"Commemorating the Anti-Nazi Resistance and Victims of the Nazi Regime in Hall in Tirol"
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Berghaus Eidlitz - Villa Sixta 
Gnadenwald 7:
Ein Haus schreibt Geschichte


​


Berghaus Eidlitz - Villa Sixta - Gnadenwald 7

6/3/2024

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Foto Haus Gnadenwald 7 (1938). Online unter: http://www.liane-zimbler.de/text/kapitel_2_2_7/abb_4.htm (Stand: 19.7.2024; 11:18) . Quelle:  Visionäre & Vertriebene . Österreichische Spuren in der amerikanischen Architektur. S.303.
In Gnadenwald steht noch heute ein Haus, dessen Geschichte nur wenige kennen. Das Berghaus Eidlitz und in weiterer Folge "Villa Sixta" benannt. Es wurde seit seiner/ihrer Errichtung bewohnt. Das Berghaus hat zahlreiche Bewohner und Bewohnerinnen erlebt, die alle ein bewegtes Leben in ihrer jeweiligen Zeitepoche führten. Der Bauherr, Walther Eidlitz (1892-1976), ein jüdischer Schriftsteller aus Wien, ließ die Villa von der Architektin Liane Zimbler planen. Eidlitz erhielt das Grundstück Gnadenwald Nr. 7 als Erbe von seinen Eltern. Er ließ sich ein Haus bauen, das nicht nur architektonisch beeindruckt, sondern auch eine bewegte und interessante Geschichte erzählt.

Liane Zimbler (1892 - 1987) - Architektin

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Foto: Architektin Zimbler, Liane. Online unter: ​http://www.liane-zimbler.de (Stand: 19.7.2024, 11:30)
Zu einer Zeit, als die Architektur noch eine uneingeschränkte Männerdomäne war, begann Liane Zimbler in den 1920er Jahren in Wien erfolgreich, ihre Entwürfe ohne formale Qualifikation zu verwirklichen. In den 1930er Jahren wurde sie zur ersten offiziell anerkannten Architektin Österreichs. 1938 musste sie als Jüdin ins amerikanische Exil fliehen, wo sie ebenso erfolgreich eine zweite Karriere begann.

Liane Zimbler wurde am 31. Mai 1892 als Juliane Angela Fischer in Prerau (Mähren), heute Přerov /Tschechien, geboren. Um 1900 zog ihre Familie nach Wien, wo sie die Kunstgewerbeschule besuchte und verstärkt Architekturklassen belegte. 1916 heiratete sie den Rechtsanwalt Otto Zimbler. Zwei Jahre später erhielt sie ihren ersten Architekturauftrag für ein Wohnhaus in Bad Aussee. 1922 wurde ihre Tochter Eva geboren. Anschließend erhielt sie einen Auftrag, um Umbauten am Bankhaus Ephrussi in Wien durchzuführen. 1924 eröffnete sie ihr eigenes Büro in der Schleifmühlgasse im IV. Bezirk in Wien.

In den Jahren 1931 bis 1936 realisierte sie diverse Projekte in Wien, darunter Umbauten und Einrichtungen von Wohnungen und Geschäften. Im Frühjahr 1938 bestand sie die Zivilarchitekten-Prüfung. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste sie im September über London ins amerikanische Exil fliehen. Im Herbst desselben Jahres kam sie in Los Angeles an.

1940 verstarb ihr Ehemann Otto Zimbler, und sie übernahm das Büro zusammen mit ihrer Partnerin Anita Toor.
1952 entwarf Liane Zimbler die sogenannte "Feldmann-Küche". Das sind dieselben Einbauküchen, die heute unseren Wohnraum prägen. Die Küchenzeile hat meistens eine gerade Fläche von mehreren Metern und bietet genügend Platz für Einbaugeräte und Stauraum. 
Im Jahr 1960 entwickelte sie das Konzept des "Granny-House". Das ist meist ein kleiner abgeschlossener Wohnraum, eine Einlieger-Wohnung, auf demselben Grundstück wie der Hauptwohnsitz. 
1961 arbeitete sie mit Carl Schwarz am Haus Candianides in Ventura und präsentierte die Ausstellung "The washable living".
Ende der 1970er Jahre zog sie sich aus ihrem Architektur Büro zurück.
​Liane Zimbler verstarb am 11. November 1987 in Los Angeles.
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Liane Zimbler. Online unter, http://biografia.sabiado.at/zimbler-liane/ (Stand 5. Jänner 2025).

