"Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale"
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Dr. jur. Richard Preßburger 
(1862-1938)



Richard Preßburger – Staranwalt der Ersten Republik

6/8/2026

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Dr._Franz_Pessler

Richard Preßburger (1861-1938) – Staranwalt der Ersten Republik

Richard Preßburger zählt zu den markantesten Juristenpersönlichkeiten der österreichischen Zwischenkriegszeit. Als Strafverteidiger erwarb er sich in Jahrzehnten den Ruf eines außergewöhnlich versierten Anwalts – und wurde nicht zuletzt durch seine Rolle im Halsman-Prozess zu einer Figur, die weit über Fachkreise hinaus bekannt war. Sein Leben steht exemplarisch für das liberale jüdische Bildungsbürgertum der späten Habsburgermonarchie: geprägt von Aufstieg, Leistung und dem Glauben an den Rechtsstaat – und abrupt beendet kurz vor dessen endgültigem Zusammenbruch.
Geboren am 16. Februar 1862 in Wien, promovierte Preßburger 1886 zum Dr. jur. und ließ sich 1893 als Hof- und Gerichtsadvokat nieder. In den folgenden Jahrzehnten verteidigte er in einigen der aufsehenerregendsten Strafprozesse der Monarchie und der Republik: dem Hochverratsprozess gegen den ehemaligen Kriegsminister Auffenberg (1915), mehreren Mordprozessen der Zwischenkriegszeit sowie zahlreichen politischen Verfahren. Das Publikum verfolgte seine Auftritte mit einer Aufmerksamkeit, die sonst Theaterstars vorbehalten war – der Beiname „Lieblingsanwalt des Publikums" war keine Übertreibung.
Preßburger war dabei mehr als ein brillanter Taktiker im Gerichtssaal. Als entschiedener Gegner der Todesstrafe und Mitglied internationaler juristischer Vereinigungen setzte er sich für eine grundlegende Reform des Strafverfahrens ein – ein Engagement, das ihn als Juristen der Aufklärungstradition ausweist.
Er starb am 28. Januar 1938 in Wien – wenige Wochen vor dem „Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, dem er damit gerade noch entging.

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Blog (EN) Dr. jur._Richard _Preßburger

Richard Preßburger und der Halsman-Prozess

Im Dezember 1928 übernahm Richard Preßburger die Verteidigung des damals 22-jährigen Philippe Halsman vor dem Innsbrucker Schwurgericht – und betrat damit einen Prozess, der von Beginn an unter keinem guten Stern stand. Die öffentliche Stimmung war aufgeheizt, antisemitische Ressentiments bestimmten die Atmosphäre im Gerichtssaal wie in der Presse.
Der Vorwurf wog schwer: Philippe Halsman, ein jüdischer Student aus Riga, sollte seinen Vater Morduch (Max) Halsman während einer Bergtour im Zillertal ermordet haben. Ein eindeutiges Tatmotiv fehlte, das gesamte Verfahren stützte sich auf Indizien – und dennoch entwickelte sich der Fall zu einem der meistdiskutierten Justizfälle Europas. Zeitgenossen und spätere Historiker sahen im Halsman-Prozess ein frühes, deutliches Beispiel für antisemitisch beeinflusste Justizmechanismen in Österreich. Dass sich schließlich Persönlichkeiten wie Sigmund Freud, Albert Einstein, Thomas Mann und Jakob Wassermann öffentlich für den Verurteilten einsetzten, zeigt, welche Dimension der Fall angenommen hatte.
Preßburger kämpfte. Er wies auf Widersprüche in den Gutachten hin, thematisierte die vergiftete Stimmung – und legte nach der ersten Verurteilung zu zehn Jahren schwerem Kerker erfolgreich Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof ein. Das Urteil wurde 1929 tatsächlich aufgehoben, eine Neuverhandlung angeordnet.
Im zweiten Verfahren jedoch trat Preßburger nicht mehr als Hauptverteidiger auf. An seine Stelle traten die Innsbrucker Anwälte Franz Pessler und Paul Mahler. Genau diese Ablösung dürfte der Ursprung einer bis heute gelegentlich auftauchenden Verwechslung sein: Die Namen „Preßburger", „Pressler" und „Pessler" ähneln einander, und in den Erinnerungen ehemaliger Dachau-Häftlinge sowie späteren Zeitzeugenberichten vermischten sich offenbar die Rollen beider Männer. Richard Preßburger führte den ersten, spektakulären Prozess – Franz Pessler den zweiten.

