read more:Dollfuss_Engelbert_Blog_EN Blog (EN) Anton Haider Blog (EN) socialist resistance in Hall in Tyrol Lesen Sie mehr:Sozialistischen und Kommunisten im Widerstand Dr. Engelbert Dollfuss – Demokratiezerstörer und Märtyrer? Eine umstrittene Figur der österreichischen GeschichteDr. Engelbert Dollfuss/Dollfuß zählt zu den umstrittensten Politikern der österreichischen Geschichte. Als Bundeskanzler der Ersten Republik schaltete er 1933/34 die parlamentarische Demokratie aus, verbot sämtliche politischen Parteien – darunter die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) – und errichtete ein autoritäres Regime, den sogenannten Austrofaschismus. Die Folgen waren unmittelbar und weitreichend: Auch in Hall in Tirol mussten langjährige, engagierte sozialdemokratische Gemeinderäte von einem Tag auf den anderen ihre Mandate niederlegen. An ihre Stelle traten Anhänger der Einheitspartei „Vaterländische Front". Eine funktionierende demokratische Stadtpolitik endete abrupt – und ebnete, wie wir heute wissen, letztlich den Nationalsozialisten den Weg. Foto Dr. Engelbert Dollfuß (1933) in der Kaiserschützen Uniform. Die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online, © Knozer (F. Knozer) - TIME, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7947206 Die Vaterländische Front (1933–1938): Politische Organisation im Ständestaat ÖsterreichsDie Vaterländische Front war eine politische Organisation im österreichischen Ständestaat zwischen 1933 und 1938. Sie wurde von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß gegründet und sollte alle politischen Parteien ersetzen, um ein autoritäres, katholisch geprägtes und korporatives Staatsmodell zu stützen. Ziel der Vaterländischen Front war es, Österreich als eigenständigen Staat zu festigen und sowohl den Nationalsozialismus als auch den Sozialismus zu bekämpfen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde sie aufgelöst. Lesen Sie mehr:www.geschichtewiki.wien.gv.at/Vaterländische_Front Anton Haider ulb-dok.uibk.ac.at/ulbtirolhs/content/titleinfo/10255712 Der Ständestaat in Österreich (1934–1938 Der Ständestaat war die autoritäre Staatsform Österreichs zwischen 1934 und 1938. Er entstand unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuss und wurde nach dessen Tod von Kurt Schuschnigg weitergeführt. Anstelle eines demokratischen Mehrparteiensystems sollten Berufs- und Interessengruppen („Stände“) den Staat repräsentieren. Politische Parteien wurden verboten oder aufgelöst, und die politische Macht wurde stark zentralisiert. Der Ständestaat war katholisch geprägt, antisozialistisch und lehnte sowohl den Nationalsozialismus als auch den Kommunismus ab. Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 endete der Ständestaat. Heute wird diese Epoche als autoritäres Kapitel der österreichischen Geschichte betrachtet. Lesen Sie mehr:www.geschichtewiki.wien.gv.at/Ständestaat Steckbrief Dr. Engelbert Dollfuß Vollständiger Name: Engelbert Dollfuß Geboren: 4. Oktober 1892 in Texing (bei St. Pölten), Niederösterreich Gestorben: 25. Juli 1934 in Wien († 41 Jahre) Todesursache: Attentat – erschossen durch NS-Putschisten Beruf: Jurist, Politiker, Bundeskanzler Partei: Christlichsoziale Partei (CS), später Vaterländische Front Amtszeit: 20. Mai 1932 – 25. Juli 1934 Lesen Sie mehr:de.wikipedia.org/wiki/Engelbert_Dollfuß Aufstieg eines Unterschätzten Dollfuß stammte aus einfachen bäuerlichen Verhältnissen und studierte Jus und Nationalökonomie in Wien und Berlin. Seine frühe Karriere führte ihn in die niederösterreichische Landwirtschaftskammer. Im Mai 1932 wurde er – nicht zuletzt, weil innerparteiliche Rivalen den 1,51 Meter großen Politiker unterschätzten – zum jüngsten Regierungschef Europas gewählt. Die autoritäre Wende: Austrofaschismus Um den Einfluss von Nationalsozialisten und Sozialisten gleichermaßen zurückzudrängen, errichtete Dollfuß einen autoritären Ständestaat. Am 12. Februar 1934 ließ er die Sozialdemokratie gewaltsam ausschalten: Die SDAP, die KPÖ und die NSDAP wurden verboten, ihre Anhängerinnen und Anhänger verfolgt. Was als Abwehr gegen den Nationalsozialismus gedacht war, schwächte in Wahrheit die demokratischen Kräfte Österreichs – und hinterließ das Land politisch gespalten und wehrlos. Lesen Sie mehr:hdgoe.at/februar-1934 de.wikipedia.org/wiki/Februarkämpfe_1934 www.kpoe-steiermark.at/vor-80-jahren-wurde-die-kpoe-verboten.phtml Das Attentat: 25. Juli 1934 Knapp fünf Monate nach dem Verbot der Parteien versuchten österreichische Nationalsozialisten einen Staatsstreich. Beim sogenannten Juliputsch stürmten sie das Bundeskanzleramt und erschossen Dollfuß. Er erlag noch am selben Tag seinen Verletzungen. Der Putsch scheiterte – doch die Demokratie war längst zerstört. Sein Nachfolger wurde Dr. Kurt Schuschnigg (1897–1977). Dollfuß und Hall in Tirol Der Tod von Dollfuß hinterließ auch in Hall in Tirol deutliche Spuren. Die Stadt errichtete ihm ein Denkmal, weihte einen Dollfuß-Platz und eine Dollfuß-Siedlung ein – die heutige Uferweg-Siedlung. Der Gemeinderat hielt eine eigene Trauersitzung ab. Auch sein Nachfolger Kurt Schuschnigg hatte einen besonderen Bezug zu Hall: Eine Woche vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten ließ die Stadt ein Transparent drucken mit der Aufschrift „Hall bleibt treu" – ein letztes Zeichen der Loyalität gegenüber dem scheidenden Kanzler und der bedrohten österreichischen Unabhängigkeit. Fotos Angelobung Kaiserjägerregiment am Dollfußplatz in Hall in Tirol. In Privatarchiv K. Walder Hall in Tirol. Märtyrer oder Wegbereiter? Die historische Einordnung von Engelbert Dollfuß bleibt bis heute gespalten. Manche sehen in ihm einen Märtyrer, der Österreich gegen Hitler zu verteidigen suchte. Andere halten ihm vor, durch die Zerstörung der Demokratie und die brutale Niederschlagung der Sozialdemokratie den Nationalsozialisten selbst den Boden bereitet zu haben. Diese Ambivalenz macht ihn zu einer Schlüsselfigur für das Verständnis des österreichischen Weges in den Nationalsozialismus – und damit auch für die Geschichte des Widerstands in Hall in Tirol. Lesen Sie mehr:Anton _Haller _Widerstandsgruppe Dr. Viktor Schumacher Blog 87 Dr. Ernst Verdross (einzeln) Buchpräsentation _KZ-Dachau
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