Nationalsozialismus in Hall in Tirol und in Tirol: NS-Widerstand,Verfolgung und Schicksale
  • 🇦🇹 STARTSEITE
    • 🇬🇧 ENGLISH HOME
  • 🇦🇹 DAS PROJEKT
    • 🇬🇧 The PROJEKT
  • Biografien-Biographies
    • /widerstandskaempfer-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/resistance-fighters-hall-in-tyrol
      • /jugendorganisationen-ns-widerstand-hall-tirol
      • 🇬🇧/youth-resistance-nazism-hall-in-tyrol
    • /widerstandsgruppen-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/resistance-groups-in-hall-in-tyrol
    • /ns-verfolgte-opfer-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/victims-nazi-persecution-hall-in-tyrol
    • /institutionen-im-widerstand >
      • 🇬🇧/resistance-within-institutions-tyrol
      • Priester-im-Widerstand-in-Hall-in-Tirol >
        • 🇬🇧 /catholic-clergy-nazi-resistance-hall-tyrol
        • 🇬🇧 Religious-Orders -in -Resistance-in-Hall-in-Tyrol
    • /erinnerungskultur-hall-in-tirol-nationalsozialismus-widerstand >
      • 🇬🇧 /culture-of-remembrance-hall-in-tyrol-national-socialism-resistance
      • Justizgeschichte-NS-Verbrechen- vor -Gericht
      • 🇬🇧 Justice-and-Nazi-Perpetrators-in-Hall-in-Tyrol
      • Hall -in -Tirol-Geschichte-Nationalsozialismus-und-Widerstand
      • 🇬🇧 Hall- in- Tyrol-History-National-Socialism -and-Resistance
  • Gedenkorte/Memorial Sites
    • Gedenktafel-WIDER.STAND >
      • la-plaque-commémorative-WIDER.STAND
      • MEMORIAL- PLAQUE-WIDER.STAND
      • Placa-Memorial-da-Resistencial- WIDER.STAND
      • Targa-commemorativa-WIDER.STAND
      • REMEMBRANCE-WIDER.STAND
      • Mémoire - WIDER.STAND
      • Memórial-DA-RESISTENCIA-WIDER.STAND
      • Memoria-LE VITTIME-DI-HALL-IN-TIROLO
  • /gruendungskonzept-digitales-biografisches-archiv-ns-widerstand-tirol
  • 🇬🇧/founding-concept-digital-biographical-archive-ns-resistance-tyrol
  • Impressum/Imprint
  • Datenschutzerklärung /Deutsch
  • Privacy Policy
  • Sponsoren/Sponsors
  • 🇦🇹 STARTSEITE
    • 🇬🇧 ENGLISH HOME
  • 🇦🇹 DAS PROJEKT
    • 🇬🇧 The PROJEKT
  • Biografien-Biographies
    • /widerstandskaempfer-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/resistance-fighters-hall-in-tyrol
      • /jugendorganisationen-ns-widerstand-hall-tirol
      • 🇬🇧/youth-resistance-nazism-hall-in-tyrol
    • /widerstandsgruppen-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/resistance-groups-in-hall-in-tyrol
    • /ns-verfolgte-opfer-hall-in-tirol >
      • 🇬🇧/victims-nazi-persecution-hall-in-tyrol
    • /institutionen-im-widerstand >
      • 🇬🇧/resistance-within-institutions-tyrol
      • Priester-im-Widerstand-in-Hall-in-Tirol >
        • 🇬🇧 /catholic-clergy-nazi-resistance-hall-tyrol
        • 🇬🇧 Religious-Orders -in -Resistance-in-Hall-in-Tyrol
    • /erinnerungskultur-hall-in-tirol-nationalsozialismus-widerstand >
      • 🇬🇧 /culture-of-remembrance-hall-in-tyrol-national-socialism-resistance
      • Justizgeschichte-NS-Verbrechen- vor -Gericht
      • 🇬🇧 Justice-and-Nazi-Perpetrators-in-Hall-in-Tyrol
      • Hall -in -Tirol-Geschichte-Nationalsozialismus-und-Widerstand
      • 🇬🇧 Hall- in- Tyrol-History-National-Socialism -and-Resistance
  • Gedenkorte/Memorial Sites
    • Gedenktafel-WIDER.STAND >
      • la-plaque-commémorative-WIDER.STAND
      • MEMORIAL- PLAQUE-WIDER.STAND
      • Placa-Memorial-da-Resistencial- WIDER.STAND
      • Targa-commemorativa-WIDER.STAND
      • REMEMBRANCE-WIDER.STAND
      • Mémoire - WIDER.STAND
      • Memórial-DA-RESISTENCIA-WIDER.STAND
      • Memoria-LE VITTIME-DI-HALL-IN-TIROLO
  • /gruendungskonzept-digitales-biografisches-archiv-ns-widerstand-tirol
  • 🇬🇧/founding-concept-digital-biographical-archive-ns-resistance-tyrol
  • Impressum/Imprint
  • Datenschutzerklärung /Deutsch
  • Privacy Policy
  • Sponsoren/Sponsors