 Der Bauherr Walther Eidlitz (1892 - 1976) 
Schriftsteller, Indologe, Religionswissenschaftler

Walther Eidlitz. Die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online unter, https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Eidlitz, (Stand: 5. Jänner 2025)
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Foto Eidlitz, Walther. In: Eidlitz, Walther. Sadananda-Archiv, https://sadananda.com/ (Stand: 20.7.2024) ​
Walther Eidlitz (* 28. August 1892 in Wien; † 28. August 1976 in Vaxholm, Schweden) war ein österreichischer Schriftsteller, der sich mit Lyrik, Erzählungen und Dramen einen Namen machte. Daneben befasste er sich intensiv mit der anthroposophischen Lehre.  Anthroposophen verstehen den Menschen als Einheit von Leib, Seele und Geist. Später wandte er sich intensiv dem Studium der Geistesgeschichte Indiens zu. 

Walther Eidlitz war der Sohn von Friederike Eidlitz (geb. Weiss 1872 in Wien - 1944). Friederike wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie trotz ihres Platzes auf der "Prominentenliste A" 1944 verstarb. Friederike Eidlitz wiederum gehörte zusammen mit Verwandten nach dem geteilten Erbe ihres Vaters Sigmund Weiß zu den Miteigentümern der einstigen Kuranstalten: Hotels Wiesenhof (Absam) und Gnadenwalderhof /Speckbacherhof (Gnadenwald).

Walther Eidlitz, geboren in eine wohlhabende jüdische Familie aus Eisenstadt, heute Burgenland (vormals ungarische Reichshälfte Österreich-Ungarns), zeigte früh literarisches Talent. Nach der Matura begann er ein Bauingenieur-Studium an der Technischen Hochschule in Wien. Während des Ersten Weltkrieges war Eidlitz zeitweise Wachsoldat in einem österreichischen Lager für russische Kriegsgefangene. Nach dem Krieg konvertierte Eidlitz zum Katholischen Christentum und lebte als freier Schriftsteller in Wien. Er neigte dem humanistischen Zionismus von Martin Buber (1878–1965) zu und interessierte sich für sozialistische Ideen sowie Rudolf Steiners (1861–1925) Konzept der Dreigliederung des sozialen Organismus. 
Steiner war ein österreichischer Schriftsteller, Theosoph und Reformpädagoge (Waldorfpädagogik) sowie der Begründer der Anthroposophie. Diese spirituelle Weltanschauung basiert wesentlich auf Steiners Darstellung von hellseherischen Einblicken in eine seiner Meinung nach real existierende geistige Welt, die er als "die höheren Welten" bezeichnete. 
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Foto Eidlitz, Walther. In: Eidlitz, Walther. Sadananda-Archiv, https://sadananda.com/ (Stand: 20.7.2024) ​
1924 wurde Eidlitz mit dem Kunstpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Bis 1932 veröffentlichte er mehrere Dramen und Romane. Eidlitz bereiste ausgiebig Europa und Amerika, traf Persönlichkeiten wie Henry Ford (1863–1947)  und Selma Lagerlöf (1858–1940). Er schrieb regelmäßig Feuilletons, vor allem für die Wiener „Neue Freie Presse“ und die jüdische „Menorah“.
Als das österreichische PEN-Zentrum sich 1933 gegen die geistige Unterdrückung in Nazideutschland wandte, trat er aus dem Verband aus. Seine pronazistische Einstellung – so setzte er etwa Hitler mit einer „Christus-Kraft“ in Beziehung – kam auch in seinem Buch „Reise nach den vier Winden“ (1935) zum Ausdruck. Er bemühte sich sogar erfolgreich um die Anerkennung als „Ehren-Arier“ und manipulierte zu diesem Zweck die Geburtsregister in Eisenstadt.
Fasziniert von der indischen Religion und Philosophie, verließ Eidlitz seine Familie in Wien und reiste 1938 nach Indien, um die spirituellen Wurzeln des Landes zu erkunden. Er suchte nach einem tieferen Verständnis von Gott und widmete sich dem Studium der indischen Geistesgeschichte.
Er fand einen hinduistischen Guru, Shri Maharaj, der ihn als Schüler aufnahm. Bei Kriegsbeginn wurde er in einem britischen Lager interniert, wo er den deutschen Hindumönch Sadananda Swami kennenlernte, der ihn in die Philosophie Sri Krishna-Chaitanyas (auch Vaishnava-Glaube oder Bhakti-Yoga) einführte. Trotz dieser schwierigen Zeit setzte er seine Studien fort und vertiefte sein Wissen über die indische Kultur und Spiritualität. Das Sadananda Archiv berichtet:


