Nationalsozialismus in Hall in Tirol und in Tirol: NS-Widerstand,Verfolgung und Schicksale
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Dr. med. Erika Pallua (1912–1995):
​Ärztin und Unterstützerin des österreichischen  Widerstands
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Dr. med. Erika Pallua (1912–1995) – Ärztin und Unterstützerin des österreichischen Widerstands

6/6/2025

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Dr. med. Erika Pallua (1912-1995)

Die Ärztin Dr. Erika Pallua aus Hall in Tirol wirkte im katholischen Widerstandsmilieu Wiens. Sie unterstützte Verfolgte und versuchte, das Leben des zum Tode verurteilten Kaplans Heinrich Maier zu retten.
Schwarz-Weiß-Porträt von Dr. med. Erika Pallua in Gersthof im Jahr 1945. Sie ist bis zu den Schultern sichtbar und trägt einen weißen Arztkittel.
Dr. med. Erika Pallua im Jahr 1945 in Gersthof, bekleidet mit einem weißen Arztkittel. Schwarz-Weiß-Porträt. Foto: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Einleitung

Die aus Hall in Tirol stammende Ärztin Dr. Erika Pallua gehörte während der nationalsozialistischen Herrschaft zum katholisch geprägten Widerstandsmilieu in Wien. Im Umfeld der später als Maier–Messner–Caldonazzi-Gruppe bezeichneten Widerstandsorganisation unterstützte sie Menschen, die wegen ihres Einsatzes gegen das NS-Regime verfolgt wurden.
Besonders eng war ihre Verbindung zum Gersthofer Kaplan DDr. Heinrich Maier. Nach dessen Verhaftung setzte sie sich mit außergewöhnlichem Mut für seine Begnadigung ein. Damit brachte sie sich selbst in Gefahr und geriet in das Blickfeld der Gestapo.
Ihre Biografie steht beispielhaft für die häufig wenig beachtete Rolle von Frauen im österreichischen Widerstand: als Vertrauenspersonen, Unterstützerinnen, Vermittlerinnen und Bewahrerinnen menschlicher Solidarität.

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Dr. med. Erika Pallua (1912-1995)

Schwarz-Weiß-Porträt von Dr. med. Erika Pallua in Gersthof im Jahr 1945. Sie ist bis zu den Schultern sichtbar und trägt einen weißen Arztkittel.
Dr. med. Erika Pallua im Jahr 1945 in Gersthof, bekleidet mit einem weißen Arztkittel. Schwarz-Weiß-Porträt. Foto: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Herkunft und Familie

Erika Pallua wurde am 31. Mai 1912 in Schattwald im Tiroler Bezirk Reutte geboren. Ihr Vater Johann, genannt Hans, Pallua stammte aus Colle Santa Lucia in Buchenstein, heute Colle Santa Lucia in der italienischen Provinz Belluno. Er arbeitete als Steueraufsichtsbeamter. Ihre Mutter Maria Pallua, geborene Krapfinger, stammte aus Kufstein.
Erika wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern Gertraud und Franz Josef in einer katholisch geprägten Familie auf. Gertraud Pallua wurde später Musikpädagogin in Hall in Tirol, Franz Josef Pallua Jurist und Zentralinspektor bei den Österreichischen Bundesbahnen.
Nach den ersten Lebensjahren in Schattwald übersiedelte die Familie nach Hall in Tirol. Dort besuchte Erika Pallua von 1919 bis 1924 die Volksschule. Anschließend wechselte sie an das Städtische Mädchen-Realgymnasium in Innsbruck, an dem sie 1932 die Matura ablegte.