Anton Walder (1913–1985), Teil 2:
Widerstand im Wehrmeldeamt Innsbruck

Anton Walder: Widerstand im Wehrmeldeamt Innsbruck

11/30/2023

0 Comments

 

Zusammenfassung

Anton Walder wurde nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Postdienst entlassen. Während des Krieges wurde er im Wehrmeldeamt Innsbruck eingesetzt. Dort schloss er sich einem Widerstandskreis an, der mit Fritz Würthle verbunden war.
Walder nutzte seine Tätigkeit in der militärischen Verwaltung, um Einberufungen zu behindern und gefährdete Männer zu unterstützen. Über die Schusterwerkstatt Anton Hallers stand er außerdem mit der Widerstandsbewegung in Hall in Tirol in Verbindung. Im April 1945 warnte ihn die Wehrmeldeamtsbedienstete Grete Götsch mit einer auffällig formulierten Nachricht vor einer drohenden Gefahr. Walder hielt sich anschließend im Gebiet von Gnadenwald und Vomperloch verborgen.
Seine Geschichte zeigt, dass Widerstand gegen den Nationalsozialismus nicht nur in bewaffneten Aktionen bestand. Auch die Manipulation von Akten, das Beschaffen von Dokumenten, das Weitergeben von Warnungen und die Vernetzung verschiedener Gruppen konnten Menschen schützen und den militärischen Apparat schwächen.

Lesen Sie mehr: 

gedenkort.at/personen/b2821b55-ecf6-4224-98eb-b911e9601286

gedenkort.at/orte/3e1de9e0-e6c9-4a9d-89ae-a1004255f2a8

de.wikipedia.org/wiki/Anton_Walder

Anton Walder (1913–1985), Teil 2: Widerstand im Wehrmeldeamt Innsbruck

Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme aus dem Wehrmeldeamt Innsbruck von 1942. Anton Walder sitzt als Zweiter von links an einem Schreibtisch und blickt in die Kamera. Neben ihm sitzt eine Mitarbeiterin; hinter den beiden stehen zwei weitere Mitarbeiterinnen und ein uniformierter Militärangehöriger. Im Hintergrund befinden sich hohe, mit Akten gefüllte Regale.
Anton Walder mit Mitarbeiterinnen und einem Angehörigen des Militärs im Wehrmeldeamt Innsbruck, 1942. Walder sitzt als Zweiter von links am Schreibtisch und blickt in die Kamera. Schwarz-Weiß-Fotografie. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

read more: 

🇬🇧/anton-walder-resistance-military-registration-office-innsbruck

Widerstand innerhalb der militärischen Verwaltung

Mitten in der nationalsozialistischen Militärverwaltung Innsbrucks entstand ein Widerstandsnetzwerk, das die bürokratischen Abläufe des Wehrmeldeamtes gegen das NS-Regime nutzte. Zu diesem Kreis gehörte Anton Walder, ein aus dem Postdienst entlassener Postbeamter aus Hall in Tirol.
Als Schreiber hatte Walder Zugang zu Karteien, Formularen und militärischen Dokumenten. Diese Stellung ermöglichte es ihm, Einberufungen zu beeinflussen, Unterlagen zu verändern und Menschen zu unterstützen, die sich dem Fronteinsatz oder dem Zugriff der NS-Behörden entziehen wollten. Zugleich fungierte er als Verbindungsmann zwischen dem Widerstand im Wehrmeldeamt, der Gruppe „Post“ und der Haller Widerstandsbewegung um Anton Haller.

Lesen Sie mehr: 

Walder--Anton--Wderstandsgruppe-post-innsbruck-teil-1

Haller _Anton _Widerstandsgruppe

Einordnung der historischen Quelle

Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document.
Innsbrucker Nachrichten, Nr. 293, S. 5: "Zu jedem grauen Rock sein Karteiblatt. Bericht über die Tätigkeit des Wehrmeldeamts (16. Dezember 1939). In Anno Zeitschriftenportal. Online, https://anno.onb.ac.at/ (Stand: 12.4.2026)
Der zeitgenössische Zeitungsbericht „Zu jedem grauen Rock sein Karteiblatt“ vom 16. Dezember 1939 beschreibt die Aufgaben und Verwaltungsabläufe eines Wehrmeldeamtes aus der Perspektive der nationalsozialistischen Presse. Der Beitrag veranschaulicht insbesondere die systematische Erfassung der Wehrpflichtigen durch Karteien und Personalunterlagen. Als propagandistisch geprägte Quelle muss der Artikel quellenkritisch gelesen werden: Er präsentiert die militärische Bürokratie als geordnet und leistungsfähig, verschweigt jedoch deren Funktion für Aufrüstung, Kriegführung und Zwangsmobilisierung.