"Während des Zweiten Weltkriegs wurde der österreichische Autor und Dichter Walther Eidlitz im indischen Internierungslager Schüler von Svami Sadananda Dasa. Diese Begegnung ist in Eidlitz' autobiografischem Buch „Unbekanntes Indien“ dokumentiert. Fünf Jahre lang erhielt er spirituelle Unterweisungen und studierte unter widrigsten Umständen Bhakti-Texte und Sanskrit bei seinem Guru: „Jedes Mal, wenn ich zu Sadananda kam, empfing mich ein fürchterlicher Lärm. Doch Sadananda schien davon unberührt. Er rief fröhlich: ‚Schön, dass du mich besuchst, Vamandas. Setz dich auf mein Bett.‘ Eine unsichtbare Friedenskuppe schwebte über seinem Lager.“
Doch die Beziehung war nicht immer harmonisch. Vamandas notierte: „Er kann spotten, schimpfen und verletzen, so dass man glauben könnte, er sei der Teufel selbst. Doch in Wirklichkeit ist dies nichts anderes als ‚aggressive Gnade‘. Der Hammer, der immer wieder auf deine Stirn (dein Ego) schlägt, bis Funken fliegen, ist eine immens starke Gottesliebe [Bhakti] …“ (Sadananda Archiv. Online unter: https://sadananda.com/ (Stand: 22.7.2024, 15:40)

Während des Zweiten Weltkrieges, als Österreicher in britischem Territorium, wurde Eidlitz von 1938 bis 1946 in Indien interniert. Nach seiner Freilassung kehrte er im Jahr 1946 nach Wien/Europa zurück. Walther Eidlitz verlebte seine letzten Jahre in Vaxholm, Schweden, bei seiner Familie, wo er am 28. August 1976 verstarb. 
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Foto Eidlitz, Walther. In: Eidlitz, Walther. Sadananda-Archiv, https://sadananda.com/ (Stand: 20.7.2024) 

Das Grundstück und die Entstehung des Berghauses Eidlitz

1937 wurde eine kleinere Parzelle des Gnadenwalderhofs, EZ 42/2, mit dem kleinen "Luftbad" des Hotels zugunsten von Walther Eidlitz abgeteilt. Am 23. April 1937 wurde Walther Eidlitz Eigentümer und plante, dort ein "Tiroler Landhaus" für sich, seine Frau Helene ("Hella", geb. Spira) und ihren Sohn Günther (geb. 1933) errichten zu lassen.

 Liane Zimbler, die erste Ziviltechnikerin Österreichs, konzipierte das Gebäude nach modernen Gesichtspunkten. Sie entwarf den Bauplan, konnte das Haus jedoch nicht mehr fertigstellen, da sie im April 1938 mit ihrem Mann Otto und Tochter Eva nach London fliehen musste und im Herbst weiter in die USA emigrierte.


Dennoch konnte Walther Eidlitz die Villa fertigstellen lassen. Eidlitz, der in esoterischen Kreisen verkehrte, nutzte die Villa kaum, da er sich 1937/38 in Indien aufhielt, um die Ursprünge des "arischen Menschen" zu erforschen.

​Mit Kriegsbeginn im September 1939 wurde Eidlitz von den Briten sechs Jahre in Indien interniert. Er kehrte erst nach 1945 nach Europa zurück. Er folgte schließlich seiner Frau und seinem Sohn nach Schweden.