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Blog 87 Dr. Ernst Verdross (einzeln)

Buchpräsentation _KZ-Dachau

Der Fall Dreyfus – Ein Justizirrtum von weltgeschichtlicher Bedeutung

Im Jahr 1894 wurde Alfred Dreyfus, Artillerieoffizier der französischen Armee, des Landesverrats beschuldigt – und zu lebenslanger Verbannung auf die Teufelsinsel verurteilt. Die Beweise waren fehlerhaft, das Verfahren von Vorurteilen durchdrungen, das politische Klima vergiftet. Dreyfus war Jude. Das allein genügte vielen als Beweis.
Als sich in den folgenden Jahren herausstellte, dass die Anschuldigungen haltlos waren, wurde der Fall zur internationalen Affäre. Schriftsteller, Juristen und Intellektuelle forderten lautstark eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Den wirkungsmächtigsten Beitrag leistete der Schriftsteller Émile Zola: Sein offener Brief „J'accuse…!" – 1898 auf der Titelseite einer Pariser Tageszeitung erschienen – prangerte die Missstände im französischen Justizsystem in einer Direktheit an, die das Land spaltete und die Welt aufhorchen ließ.
Der Fall Dreyfus wurde zum Symbol – für den Kampf um Rechtsstaatlichkeit, für das Recht auf ein faires Verfahren, für den Schutz von Minderheiten vor staatlicher Willkür. Seine Wirkung reichte weit über Frankreich hinaus. In ganz Europa schärfte er das Bewusstsein für die Gefahren einer politisierten Justiz und gab Juristen wie Menschenrechtsaktivisten neue Argumente in die Hand.
Auch im Wien der Zwischenkriegszeit blieb der Fall präsent. Die Auseinandersetzung mit Fehlurteilen und die konsequente Verteidigung der Rechte von Angeklagten – beides gehörte zum Kern des anwaltlichen Selbstverständnisses von Dr. Richard Preßburger. Dass er Jahrzehnte später in einem Prozess stand, den Beobachter offen mit dem Fall Dreyfus verglichen, war kein Zufall.

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de.wikipedia.org/wiki/Dreyfus-Affäre#Vorlage_Exzellent

Historischer Hintergrund des Halsman-Prozesses

Der Halsman-Prozess fiel in eine Zeit, in der Österreich politisch und gesellschaftlich unter zunehmendem Druck stand. Antisemitismus war weit verbreitet – in Tirol besonders ausgeprägt. Teile der Presse nutzten den Prozess gegen den jungen jüdischen Studenten gezielt, um nationalistische Stimmungen zu schüren und die Öffentlichkeit zu emotionalisieren.
Es verwundert daher nicht, dass Historiker den Fall gelegentlich als „österreichischen Dreyfus-Fall" bezeichnen. Die Parallele zum berühmten französischen Justizskandal um Alfred Dreyfus liegt nahe: In beiden Fällen verbanden sich gesellschaftliche Vorurteile, nationale Ressentiments, mediale Kampagnen und tiefgreifende Zweifel an der Unparteilichkeit der Justiz zu einem Gemenge, das eine faire Verhandlung von vornherein erschwerte.
Philippe Halsman wurde schließlich durch Bundespräsident Wilhelm Miklas begnadigt. Er emigrierte zunächst nach Paris, dann in die USA – und wurde dort zu einem der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seine Porträts von Albert Einstein, Marilyn Monroe, Winston Churchill und Salvador Dalí erlangten Weltruhm und sind bis heute ikonisch.
Der Fall selbst blieb im kulturellen Gedächtnis präsent. Literarische und filmische Aufarbeitungen folgten in den Jahrzehnten nach dem Prozess. Besondere Bekanntheit erlangte der Spielfilm Jump! (2008), in dem Patrick Swayze die Rolle des Verteidigers Richard Preßburger übernahm.

