Nationalsozialismus in Hall in Tirol und in Tirol: NS-Widerstand,Verfolgung und Schicksale
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Gründungskonzept des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol


DBANT: Gründungskonzept des digitalen NS-Widerstandsarchivs Tirol

8/8/2026

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Das DBANT: Ein digitales Gedächtnis des Tiroler Widerstandes

Farbiges Porträt von Elisabeth Walder im Freien. Sie trägt eine dunkle Jacke, blickt lächelnd in die Kamera und steht vor einem unscharfen landschaftlichen Hintergrund. Aufnahme aus Hall in Tirol, 2025.
Elisabeth Walder, Gründerin und Projektleiterin des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol, 2025 in Hall in Tirol. Foto: Juliane Meinel, Tannenkirch, Deutschland.

Gründungskonzept des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol

Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol (DBANT) ist ein langfristig angelegtes Forschungs-, Dokumentations- und Bildungsprojekt. Es erforscht und bewahrt die Lebensgeschichten von Frauen und Männern, die sich in Tirol dem Nationalsozialismus widersetzten, Verfolgten halfen, Zivilcourage zeigten oder selbst aus politischen, religiösen beziehungsweise rassistischen Gründen verfolgt wurden.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere jene Menschen, deren Namen bislang kaum bekannt sind und deren Geschichten nur in verstreuten Archivbeständen, privaten Nachlässen, Briefen, Fotografien oder familiären Erinnerungen überliefert wurden. Das Archiv führt diese Quellen zusammen, untersucht sie nach wissenschaftlichen Kriterien und macht die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft und kostenlos zugänglich.

Warum dieses Archiv notwendig ist

Konspiratives Treffen

KI-generierte Schwarz-Weiß-Rekonstruktion von vier nicht identifizierbaren Personen, die in einem schwach beleuchteten Raum um einen Tisch mit Papieren und einer Landkarte sitzen.
Konspiratives Treffen ziviler Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus in Tirol während der NS-Zeit. KI-generierte historische Rekonstruktion; die dargestellten Personen sind nicht identifizierbar. Die Darstellung dient der Veranschaulichung und bezieht sich nicht auf ein bestimmtes historisches Ereignis.
Mehr als achtzig Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft bestehen noch immer erhebliche Lücken in der Erforschung des regionalen Widerstandes und der NS-Verfolgung in Tirol. Während bekannte Persönlichkeiten und größere Widerstandsgruppen bereits wissenschaftlich dokumentiert wurden, sind zahlreiche lokale Akteurinnen und Akteure sowie viele Opfer des Nationalsozialismus bis heute kaum bekannt.
Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol erforscht und bewahrt die Lebensgeschichten von Frauen und Männern, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leisteten, Verfolgten halfen, Zivilcourage zeigten oder selbst Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Ausbeutung wurden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere jene Menschen, deren Namen und Schicksale bislang nur in verstreuten Archivbeständen, privaten Nachlässen, Briefen, Fotografien oder familiären Erinnerungen überliefert sind.
Viele dieser historischen Quellen befinden sich noch in Privatbesitz oder sind auf unterschiedliche Archive verteilt. Mit jeder Generation wächst die Gefahr, dass Dokumente verloren gehen, Fotografien nicht mehr zugeordnet werden können und persönliche Erinnerungen unwiederbringlich verschwinden. Ihre wissenschaftliche Erschließung und digitale Sicherung sind deshalb wesentliche Aufgaben einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Erinnerungskultur.
Das Archiv führt diese Quellen zusammen, prüft sie nach wissenschaftlichen Kriterien, ordnet sie in ihren historischen Zusammenhang ein und macht die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft und kostenlos öffentlich zugänglich. Auf diese Weise werden individuelle Lebensgeschichten bewahrt und zugleich regionale Strukturen von Widerstand, Verfolgung, Zwangsarbeit und Zivilcourage sichtbar gemacht.

