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Photo Franziskaner Pater Gabriel (Josef) Haider. Held in: Archiv der Tiroler Franziskaner Provinz in Hall in Tirol. Pater Gabriel Haider, mit bürgerlichem Namen Josef Haider, war ein Franziskanerpater aus Hall in Tirol, dessen Leben eine außergewöhnliche Reise von den Alpen bis in die tiefen Urwälder Südamerikas darstellte. Sein Wirken war geprägt von unerschütterlichem Glauben, Einsatz für die Ärmsten und der Heimatliebe zu seiner tirolerischen Heimat. Kindheit und Berufung Josef Haider wurde am 2. Juni 1872 in Hall in Tirol geboren. Seine Eltern, Josef und Maria Haider, gehörten vermutlich dem Handwerkerstand an (sein Vater wird als Spießschmied und Mechaniker erwähnt). Die enge Verbindung zu seiner Familie und besonders zu seiner Schwester Mena, die zeitlebens in Hall blieb, sollte ihn ein Leben lang begleiten. Schon früh spürte er die Berufung zum Ordensleben und trat mit 17 Jahren in den Franziskanerorden ein. Am 26. September 1889 erhielt er im oberösterreichischen Pupping das Ordenskleid und den Namen Gabriel. Nach seinem Noviziat legte er 1890 im Franziskanerkloster Schwaz die zeitliche und 1893 in Salzburg die feierliche Profess ab. Seine Priesterweihe empfing er am 4. Juni 1895 in Brixen. Drei Jahrzehnte im Dienst der Bolivienmission Nach ersten seelsorgerischen Tätigkeiten in verschiedenen Klöstern Südtirols (Schwaz, Kaltern, Bozen) begann 1899 der prägendste Abschnitt seines Lebens: Seine Entsendung als Missionspater nach Bolivien. Für volle 30 Jahre wirkte Pater Gabriel unter oft entbehrungsreichen Bedingungen:
Foto Karte Boliviens. Die freie Enzyklopädie Wikipedia . Online, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/TIPNIS_Bolivia.png, (Zugriff: 28.8.2025) Rückkehr in die Heimat und späte Jahre 1929, nach der Auflösung des Missionskollegs in Tarata und aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit, kehrte Pater Gabriel endgültig nach Tirol zurück. Er war lungenkrank und brauchte die alpine Luft. Bis 1935 lebte er als kranker Mitbruder („valet“) im Kloster Hall. Trotz seines Gesundheitszustands übernahm er weiter Aufgaben, etwa als Beichtvater für die Franziskanerinnen in Maria Schmolln (1940) oder in den Klöstern St. Anton und Niederau (1941). Sein Glaube brachte ihm auch in der Heimat Schwierigkeiten ein: Vom 4. bis 8. November 1940 wurde er vom NS-Regime im Amtsgefängnis in Hall inhaftiert – ein stummes Zeugnis seines standhaften Widerstands gegen die Ideologie der Nationalsozialisten. Vermächtnis Pater Gabriel Haider starb am 27. Dezember 1951 in seiner Geburtsstadt Hall, wo er auch begraben liegt. Sein Leben war ein beeindruckender Spiegel der franziskanischen Ideale: Armut, Demut und bedingungsloser Dienst am Nächsten. Er verband die Welt von Hall in Tirol mit den entlegensten Winkeln Boliviens und blieb bis zuletzt ein mutiger, bescheidener und frommer Diener Gottes.
Requiescat in pace.
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