Ein Luftbad

Ein Luftbad, auch als Freilufttherapie oder Luftkur bekannt, ist eine naturheilkundliche Praktik, bei der der Körper möglichst viel ungehinderter, frischer Luft ausgesetzt wird, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Die Methode, die ihre Wurzeln in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat, zielt darauf ab, durch den direkten Kontakt mit der Luft die Durchblutung zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und den Körper mit frischem Sauerstoff zu versorgen.
Die Praktik wurde insbesondere von den Lebensreformer*innen populär gemacht, die davon überzeugt waren, dass natürliche Elemente wie Wasser, Luft und Sonnenlicht heilende Kräfte besitzen.
​Der Schweizer Physiker Arnold Rikli (1823
–1906), auch bekannt als „Sonnendoktor“, betonte die heilende Wirkung dieser Elemente und formulierte es treffend: „Wasser tuts freilich, höher jedoch steht die Luft und am höchsten das Licht“.

Merkmale eines Luftbades:

  1. Freiluft: Luftbäder werden draußen in der Natur oder in speziellen Luftbad-Anlagen genommen, die vor neugierigen Blicken geschützt sind.
  2. Nacktheit oder leichte Bekleidung: Um den größtmöglichen Kontakt der Haut mit der frischen Luft zu gewährleisten, ist der Körper nackt oder nur leicht bekleidet.
  3. Klimatische Bedingungen: Der Körper wird verschiedenen klimatischen Bedingungen ausgesetzt, einschließlich Sonne, Wind und gegebenenfalls auch Regen.
  4. Gesundheitsförderung: Luftbäder wurden zur Verbesserung der Hautgesundheit, zur Stärkung des Immunsystems, zur Verbesserung der Durchblutung und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens empfohlen.
  5. Ganzheitlicher Ansatz: Luftbäder wurden oft in Kombination mit anderen Naturheilverfahren wie Wasserbädern, Kneipp-Kuren und Gymnastik angewendet.​

Historischer Kontext

Luftbäder waren Teil der sogenannten Naturheilkunde, die im 19. Jahrhundert aufkam. Prominente Vertreter dieser Bewegung, wie Sebastian Kneipp (1821–1897), setzten sich für natürliche Heilmethoden und eine Rückbesinnung auf die Natur als Quelle der Gesundheit ein.
​ In zahlreichen Kurorten und Sanatorien wurden spezielle Luftbad-Anlagen eingerichtet, um den Kurgästen diese Form der Therapie anzubieten. Heutzutage sind Luftbäder weniger verbreitet, aber die Grundprinzipien leben in modernen Wellness- und Spa-Anlagen weiter, wo Freiluft- und Sonnenbäder, sowie Anwendungen, die auf die heilende Kraft der Natur setzen,  populär sind.

Enteignung und Arisierung der Villa Eidlitz

Im November 1942 wurden die Hotels Wiesenhof und Gnadenwalderhof aufgrund einer Verfügung der Gestapo von den jüdischen Eigentümern der Familie Weiss beschlagnahmt und das Eigentumsrecht für das Deutsche Reich (Reichsfinanzverwaltung) eingetragen, was einer Arisierung gleichkam. 

Das im Eigentum von Walther Eidlitz stehende Grundstück mit der Villa Eidlitz wurde von seiner nicht-jüdischen Gattin Helene Eidlitz, geb. Spira, bereits am 2. Oktober 1939 an die Filmschauspielerin Franziska Kinz (1897–1980) verkauft. 

Franziska Kinz (1897 – 1980) – Umbenennung in „Villa Sixta"