Vom Postbeamten zum Schreiber im Wehrmeldeamt

Anton Walder wurde am 30. Januar 1913 in Albeins bei Brixen geboren und arbeitete später als Postbeamter in Innsbruck. Im März 1938 entfernten ihn die Nationalsozialisten wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Postdienst.
Wegen einer Verletzung an der linken Hand wurde Walder nicht bei einer kämpfenden Einheit eingesetzt. Am 1. September 1942 wurde er als Schreiber dem Wehrmeldeamt Innsbruck zugeteilt und vereidigt. Seine militärischen Unterlagen dokumentieren folgende Stationen:

    1. September 1942 bis 20. Januar 1943: Wehrmeldeamt Innsbruck

    1. Januar bis 31. März 1943: Standortkompanie Innsbruck

    1. April 1943 bis 16. April 1945: erneut Wehrmeldeamt Innsbruck
Im Wehrmeldeamt erhielt Walder auch Belehrungen über Spionageabwehr und Verschwiegenheit. Die erhaltenen Bestätigungen verdeutlichen, wie streng der Umgang mit militärischen Akten geregelt war und welches Risiko eine unerlaubte Veränderung oder Weitergabe von Unterlagen bedeutete.

Historischer Kontext: Das Wehrmeldeamt Innsbruck

Das Wehrmeldeamt war ein Teil der militärischen Ersatzverwaltung der Wehrmacht. Es erfasste Wehrpflichtige, führte Personalunterlagen und wirkte bei Musterung, Einberufung, Versetzung und Entlassung mit. Das Innsbrucker Amt befand sich am Innrain 9 und unterstand innerhalb des Wehrkreises XVIII den übergeordneten militärischen Stellen.
Die Verwaltung beruhte weitgehend auf Papierakten und Karteien. Dazu gehörten Wehrstammbücher, Suchkarten, Einberufungsunterlagen und Bescheinigungen über die sogenannte Unabkömmlichstellung, kurz „uk“.
Gerade dieses analoge Verwaltungssystem eröffnete Handlungsspielräume für Widerstand. Wurden Karteikarten entfernt, Einträge verändert oder Bescheinigungen ausgestellt, konnten Personen vorübergehend aus dem Zugriff der militärischen Behörden verschwinden. Solche Handlungen waren mit einem hohen Risiko verbunden. Bei ihrer Entdeckung drohten militärgerichtliche Verfahren, Gestapohaft und möglicherweise die Todesstrafe.

Anton Walders Tätigkeit im Widerstand

Historisches Schwarz-Weiß-Porträt von Anton Walder aus dem Jahr 1942. Er trägt eine Uniform und blickt mit ernstem Gesichtsausdruck direkt in die Kamera.
Anton Walder in Uniform während seiner Tätigkeit beim Wehrmeldeamt Innsbruck, 1942. Schwarz-Weiß-Porträt. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
Nach den überlieferten Unterlagen und späteren Berichten nutzte Anton Walder seine Stellung, um Einberufungen zu behindern und gefährdete Männer zu unterstützen. Zu den ihm zugeschriebenen Handlungen gehörten:
  • das Entfernen oder Verändern militärischer Karteikarten,
  • das Beschaffen beziehungsweise Ausstellen von Dokumenten,
  • die Unterstützung von Soldaten, die nicht an die Front zurückkehren wollten,
  • die Vermittlung von Kontakten zu Verstecken,
  • die Mitwirkung bei „uk“-Stellungen,
  • die Verbindung zwischen mehreren Tiroler Widerstandsgruppen.
Eine „uk“-Stellung bedeutete, dass ein Wehrpflichtiger wegen seiner Tätigkeit in einem kriegswichtigen Betrieb oder in der Landwirtschaft vorübergehend nicht zum Militär eingezogen wurde. Eine solche Bescheinigung konnte Schutz vor dem Fronteinsatz bieten. Sie gewährte jedoch nicht automatisch Schutz vor der Gestapo.