Ziele des Archivs

Das DBANT verfolgt insbesondere folgende Ziele:
  • Erforschung bislang wenig bekannter Biografien
  • Rekonstruktion regionaler Widerstandsgruppen und persönlicher Netzwerke
  • Digitalisierung und Sicherung historischer Quellen
  • wissenschaftliche Erschließung von Familien- und Privatarchiven
  • Zusammenarbeit mit Angehörigen im In- und Ausland
  • kostenlose Vermittlung der Forschungsergebnisse
  • Entwicklung digitaler Bildungs- und Erinnerungsangebote
  • dauerhafte Bewahrung der Materialien für zukünftige Generationen

Wissenschaftliche Arbeitsweise

Historische Quellen und Familienarchive

KI-generierte Schwarz-Weiß-Darstellung eines Holztisches mit alten Akten, handschriftlichen Dokumenten, historischen Fotografien, weißen Archivhandschuhen und einer Lupe.
Historische Akten, Briefe und Familienfotografien stehen sinnbildlich für die verstreuten Quellen, aus denen vergessene Lebensgeschichten rekonstruiert werden. KI-generierte symbolische Darstellung; die abgebildeten Unterlagen sind keine Originalquellen.
Alle Biografien und historischen Beiträge beruhen auf überprüfbaren Quellen. Dazu gehören staatliche, kommunale und kirchliche Archive, Gerichts- und Verwaltungsakten, Meldeunterlagen, historische Zeitungen, Fotografien, Briefe, persönliche Erinnerungen, Interviews und wissenschaftliche Fachliteratur.
Die Quellen werden hinsichtlich ihrer Herkunft, ihres Entstehungszusammenhangs, ihrer Aussagekraft und ihrer Überlieferung kritisch geprüft. Unsicherheiten und widersprüchliche Angaben werden transparent kenntlich gemacht.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt auf der biografischen Mikrogeschichte. Dabei dienen individuelle Lebenswege als Ausgangspunkt, um größere historische Zusammenhänge sichtbar zu machen. So können lokale Widerstandsnetzwerke, Formen der Verfolgung und konkrete Handlungen der Zivilcourage genauer rekonstruiert werden.

Ein lebendiges digitales Archiv

Das DBANT versteht sich nicht als abgeschlossene Sammlung. Neue Archivfunde, Fotografien, Briefe und Hinweise von Angehörigen können jederzeit geprüft und in bereits bestehende Biografien aufgenommen werden. Dadurch wächst das Archiv mit jeder neu erschlossenen Quelle.
Die Forschungsergebnisse werden in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Damit richtet sich das Archiv sowohl an die regionale Bevölkerung als auch an Schulen, Universitäten, Museen, Forschende und im Ausland lebende Nachkommen ehemaliger Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer.

Die zentralen Bereiche des DBANT

Das Archiv verbindet mehrere Aufgabenbereiche:
  • wissenschaftlich fundierte Biografien
  • ein digitales Quellen- und Fotoarchiv
  • die Erschließung privater Familiennachlässe
  • internationale Zusammenarbeit
  • digitale Karten und historische Zeitleisten
  • thematische Sammlungen und virtuelle Rundgänge
  • Unterrichtsmaterialien und digitale Ausstellungen
  • die Verknüpfung von Personen, Orten, Quellen und Ereignissen
Langfristig soll daraus ein virtuelles Erinnerungsportal entstehen. Historische Wohnhäuser, Gefängnisse, Gerichtsgebäude, ehemalige Gestapo-Dienststellen, geheime Treffpunkte, Flucht- und Versteckorte sowie weitere Erinnerungsorte sollen digital mit den zugehörigen Biografien und Dokumenten verknüpft werden.

Interdisziplinärer Forschungsansatz

Das DBANT ist zugleich ein Projekt der Digital Humanities und der Digital History. Digitale Technologien dienen dabei nicht nur der Veröffentlichung historischer Forschungsergebnisse, sondern auch der strukturierten Erfassung, dauerhaften Sicherung und inhaltlichen Verknüpfung von Biografien, Quellen, Fotografien, Orten und Ereignissen. Die digitale Forschungsumgebung ermöglicht es, regionale Widerstandsnetzwerke sichtbar zu machen, neue Erkenntnisse fortlaufend einzuarbeiten und wissenschaftlich erschlossene Quellen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch digitale Karten, Zeitleisten, thematische Sammlungen und virtuelle Rundgänge soll diese Verbindung von Forschung, Dokumentation und Vermittlung künftig weiter ausgebaut werden.

Biografische Mikrogeschichte – Digital Humanities – Digital Public History – Citizen Science

Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol verbindet die methodischen Ansätze der biografischen Mikrogeschichte mit den digitalen Verfahren der Digital Humanities, der öffentlich orientierten Geschichtsvermittlung der Digital Public History und der gesellschaftlichen Beteiligung im Sinne von Citizen Science.