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Foto Kinz, Franziska. Online unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Franziska_Kinz (Stand: 22.7.2024, 14:40).Foto Franziska Kinz. Online unter: By Alexander Binder (1888-1929) - http://www.steffi-line.de/archiv_text/nost_film20b40/395_kinz_franziska.htm, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67561735 (Stand: 19.7.2024, 17:40
Franziska Kinz war in den späten 1930er Jahren eine gefeierte Filmschauspielerin, deren größter Erfolg der Film "Frau Sixta" war.
​Nach ihrem Einzug in die neu erworbene Villa in Gnadenwald benannte sie diese in "Villa Sixta" um und bewohnte sie als Eigentümerin bis ins Jahr 1949.
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Foto „Frau Sixta“ Online unter: By Unknown - https://www.imdb.com/title/tt0030154/mediaviewer/rm4132504064, Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=63373309 (Stand: 19.7.2024, 17:30).Film „Frau Sixta“. Kinz, Franziska. Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Online unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Frau_Sixta(Stand: 22. 7.2024, 14:30
"Frau Sixta" ist ein deutscher Historienfilm aus dem Jahr 1938, der von Gustav Ucicky inszeniert wurde und Gustav Fröhlich, Franziska Kinz und Ilse Werner in den Hauptrollen zeigt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1925 des Schweizer Schriftstellers Ernst Zahn.
Die Filmkulissen wurden von den Artdirektoren Franz Koehn und Hans Kuhnert entworfen. Gedreht wurde der Film in den Bavaria Studios in München sowie vor Ort im Wintersportort Kühtai im österreichischen Tirol.
Franziska Kinz (21. Februar 1897, Kufstein, Österreich-Ungarn – 26. April 1980, Meran, Italien) war eine österreichische Filmschauspielerin. Ihre Karriere begann 1929, und ihr letzter Spielfilm war "Der Schleier fiel" im Jahr 1960. Insgesamt spielte sie in 36 Spielfilmen unterschiedliche Rollen.
Kinz besuchte zunächst eine Handelsschule und kam im Rahmen ihrer Ausbildung nach Berlin, Wien und Heidelberg, ehe sie sich für den Schauspielberuf entschied. Sie erhielt vier Monate Schauspielunterricht an der Theaterschule der Münchner Kammerspiele bei Friedrich Basil und gab 1924 ihr Debüt als Gretchen in "Faust" am Stadttheater Zürich. Noch im selben Jahr erhielt sie ein Engagement am Staatstheater in München.

1926 gastierte Franziska Kinz in New York. Weitere Bühnenstationen waren das Staatstheater Berlin und 1930 das Landestheater Darmstadt. 1933 ging sie dauerhaft nach Berlin, wo sie an den Berliner Kammerspielen, am Schillertheater und am Deutschen Theater auftrat. Gastspiele führten sie nach Wien und München.

Franziska Kinz 1933 - 1945

Bis 1933 war Franziska Kinz mit dem SPD-Reichstagsabgeordneten Carlo Mierendorff (1897–1943) liiert, der nach der nationalsozialistischen Machtübernahme festgenommen und bis 1938 in verschiedenen Konzentrationslagern interniert wurde.

Kinz setzte sich gemeinsam mit Emil Henk (1893–1969, deutscher Widerstandskämpfer), Gerhart Pohl (1902–1966, Verlagslektor) und anderen über Jahre hinweg für Mierendorffs Entlassung aus dem Konzentrationslager ein. Schließlich wurde Mierendorff 1938 aus dem KZ Buchenwald freigelassen. Am 4. Dezember 1943 kam er bei einem Luftangriff der Royal Air Force auf Leipzig ums Leben.

Franziska Kinz heiratete Karl-Heinz Kaesbach (1908–1989), einen Journalisten sowie Buch- und Filmautor, der während der NS-Zeit regimenahe agierte. Nach dem Krieg leitete Kaesbach das Münchner Auslandsbüro der Tiroler Tageszeitung und wurde für seine Verdienste in der Kommunikation mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.
Bereits 1933 zeigte Kinz ihre Loyalität gegenüber der neuen Regierung durch ihre Mitwirkung in den Propagandafilmen Flüchtlinge und Hitlerjunge Quex. 1944 wurde sie in die sogenannte Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda aufgenommen.

Franziska Kinz 1945 - 1980

Nach dem Krieg konnte sie ihre Filmkarriere fortsetzen und entfaltete eine intensive Theatertätigkeit mit Auftritten unter anderem in München, Innsbruck, Salzburg und Frankfurt.

Die überzeugte Vegetarierin engagierte sich nachhaltig für den Tierschutz, unterstützte den Bau eines Tierheims in Innsbruck und war zeitweise Präsidentin der Tierschutzliga.

