Edmond Andrew VonElm (1911-1976)Porträt des Geistlichen Edmond van Elm, vermutlich 1936 während seiner Studienzeit am Canisianum in Innsbruck. Das genaue Aufnahmedatum und der Aufnahmeort sind bislang nicht zweifelsfrei belegt. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Einleitung Edmond VonElm in kirchlichen und amerikanischen Quellen teilweise auch als Edmund Andrew VonElm bezeichnet, wurde am 5. Februar 1911 in St. Leo im US-Bundesstaat Kansas geboren. Von 1932 bis 1936 studierte er katholische Theologie in Innsbruck und lebte als Seminarist im internationalen Collegium Canisianum. Seine erhaltenen Briefe, Fotografien und Studienunterlagen geben Einblick in das Leben eines jungen amerikanischen Priesteramtskandidaten im Österreich der 1930er-Jahre. Am 29. März 1936 wurde VonElm in der Kapelle des Canisianums durch Bischof Sigismund Waitz zum Priester für die Diözese Oklahoma geweiht. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten wirkte er über viele Jahrzehnte als Seelsorger. Zu den jungen Menschen, die er auf ihrem Weg zum Priestertum unterstützte, gehörte auch der spätere Missionar und Märtyrer Stanley Rother. Neue Auskünfte des Diözesanarchivs Innsbruck und des Office Canisianum ermöglichen es, Edmond VonElms Studienzeit, seine Romreise und seine Priesterweihe nun genauer zu dokumentieren. Die vorliegenden Dokumente und Zeitungsausschnitte machen nicht nur eine weitgehend vergessene transatlantische Biografie sichtbar. Sie zeigen auch, wie internationale Ausbildungsorte, persönliche Seelsorge und lokale Kirchengemeinden langfristig ineinandergreifen konnten. 🇬🇧 Read this page in English🇬🇧/edmond-van-elm-1911-priest-innsbruck-oklahomaHerkunft und Ausbildung in den Vereinigten StaatenJugendporträt von Edmond VonElm in den USA, aufgenommen im Fotostudio Shuck in El Reno, Oklahoma. Das genaue Aufnahmedatum ist nicht bekannt. Quelle: Privatarchiv Crook, USA. Edmond Andrew VonElm wurde am 5. Februar 1911 in St. Leo im US-Bundesstaat Kansas geboren. Im Innsbrucker Studienausweis erscheint das Datum verkürzt als „2/5/11“; erst der Abgleich mit amerikanischen genealogischen Angaben macht deutlich, dass die amerikanische Reihenfolge Monat/Tag/Jahr gemeint ist. Als Staatsangehörigkeit ist „U.S.A.“ eingetragen; als Wohnort der Eltern nennt das Dokument El Reno, Oklahoma. Ein zeitgenössischer amerikanischer Zeitungsbericht bestätigt St. Leo als Geburtsort und berichtet, dass die Familie später nach El Reno übersiedelte. Eltern und Geschwister von Edmond VonElm in den USA. Die historischen Familienaufnahmen zeigen Angehörige der Familie im Garten, vor dem Wohnhaus und auf einem landwirtschaftlich geprägten Grundstück. Aufnahmeorte und Entstehungsdaten sind bislang nicht bekannt. Digitale Zusammenstellung aus drei Fotografien. Quelle: Privatarchiv Crook, USA. Seine Eltern waren Theodore VonElm (5. Juli 1885–23. November 1942), geboren in Bavenstedt bei Hildesheim, und Johanna Bestgen VonElm (19. April 1887–3. Januar 1967). Edmund war das älteste von acht Kindern. Zu seinen Geschwistern gehörten Winifred Pauline, Gertrude Ann, Paul, Earl John, Mary Magdalen, Rita Rose und Joann Elizabeth VonElm. Die Familienangaben beruhen auf genealogischer Überlieferung. VonElm schloss 1928 die Sacred Heart School in El Reno ab. Anschließend besuchte er St. Gregory’s College in Shawnee und studierte am Kenrick Seminary in Webster Groves bei St. Louis, Missouri. 1932 wurde er ausgewählt, seine Ausbildung in Österreich fortzusetzen. Damit trat er in ein internationales theologisches Umfeld ein, das katholische Seminaristen aus zahlreichen Ländern nach Innsbruck führte. In einem Brief an seine Eltern erklärte Edmond, das Priestertum sei die Aufgabe, zu der er sich berufen fühle. Zugleich schrieb er, dass ihm die landwirtschaftliche Arbeit bereits als Kind wenig zugesagt habe. Diese persönliche Aussage ergänzt die amtlichen Ausbildungsnachweise um einen seltenen Einblick in seine Berufungsentscheidung. Quelle: Brief an die Eltern, in Privatarchiv Crook, USA. Eine Familie mit mehreren geistlichen BerufungenFamilienfoto (USA), Aufnahmedatum unbekannt: Im Vordergrund sitzend die Mutter Johanna Bestgen VonElm; dahinter stehend ihre Tochter Mary Magdalen VonElm als Sister Theodore Mary, die 1938 in die Congregation of Divine Providence eintrat, sowie ihr Sohn Edmond VonElm als junger Priester. Privatarchiv Crook, USA. Auch Edmonds jüngere Schwester Mary Magdalen VonElm (26. April 1921–26. September 1994) entschied sich für ein Ordensleben. Unter dem Namen Sister Theodore Mary trat sie 1938 in die Congregation of Divine Providence ein, legte 1941 ihre ersten und 1947 ihre ewigen Gelübde ab. Sie wirkte unter anderem als Lehrerin, Ausbildnerin von Postulantinnen sowie in sozialen Einrichtungen in Texas und Oklahoma. In ihren späteren Jahren arbeitete sie besonders mit älteren Menschen. Ein Beitrag im Jubiläumsbuch der Sacred Heart Parish in El Reno bezeichnet sie ausdrücklich als Schwester von Rev. Edmond VonElm. Theologiestudium in Innsbruck, 1932–1936Legitimationskarte von Edmond A. VonElm für sein Studium an der Theologischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Das Dokument enthält ein Porträtfoto, seine eigenhändige Unterschrift, amtliche Stempel und eine österreichische Gebührenmarke. Die Eintragung in die Universitätsmatrikel wurde am 11. Oktober 1932 bestätigt. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Der erhaltene Studierendenausweis wurde am 11. Oktober 1932 ausgestellt. Er weist Edmond A. VonElm im Wintersemester 1932/33 als ordentlichen Hörer der Theologischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck aus. Als Innsbrucker Wohnadresse ist das Canisianum in der Tschurtschenthalerstraße 7 eingetragen. Die Verlängerungsstempel reichen bis zum achten Studienhalbjahr 1936 und belegen damit eine vierjährige Studienzeit. Das 1911 eröffnete Canisianum war ein international ausgerichtetes, von Jesuiten geführtes theologisches Kolleg. VonElm erlebte dort die politisch angespannte erste Hälfte der 1930er-Jahre: den Übergang von der österreichischen Demokratie zum autoritären Ständestaat, die nationalsozialistische Gewaltentwicklung und den gescheiterten Juliputsch von 1934. Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document. Studentenausweis von Edmond A. VonElm für sein Studium an der Theologischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Das Dokument enthält ein Porträtfoto, amtliche Stempel des Rektorats der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Die Eintragung in die Universitätsmatrikel wurde am 11. Oktober 1932 bestätigt. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Die Theologische Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck zur Studienzeit Edmond VonElms, 1932/33. Die Collage zeigt: (1) Professoren der Theologischen Fakultät, von denen mehrere Edmond VonElm während seines Studiums unterrichtet haben dürften; (2) Rektor des Canisianums war von 1932-1937 P. Josef Donat; (3) der Regens des Canisianums, der legendäre P. Michael Hofmann (4) die neuen Studenten des Wintersemesters 1932/33; (5) einen Hörsaal der Theologischen Fakultät, aufgenommen 1933; und (6) das Hauptgebäude der Universität Innsbruck, um 1932. Die namentliche Identifizierung der abgebildeten Professoren sowie des Rektors und Vizerektors bedarf noch der Überprüfung anhand zeitgenössischer Personal- und Vorlesungsverzeichnisse. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Digitale Zusammenstellung: Elisabeth Walder, Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol, 2026. Kurze historische Einleitung Die Theologische Fakultät gehörte zu den traditionsreichsten Einrichtungen der Universität Innsbruck. Nachdem sie bereits 1671 ihre Lehrtätigkeit aufgenommen hatte, wurde sie 1857 unter Kaiser Franz Joseph I. als international ausgerichtete „Jesuitenfakultät“ neu errichtet. In enger Verbindung mit dem internationalen Priesterkolleg Canisianum entwickelte sich Innsbruck zu einem bedeutenden Studienort für katholische Theologen aus Europa und Übersee. Auch Edmond VonElm kam aus den Vereinigten Staaten nach Innsbruck und studierte hier zu Beginn der 1930er-Jahre. Die Fotografien vermitteln einen seltenen Einblick in sein damaliges akademisches Umfeld: Sie zeigen Angehörige des Professorenkollegiums, die universitäre Leitung, Studenten sowie einen Hörsaal und das Hauptgebäude der Universität. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde die Theologische Fakultät im Juli 1938 durch das NS-Regime aufgehoben. Ein Teil der Lehrenden und internationalen Studenten setzte die Arbeit des Canisianums im schweizerischen Sitten fort. Universität Innsbruck – Geschichte und Profil der Fakultät Das Canisianum (1932-1934) in Fotografien von Edmond VonElmDas Collegium Canisianum und das Studienumfeld seiner Seminaristen in Innsbruck, 1933/34. Die Collage zeigt: (1) zwei Reisebusse vor einem Kirchengebäude, Aufnahme aus dem Canisianum-Album von 1934; (2) einen überdachten Gartenpavillon; (3) das Canisianum im Jahr 1934; (4) Seminaristen im Aufenthaltsraum des Canisianums, 1933; (5) P. Michael Hofmann, Regens des Canisianums; (6) Bischof Dr. Sigismund Waitz bei einem Besuch im Canisianum, umgeben von Seminaristen und Geistlichen, 1934; (7) eine zum Canisianum gehörende Villa, in der laut historischer Albumbeschriftung Bierfeste stattfanden; (8) den Bauernhof des Canisianums, der das Kolleg unter anderem mit Milch, Butter und Obst versorgte; (9) das Gebäude der philosophisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck; sowie (10) den Blick von der Innpromenade auf das Canisianum und die benachbarten Gebäude. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Digitale Zusammenstellung: Elisabeth Walder, Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol, 2026. Edmond VonElm im internationalen Collegium Canisianum (1932–1936)Im Jahr 1932 kam Edmond Andrew VonElm nach Innsbruck. Sein Studierendenausweis vom 11. Oktober 1932 weist ihn als ordentlichen Hörer der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck aus; zugleich lebte er als Seminarist im jesuitisch geführten Collegium Canisianum in der Tschurtschenthalerstraße 7. Die Verlängerungsvermerke reichen bis zum achten Studienhalbjahr 1936 und dokumentieren seine vierjährige Studienzeit. VonElm gehörte zu einer großen Gruppe amerikanischer Priesteramts-Kandidaten. Im Studienjahr 1932 wurden 19 Studenten aus den Vereinigten Staaten neu aufgenommen; von den insgesamt 293 Bewohnern des Canisianums stammten damals 50 aus den USA. Sie bildeten eine eigene Landsmannschaft, die sich selbst als „American Exiles“ – „amerikanische Exilanten“ – bezeichnete. Diese Gemeinschaft erleichterte vermutlich das Leben fern der Heimat. Zugleich begegneten die amerikanischen Seminaristen Mitstudenten aus zahlreichen Ländern und Diözesen. Gemeinsame Gottesdienste, geistliche Ausbildung, Studien, Ausflüge und kirchliche Feierlichkeiten prägten ihren Alltag. Von 1932 bis 1937 leitete Rektor P. Josef Donat das Canisianum. Als Regens trug P. Michael Hofmann besondere Verantwortung für das gemeinschaftliche, geistliche und priesterliche Leben der Alumnen. Als VonElm 1932 sein Studium in Innsbruck begann, schloss Paulus Rusch (1903–1986) seine philosophischen und theologischen Studien ab. Rusch war 1927 nach einer vorherigen Tätigkeit als Bankbeamter in das Canisianum eingetreten und wurde am 26. Juli 1933 in Innsbruck zum Priester geweiht. Eine persönliche Begegnung zwischen Rusch und VonElm ist bislang nicht belegt; ihre Studienzeiten berührten sich jedoch im Jahr 1932. Ihre unterschiedlichen Lebenswege verdeutlichen die internationale Bedeutung des Canisianums in der Zwischenkriegszeit: Rusch wurde 1938 Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch und später erster Diözesanbischof von Innsbruck. VonElm kehrte nach seiner Priesterweihe 1936 in die Vereinigten Staaten zurück und wirkte dort als Seelsorger. Das Canisianum verband damit Geistliche, deren spätere Tätigkeitsfelder weit auseinanderlagen. Das erhaltene PersonenregisterZu den wenigen erhalten gebliebenen Dokumenten gehört das Personenregister des Collegium Canisianum. Es verzeichnet die von Edmond VonElm besuchten Lehrveranstaltungen und seine Prüfungsergebnisse und ermöglicht damit einen unmittelbaren Einblick in seinen Innsbrucker Studienweg. Unter der Rubrik „notatu digna“, auf Deutsch „Bemerkenswertes“ beziehungsweise „Bemerkenswerte Angaben“, findet sich die knappe Charakterisierung: „ein guter Convictor, etwas bequem.“ Der historische Begriff „Convictor“ bezeichnete einen Bewohner beziehungsweise Angehörigen des Konvikts. Die Bemerkung sollte nicht als objektives oder abschließendes Persönlichkeitsurteil verstanden werden. Es handelt sich vielmehr um eine zeitgebundene interne Einschätzung aus dem Seminarbetrieb. Solche Kurznotizen spiegeln auch die damaligen Vorstellungen von Disziplin, Auftreten und angemessenem Verhalten angehender Priester wider. Dennoch vermittelt der Eintrag einen seltenen persönlichen Eindruck vom Alltag des jungen amerikanischen Studenten. Die amerikanische Landsmannschaft „American Exiles"Die große Zahl amerikanischer Studenten führte im Canisianum zur Bildung einer eigenen Landsmannschaft mit der Bezeichnung „American Exiles“. Der bewusst humorvoll gewählte Name brachte vermutlich das Gefühl zum Ausdruck, mehrere Jahre weit entfernt von der Heimat zu studieren. Die Vereinigung pflegte das gemeinschaftliche Leben der amerikanischen Alumnen und organisierte offenbar auch eigene Zusammenkünfte und Feiern. Fotografien aus dem Familienarchiv zeigen Edmond van Elm bei gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflügen sowie bei Weihnachts- und Thanksgiving-Feiern. Sie dokumentieren nicht nur seinen persönlichen Lebensweg, sondern auch die internationalen Verbindungen des Innsbrucker Priesterseminars. Als mögliche weiterführende Quelle ist das bis 1937 erhaltene