Bisherige Leistungen

Bis 2026 wurden im Rahmen des Projekts bereits folgende Arbeiten durchgeführt:
  • rund 250 wissenschaftlich fundierte Biografien in deutscher und englischer Sprache
  • insgesamt etwa 500 deutsch- und englischsprachige Beiträge
  • rund 2.500 digitalisierte Fotografien
  • etwa 4.000 ausgewertete Archivquellen
  • fünf internationale Kooperationen, unter anderem mit Familien in Deutschland, Schweden und den USA
  • Veröffentlichung des Buches KZ-Dachau – Häftlingsnummer 14354. Dr. Ernst Verdross im Jahr 2025
Diese Ergebnisse wurden bislang überwiegend in wissenschaftlicher Eigenleistung der Projektleiterin Elisabeth Walder erbracht.

Projektleitung

Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol wurde von Elisabeth Walder aufgebaut und wird von ihr wissenschaftlich geleitet.
Sie verfügt über einen Masterabschluss in Geschichte sowie einen Masterabschluss in Europäischer Ethnologie der Universität Innsbruck. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der historischen Biografieforschung, der regionalen Zeitgeschichte Tirols, der Erinnerungskultur und der kritischen Analyse historischer Quellen.

Zusammenfassung

Das DBANT verbindet wissenschaftliche Forschung, digitale Quellenbewahrung und öffentliche Geschichtsvermittlung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Handlungen, Erfahrungen und Schicksale bislang nur unzureichend dokumentiert wurden.
Das Archiv bewahrt ihre Lebensgeschichten nicht nur für die Gegenwart. Es schafft zugleich eine dauerhaft zugängliche Forschungs- und Bildungsgrundlage für zukünftige Generationen.

Jede wiederentdeckte Biografie erweitert unser Wissen über den Widerstand in Tirol – und gibt einem Menschen seinen Platz in der Geschichte zurück

Das vollständige Gründungskonzept

Das vollständige Gründungskonzept enthält ausführliche Informationen über die wissenschaftlichen Grundlagen, Ziele, Forschungsmethoden, Projektmodule, rechtlichen Rahmenbedingungen und langfristigen Perspektiven des Archivs.

Vollständiges Gründungskonzept als PDF lesen

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PDF-Dokument in deutscher Sprache, Stand 2026

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Datenschutzerklärung /Deutsch

Zustimmung zur wissenschaftlichen Nutzung von Familienunterlagen – bitte ausfüllen, gewünschte Nutzungsformen ankreuzen und unterschreiben
​

Mit dieser Erklärung legen Sie fest, welche Unterlagen das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol wissenschaftlich bearbeiten, digital sichern und veröffentlichen darf. Bitte kennzeichnen Sie die gewünschten Nutzungsformen und Einschränkungen und senden Sie die unterschriebene Erklärung gemeinsam mit einer Aufstellung der Unterlagen an [email protected].
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PDF-Dokument, 6 Seiten, deutsch, Stand August 2026. Bitte ausfüllen, die gewünschten Nutzungsformen ankreuzen, unterschreiben und an [email protected] senden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das DBANT?

Das DBANT ist das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol. Es ist ein unabhängiges Forschungs-, Dokumentations- und Bildungsprojekt zur Geschichte des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und der nationalsozialistischen Verfolgung in Tirol.

Wer hat das Archiv gegründet?

Das Archiv wurde von der Historikerin und Europäischen Ethnologin Elisabeth Walder in Hall in Tirol aufgebaut. Sie leitet das Projekt und trägt die wissenschaftliche Verantwortung für seine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Was ist das wichtigste Ziel des Archivs?

Das zentrale Ziel besteht darin, wenig bekannte oder beinahe vergessene Lebensgeschichten zu erforschen, historische Quellen zu sichern und die Ergebnisse dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Welche Personen werden im Archiv dokumentiert?

Dokumentiert werden Frauen und Männer, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten, Verfolgten halfen, Zivilcourage zeigten oder aus politischen, religiösen beziehungsweise rassistischen Gründen verfolgt wurden. Der Schwerpunkt liegt auf Tirol und insbesondere auf regionalen und lokalen Zusammenhängen.

Welche Quellen werden verwendet?