​ Einen Teil ihres Familienbesitzes in Tirol stellte sie für den Bau einer Mustersiedlung zur Verfügung, in der alte Menschen gemeinsam mit ihren Tieren den Lebensabend verbringen konnten.
​Franziska Kinz verfasste auch Artikel zur gesunden Ernährung und Lebensweise.
Franziska Kinz. Die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online unter, https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Kinz , (Stand: 10. Jänner 2025)
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Rückstellungsverfahren  1949 der "Villa Sixta" und weitere Eigentümer

Nach 1945 wurde der Kauf des Berghauses Eidlitz Gegenstand eines Rückstellungsverfahrens, das 1949 zugunsten von Walther Eidlitz entschieden wurde. Während des Verfahrens versuchte Franziska Kinz, die Villa an ihre Schwester Gabriele Kinz zu verkaufen, doch die Behörden untersagten diesen Verkauf. Nach der Rückgabe der Villa an Walther Eidlitz veräußerte er sie noch im selben Jahr an den Ingenieur Ekkehard Höß. Anschließend verlegte Eidlitz seinen Wohnsitz nach Schweden, um bei seiner Familie zu leben. 
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    Autorin
    ​Elisabeth Walder
    ​BA, MA, MA
    ​Historikerin-Ethnologin

    "Elisabeth Walder verfasste den Artikel über die Villa Sixta auf Grundlage eines Hinweises von Harald Stockhammer und ihrer eigenen weiterführenden Recherchen."


    Archive

    Tiroler Landesarchiv

    Bezirksgericht Hall in Tirol:
    Urkundensammlung zu Grundbuch Katastralgemeinde Gnadenwald Einlagezahl 52.

     Blaumeiser, Heinz. (Franceschini 2021)Literaturverzeichnis
    Franceschini, Christoph (2021): Terroristenschule, 01.03.2021. E-Mail an Harald Stockhammer.


    Sadananda - Archiv

    (Sadananda Archiv. Online unter: https://sadananda.com/ (Stand: 22.7.2024, 15:40)
    ​

    Drei Fotos: Eidlitz, Walther. In: Eidlitz, Walther. Sadananda-Archiv, https://sadananda.com/ (Stand: 20.7.2024) 

    Historisches Museum Frankfurt
    Angersbach, Nathalie."Badet in Luft, Sonne und Wasser!"5. Jänner 2021. Online unter: https://blog.historisches-museum-frankfurt.de/badet-in-luft-sonne-und-wasser/ (Stand: 21.7.2024, 15:20) 

    Biografien:
    Zimbler, Liane:
    Zimbler,Liane : Biografia.at. Online unter: http://biografia.sabiado.at/zimbler-liane/, (Stand: letzter Zugriff am 17.7.2024, 14:33 )

     Zimbler, Liane: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Online unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Liane_Zimbler (Stand: letzter Zugriff am 17.7.2024, 14:36)
    Haus Gnadenwald 7. Online unter: http://www.liane-zimbler.de/text/kapitel_2_2_7/abb_4.htm (Stand 19.7.2024, 11:21) Quelle:  Böckl, Matthias  (Hg.): Visionäre & Vertriebene. Österreichische Spuren in der amerikanischen Architektur. 1995. Ausstellung 12.5.1995 -16.7.1995.  S. 303.


    ​Foto: Architektin Liane Zimbler. Online unter: http://www.liane-zimbler.de (Stand 19.7.2024, 11:30)

    Gräwe,Christina: Liane Zimbler. Spurensuche - Die österreichische Architektin in Wien und im amerikanischen Exil. Diplomarbeit Architekturfakultät der TU-Berlin 2003.

    Literatur:
    ARGE Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen (Hg.): Frauen in der Technik von 1900 bis 2000. Das Schaffen der österreichischen Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen. [Austellungskatalog]. Wien, 1999.

    Blumesberger, S. / Doppelhofer, M. / Mauthe, G. (Bearb.) / Österr. Nationalbibliothek (Hg.): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert. Saur, München, 2002.

    Heller, F. C.: Die bunte Welt. Handbuch zum künstlerisch illustrierten Kinderbuch in Wien 1890- 1938. Wien, 2008.