Medizinstudium in Innsbruck

Noch im Jahr ihrer Matura nahm Erika Pallua das Medizinstudium an der Universität Innsbruck auf. Bereits während ihrer Schul- und Studienzeit engagierte sie sich in katholischen Jugend- und Studentenkreisen.
Nach Angaben der Familie war sie an der Gründung der katholischen Studentinnenverbindung Finkenschaft beteiligt. Auch nach der Einschränkung beziehungsweise Auflösung katholischer Vereinigungen durch das NS-Regime hielt sie Verbindungen zu Angehörigen katholischer Hochschulverbindungen wie Austria Innsbruck und Leopoldina Innsbruck aufrecht.
Am 22. Juni 1938, wenige Monate nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, wurde Erika Pallua zum Doctor medicinae promoviert. Ihre berufliche Laufbahn begann somit in einer Zeit, in der das österreichische Gesundheits- und Hochschulwesen gewaltsam in das nationalsozialistische Herrschaftssystem eingegliedert wurde. Jüdische und politisch unerwünschte Ärztinnen und Ärzte wurden entlassen, verfolgt oder zur Emigration gezwungen.
Vierteilige Fotocollage über Dr. Erika Palluas akademischen Lebensweg. Links oben stehen Absolventinnen, Absolventen, Amtsträger und nationalsozialistische Funktionäre bei der Promotionsfeier 1938 in einem Festsaal der Universität Innsbruck. Links unten steht Erika Pallua mit mehreren Blumensträußen auf den Stufen eines Gebäudes. Rechts oben wird die ältere Erika Pallua bei einer universitären Feier mit Handschlag geehrt. Rechts unten ist ein Schwarz-Weiß-Porträt der lächelnden Ärztin zu sehen.
Promotion und spätere universitäre Ehrung von Dr. med. Erika Pallua. Die beiden Aufnahmen links zeigen die Promotionsfeier vom 22. Juni 1938 an der Universität Innsbruck sowie Erika Pallua mit Blumen vor dem Universitätsgebäude. Rechts sind ihre spätere Ehrung durch einen Vertreter der Universität und ein Porträt der Ärztin zu sehen. Digitale Zusammenstellung aus vier historischen Fotografien. Quellen: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck, und Universitätsarchiv Innsbruck.

Kurzer historischer und quellenkritischer Kommentar

Dr. Erika Pallua wurde am 22. Juni 1938 an der Universität Innsbruck zum Doctor medicinae promoviert. Die Feier fand nur wenige Monate nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich statt. Auf der Gruppenaufnahme sind Uniformen und Hakenkreuzarmbinden deutlich erkennbar. Das Foto dokumentiert damit nicht nur Palluas Studienabschluss, sondern auch die bereits sichtbare politische Gleichschaltung des universitären Zeremoniells. Die Aufnahme darf jedoch nicht als Beleg für eine politische Haltung der einzelnen Absolventinnen und Absolventen interpretiert werden.
Die später entstandene Farbfotografie zeigt die institutionelle Würdigung der inzwischen älteren Ärztin und stellt ihrem Studienabschluss eine nachträgliche akademische Anerkennung gegenüber. Die Collage verbindet somit zwei zeitlich weit auseinanderliegende Stationen ihres Lebens: die Promotion unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur und die spätere Ehrung durch die Universität.
Auf Erika Palluas Leben, ihre ärztliche Tätigkeit und ihr Wirken im Umfeld des Widerstandsnetzwerks Maier–Messner–Caldonazzi machte die Medizinische Universität Innsbruck 2025 mit dem Beitrag „Im Gedenken an Erika Pallua – Ärztin, Humanistin, Widerstandskämpferin“ aufmerksam. Der Bericht versteht ihre Biografie als Beispiel für ärztliche Ethik, Zivilcourage und gelebte Verantwortung. Bericht der Medizinischen Universität Innsbruck, 26. Juni 2025

Lesen Sie mehr:

www.i-med.ac.at/de/news/793253/

Ärztin in Wien-Gersthof

Erika Pallua ging nach Wien und absolvierte ihre weitere medizinische Ausbildung am Krankenhaus beziehungsweise Sanatorium Gersthof im 18. Wiener Gemeindebezirk. Dort arbeitete sie im Bereich der Inneren Medizin.
Gersthof war zugleich ein wichtiges Zentrum des katholischen Lebens. In diesem Umfeld begegnete Pallua Menschen, die sich aus religiöser, patriotischer und humanistischer Überzeugung gegen das NS-Regime stellten. Eine zentrale Persönlichkeit dieses Kreises war der Kaplan der Pfarre Gersthof, DDr. Heinrich Maier.
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme einer belebten Straße in Wien. In der Bildmitte geht Dr. Erika Pallua in einem Pelzmantel und mit dunklem Hut neben DD. Maier, der einen langen Mantel und einen Hut trägt. Um sie herum sind zahlreiche Passantinnen und Passanten unterwegs.
Dr. med. Erika Pallua im Pelzmantel neben DD. Maier auf einer Straße in Wien. Im Hintergrund sind weitere Passantinnen und Passanten zu sehen. Undatierte Schwarz-Weiß-Aufnahme. Foto: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Historischer Kontext: Die Maier–Messner–Caldonazzi-Gruppe

