read more:🇬🇧/founding-concept-digital-biographical-archive-ns-resistance-tyrolDas DBANT: Ein digitales Gedächtnis des Tiroler Widerstandes Elisabeth Walder, Gründerin und Projektleiterin des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol, 2025 in Hall in Tirol. Foto: Juliane Meinel, Tannenkirch, Deutschland. Gründungskonzept des Digitalen Biografischen Archivs des NS-Widerstandes in Tirol Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol (DBANT) ist ein langfristig angelegtes Forschungs-, Dokumentations- und Bildungsprojekt. Es erforscht und bewahrt die Lebensgeschichten von Frauen und Männern, die sich in Tirol dem Nationalsozialismus widersetzten, Verfolgten halfen, Zivilcourage zeigten oder selbst aus politischen, religiösen beziehungsweise rassistischen Gründen verfolgt wurden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere jene Menschen, deren Namen bislang kaum bekannt sind und deren Geschichten nur in verstreuten Archivbeständen, privaten Nachlässen, Briefen, Fotografien oder familiären Erinnerungen überliefert wurden. Das Archiv führt diese Quellen zusammen, untersucht sie nach wissenschaftlichen Kriterien und macht die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft und kostenlos zugänglich. Warum dieses Archiv notwendig ist Konspiratives Treffen Konspiratives Treffen ziviler Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus in Tirol während der NS-Zeit. KI-generierte historische Rekonstruktion; die dargestellten Personen sind nicht identifizierbar. Die Darstellung dient der Veranschaulichung und bezieht sich nicht auf ein bestimmtes historisches Ereignis. Mehr als achtzig Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft bestehen noch immer erhebliche Lücken in der Erforschung des regionalen Widerstandes und der NS-Verfolgung in Tirol. Während bekannte Persönlichkeiten und größere Widerstandsgruppen bereits wissenschaftlich dokumentiert wurden, sind zahlreiche lokale Akteurinnen und Akteure sowie viele Opfer des Nationalsozialismus bis heute kaum bekannt. Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol erforscht und bewahrt die Lebensgeschichten von Frauen und Männern, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leisteten, Verfolgten halfen, Zivilcourage zeigten oder selbst Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Ausbeutung wurden. Im Mittelpunkt stehen insbesondere jene Menschen, deren Namen und Schicksale bislang nur in verstreuten Archivbeständen, privaten Nachlässen, Briefen, Fotografien oder familiären Erinnerungen überliefert sind. Viele dieser historischen Quellen befinden sich noch in Privatbesitz oder sind auf unterschiedliche Archive verteilt. Mit jeder Generation wächst die Gefahr, dass Dokumente verloren gehen, Fotografien nicht mehr zugeordnet werden können und persönliche Erinnerungen unwiederbringlich verschwinden. Ihre wissenschaftliche Erschließung und digitale Sicherung sind deshalb wesentliche Aufgaben einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Erinnerungskultur. Das Archiv führt diese Quellen zusammen, prüft sie nach wissenschaftlichen Kriterien, ordnet sie in ihren historischen Zusammenhang ein und macht die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft und kostenlos öffentlich zugänglich. Auf diese Weise werden individuelle Lebensgeschichten bewahrt und zugleich regionale Strukturen von Widerstand, Verfolgung, Zwangsarbeit und Zivilcourage sichtbar gemacht. Ziele des Archivs Das DBANT verfolgt insbesondere folgende Ziele:
Wissenschaftliche Arbeitsweise Historische Quellen und Familienarchive Historische Akten, Briefe und Familienfotografien stehen sinnbildlich für die verstreuten Quellen, aus denen vergessene Lebensgeschichten rekonstruiert werden. KI-generierte symbolische Darstellung; die abgebildeten Unterlagen sind keine Originalquellen. Alle Biografien und historischen Beiträge beruhen auf überprüfbaren Quellen. Dazu gehören staatliche, kommunale und kirchliche Archive, Gerichts- und Verwaltungsakten, Meldeunterlagen, historische Zeitungen, Fotografien, Briefe, persönliche Erinnerungen, Interviews und wissenschaftliche Fachliteratur. Die Quellen werden hinsichtlich ihrer Herkunft, ihres Entstehungszusammenhangs, ihrer Aussagekraft und ihrer Überlieferung kritisch geprüft. Unsicherheiten und widersprüchliche Angaben werden transparent kenntlich gemacht. Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt auf der biografischen Mikrogeschichte. Dabei dienen individuelle Lebenswege als Ausgangspunkt, um größere historische Zusammenhänge sichtbar zu machen. So können lokale Widerstandsnetzwerke, Formen der Verfolgung und konkrete Handlungen der Zivilcourage genauer rekonstruiert werden. Ein lebendiges digitales Archiv Das DBANT versteht sich nicht als abgeschlossene Sammlung. Neue Archivfunde, Fotografien, Briefe und Hinweise von Angehörigen können jederzeit geprüft und in bereits bestehende Biografien aufgenommen werden. Dadurch wächst das Archiv mit jeder neu erschlossenen Quelle. Die Forschungsergebnisse werden in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Damit richtet sich das Archiv sowohl an die regionale Bevölkerung als auch an Schulen, Universitäten, Museen, Forschende und im Ausland lebende Nachkommen ehemaliger Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer. Die zentralen Bereiche des DBANT Das Archiv verbindet mehrere Aufgabenbereiche:
Interdisziplinärer Forschungsansatz Das DBANT ist zugleich ein Projekt der Digital Humanities und der Digital History. Digitale Technologien dienen dabei nicht nur der Veröffentlichung historischer Forschungsergebnisse, sondern auch der strukturierten Erfassung, dauerhaften Sicherung und inhaltlichen Verknüpfung von Biografien, Quellen, Fotografien, Orten und Ereignissen. Die digitale Forschungsumgebung ermöglicht es, regionale Widerstandsnetzwerke sichtbar zu machen, neue Erkenntnisse fortlaufend einzuarbeiten und wissenschaftlich erschlossene Quellen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch digitale Karten, Zeitleisten, thematische Sammlungen und virtuelle Rundgänge soll diese Verbindung von Forschung, Dokumentation und Vermittlung künftig weiter ausgebaut werden. Biografische Mikrogeschichte – Digital Humanities – Digital Public History – Citizen Science Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol verbindet die methodischen Ansätze der biografischen Mikrogeschichte mit den digitalen Verfahren der Digital Humanities, der öffentlich orientierten Geschichtsvermittlung der Digital Public History und der gesellschaftlichen Beteiligung im Sinne von Citizen Science. Bisherige Leistungen Bis 2026 wurden im Rahmen des Projekts bereits folgende Arbeiten durchgeführt:
Projektleitung Das Digitale Biografische Archiv des NS-Widerstandes in Tirol wurde von Elisabeth Walder aufgebaut und wird von ihr wissenschaftlich geleitet. Sie verfügt über einen Masterabschluss in Geschichte sowie einen Masterabschluss in Europäischer Ethnologie der Universität Innsbruck. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der historischen Biografieforschung, der regionalen Zeitgeschichte Tirols, der Erinnerungskultur und der kritischen Analyse historischer Quellen. Zusammenfassung Das DBANT verbindet wissenschaftliche Forschung, digitale Quellenbewahrung und öffentliche Geschichtsvermittlung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Handlungen, Erfahrungen und Schicksale bislang nur unzureichend dokumentiert wurden. Das Archiv bewahrt ihre Lebensgeschichten nicht nur für die Gegenwart. Es schafft zugleich eine dauerhaft zugängliche Forschungs- und Bildungsgrundlage für zukünftige Generationen. Jede wiederentdeckte Biografie erweitert unser Wissen über den Widerstand in Tirol – und gibt einem Menschen seinen Platz in der Geschichte zurückDas vollständige Gründungskonzept Das vollständige Gründungskonzept enthält ausführliche Informationen über die wissenschaftlichen Grundlagen, Ziele, Forschungsmethoden, Projektmodule, rechtlichen Rahmenbedingungen und langfristigen Perspektiven des Archivs. Vollständiges Gründungskonzept als PDF lesen Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document. PDF-Dokument in deutscher Sprache, Stand 2026 Lesen Sie mehr:Datenschutzerklärung /DeutschZustimmung zur wissenschaftlichen Nutzung von Familienunterlagen – bitte ausfüllen, gewünschte Nutzungsformen ankreuzen und unterschreiben |
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