Lesen Sie mehr:

de.wikipedia.org/wiki/Richard_Preßburger

www.biographien.ac.at/oebl/oebl_P/Pressburger_Richard_1862_1938.xml

www.kraus.wienbibliothek.at/legalkraus/D_000125-125-000.html?prs=off&inst=off&plc=off&ltxts=off&wrk=off&quts=off&fullscreen=off&img=on

www.oesta.gv.at/dam/jcr:681a645b-a492-41e2-a1c4-0fb216b3643f/AdM%20August%2021%20Anklage.pdf

Fazit

Richard Preßburger war mehr als ein erfolgreicher Strafverteidiger. Er verkörperte ein Rechtsverständnis, das auf Aufklärung, Menschenwürde und dem unbedingten Glauben an ein faires Verfahren gründete – Werte, die in der Zwischenkriegszeit zunehmend unter Druck gerieten.
Der Halsman-Prozess bündelt diese Spannungen exemplarisch. Ein junger jüdischer Student, eine aufgeheizte Öffentlichkeit, eine von Ressentiments durchdrungene Atmosphäre – und ein Anwalt, der sich dem entgegenstellte. Dass Preßburger das erste Urteil zu Fall bringen konnte, war ein juristischer Erfolg. Dass es eines solchen Kampfes überhaupt bedurfte, war ein Zeichen der Zeit.
Die Parallele zum Fall Dreyfus, die Zeitgenossen und Historiker gleichermaßen zogen, ist keine Übertreibung. In beiden Fällen versagte die Justiz dort, wo sie am meisten gefordert war: als Schutzwall gegen Vorurteil und politischen Druck. Und in beiden Fällen waren es Einzelne – Anwälte, Schriftsteller, Intellektuelle – die das Versagen öffentlich machten und nicht ruhen ließen.
Richard Preßburger starb im Januar 1938, wenige Wochen vor dem „Anschluss". Er erlebte nicht mehr, wie das Rechtssystem, dem er sein Leben gewidmet hatte, endgültig zerstört wurde. Sein Wirken aber bleibt dokumentiert – als Zeugnis dafür, was engagierte Jurisprudenz bedeuten kann, gerade dann, wenn der Rechtsstaat am gefährdetsten ist.

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Online unter, https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:e4589f1b-3fd2-44fa-bd16-a2ab01b1e4a0/Adm%20August%2021%20Anklageschrift.pdf, (Stand: 12. Juni 2026)

Dokument zum Auffenberg-Prozess (1915)

Die hier gezeigte Anklageschrift des k.u.k. Divisionsgerichts in Wien vom Juni 1915 dokumentiert einen der aufsehenerregendsten politischen Prozesse der späten Habsburgermonarchie. Gegen den ehemaligen k.u.k. Kriegsminister General Moritz Ritter von Auffenberg wurde der Vorwurf des Verrats militärischer Geheimnisse erhoben. Der Fall erregte weit über Österreich-Ungarn hinaus Aufmerksamkeit und entwickelte sich zu einem bedeutenden Justiz- und Politikum der Kriegsjahre.
Für Dr. Richard Preßburger markierte die Verteidigung Auffenbergs einen wichtigen Abschnitt seiner Karriere. Der Prozess trug wesentlich zu seinem Ruf als einer der bekanntesten Strafverteidiger seiner Zeit bei und machte ihn einem breiten Publikum bekannt. Das Dokument vermittelt zugleich einen Einblick in die Sprache, die Verfahrenspraxis und die politische Kultur der österreichisch-ungarischen Militärjustiz unmittelbar vor dem Ende der Monarchie.

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austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Historisches_von_Graupp/MORITZ_VON_AUFFENBERG-KOMAROW

Hof- und Gerichtsadvokat

Der Titel Hof- und Gerichtsadvokat war in der Habsburgermonarchie die offizielle Bezeichnung für einen zugelassenen Rechtsanwalt mit besonderer Befugnis zur Vertretung von Parteien vor den Gerichten. Die Bezeichnung „Hof“ verweist auf die ursprüngliche Zulassung vor den kaiserlichen Behörden und Gerichten, während „Gerichtsadvokat“ die Tätigkeit als Prozessvertreter bezeichnete. Hof- und Gerichtsadvokaten gehörten zur juristischen Elite der Monarchie und waren häufig in bedeutenden Zivil-, Straf- und Verwaltungsverfahren tätig. Nach dem Ende der Monarchie blieb die Berufsbezeichnung teilweise noch im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten, wurde jedoch schrittweise durch die moderne Bezeichnung „Rechtsanwalt“ ersetzt.