Die Maier–Messner–Caldonazzi-Gruppe gehörte zu den bedeutendsten bürgerlich-katholischen Widerstandsnetzwerken in Österreich. Zu ihren führenden Mitgliedern zählten der Priester Heinrich Maier, der Semperit-Generaldirektor Franz Josef Messner und der aus Tirol stammende Walter Caldonazzi.
Das Netzwerk sammelte Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie und leitete sie an die Alliierten weiter. Dazu gehörten Angaben über Produktionsstätten, Rüstungsbetriebe und militärisch bedeutsame Anlagen. Ziel war es, die Kriegsführung des NS-Regimes zu schwächen und Luftangriffe möglichst auf militärische beziehungsweise industrielle Ziele zu konzentrieren.
Die Gestapo deckte das Netzwerk 1944 auf. Zahlreiche Mitglieder wurden verhaftet, verhört und gefoltert. Am 28. Oktober 1944 verurteilte der Volksgerichtshof mehrere Angehörige der Gruppe wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode. Heinrich Maier wurde am 22. März 1945 im Wiener Landesgericht hingerichtet. Franz Josef Messner war bereits am 23. April 1945 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet worden. Walter Caldonazzi wurde am 9. Januar 1945 im Wiener Landesgericht enthauptet.

Lesen Sie mehr: 

gedenkort.at/organisationen/7c38bc39-40f3-4ead-8a5f-6bf85f60f3cb

Messner-Dr. -Franz -Josef

Widerstand gegen den Nationalsozialismus 

Vorder- und Rückseite eines vermutlich 1945 ausgestellten Ausweises der Österreichischen Widerstandsbewegung für Dr. Erika Pallua. Auf dem hellen Dokument sind das österreichische Wappen, ihr handschriftlich eingetragener Name, mehrere violette Stempel, Unterschriften und kyrillische Vermerke zu erkennen.
Vorder- und Rückseite eines vermutlich 1945 ausgestellten Ausweises der Österreichischen Widerstandsbewegung für Dr. Erika Pallua. Auf dem hellen Dokument sind das österreichische Wappen, ihr handschriftlich eingetragener Name, mehrere violette Stempel, Unterschriften und kyrillische Vermerke zu erkennen.
Vorder- und Rückseite eines Ausweises der Österreichischen Widerstandsbewegung für Dr. med. Erika Pallua. Das Dokument bestätigt ihre Zugehörigkeit zur Widerstandsbewegung und empfiehlt sie dem Schutz der Besatzungsmacht. Stempel, Unterschriften und handschriftliche Vermerke in kyrillischer Schrift weisen auf eine Verwendung beziehungsweise Überprüfung durch sowjetische Besatzungsstellen hin. Undatiert, vermutlich 1945. Quelle: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Quellenkritischer Kommentar

​Der Ausweis ist eine wichtige personenbezogene Quelle zur unmittelbaren Nachkriegszeit. Auf seiner Vorderseite wird Dr. Erika Pallua namentlich als Angehörige der Österreichischen Widerstandsbewegung ausgewiesen und dem Schutz der „besetzenden Macht“ empfohlen. Die Formulierung deutet darauf hin, dass das Dokument nach der Befreiung Österreichs im Jahr 1945 ausgestellt und gegenüber den alliierten Besatzungsbehörden verwendet wurde.
Die Stempel, Unterschriften und kyrillischen Eintragungen belegen, dass der Ausweis offenbar einer sowjetischen Stelle vorgelegt oder von dieser überprüft wurde. Die handschriftlichen Vermerke sind auf der vorliegenden Abbildung jedoch nur eingeschränkt lesbar. Ihre genaue Bedeutung sollte daher erst nach einer fachkundigen Transkription beziehungsweise Übersetzung abschließend beurteilt werden.
Als nach Kriegsende ausgestellter Legitimationsausweis ist das Dokument ein bedeutender Hinweis auf Erika Palluas anerkannte Zugehörigkeit zur österreichischen Widerstandsbewegung. Es belegt jedoch für sich allein weder den genauen Zeitpunkt ihres Eintritts noch Art, Dauer und Umfang ihrer konkreten Widerstandstätigkeit. Dafür muss der Ausweis mit weiteren Quellen – etwa persönlichen Erinnerungen, Korrespondenzen, amtlichen Unterlagen und Aussagen anderer Beteiligter – verglichen werden.
Da sich das Original im Privatarchiv der Familie Pallua befindet, sind außerdem seine familiäre Überlieferungsgeschichte sowie Vorder- und Rückseite, Maße, Material, mögliche Ausstellungsdaten und sämtliche Stempel möglichst genau zu dokumentieren.