Tagebuch der amerikanischen Landsmannschaft von besonderem Interesse. Auch das zeitgenössische „Korrespondenzblatt“ des Canisianums könnte zusätzliche Angaben über das Gemeinschaftsleben, Reisen und kirchliche Veranstaltungen enthalten. Amerikanische Feiertage in Tirol: Edmond VonElm und die Thanksgiving- und Independence-Day-Feiern 1932–1935Amerikanische Feiertage im Studienleben Edmond VonElms in Tirol, 1932–1935. Die Collage zeigt: (1) eine farbige Truthahndarstellung als Symbol für Thanksgiving; (2) einen mit amerikanischen und österreichischen Fahnen geschmückten Speisesaal; (3) amerikanische Seminaristen bei den Vorbereitungen einer Feier; (4–5) Gruppenaufnahmen von Seminaristen und Geistlichen aus den Jahren 1933 und 1935; (6–7) Innenaufnahmen des Collegium Canisianum; (8) den Speckbacherhof in Gnadenwald mit einer amerikanischen Flagge; (9) das Programm der Thanksgiving-Feier der „American Exiles of the University of Innsbruck“ im Gasthof Bogner in Absam am 24. November 1932; (10) eine handgezeichnete amerikanische Flagge; (11) das private Erinnerungsheft zur Thanksgiving-Feier 1934; (12) das Programm des Independence-Day-Banketts im Gasthaus Speckbacher vom 2. Juli 1935; sowie (13) eine Darstellung der Liberty Bell und eine mit amerikanischen Symbolen geschmückte Namenskarte Edmond VonElms. Ein Schreiben vom 2. Juli 1934 belegt zudem seine Teilnahme an einer früheren Independence-Day-Feier. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Digitale Zusammenstellung: Elisabeth Walder, Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol, 2026. Kurzer historischer Kontext Thanksgiving entwickelte sich in den Vereinigten Staaten zu einem nationalen Dank- und Familienfest. In den frühen 1930er-Jahren war der Termin noch nicht gesetzlich auf den vierten Donnerstag festgelegt. Üblicherweise wurde am letzten Donnerstag im November gefeiert. Erst 1941 bestimmte der US-Kongress den vierten Donnerstag im November dauerhaft als Thanksgiving Day. National Archives Die amerikanischen Studenten und Seminaristen in Innsbruck pflegten diese Tradition auch fern ihrer Heimat. Das erhaltene Programm dokumentiert eine Thanksgiving-Feier am 24. November 1932 im Gasthof Bogner in Absam. Weitere Fotografien und Erinnerungsstücke belegen Feiern in den folgenden Studienjahren. Die im Programm verwendete Selbstbezeichnung „American Exiles“ war offenbar eine humorvolle Bezeichnung der im Ausland studierenden Amerikaner und ist nicht im Sinne eines politischen Exils zu verstehen. Der Independence Day wird jährlich am 4. Juli begangen. Er erinnert an die Annahme der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung durch den Kontinentalkongress am 4. Juli 1776. US National Archives Die amerikanischen Studenten in Innsbruck feierten den Nationalfeiertag ebenfalls gemeinschaftlich. Ein Schreiben vom 2. Juli 1934 erwähnt Edmond van Elms Teilnahme. Das erhaltene Programm für 1935 dokumentiert ein „Independence Day Banquet“ der „American Exiles Innsbruck“ am 2. Juli im Gasthaus Speckbacher in Gnadenwald – zwei Tage vor dem eigentlichen Nationalfeiertag. Die Romreise im März 1933Das Personenregister des Collegium Canisianum bestätigt, dass Edmond VonElm im März 1933 an der traditionellen Romreise des Hauses teilnahm. Die Fahrt führte die angehenden Priester zu den bedeutenden Kirchen und religiösen Stätten der Stadt und stellte für die internationale Priesterausbildung eine wichtige gemeinschaftliche und spirituelle Erfahrung dar. Die Reise fiel in die unmittelbare Vorbereitungszeit auf das von Papst Pius XI. (1857–1939) ausgerufene außerordentliche Heilige Jahr. Dieses wurde am 2. April 1933 feierlich eröffnet und erinnerte an den traditionell auf das Jahr 33 datierten Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Da die Reise laut Personenregister bereits im März stattfand, sollte sie nicht unmittelbar als Pilgerfahrt „während des Heiligen Jahres“, sondern als Romreise kurz vor dessen offizieller Eröffnung bezeichnet werden. Für Edmond VonElm bot die Fahrt die Gelegenheit, gemeinsam mit seinen Mitstudenten das Zentrum der katholischen Kirche kennenzulernen. Welche Orte die Gruppe im Einzelnen besuchte und wie lange die Reise dauerte, lässt sich anhand der bislang vorliegenden Angaben noch nicht vollständig rekonstruieren. Eine mögliche zweite Romreise im Jahr 1934Edmond VonElm während einer Romreise zu Ostern 1934, gemeinsam mit einer Gruppe von Geistlichen beziehungsweise Priesteramts-Kandidaten auf dem Petersplatz. Im Hintergrund sind der Obelisk und die Kolonnaden des Petersplatzes zu sehen. Die genaue Position Edmond VonElms innerhalb der Gruppe ist noch zu bestimmen. Quelle: Familienarchiv Michael Crook, USA. Im amerikanischen Familienarchiv befinden sich darüber hinaus Fotografien mit der rückseitigen Beschriftung „Rome trip Easter 1934“. Diese Beschriftung weist darauf hin, dass Edmond VonElm möglicherweise zu Ostern 1934 ein weiteres Mal nach Rom reiste. Eine entsprechende Pilgerfahrt konnte in den bislang konsultierten Beständen des Diözesanarchivs Innsbruck und im zeitgenössischen Innsbrucker Pfarrblatt jedoch nicht nachgewiesen werden. Die Fotografien dürfen deshalb als wichtiger familiengeschichtlicher Hinweis gezeigt werden; ihre Datierung und ihr genauer Zusammenhang sind aber noch nicht abschließend geklärt. Auch eine mögliche Verbindung zu Carl Lampert lässt sich derzeit nicht belegen. Lampert hielt sich bis zum Sommer 1935 in Rom auf. Nach Einschätzung von Dr. Martin Kapferer wäre es grundsätzlich denkbar, dass er eine aus Tirol kommende Pilgergruppe erst in Rom betreute. Ein konkreter Nachweis für eine Begegnung mit Edmond VonElm liegt jedoch nicht vor. Dokumente aus Edmond VonElms Romreise anlässlich der Heiligsprechung Don Boscos am 1. April 1934. Die Collage zeigt zwei verschiedenfarbige persönliche Eintrittskarten für die Feier in der Vatikanischen Basilika sowie deren Aufbewahrung zusammen mit einem Pilgerheft zum außerordentlichen Heiligen Jahr 1933/34, einer Darstellung des Santo Bambino di Aracoeli und einer Eintrittskarte für staatliche Museen und Ausgrabungsstätten in Rom. Die erhaltenen Unterlagen dokumentieren Edmond VonElms Reise nach Rom und legen seine Teilnahme an der Kanonisationsfeier nahe. Quelle: Privatarchiv Michael Crook, USA. Digitale Zusammenstellung: Elisabeth Walder, Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol, 2026. Kurzer historischer Hinweis Papst Pius XI. sprach den italienischen Priester und Ordensgründer Giovanni Bosco am Ostersonntag, dem 1. April 1934, in der Peterskirche heilig. Die Feier fand zugleich am Ende des außerordentlichen Heiligen Jahres der Erlösung 1933/34 statt. Don Bosco war Gründer der Salesianer und widmete sein Wirken besonders der Erziehung und Betreuung benachteiligter Jugendlicher. Für den Innsbrucker Zusammenhang ist bemerkenswert, dass in der päpstlichen Kanonisationsurkunde neben einer Heilung in Rimini auch eine in Innsbruck erfolgte Heilung