Zu den ausgewerteten Quellen gehören unter anderem Gerichts- und Verwaltungsakten, Meldeunterlagen, historische Zeitungen, Briefe, Fotografien, persönliche Erinnerungen, Interviews, Familiennachlässe und wissenschaftliche Fachliteratur.

Wie wird die wissenschaftliche Qualität gewährleistet?

Alle Veröffentlichungen beruhen auf historischer Quellenkritik. Herkunft, Entstehungszusammenhang, Aussagekraft und mögliche Grenzen einer Quelle werden geprüft. Unsicherheiten oder widersprüchliche Überlieferungen sollen transparent ausgewiesen werden. Neue Erkenntnisse können laufend ergänzt werden.

Was bedeutet biografische Mikrogeschichte?

Die biografische Mikrogeschichte untersucht größere historische Entwicklungen anhand einzelner Lebenswege. Persönliche Erfahrungen und Handlungen helfen dabei, Widerstandsnetzwerke, Verfolgungsmechanismen und gesellschaftliche Bedingungen auf regionaler Ebene besser zu verstehen.

Warum arbeitet das Archiv mit Familien und Nachkommen zusammen?

Viele bedeutende Dokumente befinden sich bis heute in Privatbesitz. Durch die Zusammenarbeit mit Angehörigen können unbekannte Fotografien, Briefe und Erinnerungen erschlossen, wissenschaftlich eingeordnet und vor dem Verlust bewahrt werden.

Was hat das Projekt mit Citizen Science zu tun?

Das DBANT zeigt, dass wissenschaftlich fundierte Forschung auch aus gesellschaftlichem Engagement heraus entstehen kann. Voraussetzung sind eine sorgfältige Methodik, transparente Quellenangaben und der kontinuierliche Austausch mit Archiven, Fachleuten und Familien.

Sind die Inhalte auch auf Englisch verfügbar?

Ja. Das Archiv veröffentlicht seine zentralen Inhalte in deutscher und englischer Sprache. Damit sollen auch internationale Forschende und im Ausland lebende Nachkommen von Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern erreicht werden.

Ist die Nutzung des Archivs kostenlos?

Ja. Die Forschungsergebnisse werden als frei zugängliches Bildungs- und Informationsangebot im Internet veröffentlicht. Bei jeder Verwendung oder Weitergabe von Forschungsergebnissen ist die Quelle vollständig anzugeben. Der Quellenhinweis muss Elisabeth Walder beziehungsweise das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol nennen.
Für die Weiterverwendung von Abbildungen und historischen Dokumenten ist vorab eine Genehmigung per E-Mail an [email protected] einzuholen. Viele Fotografien und Dokumente wurden von Familien und privaten Archiven ausschließlich für die Veröffentlichung im Rahmen dieses Projekts zur Verfügung gestellt. Eine darüber hinausgehende Weitergabe oder Nutzung ist daher nicht automatisch gestattet. Zusätzlich können Urheber-, Nutzungs-, Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte zu beachten sein.

Wie kann man das Archiv unterstützen?

Familienangehörige, Forschende und historisch Interessierte können das Archiv durch Hinweise, Dokumente, Fotografien, biografische Informationen oder die Vermittlung weiterer Kontakte unterstützen. Eingereichte Materialien werden vor einer Veröffentlichung geprüft und nur unter Beachtung der jeweiligen Rechte verwendet.

Welche Erweiterungen sind geplant?

Geplant sind unter anderem interaktive Karten historischer Orte, digitale Zeitleisten, thematische Sammlungen, virtuelle Rundgänge, Unterrichtsmaterialien sowie stärkere Verknüpfungen zwischen Personen, Orten, Quellen und Ereignissen.

Warum wird das DBANT als „lebendiges Archiv“ bezeichnet?

Das Archiv ist nicht abgeschlossen. Jede neu erschlossene Quelle und jede ergänzte Familiengeschichte kann bestehende Erkenntnisse erweitern oder präzisieren. Die digitale Form ermöglicht eine fortlaufende wissenschaftliche Aktualisierung.

Ist das DBANT ein Projekt der Digital Humanities?