Historischer Kontext

Nach der Befreiung Österreichs im Frühjahr 1945 mussten sich Angehörige der Widerstandsbewegungen gegenüber den einrückenden alliierten Truppen ausweisen können. In der unübersichtlichen Übergangsphase zwischen dem Zusammenbruch des NS-Regimes und dem Aufbau neuer österreichischer Verwaltungsstrukturen dienten derartige Dokumente der persönlichen Legitimation. Sie konnten ihren Inhaberinnen und Inhabern Schutz gewähren, ihre Zugehörigkeit zum Widerstand bestätigen und den Kontakt mit den Besatzungsbehörden erleichtern.
Österreich war ab Juli 1945 in vier alliierte Besatzungszonen aufgeteilt. Tirol gehörte überwiegend zur französischen Zone. Zuvor rückten jedoch im Mai 1945 sowjetische Truppen in Teile Niederösterreichs und Wiens ein. Da sich Erika Pallua 1945 offenbar in Gersthof, einem Stadtteil des 18. Wiener Gemeindebezirks, aufhielt, lassen sich die kyrillischen Vermerke und sowjetisch anmutenden Stempel wahrscheinlich mit der dortigen Präsenz der Roten Armee erklären.
Für die historische Einordnung ist wesentlich, zwischen der tatsächlichen Widerstandstätigkeit während der NS-Herrschaft und ihrer nachträglichen Bestätigung nach der Befreiung zu unterscheiden. Der Ausweis dokumentiert vor allem, dass Erika Pallua in der unmittelbaren Nachkriegszeit als Angehörige der Österreichischen Widerstandsbewegung anerkannt oder legitimiert wurde. Zusammen mit weiteren Quellen kann er dazu beitragen, ihre Rolle in widerständigen Netzwerken und ihre Tätigkeit als Ärztin genauer zu rekonstruieren.

Erika Palluas Rolle im Widerstand

Erika Pallua gehörte zum unterstützenden Umfeld dieses katholisch geprägten Widerstandsnetzwerks. Die bisher bekannten Quellen lassen jedoch noch keine vollständige Rekonstruktion ihrer konkreten Aufgaben zu. Ihre Beteiligung sollte deshalb nicht mit der nachrichtendienstlichen Tätigkeit der führenden Gruppenmitglieder gleichgesetzt werden.
Belegt beziehungsweise durch die familiäre Überlieferung dokumentiert sind ihre persönlichen Verbindungen zu Widerstandskreisen in Wien-Gersthof, ihre Unterstützung verfolgter Personen und vor allem ihr Einsatz für Heinrich Maier.
Zu ihrem Umfeld gehörten nach Angaben des Familienarchivs unter anderem der Arzt Dr. Alfred „Fredl“ Stampach, Hilde Figl, Barbara Fellinger, Dr. Martha Jörg, Willi Elmayer, Dipl.-Ing. Albert Hafner, Dipl.-Ing. Karl Schadn und die Pianistin Barbara Issakides. Die jeweilige Rolle dieser Personen innerhalb des Netzwerks muss im Einzelnen noch erforscht werden.

Einsatz für Heinrich Maier

Bearbeitete historische Schwarz-Weiß-Aufnahme von DDr. Heinrich Maier in Wien-Gersthof. Er steht allein vor einem verzierten schmiedeeisernen Gitter, trägt einen dunklen Mantel und hält seinen Hut vor dem Körper.
DDr. Heinrich Maier vor einem Gebäude in Wien-Gersthof. Undatierte Schwarz-Weiß-Aufnahme. Die ursprünglich links neben ihm stehende Frau wurde für diese Darstellung digital entfernt; der verdeckte Hintergrund wurde KI-gestützt rekonstruiert. Originalfoto: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.
Nach der Verhaftung Heinrich Maiers im Frühjahr 1944 versuchte Erika Pallua, dessen Leben zu retten. Sie richtete Gnadengesuche an den Präsidenten des Volksgerichtshofes, Roland Freisler, und an Adolf Hitler.
Diese Eingaben blieben erfolglos. Allein der Versuch war jedoch mit einem erheblichen persönlichen Risiko verbunden. Pallua wurde mehrfach von der Gestapo verhört, entging aber einer längerfristigen Inhaftierung.
Heinrich Maier wurde am 22. März 1945 im Wiener Landesgericht mit dem Fallbeil hingerichtet. Seine Leiche wurde zunächst in einem Schachtgrab beigesetzt. Nach Kriegsende konnte sie geborgen und auf dem Neustifter Friedhof in Wien bestattet werden. Wien Geschichte Wiki
Nach der Überlieferung der Familie Pallua war Erika Pallua gemeinsam mit Dr. Alfred Stampach an der Bergung und würdigen Beisetzung Heinrich Maiers und weiterer hingerichteter Widerstandskämpfer beteiligt. Dieser Einsatz war mehr als eine persönliche Geste: Er widersetzte sich dem nationalsozialistischen Versuch, die Ermordeten namenlos verschwinden zu lassen.
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme der von Sträuchern und dichtem Grün umgebenen Grabstätte DDr. Heinrich Maiers auf dem Neustifter Friedhof in Wien. Der helle Grabstein ist wie ein aufgeschlagenes Buch gestaltet; davor steht eine dunkle Grablaterne mit einem kleinen Kreuz.
Grabstätte des katholischen Priesters und Widerstandskämpfers DDr. Heinrich Maier (1908–1945) auf dem Neustifter Friedhof in Wien, Gruppe E, Reihe 1, Grab Nr. 13. Maier wurde am 22. März 1945 im Wiener Landesgericht hingerichtet. Undatierte Schwarz-Weiß-Aufnahme. Foto: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Verhöre durch die Gestapo