als eines der im Verfahren untersuchten Wunder genannt wird. Die im Privatarchiv erhaltenen Eintrittskarten und Pilgerunterlagen verbinden Edmond van Elms Studienzeit in Innsbruck somit mit einem bedeutenden Ereignis der katholischen und salesianischen Geschichte. Vatikan – Kanonisationsurkunde Geminata Laetitia Mögliche Romreisen und zeitgleiche AufenthalteDas Personenregister des Canisianums vermerkt bei Edmond VonElm eine Romreise im März 1933. Im Familienarchiv Crook befindet sich außerdem eine Fotografie mit der rückseitigen Beschriftung „Rome trip Easter 1934“. Ob VonElm tatsächlich an zwei verschiedenen Romreisen teilnahm oder eine der Datierungen unzutreffend überliefert wurde, ist bislang nicht geklärt. Sollte die Beschriftung der Fotografie mit Ostern 1934 zutreffen, hätte sich VonElm zur selben Zeit wie Dr. Ernst Verdross in Rom aufgehalten. Verdross berichtet in seinen autobiografischen Aufzeichnungen von einer Rompilgerfahrt im Jahr 1934 und bezeichnet den damaligen Provikar Dr. Carl Lampert als deren Leiter. Diese ursprüngliche Darstellung wurde auch in der Publikation KZ Dachau. Häftlingsnummer 14354. Aufzeichnungen von Dr. Ernst Verdross zu seiner KZ-Haft beibehalten. Bisher wurde daraus geschlossen, dass Lampert die Pilgergruppe bereits von Innsbruck aus nach Rom geführt habe. In den bisher konsultierten Unterlagen der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch ließ sich jedoch keine entsprechend organisierte Pilgerfahrt nachweisen. Daher erscheint es ebenso möglich, dass Lampert die Gruppe erst in Rom übernahm, betreute oder durch die Stadt führte. Verdross’ Bezeichnung als „Leiter der Pilgerfahrt“ muss nicht zwingend bedeuten, dass Lampert auch die Anreise von Innsbruck aus organisiert oder begleitet hatte. Eine Begegnung zwischen Edmond VonElm, Ernst Verdross und Carl Lampert ist bislang nicht belegt. Die möglicherweise zeitgleichen Aufenthalte zeigen jedoch, wie eng die internationalen Ausbildungswege des Canisianums mit den kirchlichen Netzwerken zwischen Innsbruck und Rom verbunden waren. Zugleich verdeutlichen die widersprüchlichen Datierungen, dass Fotografien, persönliche Erinnerungen und institutionelle Quellen sorgfältig miteinander abgeglichen werden müssen. Quellenkritischer Hinweis zu den beiden Romreisen Das Personenregister des Collegium Canisianum belegt eine Romreise Edmond VonElms im März 1933. Fotografien aus dem Familienarchiv mit der Beschriftung „Rome trip Easter 1934“ weisen möglicherweise auf eine weitere Reise zu Ostern 1934 hin. Da diese zweite Reise in den bislang konsultierten kirchlichen Quellen nicht nachgewiesen werden konnte, wird sie im vorliegenden Beitrag nicht als gesicherte Tatsache, sondern als noch zu überprüfender familiengeschichtlicher Hinweis behandelt. Edmond VonElms Studienjahre im Canisianum in Bildern (1932–1935)Fotografische Erinnerungen aus Edmond VonElms Studienzeit am Canisianum in Innsbruck, 1932–1935: Weihnachtsfeier und Weihnachtskrippe im Jahr 1932, amerikanische Studenten, Aufnahmen aus den Jahren 1933 und 1935, Arthur Haid und Edmond VonElm sowie festlich geschmückte Speise- und BankettSäle. Weitere Motive zeigen einen Geistlichen mit einer Schafherde und ein Edelweiß mit getrockneten Blüten als Erinnerungsstücke an Tirol. Quelle: Familienarchiv Crook, USA. Fotografische Erinnerungen aus Edmond VonElms Studienzeit am Canisianum in Innsbruck, 1932–1935: Weihnachtsfeier und Weihnachtskrippe im Jahr 1932, amerikanische Studenten, Aufnahmen aus den Jahren 1933 und 1935, Arthur Haid und Edmond VonElm sowie festlich geschmückte Speise- und Bankettsäle. Weitere Motive zeigen einen Geistlichen mit einer Schafherde und ein Edelweiß mit getrockneten Blüten als Erinnerungsstücke an Tirol. Quelle: Familienarchiv Crook, USA. Ein Brief an die Eltern aus Innsbruck, 25. April 1933 Dreiseitiger Brief Edmond van Elms an seine Eltern vom 25. April 1933. Auf dem illustrierten Briefpapier sind das Collegium Canisianum in Innsbruck und der Taxerhof, der Meierhof des Canisianums, abgebildet. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. In einem Brief vom 25. April 1933 berichtete Edmond van Elm seinen Eltern über seinen Alltag im Collegium Canisianum. Das verwendete Briefpapier zeigt die Hauptfront des Kollegs sowie den Taxerhof, einen landwirtschaftlichen Betrieb, der die rund 280 Seminaristen mit Milch, Butter, Gemüse und weiteren Lebensmitteln versorgte. In humorvollem Ton schilderte van Elm die sogenannten Villatage, gemeinsame Ballspiele und eine gesellige Zusammenkunft mit Tiroler Bier, Käse und Wurst. Zugleich schrieb er über seine Begeisterung für die Tiroler Bergwelt, seine Wanderungen und den Blick auf das Inntal. Auch persönliche Nachrichten finden sich im Brief: Er dankte für Geld und Briefe aus der Heimat, kündigte Geschenke für Verwandte an und berichtete von den bevorstehenden Prüfungen. Mehrere Studienkollegen waren während der Ferien nach Rom gereist. Van Elm selbst hatte daran nicht teilgenommen, hoffte jedoch, die Stadt im folgenden Sommer besuchen zu können. Seine Schilderungen vermitteln einen unmittelbaren und persönlichen Einblick in das alltägliche Leben eines amerikanischen Seminaristen in Innsbruck. Quellenkritischer Hinweis Die Anrede „Dearest Parents“ bestätigt, dass dieser Brief an Edmond van Elms Eltern gerichtet war. Die drei erhaltenen Blätter dokumentieren vor allem seinen Seminaralltag, seine familiären Beziehungen und seine Eindrücke von Tirol. Die politischen Ausführungen über Hitler und den Nationalsozialismus, die in einer früher vorliegenden Übersetzung enthalten sind, erscheinen auf den drei hier übermittelten Seiten nicht. Vor einer Veröffentlichung sollte daher geprüft werden, ob zu dem Brief ursprünglich noch ein weiteres Blatt gehörte. Quelle: Brief von Edmond van Elm an seine Eltern, Innsbruck, 25. April 1933. Familienarchiv Stinger, USA. Ein Brief aus Innsbruck: Seminaralltag und politische Beobachtungen im April 1933Dreiseitiger Brief Edmond van Elms an seinen Onkel und seine Tante vom 25. April 1933. Darin berichtet er über das Leben im Collegium Canisianum, den Taxerhof, seine Bergwanderungen sowie den Aufstieg der Nationalsozialisten in Innsbruck. Die letzte Seite enthält eine von van Elm gezeichnete Hakenkreuzfahne. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. Ein Brief Edmond van Elms vom 25. April 1933 vermittelt einen außergewöhnlich unmittelbaren Einblick in seine ersten Studienmonate in Innsbruck. Der junge amerikanische Seminarist schrieb aus dem Collegium Canisianum an seinen Onkel und seine Tante in den Vereinigten Staaten. Er berichtete von seinem Alltag, von Ausflügen in die Tiroler Bergwelt und von geselligen Veranstaltungen des Seminars. Zugleich beobachtete er aufmerksam das Erstarken des Nationalsozialismus in Österreich. Der Taxerhof und die Versorgung des CanisianumsDen Anlass für den Brief bildete ein besonderes Briefpapier mit Abbildungen des Canisianums und des sogenannten Taxerhofs. Van Elm erklärte seinen Verwandten, dass dieser landwirtschaftliche Betrieb das Kolleg mit Milch, Butter, Gemüse und weiteren Lebensmitteln versorgte. Der Garten hinter dem Canisianum allein reichte nach seinen Angaben nicht aus, um die rund 280 dort lebenden Studenten zu versorgen. Bewirtschaftet wurde der Hof von Jesuitenbrüdern. Van Elm bezeichnete den Taxerhof zunächst als „Villa“, stellte jedoch klar, dass er nicht als Wohnstätte, sondern als Meierhof des Canisianums diente. Daneben gab es einen weiteren Erholungsort für die in Innsbruck lebenden Jesuitenstudenten. Seine Schilderung veranschaulicht, wie umfangreich die wirtschaftliche Organisation eines internationalen Priesterkollegs mit mehreren Hundert Bewohnern sein musste. „Villatag“ und Tiroler GeselligkeitIn lebhaftem und humorvollem Ton berichtete van Elm von den sogenannten Villatagen, die jeweils den Beginn eines Semesters kennzeichneten. Dazu gehörten gemeinsame Ausflüge, sportliche Aktivitäten und ein Tiroler Mittagessen. Besonders ausführlich erzählte er von einer Veranstaltung am Taxerhof: „Es gab so viel Bier, Käse und Wurst, wie man nur verlangen konnte. Zuvor spielten wir Ball, sodass wir einen ziemlich guten Appetit bekamen.“ Solche persönlichen Beobachtungen zeigen eine Seite des Seminarlebens, die in amtlichen Unterlagen kaum sichtbar wird. Neben Studium, Gebet und geistlicher Ausbildung gehörten gemeinschaftliche Unternehmungen und Erholung zum Alltag der Seminaristen. Begeisterung für die Tiroler Bergwelt Van Elm zeigte sich von der Landschaft rund um Innsbruck besonders beeindruckt. Er beschrieb den Blick vom Taxerhof auf das Inntal sowie auf die Ortschaften Arzl und Thaur. Erst wenige Tage zuvor hatte er eine anstrengende Bergwanderung unternommen. Obwohl eine Schwebebahn die Bergfahrt erleichtert hätte, ging er aus Sparsamkeit auch den Rückweg zu Fuß: „Ich war wirklich müde, als ich wieder im Canisianum ankam. Aber es ist ein großartiger Sport, und bisher habe ich noch keine Gelegenheit zum Bergsteigen ausgeschlagen.“ Der Brief vermittelt damit nicht nur Eindrücke aus dem Canisianum, sondern auch van Elms persönliche Begeisterung für Tirol. Er schilderte Innsbruck als einen „großartigen Ort“ und freute sich auf den Frühling, wenn die Berghänge grün wurden und die Blumen zu blühen begannen. Die Innsbrucker Gemeinderatswahl vom April 1933 Historisch besonders bedeutsam ist der politische Teil des Briefes. Nur zwei Tage vor dessen Datierung hatte am 23. April 1933 die Innsbrucker Gemeinderatsergänzungswahl stattgefunden. Die NSDAP erhielt rund 41 Prozent der gültigen Stimmen und wurde zur stärksten Partei. Dieses Ergebnis löste weit über Tirol hinaus große Besorgnis aus. Van Elm nahm den nationalsozialistischen Wahlerfolg unmittelbar wahr: „Allmählich sieht es so aus, als ob Hitler beginnen würde, mit seinen Nationalsozialisten in Österreich einzudringen.“ Er erkannte, dass Adolf Hitler eine Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich anstrebte, und rechnete für diesen Fall mit erheblichen politischen und internationalen Konflikten. Rückblickend ist seine Bemerkung bemerkenswert, es könne in Österreich „schließlich so enden wie in Deutschland“. Der Brief entstand wenige Monate nach Hitlers Ernennung zum deutschen Reichskanzler und fünf Jahre vor dem „Anschluss“ Österreichs. Van Elms Beobachtung bezog sich somit auf ein konkretes Ereignis, das er in Innsbruck unmittelbar miterlebte. Nach Angaben des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes erreichte die NSDAP bei dieser Wahl 41,1 Prozent und wurde stärkste Partei; die Stadt Innsbruck nennt 41,2 Prozent und neun Mandate. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Stadt Innsbruck Die sichtbare Präsenz des NationalsozialismusVan Elm beschrieb außerdem die zahlreichen Hakenkreuzfahnen, die während des Wahlkampfes in Innsbruck zu sehen waren. Ihre Verbreitung verglich er mit der Beflaggung in den Vereinigten Staaten am Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli. Zur Veranschaulichung zeichnete er selbst eine Hakenkreuzfahne auf den Brief und ergänzte sinngemäß, ihre Gestaltung erinnere ihn an den Kommunismus. Auch die Uniformen der Nationalsozialisten fielen ihm auf: „Ich muss allerdings sagen, dass Hitler seine Leute schick einkleidet. In ihren khakifarbenen Uniformen sehen sie alle recht gut aus.“ Diese beiläufige Bemerkung darf nicht isoliert als Zustimmung zur nationalsozialistischen Ideologie verstanden werden. Im Zusammenhang des Briefes dokumentiert sie vielmehr die Wirkung der bewusst inszenierten öffentlichen Selbstdarstellung der NS-Bewegung auf einen jungen ausländischen Beobachter. Gleichzeitig äußerte van Elm deutliche Besorgnis über Hitlers Einfluss und dessen Bestrebungen gegenüber Österreich. Ein persönliches Zeugnis aus einer politischen UmbruchzeitDer Brief verbindet Alltägliches und Historisches auf eindrucksvolle Weise. Van Elm schrieb über Bergwanderungen, wechselhaftes Frühlingswetter, Briefe aus der Heimat, Tiroler Mahlzeiten und gemeinschaftliche Ausflüge. Unmittelbar daneben finden sich seine Beobachtungen zum Aufstieg der Nationalsozialisten. Gerade dieses Nebeneinander macht das Dokument zu einer wertvollen Quelle. Es zeigt, wie politische Radikalisierung in den Alltag eines internationalen Seminaristen eindrang, lange bevor die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernahmen und das Canisianum schlossen. Zugleich lässt der Brief Edmond van Elm als jungen Mann erkennen: humorvoll, sparsam, naturverbunden und an den politischen Entwicklungen seines Gastlandes interessiert. Quellenkritischer Hinweis Der Brief vom 25. April 1933 ist an Edmond van Elms Onkel und Tante gerichtet, nicht an seine Eltern. Er gibt die persönliche Wahrnehmung eines jungen amerikanischen Seminaristen wieder und ist keine umfassende politische Analyse. Seine Angaben müssen daher in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet und, soweit möglich, mit weiteren Quellen verglichen werden. Die von ihm erwähnte Wahl lässt sich eindeutig als Innsbrucker Gemeinderatsergänzungswahl vom 23. April 1933 identifizieren. Bei den im Brief genannten Orten handelt es sich um Arzl und Thaur. Der auf dem Briefpapier abgebildete Taxerhof war ein landwirtschaftlicher Betrieb beziehungsweise Meierhof des Canisianums. Originalquelle: Brief von Edmond van Elm an seinen Onkel und seine Tante, Innsbruck, 25. April 1933. Familienarchiv Stinger, USA. Lesen Sie mehr:/franz-pessler-rechtsanwalt-kz-dachau/franz-pessler-pflichtverteidiger-friedrich-wurnig-1934dr-ernst-verdross-widerstand-kz-dachauBuchpräsentation-KZ-DachauPriesterweihe am 29. März 1936 Den Abschluss seiner Ausbildung bildete die Priesterweihe am 29. März 1936 in der Kapelle des Collegium Canisianum. Das in Fotokopie überlieferte Weihebuch der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch verzeichnet ihn in latinisierter Form als „D. Von Elm Edmundus“ und bestätigt seine Weihe