Verbindung zu Fritz Würthle und Anton Haller

Der Widerstand im Wehrmeldeamt war Teil eines größeren Netzwerkes. Als wichtiger Akteur wird der Journalist und Schriftsteller Fritz Würthle genannt. Walder stand außerdem mit der Gruppe „Post“ und ab 1942 mit der Haller Widerstandsbewegung um Anton Haller in Verbindung.
Treffen konnten in Anton Hallers Schusterwerkstatt stattfinden. Eine Werkstatt bot einen vergleichsweise unauffälligen Rahmen, in dem Menschen ein- und ausgingen. Walder vermittelte Kontakte und verband damit den Innsbrucker Widerstand mit der Bewegung in Solbad Hall, wie Hall in Tirol damals offiziell hieß.

Lesen Sie mehr: 

Fritz _Würthle

Die _Würthle _Gruppe

Dr. Friedrich Punt

Jörg Sackenheim

Johann Sebastian Trainer

Frauen im Widerstandsnetzwerk

Erhaltene Fotografien und eine Geburtstagskarte vom 30. Januar 1945 dokumentieren, dass auch mehrere weibliche Bedienstete zum persönlichen Umfeld Walders im Wehrmeldeamt gehörten. Auf der Karte finden sich unter anderem die Namen Elise Mayr, Ida Meth, Grete Götsch, Gisela Tablander, Hedy Perathoner und Annie Konstantini.
Die Dokumente belegen Kontakte und persönliche Verbundenheit. Ob und in welchem Umfang jede einzelne Unterzeichnerin an konkreten Widerstandshandlungen beteiligt war, muss jedoch für jede Person gesondert geprüft werden. Besonders deutlich wird die Rolle Grete Götschs durch ihre Nachricht vom 16. April 1945.
Historische Schwarz-Weiß-Gruppenaufnahme einer Silvesterfeier im Wehrmeldeamt Innsbruck am 31. Dezember 1944. Fünf männliche Wehrmachtsangehörige und sechs weibliche Bedienstete haben sich gemeinsam für das Foto aufgestellt. Anton Walder befindet sich in der hinteren Reihe als Zweiter von links.
Silvesterfeier im Wehrmeldeamt Innsbruck am 31. Dezember 1944. Die Aufnahme zeigt Angehörige des Widerstandskreises, darunter fünf Wehrmachtsangehörige und sechs weibliche Bedienstete. Anton Walder steht in der hinteren Reihe als Zweiter von links. Unter dem Deckmantel der Feier soll die Fortsetzung der Widerstandstätigkeit im Januar 1945 besprochen worden sein. Schwarz-Weiß-Fotografie. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Das vereinbarte Codewort „Sturm im Wasserglas"

Schreiben der Wehrmeldeamtsbediensteten Grete Götsch an Anton Walder vom 16. April 1945. Das vereinbarte Codewort „Sturm im Wasserglas“ warnte vor einer drohenden Verhaftung. Der handschriftliche Zusatz lautet: „Holzknecht unbedingt auch verständigen!“ Unveröffentlichte Primärquelle. Quelle: Privatarchiv Walder, Hall in Tirol.
Schreiben der Wehrmeldeamtsbediensteten Grete Götsch an Anton Walder vom 16. April 1945. Das vereinbarte Codewort „Sturm im Wasserglas“ warnte vor einer drohenden Verhaftung. Der handschriftliche Zusatz lautet: „Holzknecht unbedingt auch verständigen!“ Unveröffentlichte Primärquelle. Quelle: Privatarchiv Walder, Hall in Tirol.
Am 16. April 1945 schrieb Grete Götsch an Anton Walder:
„Lieber Walder! Sturm im Wasserglas! Auf Befehl des OFW. Rihm sollen Sie sofort zur Dienststelle zurückkehren, sonst will er die noch ausständigen Soldaten mit der Polizei holen lassen. Bauer und Kinzl sind auch nicht zu erreichen, weshalb die Polizei verständigt wird. Der Dienstbetrieb geht normal weiter! Also auf Wiedersehen! Grete. Holzknecht unbedingt auch verständigen.“
„Sturm im Wasserglas“ war das innerhalb des Widerstandskreises vereinbarte Codewort für eine drohende Verhaftung. Anton Walder wusste daher, dass er der Aufforderung, zur Dienststelle zurückzukehren, nicht folgen durfte, sondern sich in Sicherheit bringen und auch Holzknecht warnen sollte.
Das Schreiben nennt als ausführende Stelle lediglich die „Polizei“. Welche Behörde damit konkret gemeint war, ist nicht gesichert. Es könnte sich um die Militärpolizei, eine andere Polizeidienststelle oder die Gestapo gehandelt haben. Eine ausdrücklich von der Gestapo geplante Razzia lässt sich aus dem erhaltenen Schreiben daher nicht belegen.
Die Nachricht zeigt jedoch eindeutig, wie die Angehörigen des Widerstandskreises mithilfe vereinbarter Formulierungen vor drohenden Verhaftungen gewarnt wurden. Die scheinbar dienstliche Aufforderung zur sofortigen Rückkehr hatte für die Eingeweihten die gegenteilige Bedeutung: Walder sollte nicht mehr zur Dienststelle kommen, sondern untertauchen.
Auch der handschriftliche Zusatz „Holzknecht unbedingt auch verständigen“ unterstreicht die Dringlichkeit der Warnung. Da Bauer und Kinzl ebenfalls nicht erreicht werden konnten und laut Schreiben die Polizei eingeschaltet werden sollte, bestand offenbar für mehrere Angehörige des Wehrmeldeamtes unmittelbare Gefahr.
Nach den familiengeschichtlichen Überlieferungen und den erhaltenen Unterlagen brachte sich Anton Walder anschließend im Gebiet von Gnadenwald und Vomperloch in Sicherheit. Dort bestanden Verbindungen zu Deserteuren und Unterstützern der Haller Widerstandsbewegung.

