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Online unter, https://seelsorgeraum.uderns.at/wp-content/uploads/2024/04/Weihe-Gedenktafel-23.jpg (Stand: 5.11.2025) Späte Ehrung: Gedenktafel für Dr. Adolf Hörhager in Ried-Kaltenbach eingeweiht Ried-Kaltenbach, April 2024 – Am Sonntag, dem 14. April 2024, fand auf dem Friedhof der Pfarre Ried-Kaltenbach eine längst überfällige Würdigung statt: die Einweihung einer Gedenktafel für Dr. jur. Adolf Hörhager, einen Sohn Kaltenbachs, der ein Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde. Die Tafel wurde von der „Katholisch akademischen Verbindung Rheno Danubia“ aus Innsbruck gestiftet und von Pfarrer Erwin Gerst im Anschluss an eine Abendmesse feierlich enthüllt. Den Anstoß für das Gedenken gab die Verbindung „Rheno Danubia“, die sich mit der Geschichte ihrer verstorbenen Mitglieder befasste. Dabei trat das besondere Schicksal des Gründungsmitglieds Dr. Adolf Hörhager während der NS-Diktatur zutage. Das ursprüngliche Familiengrab auf dem Friedhof in Ried-Kaltenbach war bereits vor Jahren aufgelassen worden, sodass keine Urne oder kein Grabstein mehr an den Verstorbenen erinnerte. Die neue Tafel an der Seitenwand der alten Friedhofskapelle schafft nun einen öffentlich zugänglichen Erinnerungsort. Foto Bronzebüste Dr. Adolf Hörhager. In: Heimat und Museumsverein Fügen im Zillertal. Email am 4.11.2025 Ein Leben im Dienst der Öffentlichkeit und politisches Engagement Dr. Adolf Hörhager wurde am 11. Februar 1884 in Kaltenbach geboren und war später als Rechtsanwalt in Innsbruck tätig. Er war stets öffentlich und politisch aktiv, unter anderem als Mitglied des 1918 provisorisch eingerichteten Tiroler Landtags. Seine tiefe Verbundenheit mit seiner Zillertaler Heimat zeigte sich auch in wirtschaftlichen Engagements. So war er in den 1920er Jahren beispielsweise Präsident der Zillertal-Bahn und Vize-Präsident der Zillertaler Kraftwerke. Eine „Bekennernatur“: Widerstand und Martyrium Als sich Dr. Hörhager ab 1936 wieder vermehrt politisch engagierte, wurde er schnell für die Nationalsozialisten zur Zielscheibe. Wegen seines öffentlichen Auftretens gegen Adolf Hitler wurde er in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 in Innsbruck verhaftet. Im Mai 1938 wurde er von Innsbruck aus in das Konzentrationslager Dachau bei München überstellt. Im Herbst 1939 folgte eine weitere Verlegung in das Konzentrationslager Mauthausen bei Linz. Wie sein Leidensgenosse und Freund Dr. Ernst Verdross aus Hall in Tirol berichtete, war Hörhager eine „Bekennernatur“. Während andere Häftlinge auf die Frage, wie sie sich zum neuen Staat stellten, in der Hoffnung zu überleben antworteten: „Ich werde meine Pflicht tun“, erklärte Hörhager offen: „Ich bin gegen den nationalsozialistischen Staat.“ Diese unerschütterliche Haltung kostete ihn das Leben. Als älterer Mann besaß er nicht mehr die Kraft, die Strapazen der Lager durchzuhalten. Dr. Adolf Hörhager starb am 1. Februar 1940 im KZ Mauthausen an den Folgen von Zwangsarbeit und Unterernährung. Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document. Eine würdige Ehrung aus seiner akademischen Heimat Die Gedenktafel wurde von der „Katholischen akademischen Verbindung Rheno Danubia zu Innsbruck“ (K.a.V. Rheno-Danubia) gestiftet, deren Gründungsmitglied Dr. Hörhager im Jahr 1927 war. An der Zeremonie nahmen etwa 25 eigens angereiste Mitglieder und Altherren der nichtschlagenden Studentenverbindung teil. Ein besonderer Dank galt Dr. Stephan Astegger, einem Mitglied der Rheno Danubia, der die Lebensgeschichte von Dr. Hörhager und seiner Familie akribisch erforscht und während der Abendmesse die Biografie vorgetragen hatte. Drei Fotos zum Gedenken an Dr. Adolf Hörhager. In: Heimat und Museumsverein Fügen im Zillertal. Email am 4.11.2025 Online unter, https://gams.uni-graz.at/archive/objects/o:derla.tir197/methods/sdef:TEI/get?mode=view:object:images&locale=de (Stand: 5.11.2025) Dr. Adolf Hörhager Straße in Innsbruck. Online unter, https://gams.uni-graz.at/archive/objects/o:derla.tir197/datastreams/IMAGE.2/content. (Stand: 5.11.2025)
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