Nichtigkeitsbeschwerde

Die Nichtigkeitsbeschwerde war und ist im österreichischen Strafprozess ein außerordentliches Rechtsmittel gegen Urteile, wenn schwerwiegende Verfahrensfehler oder Rechtsverletzungen vorliegen. Dabei wird nicht die Beweiswürdigung des Gerichts überprüft, sondern die Frage, ob das Verfahren rechtmäßig durchgeführt wurde und das Urteil den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Im Fall Philippe Halsmans gelang es Richard Preßburger, eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof einzubringen. Der Gerichtshof hob daraufhin das Urteil auf und ordnete eine neuerliche Verhandlung an.

Schwerer Kerker

Der Begriff schwerer Kerker bezeichnete im österreichischen Strafrecht des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine besonders strenge Form der Freiheitsstrafe. Sie unterschied sich vom gewöhnlichen Kerker durch verschärfte Haftbedingungen, die unter anderem harte körperliche Arbeit, Einschränkungen bei Besuchen und Korrespondenz sowie zeitweise verschärfte Arrestbedingungen umfassen konnten. Die Strafe galt als eine der schwersten Sanktionen des damaligen Strafrechts und wurde insbesondere bei schweren Verbrechen verhängt. Im Fall Philippe Halsmans lautete das Urteil des ersten Prozesses auf zehn Jahre schweren Kerkers.
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    Autorin
    Elisabeth Walder
    ​BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin

    Archives

    ​Primärquellen und zeitgenössische Dokumente
    Verdross, Ernst: KZ-Dachau Lebenserinnerungen / KZ-Dachau-Protokoll, unveröffentlichtes Manuskript, Privatarchiv Dr. Markus Illmer, Innsbruck. DÖW (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol und Vorarlberg 1934–1945. Eine Dokumentation, Bd. 2, Wien/München 1984. Walder, Elisabeth (Hrsg.): KZ-Dachau Häftlingsnummer 14354. Dr. Ernst Verdross – Widerstand, Haft und die Pflicht zur Menschlichkeit, Innsbruck 2025.

    Literatur zum Fall Halsman
    Anklage Vatermord von Martin Pollack, Wien 2002. Fraenkel, Heinrich: The Halsman Case, London 1953. Ceplair, Larry / Englund, Steven: The Inquisition in Hollywood, Berkeley 1983. (Enthält Hinweise zur späteren Karriere Philippe Halsmans.) Philippe Halsman: Philippe Halsman. A Retrospective, New York 1983.

    Literatur zu Richard Preßburger
    Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950: Artikel zu Richard Preßburger. Rathkolb, Oliver: Die paradoxe Republik. Österreich 1945 bis 2005, Wien 2005. (Zum politischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Ersten Republik.) Botz, Gerhard: Gewalt in der Politik. Attentate, Zusammenstöße, Putschversuche, Unruhen in Österreich 1918–1938, München 1983. Hanisch, Ernst: Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, Wien 1994.

    Literatur zur NS-Zeit und Erinnerungskultur in Tirol
    Steininger, Rolf: Tirol und der Nationalsozialismus, Innsbruck 1991. Gehler, Michael: Tirol im 20. Jahrhundert, Innsbruck/Wien 2008. Drexel, Gilbert / Walter, Sylvia: Erinnerungsorte des Nationalsozialismus in Tirol, Innsbruck 2015. Pelinka, Anton: Österreichische Zeitgeschichte. Gesellschaft – Politik – Kultur 1918–2000, Wien 2001.
    ​
    Online-Quellen
    NS-Widerstand Hall in Tirol ERINNERN:AT Tirol – Buchpräsentation „KZ-Dachau Häftlingsnummer 14354“ ORF Tirol – Fotostar Halsman: Justizdrama in Tirol ORF Ö1 – Der rätselhafte Absturz des Morduch Max Halsmann MeinBezirk Tirol – Der Fall Philipp Halsmann Austria-Forum – Richard Preßburger



    Zum Hof- und GerichtsadvokatenPrimär- und Rechtsquellen
    Hermann, Rudolf (Hrsg.): Die Rechtsanwaltsordnung vom 6. Juli 1868 und das Disziplinarstatut für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter samt allen einschlägigen Vorschriften. 3., neu bearb. Aufl., Wien: Manz, 1933.  Rechtsanwaltsordnung (RAO) vom 6. Juli 1868, RGBl. Nr. 96/1868. Die RAO bildete die gesetzliche Grundlage des österreichischen Anwaltsstandes in der späten Monarchie. 