für die Diözese Oklahoma. Weihespender war Bischof Sigismund Waitz, der damalige Apostolische Administrator von Innsbruck-Feldkirch. Waitz spielte in der Zwischenkriegszeit eine bedeutende Rolle im kirchlichen Leben Tirols und Vorarlbergs. Gemeinsam mit Edmond van Elm wurden an diesem Tag 21 weitere Kandidaten zu Priestern geweiht. Ein Großteil der insgesamt 22 Neupriester stammte aus den Vereinigten Staaten. Dies unterstreicht die internationale Bedeutung des Canisianums und seine damalige Funktion als Ausbildungsstätte für amerikanische Priesteramtskandidaten. Das Weihebuch nennt die Weihekandidaten und ihre jeweiligen Diözesen beziehungsweise Ordensgemeinschaften, enthält jedoch keine Angaben zu Konzelebranten oder zu weiteren an der Zeremonie beteiligten Geistlichen. Edmond van Elm und amerikanische Geistliche Edmond van Elm im Kreis amerikanischer Geistlicher und weiterer Bekannter während seiner Innsbrucker Studienzeit. Die Aufnahmen zeigen unter anderem Reverend C. Haid sowie die 1936 geweihten amerikanischen Priester. Auf dem Foto unten rechts steht Edmond van Elm an zweiter Stelle von links. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. 2. Die Priesterweihe in Innsbruck im März 1936 Eindrücke von Edmond van Elms Priesterweihe im März 1936 in Innsbruck: van Elm im liturgischen Gewand, die festlich geschmückte Jesuitenkirche und Gruppenaufnahmen der neu geweihten Priester. Bischof Sigismund Waitz, Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch, spendete am 29. März 1936 in der Kapelle des Canisianums die Priesterweihe. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. 3. Weiheschriften und offizielles Gruppenfoto Dokumente und Fotografien zur Priesterweihe vom 29. März 1936: handschriftliche Erläuterung auf der Rückseite einer Fotografie, Einträge aus dem Weihebuch beziehungsweise der Weiheschrift sowie das offizielle Gruppenfoto der Priesterweihe. Quelle der Dokumente: Diözesanarchiv Innsbruck und Office Canisianum; Fotografie: Familienarchiv Stinger, USA. Rückkehr in die Vereinigten Staaten Edmond van Elms (links in der Mitte) Überfahrt vermutlich von Triest nach New York 1936. Die Collage verbindet eine Aufnahme Edmonds beziehungsweise seiner geistlichen Reisebegleiter an Bord mit historischen Fotografien der Atlantikschifffahrt sowie Werbematerialien der Cosulich Line für die Motorschiffe Saturnia und Vulcania. Die reguläre Schiffsverbindung führte von Triest über mehrere europäische Zwischenhäfen bis New York. Quelle der Fotografien und Dokumente: Familienarchiv Michael Stinger, USA. Historischer KontextAls Edmond van Elm im Sommer 1936 von Europa nach New York zurückkehrte, war eine Atlantiküberfahrt noch eine mehrtägige Schiffsreise. Die Cosulich Line, eine traditionsreiche, in Triest beheimatete Reederei, verband nordamerikanische Häfen mit dem Mittelmeer und der Adria. Ihre bekanntesten Passagierschiffe waren die nahezu baugleichen Motorschiffe Saturnia und Vulcania. Beide waren etwa 193 Meter lang und für Passagiere verschiedener Reiseklassen eingerichtet. Die Saturnia nahm 1928 den Nordatlantikdienst nach New York auf; die Vulcania bediente ebenfalls die Verbindung zwischen Triest, Neapel und New York. Die erhaltene deutschsprachige Werbebroschüre wurde vom Internationalen Reisebüro A. Gottardi am Südtirolerplatz in Innsbruck ausgegeben. Sie bewarb ausdrücklich den „Nordamerika-Expressdienst" der Saturnia und Vulcania sowie die Annehmlichkeiten der dritten Klasse. Das Dokument zeigt, dass die transatlantische Verbindung auch direkt in Innsbruck vermittelt wurde, und passt damit gut zu Edmond van Elms vorangegangenem Aufenthalt am Canisianum, von wo aus er im Sommer 1936 die Heimreise antrat. Die Fotografien dokumentieren nicht nur eine geografische Reise, sondern auch den damaligen Austausch innerhalb der katholischen Kirche. Geistliche und Priesteramtskandidaten aus Nordamerika kamen zum Studium, zur Ausbildung oder zu kirchlichen Feierlichkeiten nach Europa und kehrten nach Abschluss ihrer Ausbildungszeit wieder in ihre Heimat zurück. Edmond van Elms Überfahrt im Sommer 1936 führte ihn von den kirchlichen Ausbildungsstätten Europas – zuletzt Innsbruck – zurück in sein amerikanisches Lebensumfeld. Priesterweihe und Rückkehr nach OklahomaAm 29. März 1936 wurde Edmond van Elm in Innsbruck zum Priester geweiht. Nach weiteren Reisen in Europa traf er im August 1936 wieder in den Vereinigten Staaten ein. Auf dem Weg nach Oklahoma besuchte er Buffalo und St. Louis. Für den 16. August 1936 kündigte die lokale Presse seine erste feierliche Messe in der Sacred Heart Church in El Reno an. Die Predigt sollte Father Stephen A. Leven halten, damals Vizerektor des American College in Löwen, der sich zu dieser Zeit in Oklahoma aufhielt. Ein zeitgenössischer Zeitungsausschnitt berichtet außerdem von einem Empfang im Elternhaus und einem gemeinsamen Essen nach der Messe. Die Schilderung verankert die Rückkehr des jungen Priesters sichtbar in seiner Familie und der katholischen Gemeinde von El Reno. Rückkehr, Primiz und PfarrernennungenCollage: Rückkehr, Primiz und Pfarrernennungen: Zeitgenössische Quellen zu Edmond van Elms Rückkehr aus Innsbruck und seinem priesterlichen Wirken in Oklahoma: Zeitungsbericht über seine Heimkehr und erste feierliche Messe, Einladung zur Primiz am 16. August 1936 in der Sacred Heart Church in El Reno, ein biografischer Zeitungsausschnitt sowie die amtliche Bekanntgabe seiner Ernennung zum Pfarrer von Bristow vom 9. September 1941. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. Kurzer QuellenkommentarDie Quellen dokumentieren van Elms Übergang von der Innsbrucker Ausbildung in die Seelsorge in Oklahoma. Der Bericht über seine Rückkehr bestätigt die Priesterweihe am 29. März 1936 in Innsbruck und kündigt seine erste feierliche Messe am 16. August 1936 in El Reno an. Die Einladung belegt Datum, Uhrzeit und Ort dieser Feier. Zwischen den beiden späteren Zeitungsausschnitten besteht jedoch eine Unstimmigkeit: Das Porträt berichtet von van Elms Ernennung zum Pfarrer von Poteau, während die mit „Sept. 9, 1941“ datierte amtliche Bekanntmachung ihn als Pfarrer von Bristow und Joseph A. LaBonte als Pfarrer von Poteau nennt. Bis zu einer Überprüfung anhand der Personalakten des damaligen Bistums sollte die amtliche Ernennung nach Bristow als besser belegte Angabe gelten; der Bericht über Poteau ist als widersprüchliche zeitgenössische Meldung zu kennzeichnen. Erste Jahre als SeelsorgerIm September 1936 erhielt van Elm seine erste Anstellung als Assistenzpriester an der damaligen St. Joseph’s Cathedral in Oklahoma City. Ein 1941 veröffentlichter Bericht bezeichnet ihn als weithin bekannten Assistenten, der dort genau fünf Jahre tätig gewesen sei. Im selben Jahr erfolgte seine Ernennung zum Pfarrer. Die überlieferten Zeitungsausschnitte sind bei der konkreten Gemeindezuordnung nicht vollständig widerspruchsfrei. Ein Porträtartikel nennt Poteau als neue Pfarre; eine Liste