    Hoffmann, E.: Die letzten Arbeiten der Arch. Liane Zimbler. In: Österreichische Kunst. Nr. 12, 1932.

    International Archives for Women in Architecture, Virgina Tech., Blacksburg/Virgina (Nachlass)
    Österreichische Kunst VIII Jg., Heft 3, 1937.

    Plakolm-Forsthuber, S.: Ein Leben, zwei Karrieren. Die Architektin Liane Zimbler. In: Boeckl, M. (Hg.): Visionäre & Vertriebene. Österreichische Spuren in der modernen Architektur. Berlin, 1995, S. 295-310.


    ​
    Architektenlexikon 1880 - 1945. Online unter: https://web.archive.org/web/20080304024949/http://www.azw.at/www.architektenlexikon.at/de/idx_Z.htm (Stand: 19.7.2024) 
    ​
    Zimbler, Liane. Online unter: 

    www.architektenlexikon.at/de/727.htm (Stand 22.7.2024, 15:50)

    Zimbler, Juliane. Online unter: https://web.archive.org/web/20090327045631/http://www.azw.at/www.architektenlexikon.at/de/727.htm (Stand: 19.7.2024)

    Innsbrucker Adressbuch. Online unter: https://innsbruckerinnen.at/ (Stand 17.7.2024)
    ​
    Kinz,Franziska:
    Quelle:
    Waldman, Harry (2008). Nazi Films in America, 1933–1942. Jefferson, NC: McFarland & Company. p. 182. ISBN 978-0-7864-3861-7.normal Goble, Alan (1999). 
    The Complete Index to Literary Sources in Film. Walter de Gruyter. p. 515. 


    Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Vierter Band H – L. Botho Höfer – Richard Lester, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 392 f.

    Kinz,Franziska. Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Online unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Frau_Sixta (Stand: 10. Jänner 2025)
    ​
     Mierendorf,Carlo. Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Online unter: 
    https://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Mierendorff (Stand : 10. Jänner 2025)


    Bibliografie
    Kester, Bernadette. Film Front Weimar: Representations of the First World War in German films of the Weimar Period (1919-1933). Amsterdam University Press, 2003.

    Waldman, Harry (2008). Nazi-Filme in Amerika, 1933–1942. Jefferson, NC: McFarland & Company. S. 182. 
    Goble, Alan (1999). The Complete Index to Literary Sources in Film. Walter de Gruyter. S. 515. 



    Eidlitz, Walther:

    Biografie. Eidlitz, Walther. Online unter: https://dokumentationen.kulturimpuls.org/biografien/858 (Stand: 19.7.2024, 14:05)

     Eidlitz, Walther. Werke:
    Der Goldene Wind (G), Berlin 1918; Der junge Gina (E), Berlin 1918, ²1919; Die Herbstvögel (D), Berlin 1921; Der Berg in der Wüste (D), Leipzig 1923; Die Laufbahn der jungen Clothilde (R), Berlin 1924, ²1926; Die Gewaltigen (E), Berlin 1926; Kampf im Zwielicht (E), Berlin 1928; Zodiak (R), Berlin 1930; Das Licht der Welt (R), Berlin 1932; Reise nach den vier Winden, Auf den Spuren der Weltgeschichte, Braunschweig 1935; Der Mantel der großen Mutter, Eine Wanderung durch die nordische Welt, Braunschweig 1937; Bhakta. Eine indische Odyssee, Hamburg [1951]; Die indische Gottesliebe, Olten 1955; Der Glaube und die heiligen Schriften der Inder, Olten 1957; Der Sinn des Lebens: der indische Weg zur liebenden Hingabe, Olten 1974; Krishna Chaitanya, Bd. I/II, Rastede-Liethe 1995; Übersetzungen ins Englische und Schwedische erschienen.
    Literatur: Das große Brockhaus, Bd. V, Leipzig 1930 (15. Aufl.); Boos, R.: Journalmystik, in: Msch 1932, Nr. 6; Waldinger, E.: The Fantastic Case of Walther Eidlitz, in: Jewish Frontier 1943, Nr. Sept.; Raabe, P.: Die Autoren und Bücher des literarischen Expressionismus, Stuttgart 1985.


    June 2024

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