Durch ihre Verbindungen zu Heinrich Maier und ihr persönliches Eintreten für ihn geriet Erika Pallua selbst in das Blickfeld der Gestapo. Sie wurde mehrfach verhört, überstand diese Verfolgung jedoch ohne Inhaftierung oder körperliche Misshandlung.
Welche Kenntnisse die Gestapo über ihre Kontakte und Tätigkeiten besaß, lässt sich auf Grundlage der bisher erschlossenen Quellen nicht abschließend feststellen. Auch deshalb ist eine vorsichtige Unterscheidung zwischen belegten Tatsachen, familiärer Überlieferung und späteren Erinnerungen notwendig.

Medizinische Tätigkeit nach 1945

Vergilbter Ärzteausweis der Ärztekammer für Wien für Erika Pallua. Das Dokument nennt ihr Geburtsdatum, ihre Tätigkeit als Fachärztin für Innere Medizin, ihre Wiener Wohnadresse und das Ausstellungsdatum 22. November 1949.
Vergilbter Ärzteausweis der Ärztekammer für Wien für Erika Pallua. Das Dokument nennt ihr Geburtsdatum, ihre Tätigkeit als Fachärztin für Innere Medizin, ihre Wiener Wohnadresse und das Ausstellungsdatum 22. November 1949.
Ärzteausweis der Ärztekammer für Wien für Dr. med. Erika Pallua, geboren am 31. Mai 1912. Das am 22. November 1949 ausgestellte Dokument weist sie als Fachärztin für Innere Medizin und ordentliches Mitglied der Wiener Ärztekammer aus.
Nach der Befreiung Österreichs setzte Erika Pallua ihre ärztliche Laufbahn in Wien fort. 1948 erhielt sie die Anerkennung als Fachärztin für Innere Medizin, 1949 zusätzlich jene für Zahnheilkunde.
Sie arbeitete bei der Wiener Gebietskrankenkasse und im Zahnambulatorium in der Van-der-Nüll-Gasse. Darüber hinaus war sie in der Mütterberatung der Stadt Wien tätig. Damit setzte sie ihr soziales und medizinisches Engagement auch nach dem Ende der NS-Herrschaft fort.
Bis in ihre späteren Lebensjahre blieb sie mit ehemaligen Weggefährtinnen und Weggefährten aus dem katholischen Widerstandsmilieu verbunden. Erhaltene Briefe, darunter persönliche Schreiben von Willi Elmayer, dokumentieren diese langjährigen Beziehungen.

Identität und beruflicher Neubeginn nach 1945: Der Identitätsausweis von Dr. Erika Pallua

Kurzer historischer Kontext

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand Österreich unter alliierter Besatzung. Für Reisen, behördliche Angelegenheiten und den Nachweis der persönlichen Identität wurden neue, häufig mehrsprachige Dokumente ausgestellt. Die Verwendung der deutschen, englischen, französischen und russischen Sprache verweist auf die vier alliierten Besatzungsmächte.
Der Identitätsausweis von Dr. Erika Pallua wurde am 7. Mai 1946 in Wien ausgestellt. Er nennt ihre persönlichen Daten, ihren Beruf als Ärztin und ihre damalige Wohnadresse in Wien-Gersthof. Die zahlreichen Stempel, handschriftlichen Eintragungen und späteren Ergänzungen dokumentieren die behördliche Verwendung des Ausweises in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Vierseitige Fotocollage eines stark gebrauchten, mehrsprachigen Identitätsausweises von Dr. Erika Pallua aus dem Jahr 1946. Zu sehen sind der beschädigte Umschlag, ihr Schwarz-Weiß-Porträt, persönliche Angaben in deutscher, englischer, französischer und russischer Sprache sowie zahlreiche violette Behördenstempel und handschriftliche Ergänzungen.
Fotocollage mit vier Ansichten des am 7. Mai 1946 in Wien ausgestellten Identitätsausweises von Dr. med. Erika Pallua. Das mehrsprachige Dokument enthält ein Porträtfoto, persönliche Angaben, ihre Berufsbezeichnung als Ärztin, ihre Wiener Wohnadresse sowie zahlreiche Stempel und handschriftliche Vermerke. Ein Stempel vom 25. April 1949 weist auf eine spätere behördliche Verwendung hin. Digitale Zusammenstellung aus vier Originalaufnahmen. Quelle: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Quellenkritischer Kommentar

