicht selten im Unklaren darüber ließ, wer ihnen gegenüberstand. Das Dokument stellt die Forschung vor die schwierige Aufgabe, Ambivalenzen auszuhalten, ohne sie zu harmonisieren. Dass Andergassen in einem Fall Milde walten ließ, macht seine Brutalität in anderen Fällen nicht weniger wahr. Es macht ihn vielleicht nur umso unberechenbarer – und umso gefährlicher. (Fortsetzung Heinrich Andergassen Teil II Blog 176 ) Roderick Steve Hall. Online, https://web.archive.org/web/20131124192022/https://www.cia.gov/news-information/featured-story-archive/2010-featured-story-archive/oss-heroes-stephen-hall.html, (Access: 22.3.2026) Online, https://web.archive.org/web/20200721140603/https://www.cia.gov/news-information/featured-story-archive/2010-featured-story-archive/oss-heroes-stephen-hall.html, (Access: March 22, 2026) Lesen Sie mehr:Dr. Ernst VerdrossKarl KillingerDr. Josef Mair
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