read more:Dr. Gertrud Theiner-Haffner (English)Dr. August HaffnerDr. Walter KrajncEinleitungDer Widerstand gegen das NS-Regime nahm viele Formen an – von organisierten Netzwerken bis zu mutigen Einzelpersonen, die aus moralischer Überzeugung handelten. Gerade ihr stiller, oft einsamer Protest verdient Aufmerksamkeit. Eine dieser Persönlichkeiten war Dr. Gertrud Theiner-Haffner aus Hall in Tirol. Ihr Engagement in der katholischen Jugendarbeit und ihr mutiger Widerspruch gegen die NS-Indoktrination machen sie zu einer exemplarischen Figur weiblichen Widerstands in Österreich. BiografieGertrud Theiner-Haffner wurde am 9. Oktober 1912 in Hall in Tirol als Tochter des Universitätsprofessors August Haffner und seiner Frau Lydia, geb. Hepperger, geboren. Sie studierte Geschichte und Musikgeschichte an der Universität Innsbruck und promovierte 1937 zur Dr. phil. Kirchliche Jugendarbeit und WiderstandVon 1938 bis 1940 war sie in der Mädchenarbeit der Diözese Innsbruck-Feldkirch tätig. In einer Zeit, in der der „Bund Deutscher Mädel“ junge Frauen systematisch ideologisch beeinflusste, stellte sich Theiner-Haffner mutig dagegen. Sie bot christlich geprägte Alternativen an, lehnte die NS-Erziehungsprinzipien ab und wandte sich öffentlich gegen die politische Einflussnahme auf Mädchen. Verfolgung und HaftIhre ablehnende Haltung rief die Gestapo auf den Plan. Nach Hausdurchsuchungen wurde sie im Oktober 1940 verhaftet und bis November inhaftiert. Aufgrund gesundheitlicher Folgen beendete sie ihre Tätigkeit in der Jugendarbeit. Zwischen 1942 und 1944 studierte sie Medizin, schloss das Studium aber nicht ab. Ehe und KriegsverlustIm Dezember 1944 heiratete sie Dr. Gebhard Theiner, einen katholischen Stabsarzt und Mitglied der A.V. Vindelicia Innsbruck. Er starb 1946 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Sambor an Fleckfieber. ZeitzeugnisIn ihren Erinnerungen schrieb sie 1945: „Wenn wir nur echte Christen gewesen wären – nicht die müden Scheinkatholiken der Systemzeit“, dann hätte der Nationalsozialismus in Tirol gar nicht aufkommen können." Späteres Leben und NachwirkenNach dem Krieg veröffentlichte sie literarische Werke unter dem Pseudonym Gabriel d’Esquilino. Sie starb 1989. Ihr Leben steht exemplarisch für stillen, aber entschlossenen Widerstand – und für den Mut, christliche Grundwerte in dunklen Zeiten zu verteidigen.
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