Der Ausweis ist eine personenbezogene amtliche Quelle, die Auskunft über Dr. Erika Palluas Identität, Beruf, Wohnort und äußere Merkmale gibt. Zugleich veranschaulicht seine mehrsprachige Gestaltung die besonderen politischen und administrativen Verhältnisse im besetzten Österreich.
Die einzelnen Eintragungen entstanden offenbar nicht alle zum selben Zeitpunkt. Während als Ausstellungsdatum der 7. Mai 1946 angegeben ist, findet sich auf einer später bearbeiteten Seite ein Stempel der Polizeidirektion Wien vom 25. April 1949. Der Ausweis dokumentiert daher nicht nur einen einzelnen behördlichen Vorgang, sondern eine über mehrere Jahre reichende administrative Nutzung.
Bei der Interpretation ist zwischen den vorgedruckten Angaben, den handschriftlichen Eintragungen und den später angebrachten Stempeln beziehungsweise Vermerken zu unterscheiden. Einige handschriftliche Ergänzungen sind nur schwer lesbar und sollten ohne weitere Vergleichsquellen nicht eindeutig gedeutet werden.

Rückkehr nach Hall in Tirol

1973 kehrte Erika Pallua endgültig nach Hall in Tirol zurück. Dort lebte sie zunächst gemeinsam mit ihrer Mutter. In den späten 1970er-Jahren adoptierte sie ihre beiden Neffen Anton K. und Johannes D., die Söhne ihrer Schwester Gertraud.
Dr. Erika Pallua starb 1995 in Hall in Tirol. Ihr Name befindet sich auf der 2025 enthüllten Gedenktafel an der ehemaligen Schneiderkapelle, die an Menschen aus Hall erinnert, die während des Nationalsozialismus Widerstand leisteten, verfolgt oder ermordet wurden.
Zweiteilige Fotocollage des Heimatscheins von Dr. Erika Pallua. Links befindet sich der graue Umschlag mit dem Haller Stadtwappen und der Aufschrift „Heimatschein“. Rechts ist das am 5. September 1938 ausgestellte Dokument mit persönlichen Angaben, Gebührenmarken, violetten Stempeln und einer späteren Bestätigung aus dem Jahr 1949 zu sehen.
Umschlag und Innenseite des Heimatscheins von Dr. med. Erika Pallua. Der Stadtrat von Hall in Tirol bestätigte am 5. September 1938, dass die in Schattwald geborene Ärztin das Heimatrecht in Hall besaß. Das Dokument trägt das Haller Stadtwappen, Gebührenmarken, amtliche Stempel und Unterschriften. Eine Eintragung vom 6. April 1949 weist auf eine spätere behördliche Bestätigung hin. Digitale Zusammenstellung aus zwei Aufnahmen. Quelle: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Historischer und quellenkritischer Kommentar

Der Heimatschein bestätigte nicht lediglich den Wohnort einer Person, sondern ihr Heimatrecht in einer bestimmten Gemeinde. Dieses kommunale Zuständigkeitsrecht war bis 1938 eng mit dem österreichischen Staatsbürgerschaftsrecht verbunden. Der von der jeweiligen Gemeinde ausgestellte Heimatschein diente als maßgeblicher Nachweis dieser Zugehörigkeit. Österreichisches Parlament, Wien Geschichte Wiki.
Das vorliegende Dokument bestätigt, dass Dr. Erika Pallua, geboren am 31. Mai 1912 in Schattwald, Ärztin, ledig und römisch-katholisch, in Hall in Tirol heimatberechtigt war. Es wurde am 5. September 1938 und damit mehrere Monate nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich ausgestellt.
Bemerkenswert ist die Weiterverwendung eines österreichischen Formulars, dessen staatliche Bezeichnung offenbar durch Überdruck beziehungsweise Streichung verändert wurde. Dies verweist auf administrative Übergänge und die Verwendung älterer Formularbestände nach dem politischen Umbruch. Daraus allein lässt sich jedoch weder eine politische Haltung der ausstellenden Beamten noch der Dokumenteninhaberin ableiten.
Die Stempel, Gebührenmarken, Unterschriften und die spätere Bestätigung vom 6. April 1949 zeigen, dass das Dokument über das Jahr 1938 hinaus aufbewahrt und behördlich verwendet wurde. Die Quelle erlaubt daher Aussagen über Erika Palluas kommunale Zugehörigkeit und ihre persönlichen Daten, gibt für sich genommen aber keinen unmittelbaren Aufschluss über ihre politische Haltung oder ihr Verhalten während des Nationalsozialismus.