offizieller Ernennungen vom 9. September 1941 führt dagegen „Rev. Edmund Van Elm – Pastor of Bristow“ an und nennt Joseph A. LaBonte für Poteau. Möglich ist eine kurzfristige Änderung oder eine rasch aufeinanderfolgende Versetzung. Ohne zusätzliche Diözesanakten sollte die genaue Abfolge daher offenbleiben. Pfarrer in Okarche und Mentor Stanley Rothers1947 wurde Father Edmund van Elm nach Okarche berufen, nachdem der dortige Pfarrer schwer erkrankt war. Als langjähriger Pfarrer von Holy Trinity wurde er zu einer prägenden Gestalt der ländlichen katholischen Gemeinde. Erinnerungen aus der Familie Rother beschreiben ihn als volksnahen Seelsorger, der nicht nur am Gemeindeleben teilnahm, sondern auch bei der landwirtschaftlichen Arbeit half und mit Familien am Tisch saß. Sein Einfluss zeigt sich besonders im Lebensweg Stanley Francis Rothers. Als Rother wegen schulischer Schwierigkeiten sein erstes Priesterseminar verlassen musste, gab van Elm dessen Berufungswunsch nicht auf. Gemeinsam mit Rothers Vater begleitete er den jungen Mann zu Bischof Victor Reed. Der Bischof ermöglichte Rother daraufhin die Fortsetzung seiner Ausbildung an einem anderen Seminar. 1963 wurde Rother zum Priester geweiht. Van Elm kannte Rother bereits als Jungen aus der Pfarrgemeinde. Er unterrichtete und begleitete die Kinder von Holy Trinity, half der Familie Rother bei Arbeiten auf dem Hof und unterstützte Stanley persönlich. Die Formulierung, er habe Rother „zum Priester ausgebildet“, wäre allerdings zu weitgehend: Belegt ist vielmehr, dass er als Pfarrer, Vorbild, Förderer und Fürsprecher entscheidend dazu beitrug, dass Rother seinen Berufungsweg trotz eines schweren Rückschlags fortsetzen konnte. Auch an der Sacred Heart Catholic School blieb van Elm nach den überlieferten Familienangaben besonders in der Arbeit mit Kindern engagiert. Diese Erinnerung passt zu dem Bild eines Pfarrers, der Glaubensvermittlung mit praktischer Nähe zu Familien und ihrem Alltag verband. Stanley Rother ging 1968 als Missionar nach Santiago Atitlán in Guatemala. Dort arbeitete er eng mit der indigenen Tz’utujil-Bevölkerung, lernte ihre Sprache und blieb trotz der Gewalt des Bürgerkriegs bei seiner Gemeinde. Am 28. Juli 1981 wurde er ermordet. Papst Franziskus erkannte ihn 2016 als Märtyrer an; am 23. September 2017 wurde er in Oklahoma City seliggesprochen. Van Elms geduldige Begleitung in einer entscheidenden Krise erscheint damit als ein wichtiger, bislang wenig beachteter Beitrag zu Rothers Lebensweg. Edmond van Elm in späteren Jahren und im Kreis seiner Familie Edmond van Elm in späteren Lebensjahren: zwei Porträtaufnahmen des Priesters sowie ein Familienfoto, das ihn gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater zeigt. Aufnahmeorte und Entstehungsdaten sind bislang nicht eindeutig geklärt. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. Edmond van Elm, Stanley Rother und die spätere ErinnerungEdmond van Elm und Stanley Rother: Die historischen Aufnahmen erinnern an ihre persönliche Verbindung und an van Elms Unterstützung des späteren Missionars auf dessen Weg zum Priestertum. Eine Informationstafel erläutert außerdem die Benennung der Van Elm Avenue und würdigt van Elms langjähriges Wirken als Pfarrer der Holy Trinity Catholic Church in Okarche. Quelle der Fotografien: Familienarchiv Stinger, USA. Das Canisianum nach dem „Anschluss“ 1938Edmond van Elms Innsbrucker Studienzeit endete 1936, zwei Jahre vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich. Am 21. November 1938 wurde das internationale Priesterkolleg Canisianum von den Nationalsozialisten geschlossen. Die Gemeinschaft musste Innsbruck verlassen und setzte ihre Tätigkeit vorübergehend in Sitten/Sion in der Schweiz fort. Erst 1945 konnte das Canisianum nach Innsbruck zurückkehren. Nach schriftlicher Auskunft des Office Canisianum wurde ein großer Teil der personenbezogenen Unterlagen vernichtet, um zu verhindern, dass Informationen über Priester und Seminaristen in die Hände des NS-Regimes gelangten. Das Personenregister mit Edmond van Elms Eintrag blieb hingegen erhalten und besitzt daher besonderen historischen Wert. Diese Archivauskunft erklärt, weshalb heute nur noch einzelne Dokumente zu seinem Studium und zum damaligen Seminarleben überliefert sind. Umfang, Zeitpunkt und genaue Umstände der Aktenvernichtung konnten im Rahmen der bisherigen Recherchen jedoch noch nicht anhand weiterer Quellen überprüft werden. Van Elms Studienunterlagen dokumentieren eine untergegangene Phase internationaler katholischer Ausbildung unmittelbar vor der nationalsozialistischen Zerschlagung kirchlicher Institutionen. Für das Digitale Biografische Archiv ist seine Biografie vor allem als Bindeglied bedeutsam: Sie führt von der internationalen theologischen Welt Innsbrucks vor 1938 in die amerikanische Kirchengeschichte und weiter zu Stanley Rother, der 1981 als Missionar in Guatemala ermordet wurde. Eine eigene Verfolgungs- oder Widerstandsgeschichte Edmond van Elms ist bislang nicht belegt und sollte ihm daher nicht nachträglich zugeschrieben werden. Quellenkritische EinordnungDie Rekonstruktion von Edmond van Elms Innsbrucker Jahren stützt sich auf unterschiedliche Quellengattungen. Der Studierendenausweis, das Personenregister und das Weihebuch sind zeitgenössische institutionelle Quellen. Sie ermöglichen eine verlässliche Einordnung seines Studiums, seines Aufenthalts im Canisianum und seiner Priesterweihe. Briefe und Fotografien aus dem Familienarchiv ergänzen die amtlichen Unterlagen um persönliche Eindrücke. Ihre zeitgenössischen oder später hinzugefügten handschriftlichen Beschriftungen liefern wichtige Hinweise, müssen jedoch quellenkritisch geprüft werden. Dies betrifft insbesondere die Fotografien mit der Bezeichnung „Rome trip Easter 1934“, da bislang kein entsprechender Eintrag in den konsultierten kirchlichen Archivbeständen gefunden wurde. Das Personenregister vermerkt hingegen eine Romreise im März 1933. Ob es sich um zwei verschiedene Reisen handelt oder eine Datierung irrtümlich überliefert wurde, ist derzeit nicht geklärt. Auch die knappe Charakterisierung van Elms im Personenregister ist als subjektive interne Beurteilung aus dem damaligen Seminarbetrieb zu verstehen. Sie gibt die Wahrnehmung eines Beurteilenden zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder, vermittelt aber kein vollständiges Bild seiner Persönlichkeit oder seiner späteren Tätigkeit. Amerikanische Zeitungsberichte dokumentieren seine Rückkehr und seine ersten seelsorglichen Aufgaben. Bei den Angaben zu seiner Pfarrernennung im Jahr 1941 besteht allerdings eine Unstimmigkeit: Ein Bericht nennt Poteau, während eine amtliche Bekanntmachung vom 9. September 1941 van Elm als Pfarrer von Bristow ausweist. Bis zu einer Überprüfung anhand diözesaner Personalakten ist der amtlichen Bekanntmachung der höhere Belegwert einzuräumen. Fazit Die neuen Archivauskünfte zeichnen ein wesentlich genaueres Bild von Edmond Andrew van Elms Innsbrucker Jahren. Von 1932 bis 1936 studierte er acht Semester an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und lebte als Seminarist im internationalen Collegium Canisianum. Im Jahr 1932 gehörte er dort zu rund 50 Studenten aus den Vereinigten Staaten. Am 29. März 1936 wurde van Elm gemeinsam mit 21 weiteren Kandidaten in der Kapelle des Canisianums zum Priester geweiht. Weihespender war Bischof Sigismund Waitz, Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch. Die Weihe ist durch das Weihebuch eindeutig belegt. