"Commemorating the Anti-Nazi Resistance and Victims of the Nazi Regime in Hall in Tirol"
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​  Franziskaner-Pater Dr. Rupert Dullnig
 (1894 – 1964) 





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Franziskaner-Pater Dr. Rupert Dullnig (1894 – 1964)

8/21/2025

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Blog 95 FR father Dr. Rupert Dullnig
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Foto Franziskaner Pater Rupert Dullnig. In: Archiv der Tiroler Franziskaner Provinz in Hall in Tirol.

Ein franziskanisches Leben im Zeichen des Glaubens und des Widerstands: Pater Dr. Rupert Dullnig (1894–1964)

Diese Seite widmet sich dem Leben und Wirken von Pater Dr. Rupert Dullnig OFM, einem Franziskanerpater aus der Tiroler Provinz, dessen Lebensweg von tiefem Glauben, hingebungsvoller Lehrtätigkeit und dem standhaften Eintreten für seine Überzeugungen in einer dunklen Zeit geprägt war.

Jugend und Ausbildung: Die frühen Weichenstellungen

Pater Rupert Dullnig wurde am 2. November 1894 im salzburgischen Radstadt als Sebastian Dullnig geboren. Schon früh entschied er sich für den Ordensweg und trat am 25. August 1910 in das Kloster Pupping ein, wo er den Namen Rupert annahm. Seine Ausbildung zum Priester führte ihn durch die Franziskanerstudienhäuser in Bozen, Salzburg und Schwaz. Am 13. Juli 1919 empfing er in Trient die Priesterweihe. Seine außerordentliche akademische Begabung zeigte sich in seiner Promotion zum Dr. phil. im Jahr 1924 in Innsbruck.

Lehrer, Mentor und Seelsorger: Die prägenden Jahre in Hall

Ab 1924 begann seine lange und fruchtbare Verbindung zum Franziskanergymnasium in Hall in Tirol. Hier wirkte er über viele Jahre hinweg als Professor, Direktor des Gymnasiums und in zentralen geistlichen Ämtern innerhalb der Ordensgemeinschaft. Als magister clericorum (mag. cler.) war er für die Ausbildung der jungen Franziskanerbrüder verantwortlich, als Definitor gehörte er der Leitung der Ordensprovinz an. Seine tiefe Spiritualität und Gelehrsamkeit machten ihn zu einer prägenden Figur für Generationen von Schülern und Ordensnachwuchs.

Zerschlagung des Klosterlebens: Verhaftung und Vertreibung

Die nationalsozialistische Herrschaft bedeutete einen brutalen Einschnitt in das Leben von Pater Rupert und seiner Gemeinschaft. Die systematische Unterdrückung der Kirche und besonders der Orden traf ihn direkt:
Im November 1940 wurde Pater Rupert verhaftet. Vom 4. bis 11. November war er im Polizeigefängnis in Hall inhaftiert, anschließend wurde er für zehn Tage in das Polizeigefängnis Innsbruck überstellt. Das Regime belegte ihn mit einem Gauverweis, der zwangsweisen Ausweisung aus seiner Heimatprovinz Tirol. Sein geliebtes Kloster in Hall, das Zentrum seines Wirkens, musste er für immer verlassen.

Ein unstetes Leben im Dienst: Seelsorge im Exil

Die Jahre nach seiner Vertreibung waren von ständigen Ortswechseln und der Suche nach neuen Wirkungsstätten geprägt. Trotz aller Schikanen und der ständigen Bedrohung durch das Regime gab er seinen seelsorgerischen Dienst nicht auf:
  • 1940-1941: St. Anton (Hundsdorf), Leogang
  • 1941-1942: Enns
  • 1942: Salzburg
  • 1942-1944: Lienz
  • 1944-1945: Salzburg, eine letzte Station vor Kriegsende
Überall, wohin es ihn verschlug, übernahm er sofort Verantwortung als Prediger, Beichtvater (Kooperator) und geistlicher Begleiter. Die Ämterbezeichnungen in seinen Lebenslaufen – conf. mons. (Vortrag der Ermahnungen des Hl. Franziskus) und die Betreuung von Ordensschwestern – bezeugen, wie sehr er auch im Exil das franziskanische Leben aufrechtzuerhalten suchte. Es ist davon auszugehen, dass seine Predigten überwacht wurden und er ständig mit weiteren Repressalien rechnen musste.

Neuanfang und späte Würdigung: Rückkehr nach Hall

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte Pater Rupert Dullnig endlich an seine Wirkstätte nach Hallzurückkehren. Er übernahm wiederum die Aufgaben des Direktors und Professors am Gymnasium sowie die verantwortungsvolle Ausbildung des Ordensnachwuchses als magister clericorum. 1955 wurde seine Lebensleistung mit der Ernennung zum Oberstudienrat gewürdigt. Bis zu seinem Ruhestand blieb er der Bildung und der geistlichen Begleitung der Jugend, insbesondere als Praeses der Marianischen Studentenkongregation, tief verbunden.

Vermächtnis und Gedenken

Pater Rupert Dullnig starb am 20. August 1964 in Lienz und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof hinter der Franziskanerkirche in Hall. Sein Leben steht exemplarisch für den ungebrochenen Geist vieler Ordensleute, die sich weder durch Verhaftung noch durch Vertreibung von ihrem Glauben und ihrem Auftrag abbringen ließen. Er war ein gelehrter Mann, ein einfühlsamer Lehrer und ein mutiger Seelsorger, dessen Vermächtnis bis heute fortwirkt.
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    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archive
    Archiv der Tiroler Franziskaner Provinz in Hall in Tirol 

    Chronik der Franziskaner Provinz Hall in Tirol

    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

    Tscholl, Helmut: Die katholische Kirche. Laien und kollektiver Widerstand. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934-1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S.251-284.

    Tschol, Helmut, Die Katholische Kirche. Allgemeine Verfolgungsmaßnahmen. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand in Tirol 1934-1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 234-235.

    Tschol,Helmut: Die katholische Kirche. 2. Verfolgung und Widerstand des Klerus. c.) Ordensleute. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 – 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 230-251, hier S. 242.

     Tschol,Helmut/Reiter, Johann : Maßnahmen gegen Klöster und Orden. 6. Liste der verhafteten Priester und Ordensleute. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 – 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 332-351, hier S. 335, sowie S. 615 Anmerkung Nr. 136.


    Privatarchiv  P. Johann Reiter Innsbruck
    ​
    Privatarchiv Helmut Tschol Schwaz

     Privatarchiv Dr. Paul Torggler Innsbruck

    Publikationen:

    Kuhl, Manfred: Pieller OFM P. Johannes Kapistran (Wilhelm). In:  Krause,Peter/Reinelt,Herbert / Schmidt,Helmut (Hrsg.): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Biografien Ergänzungsband (2). Tradition und Zukunft (18). Wien 2020, S.254-256.

    Lipp, Richard (Hrsg.): Die Geschichte der Tiroler Franziskanerprovinz (Bd. III). Die Jahre 1938-1945. Gießheim 1999, S.10-13.
     
    Klamper, Benedikta Maria : Priester vor Hitlers Tribunalen. München 1966, S. 101f. ​

    August 2025

    Kategorie
    ​Zeitgeschichte 

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