Vermächtnis

Dr. Erika Pallua war eine mutige, tiefgläubige Frau, die sich in einer Zeit größter Gefahr aktiv gegen das Unrecht stellte. Ihr Wirken im Widerstand und ihre Bemühungen um Menschlichkeit und Solidarität – in der NS-Zeit wie danach – zeugen von außergewöhnlichem Mut, sozialem Engagement und moralischer Standhaftigkeit. Ihre Geschichte ist ein wichtiges Zeugnis weiblicher Zivilcourage in der österreichischen Zeitgeschichte.
Historische Schwarz-Weiß-Fotografien von Dr. med. Erika Pallua (1912–1995) aus verschiedenen Lebensabschnitten sowie Aufnahme der Grabstätte von Karl Mayr. Quelle: Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck.

Johann Pallua (1881–1968) – Gegner des Nationalsozialismus

Auch Erika Palluas Vater Johann Pallua stand dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber. Nach einer innerhalb der Familie überlieferten Erzählung wollten SA-Männer ihn am 13. März 1938 festnehmen und abtransportieren.
Ein SA-Mann soll seinen Kameraden zugerufen haben:
„Hans Pallua gehört nicht ins KZ Dachau – er hat nur Marienlieder gesungen und zu viel gebetet.“
Die Äußerung soll dazu beigetragen haben, seine Verhaftung zu verhindern. Da dieser Vorgang bislang ausschließlich durch die Familienüberlieferung bekannt ist, kann er nicht in allen Einzelheiten unabhängig überprüft werden. Er vermittelt jedoch einen wichtigen Eindruck davon, wie die Familie die Bedrohung durch das NS-Regime erlebte und erinnerte.

Historische Einordnung

Erika Palluas Widerstand bestand nicht in bewaffneten Aktionen. Ihr Beitrag zeigte sich in persönlichen Verbindungen, solidarischer Unterstützung, dem Eintreten für einen zum Tode verurteilten Priester und dem Bemühen, den Ermordeten nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes ihre Namen und ihre Würde zurückzugeben.
Ihre Biografie verdeutlicht zugleich, wie schwierig die historische Rekonstruktion weiblicher Widerstandstätigkeit sein kann. Unterstützende Tätigkeiten wurden häufig nicht schriftlich dokumentiert. Frauen wirkten als Kontaktpersonen, übermittelten Nachrichten, stellten Räume zur Verfügung, unterstützten Verfolgte oder hielten Verbindungen aufrecht. In späteren Darstellungen blieben diese Leistungen vielfach im Hintergrund.
Erika Pallua steht daher beispielhaft für jene Frauen, deren Handeln für Widerstandsnetzwerke bedeutsam war, deren individuelle Tätigkeit sich heute aber nur noch teilweise anhand schriftlicher Quellen nachweisen lässt.

Warum ist Erika Palluas Biografie für Hall in Tirol bedeutsam?

Obwohl Erika Pallua während der NS-Zeit überwiegend in Wien lebte und arbeitete, blieb ihre Biografie eng mit Hall in Tirol verbunden. Hier verbrachte sie einen wesentlichen Teil ihrer Kindheit und Jugend, hier lebte ihre Familie und hierher kehrte sie später zurück.
Ihre Lebensgeschichte verbindet die lokale Geschichte Halls mit einem überregionalen österreichischen Widerstandsnetzwerk. Sie zeigt, dass sich Widerstand nicht auf einzelne Städte oder fest abgegrenzte Gruppen beschränkte, sondern auf persönlichen Beziehungen, religiösen Bindungen und sozialen Netzwerken beruhte.