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten wirkte van Elm als Seelsorger in Oklahoma. Besonders bedeutsam war sein späteres Wirken in Okarche, wo er Stanley Rother als jungen Mann begleitete und ihn in einer entscheidenden Phase auf seinem Weg zum Priestertum unterstützte. Van Elms Biografie verbindet damit die internationale katholische Bildungswelt Innsbrucks mit der Kirchen- und Lokalgeschichte Oklahomas. Die erhaltenen Archivalien, Briefe und Familienfotografien machen diese Verbindung sichtbar. Zugleich erinnern die Überlieferungslücken an die Folgen, welche die nationalsozialistische Herrschaft auch für kirchliche Institutionen und deren Archive hatte. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Wann und wo wurde Edmund Andrew van Elm geboren?Edmund Andrew van Elm wurde am 5. Februar 1911 in St. Leo im US-Bundesstaat Kansas geboren. Seine Familie lebte später in El Reno, Oklahoma. Wann und wo studierte er in Innsbruck?Van Elm studierte von Oktober 1932 bis 1936 insgesamt acht Semester an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Das Collegium Canisianum war nicht seine Ausbildungsstätte im akademischen Sinn, sondern sein Wohn-, Lern- und geistlicher Ausbildungsort. Wo wohnte er während seines Studiums?Als Innsbrucker Wohnadresse ist im Studierendenausweis das Collegium Canisianum, Tschurtschenthalerstraße 7, eingetragen. Dort lebte van Elm als Mitglied einer internationalen Gemeinschaft von Theologiestudenten. Nahm Edmund van Elm an einer Romreise teil?Ja. Das Personenregister des Canisianums enthält einen Hinweis auf seine Teilnahme an einer Romreise im März 1933. Die genaue Organisation und der Ablauf dieser Reise sind bislang jedoch nicht vollständig geklärt. Wann und wo wurde er zum Priester geweiht?Edmund van Elm wurde am 29. März 1936, dem Palmsonntag, in der Kapelle des Canisianums in Innsbruck zum Priester geweiht. Weihespender war Bischof Sigismund Waitz, Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch. Die Weihe ist im Weihebuch der Apostolischen Administratur dokumentiert. Mit wie vielen Kandidaten wurde er geweiht?Gemeinsam mit van Elm empfingen 21 weitere Kandidaten die Priesterweihe. Ein großer Teil von ihnen stammte ebenfalls aus den Vereinigten Staaten. Welche Verbindung bestand zu Stanley Rother?Van Elm wirkte als Pfarrer in Okarche und kannte Stanley Rother bereits als Jungen. Er unterstützte ihn auch bei schulischen Fragen. Nachdem Rother ein Priesterseminar verlassen musste, setzte sich van Elm bei Bischof Victor Reed dafür ein, dass er seine Priesterausbildung fortsetzen konnte. War Edmund van Elm im Widerstand gegen den Nationalsozialismus?Eine eigene Widerstands- oder Verfolgungsgeschichte Edmund van Elms ist bislang nicht belegt. Seine Innsbrucker Studienzeit endete 1936 und damit zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Schließung des Canisianums. Diese Ereignisse bilden einen wichtigen historischen Kontext, dürfen jedoch nicht als Nachweis einer persönlichen Widerstandstätigkeit verstanden werden. Warum sind nur wenige Unterlagen zu seiner Zeit im Canisianum erhalten?Nach Auskunft des Office Canisianum wurde 1938 ein großer Teil der personenbezogenen Unterlagen vernichtet, damit Informationen über Priester und Seminaristen nicht in die Hände der Nationalsozialisten gelangten. Das Personenregister mit van Elms Eintrag blieb erhalten. Wann starb Edmund van Elm und wo wurde er bestattet?Edmund van Elm starb am 11. September 1976. Er wurde auf dem El Reno Cemetery im Canadian County im US-Bundesstaat Oklahoma beigesetzt. Quellenkritischer KommentarDer Studierendenausweis ist eine zeitgenössische amtliche Quelle und besitzt für Geburtsangaben, Staatsangehörigkeit, Fakultätszugehörigkeit, Innsbrucker Wohnadresse und Studiendauer einen hohen Belegwert. Er verzeichnet den Namen in der Form „Edmond A. van Elm“, während amerikanische Quellen überwiegend „Edmund Van Elm“ beziehungsweise den vollständigen Namen „Edmund Andrew van Elm“ verwenden. Im Titel und im biografischen Text wird daher die in seinem späteren Leben gebräuchliche amerikanische Namensform verwendet. Das im Studierendenausweis verkürzt angegebene Geburtsdatum „2/5/11“ ist entsprechend den amerikanischen Quellen als 5. Februar 1911 zu lesen. Die Priesterweihe am 29. März 1936 ist nicht mehr ausschließlich durch amerikanische Zeitungsberichte, sondern auch durch das Weihebuch der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch belegt. Die zeitgenössischen amerikanischen Zeitungsausschnitte liefern wichtige Angaben zu van Elms Rückkehr und seinen ersten seelsorglichen Aufgaben, enthalten jedoch eine Unstimmigkeit hinsichtlich einer Pfarrernennung im Jahr 1941. Diese Angabe sollte daher mit den Personalunterlagen des damaligen Bistums beziehungsweise der heutigen Erzdiözese Oklahoma City abgeglichen werden. Ein moderner Hinweistext zur Van Elm Avenue ist eine sekundäre Darstellung ohne erkennbare Quellenangabe und kann daher lediglich als Forschungsansatz dienen. Van Elms Verbindung zu Stanley Rother lässt sich hingegen durch Veröffentlichungen der Erzdiözese Oklahoma City und weitere kirchliche Quellen stützen. Sister Theodore Mary von Elm – zwei biografische QuellenZwei biografische Quellen über Sister Theodore Mary von Elm (1921–1994), die Schwester von Edmond van Elm: links ihre Würdigung im * * Sacred Heart Parish Centennial Book* von 1990, rechts ein nach ihrem Tod veröffentlichter Lebens- und Gedenktext. Beide Dokumente enthalten Porträtaufnahmen und Angaben zu ihrem Ordensleben und sozialen Wirken. Quelle: Familienarchiv Stinger, USA. Quellenkritischer Kommentar Beide Quellen bestätigen, dass Sister Theodore Mary von Elm am 26. April 1921 in El Reno als Tochter von Theodore und Johanna von Elm geboren wurde und eine Schwester des Priesters Edmond van Elm war. Ihr Taufname wird als „Magdalen“ beziehungsweise „Mary Magdalen von Elm“ angegeben; „Sister Theodore Mary“ war ihr Ordensname.
Der Beitrag im Sacred Heart Parish Centennial Book entstand 1990 noch zu ihren Lebzeiten und beschreibt vor allem ihre Ausbildung, ihre Ordensprofess und ihre vielfältigen Tätigkeiten als Lehrerin, Ausbilderin und Mitarbeiterin sozialer Einrichtungen. Der spätere Gedenktext ergänzt ihr Todesjahr 1994, die letzten Lebensstationen und eine persönliche Würdigung ihres Einsatzes für ältere Menschen.
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