    Historische Nachschlagewerke
    Meyers Großes Konversations-Lexikon, Bd. 9, Leipzig/Wien 1907, Stichwort „Hof- und Gerichtsadvokat“. Darin wird erklärt, dass Hof- und Gerichtsadvokaten nicht nur vor unteren Gerichten, sondern auch vor den sogenannten Hofstellen auftreten durften.  Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Artikel zu österreichischen Juristen und Advokaten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. 

    Zur NichtigkeitsbeschwerdeStandardwerke zum österreichischen Strafprozessrecht
    Foregger, Egmont / Serini, Otto: Strafprozessordnung. Wien: Manz (mehrere Auflagen). Fabrizy, Ernst Eugen: Strafprozessrecht. Wien: Manz. Birklbauer, Alois / Hinterhofer, Hubert / Tipold, Alexander: Österreichisches Strafprozessrecht. Wien: Facultas. Diese Werke erläutern die historische und heutige Funktion der Nichtigkeitsbeschwerde als Rechtsmittel zum Schutz der Gesetzmäßigkeit des Strafverfahrens.

    Historischer Bezug zum Halsman-Prozess
    Pollack, Martin: Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann. Wien: Zsolnay, 2002. Dieses Werk beschreibt detailliert die erfolgreiche Nichtigkeitsbeschwerde Richard Preßburgers gegen das erste Halsman-Urteil.


    Zum „schweren Kerker“Historische Strafrechtsliteratur
    Kadečka, Friedrich: Das österreichische Strafrecht. Wien, verschiedene Auflagen. Lammasch, Hans: Grundriss des österreichischen Strafrechts. Wien, mehrere Auflagen. Ogris, Werner: Elemente der österreichischen Rechtsgeschichte. Wien: Manz. Diese Werke behandeln die Strafarten des Allgemeinen Strafgesetzes von 1852, darunter Kerker, schwerer Kerker und schwerer Kerker mit verschärften Bestimmungen.
    Gesetzesquelle
    Allgemeines Strafgesetz vom 27. Mai 1852 (österreichisches Strafgesetzbuch 1852), insbesondere die Bestimmungen über Kerkerstrafen und deren Verschärfungen.


    Literatur zu Richard PreßburgerFür die biographischen Angaben zu Richard Preßburger empfehle ich zusätzlich:
    Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.  Austria-Forum / AustriaWiki – Richard Preßburger Pollack, Martin: Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann. Wien: Zsolnay, 2002. Wissenschaftliche Fußnoten (Beispiel)

    Zum Hof- und Gerichtsadvokaten:
    Vgl. Rudolf Hermann
    (Hrsg.), Die Rechtsanwaltsordnung vom 6. Juli 1868 und das Disziplinarstatut für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter, 3. Aufl., Wien 1933, sowie Meyers Großes Konversations-Lexikon, Bd. 9, Leipzig/Wien 1907, Stichwort „Hof- und Gerichtsadvokat“. 
    Zur Nichtigkeitsbeschwerde:
    Vgl. Martin Pollack, Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann, Wien 2002, S. 190–205.

    ​Zum schweren Kerker:
    Vgl. Werner Ogris, Elemente der österreichischen Rechtsgeschichte, Wien 1993, sowie die Bestimmungen des Allgemeinen Strafgesetzes von 1852 über die Strafart des schweren Kerkers.

    Ergänzende Fußnoten:
    [6] Richard Preßburger, Austria-Forum/AustriaWiki. 
    [7] Österreichisches Biographisches Lexikon, zit. nach AustriaWiki. 
    [8] Ebenda. 
    [9] Ebenda. 
    [10] ORF Tirol: „Fotostar Halsman: Justizdrama in Tirol“. 
    [11] ORF Ö1 Hörbilder: „Der rätselhafte Absturz des Morduch Max Halsmann“. 
    [12] Der Standard: „Linz: Weltpremiere von Jump“. 
    [13] MeinBezirk Tirol: „Der Fall Philipp Halsmann – Teil 1“. 
    [14] Ebenda. 
    [15] Die Welt: „Der Jude wird verbrannt“. 
    [16] Jewish Press: „Austria’s Dreyfus Case“. 
    [17] ORF Tirol: „Fotostar Halsman“. 
    [18] Film Jump! (2008). 

    June 2026

    Kategorie
    ​Zeitgeschichte

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