Fazit

Dr. Erika Pallua war Ärztin, gläubige Katholikin und Unterstützerin des österreichischen Widerstands. Ihr Einsatz für Heinrich Maier, ihre Verhöre durch die Gestapo und ihre Mitwirkung an der würdigen Beisetzung ermordeter Widerstandskämpfer belegen ihren persönlichen Mut.
Ihre Geschichte erinnert daran, dass Widerstand viele Formen annehmen konnte. Er zeigte sich nicht nur in spektakulären Aktionen, sondern auch im Festhalten an menschlicher Solidarität, im Beistand für Verfolgte und in der Bereitschaft, trotz eigener Gefährdung Verantwortung zu übernehmen.
Erika Palluas Biografie ist daher ein bedeutendes Zeugnis weiblicher Zivilcourage und ärztlicher Verantwortung während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Quellenkritischer Hinweis

Die Darstellung beruht auf Unterlagen und Fotografien aus dem Privatarchiv der Familie Pallua, auf familiären Erinnerungen sowie auf Veröffentlichungen des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes und weiteren historischen Darstellungen.
Nicht alle Einzelheiten von Erika Palluas Tätigkeit innerhalb des Widerstandsumfeldes sind durch zeitgenössische Schriftquellen belegt. Insbesondere bei mündlich oder familiär überlieferten Ereignissen wird daher ausdrücklich auf den Charakter der jeweiligen Quelle hingewiesen. Neue Dokumente können künftig zu Ergänzungen oder Präzisierungen führen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer war Dr. Erika Pallua?

Dr. Erika Pallua war eine aus Tirol stammende Ärztin, die während der NS-Zeit in Wien arbeitete. Sie gehörte zum katholisch geprägten Umfeld der Maier–Messner–Caldonazzi-Widerstandsgruppe.

War Erika Pallua Mitglied der Maier–Messner–Caldonazzi-Gruppe?

Sie wirkte im unterstützenden Umfeld des Netzwerks. Da ihre genauen Aufgaben bisher nicht vollständig durch zeitgenössische Quellen dokumentiert sind, sollte sie nicht ohne Einschränkung als Mitglied des inneren Führungskreises bezeichnet werden.

Wie leistete Erika Pallua Widerstand?

Sie unterstützte Menschen aus dem katholischen Widerstandsmilieu und setzte sich nach der Verhaftung Heinrich Maiers mit Gnadengesuchen für dessen Leben ein. Dadurch geriet sie selbst in das Blickfeld der Gestapo.

Wurde Erika Pallua verhaftet?

Nach den bisher bekannten Angaben wurde sie mehrfach von der Gestapo verhört, jedoch nicht längerfristig inhaftiert.

Wer war Heinrich Maier?

DDr. Heinrich Maier war Kaplan der Pfarre Wien-Gersthof und eine führende Persönlichkeit der Maier–Messner–Caldonazzi-Gruppe. Er wurde am 22. März 1945 im Wiener Landesgericht hingerichtet.

Welche Verbindung hatte Erika Pallua zu Hall in Tirol?

Sie wuchs in Hall auf, besuchte dort die Volksschule und kehrte 1973 dauerhaft in die Stadt zurück. Sie starb 1995 in Hall in Tirol.

Wie wird heute an Erika Pallua erinnert?

Ihr Name ist auf der 2025 enthüllten Gedenktafel an der ehemaligen Schneiderkapelle in Hall in Tirol verzeichnet. Auch die Medizinische Universität Innsbruck würdigte ihr Leben und ihren Einsatz gegen den Nationalsozialismus.
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    Autorin
    Elisabeth Walder
    BA MA MA

    Historikerin-Ethnologin


    Archives

    Privatarchiv der Familie Pallua, Innsbruck: Fotografien, Dokumente und familiengeschichtliche Überlieferungen. ​

    „Die vorliegende Darstellung basiert auf den Erkenntnissen und Ausführungen, die im Artikel der Familie Pallua dargelegt sind.“

    Privat Archiv 
    Assistenzprofessor Priv.-Doz. MMag. Dr.rer.nat. Johannes Dominikus Pallua MSc PhD- Innsbruck

    Fotorechte für alle in diesem Beitrag verwendeten Fotografien. In: Privatarchiv der Fam. Pallua, Innsbruck.


    Medizinische Universität Innsbruck: „Im Gedenken an Erika Pallua – Ärztin, Humanistin, Widerstandskämpferin“, 26. Juni 2025. 

    Dokumentationsarchiv des österreichischen hen Widerstands:
    Die Gruppe in Kramsach - Walter Caldonazzi. In: DÖW (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 445 - 448.



    Stadtarchiv Hall in Tirol

    Wien Geschichte Wiki: „Heinrich Maier“.

    Digitales Biografisches Archiv des NS-Widerstandes in Tirol (DBANT)
    von Elisabeth Walder


    Aktualisiert: 
    ​August 2026

    June 2025

    Kategorie 
    Biografie

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