read more:FR Father Honorius HohlbruggerFoto Franziskaner Pater Honorius (Heinrich) Hohlbrugger. In: Archiv der Tiroler Franziskaner Provinz in Hall in Tirol. Pater Honorius Hohlbrugger OFM (1904–1993): Ein Leben im Dienst und im WiderstandEin Franziskaner aus Tirol, der für seinen Glauben ins Gefängnis ging Die Tiroler Franziskanerprovinz zum Heiligen Leopold blickt auf eine lange Geschichte frommen Wirkens und geistlichen Beistands zurück. Unter ihren Mitgliedern finden sich auch jene mutigen Seelen, deren Glaube in dunkelster Zeit auf die Probe gestellt wurde und die standhaft blieben. Eine dieser Persönlichkeiten war Pater Honorius (Heinrich) Hohlbrugger. Kindheit und Berufung Heinrich Hohlbrugger wurde am 1. November 1904 in Innsbruck-Hötting geboren. Getauft in der Diözese Brixen, fand er seine geistliche Heimat bei den Franziskanern. Sein Weg ins Ordensleben begann am 24. August 1922 mit der Einkleidung im Kloster Pupping. Nach seiner zeitlichen Profess 1923 legte er am 26. August 1926 in Hall die feierliche Profess ab und verpflichtete sich damit endgültig dem Orden. Seine priesterliche Ausbildung fand ihren Höhepunkt mit der Priesterweihe am 29. September 1929 in Innsbruck, gespendet von Bischof Sigismund Waitz. Seine Primiz feierte der junge Pater am darauffolgenden Rosenkranzsonntag. Ein vielseitiger Ordensmann Pater Honorius war ein äußerst aktives und vielseitiges Mitglied seiner Provinz. Seine Stationen führten ihn durch zahlreiche Klöster in Tirol und Oberösterreich, darunter Pupping, Hall, Salzburg, Schwaz, Telfs, Enns, Maria Schmolln, Lienz und Innsbruck. Er übernahm eine Fülle verantwortungsvoller Aufgaben:
Der Widerstand und die Haft im Nationalsozialismus Das mutigste Kapitel im Leben von Pater Honorius schrieb sich während der nationalsozialistischen Herrschaft. Am 2. Adventsonntag, dem 10. Dezember 1939, hielt er als Aushilfspriester in Hippach im Zillertal eine Predigt über das Matthäus-Evangelium (Kapitel 11, 2-10). In seiner mutigen Ansprache warnte er davor, in der Erziehung keine Menschenfurcht zu haben und kritisierte die staatliche Jugendpolitik scharf. Wörtlich sagte er: „Die heutige Jugend wird zu Satanskindern erzogen“. Er warnte weiter davor, dass man den Kindern die Religion aus dem Herzen reiße und prophezeite, dass „in zehn Jahren die Kirchen geschlossen sind, die Kreuze entfernt und statt derselben Satanszeichen aufgestellt sind“. Für diese prophetischen und aufrüttelnden Worte wurde er noch am selben Tag verhaftet. Ihm wurden „Missbrauch des Kanzelparagrafen“ und Verstöße gegen das sogenannte „Heimtücke-Gesetz“ vorgeworfen. Er wurde in Untersuchungshaft am Landesgericht Innsbruck genommen, wo er bis zum 18. Januar 1940 festgehalten wurde. Am 30. März 1940 erging das Urteil des Sondergerichts Innsbruck: Wegen Kanzelmissbrauchs verurteilte man ihn zu sechs Monaten Gefängnis. Diese Strafe verbüßte er vom 2. April bis zum 11. September 1940 erneut in Innsbruck. Kaum war er aus der Haft entlassen, traf ihn ein weiterer Schlag: Sein Heimatkloster in Hall wurde von den NS-Behörden aufgehoben. Pater Honorius wurde am 30. September 1940 aus dem Konvent vertrieben. Sein weiterer Einsatz für den Glauben fand jedoch auch im Untergrund statt. Von 1941 bis 1945 wirkte er als segensreicher Pfarrvikar in Kronstorf (Oberösterreich), wo er die Gemeinde in dieser schwierigen Zeit geistlich führte. Späte Jahre und Tod Nach dem Krieg setzte Pater Honorius seine vielseitige Arbeit in der Provinz unermüdlich fort. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er ab 1984 im Klaraheim der Franziskaner in Hall, wo er am 13. August 1993 im hohen Alter von 88 Jahren verstarb.
Pater Honorius Hohlbrugger Leben war ein Zeugnis für einen unbeugsamen Glauben, der auch vor Verfolgung und Gefängnis nicht zurückschreckte. Mögen wir uns an seinen Mut und seine Standhaftigkeit erinnern. Requiescat in pace.
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