Ja. Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol kann den Digital Humanities und insbesondere der Digital History beziehungsweise Digital Public History zugeordnet werden. Es verbindet historische Forschung und Quellenkritik mit digitalen Methoden der Dokumentation, Archivierung, Verknüpfung und öffentlichen Vermittlung.
Das DBANT stellt historische Inhalte nicht nur auf einer Internetseite bereit. Biografien, Fotografien, Briefe, Archivdokumente, Orte und Ereignisse werden digital erfasst, wissenschaftlich beschrieben und inhaltlich miteinander verknüpft. Dadurch können Zusammenhänge zwischen einzelnen Personen, Widerstandsgruppen, Verfolgungsorten, familiären Netzwerken und historischen Ereignissen sichtbar gemacht werden.
Zu den digitalen Arbeitsbereichen des Archivs gehören insbesondere:
  • Digitalisierung und Erschließung historischer Quellen
  • strukturierte Erfassung biografischer Informationen
  • Verknüpfung von Personen, Orten, Ereignissen und Dokumenten
  • deutsch- und englischsprachige Veröffentlichung
  • digitale Karten und historische Zeitleisten
  • thematische Sammlungen und virtuelle Rundgänge
  • dauerhafte Aktualisierung bereits veröffentlichter Biografien
  • frei zugängliche Vermittlung der Forschungsergebnisse
Das Archiv verbindet damit wissenschaftliche Biografieforschung, digitale Quellenbewahrung und öffentliche Geschichtsvermittlung. Es ist zugleich ein Projekt der Citizen Science, weil auch Familien, Nachkommen und private Eigentümerinnen und Eigentümer historischer Dokumente zur Erschließung neuer Quellen beitragen können.
Digital Humanities werden allgemein als interdisziplinäres Forschungsfeld verstanden, in dem geisteswissenschaftliche Fragestellungen mit digitalen Daten, Methoden und Formen der Wissensvermittlung verbunden werden. Die historische Ausprägung dieses Feldes wird häufig als Digital History bezeichnet.

Jede wiederentdeckte Biografie erweitert unser Wissen über den Widerstand in Tirol – und gibt einem Menschen seinen Platz in der Geschichte zurück.

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    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archive
    „Archive und Sammlungen“

    Die Forschungen des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol beruhen auf Quellen aus öffentlichen, kirchlichen und privaten Archiven sowie auf historischen Dokumenten und Fotografien aus Familienbesitz. Zu den wichtigsten bisher genutzten Archiven und Sammlungen gehören:
     
    ·  Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

    ·  Tiroler Landesarchiv (TLA), Innsbruck

    ·  Stadtarchiv Hall in Tirol

    ·  Pfarrarchiv der Pfarre Hall–St. Nikolaus, Hall in Tirol

    ·  Diözesanarchiv Innsbruck – Archiv der Diözese Innsbruck
    ·  Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck

    ·  Historisches Archiv der Landespolizeidirektion Tirol, Fachzirkel „Exekutivgeschichte und Traditionspflege“, Innsbruck

    ·  Private Familienarchive im In- und Ausland

    ·  Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol (DBANT), Hall in Tirol

    Publikationen:

    ​Ginzburg, Carlo: Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 2002 [italienische Originalausgabe 1976].

    Ginzburg, Carlo: Spurensicherungen. Über verborgene Geschichte, Kunst und soziales Gedächtnis. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 1983.

    Levi, Giovanni: Das immaterielle Erbe. Eine bäuerliche Welt an der Schwelle zur Moderne. Aus dem Italienischen von Karl F. Hauber und Ulrich Hausmann. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 1986.

    Levi, Giovanni: On Microhistory. In: Peter Burke (Hrsg.): New Perspectives on Historical Writing. Cambridge: Polity Press, 1991, S. 93–113.

    Medick, Hans: Weben und Überleben in Laichingen 1650–1900. Lokalgeschichte als Allgemeine Geschichte. 2., durchgesehene Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1997.

    Muir, Edward; Ruggiero, Guido (Hrsg.): Microhistory and the Lost Peoples of Europe. Baltimore/London: Johns Hopkins University Press, 1991.

    Magnússon, Sigurður Gylfi; Szijártó, István M.: What Is Microhistory? Theory and Practice. London/New York: Routledge, 2013.

    ​Medick, Hans: Mikro-Historie. In: Winfried Schulze (Hrsg.): Sozialgeschichte, Alltagsgeschichte, Mikro-Historie. Eine Diskussion. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1994, S. 40–53.

    August 2026

    Kategorie
    Biografie
    ​Zeitgeschichte

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