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Rudolf Monz wurde in einer Zeit geboren, die für Menschen seiner Herkunft besonders von Verfolgung geprägt war. Als Angehöriger der jenischen Minderheit erlebte er die zunehmende Ausgrenzung und Brutalität des NS-Regimes am eigenen Leib.
Sein Lebensweg führte ihn von seinem Geburtsort Lauterach in Vorarlberg nach Hall in Tirol, wo er mit seinen Eltern in der Weissenbachstraße 7 wohnte. Sein Schicksal ist ein trauriges und frühes Beispiel für die systematische Verfolgung der Jenischen durch die Nationalsozialisten, die lange vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs einsetzte. Bereits im Sommer 1939, am 1. Juli, wurde Rudolf Monz verhaftet und ohne Gerichtsurteil ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Die NS-Behörden nannten diese Willkürmaßnahme zynisch „Schutzhaft“. Nach einer kurzen, vorläufigen Entlassung Ende September folgte sofort die nächste Verhaftung. Er wurde zurück in die Hölle von Dachau gebracht. Nur wenige Monate später, am 19. Jänner 1940, starb Rudolf Monz im Alter von nur 27 Jahren unter ungeklärten Umständen. Die Lagerverwaltung log über die Ursachen seines Todes und gab „Herz- und Kreislaufschwäche“ an – ein berüchtigter, verharmlosender Tarnbegriff für die grausame Realität der Lager: Mord, Misshandlungen, Folter und systematisches Verhungernlassen. Rudolf Monz wurde zum Opfer einer unmenschlichen Ideologie. Sein Tod mahnt uns, das Andenken an die vergessenen Opfer der NS-Zeit, zu denen auch tausende Jenische gehörten, wachzuhalten und jeder Form von Diskriminierung und Rassismus entschieden entgegenzutreten. Seine Würde wurde ihm genommen. Sein Name bleibt.
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