Armbinden der österreichischen Widerstandsbewegung

Diese Armbinden wurden während der Befreiung Innsbrucks Anfang Mai 1945 getragen. Sie dienten dazu, Angehörige der österreichischen Widerstandsbewegung als solche kenntlich zu machen und sie von deutschen Wehrmachtsangehörigen, nationalsozialistischen Formationen und der Zivilbevölkerung zu unterscheiden. Die rot-weiß-rote Farbgebung, die Kennzeichnung „O5“ und das Innsbrucker Stadtwappen verwiesen auf den österreichischen Widerstand und dessen örtliche Verankerung in Innsbruck.
Historische rot-weiß-rote Stoffarmbinde der österreichischen Widerstandsbewegung in Tirol. Auf dem weißen Mittelstreifen sind zwei rote Stempel mit dem Tiroler Wappen und der Aufschrift „Österreichische Widerstandsbewegung in Tirol“ zu sehen.
Armbinde der österreichischen Widerstandsbewegung in den Farben Rot-Weiß-Rot. Auf dem weißen Mittelstreifen befinden sich zwei Stempelabdrücke mit dem Innsbrucker Wappen und der Aufschrift „Österreichische Widerstandsbewegung in Tirol“. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
Historische helle Stoffarmbinde der österreichischen Widerstandsbewegung. Sie trägt einen roten, schildförmigen Aufdruck mit einem Stern und einen runden Stempel mit der Kennzeichnung „O5“, dem Tiroler Wappen und der Umschrift „Die österreichische Widerstandsbewegung“.
Zweite erhaltene Armbinde der österreichischen Widerstandsbewegung in Tirol. Auf dem hellen Stoff befindet sich ein roter Aufdruck mit Stern sowie ein Stempel der Widerstandsbewegung mit der Kennzeichnung „O5“ und dem Innsbrucker Wappen. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Die letzten Wochen der NS-Herrschaft

In den letzten Kriegswochen verschärfte sich die Gefahr für die Tiroler Widerstandsgruppen. Gleichzeitig bereiteten verschiedene Netzwerke die Übernahme wichtiger Einrichtungen und das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft vor.
Am 2. und 3. Mai 1945 besetzten Angehörige des Tiroler Widerstands zentrale Stellen in Innsbruck. Am 3. Mai rückten amerikanische Truppen in die Stadt ein. Der Widerstand trug dazu bei, weitere Kämpfe und Zerstörungen zu verhindern; die militärische Befreiung erfolgte durch die Alliierten.
Anton Walder hatte bis dahin als Verbindungsmann zwischen mehreren Gruppen gewirkt. Seine Tätigkeit zeigt, wie Widerstand in einer Verwaltungsstelle aussehen konnte: nicht öffentlich und nicht spektakulär, sondern verborgen in Akten, Formularen, Kontakten und Warnungen.

Quellenkritischer Hinweis

Ein Teil der Darstellung beruht auf zeitgenössischen Dokumenten aus dem Privatarchiv Walder, darunter militärische Personalunterlagen und das Schreiben Grete Götschs. Andere Angaben stammen aus späteren Berichten über den Tiroler Widerstand.
Dabei muss zwischen eindeutig dokumentierten Tatsachen und späteren Erinnerungen oder Deutungen unterschieden werden. Gruppenfotos und Grußkarten belegen persönliche Kontakte, beweisen aber nicht automatisch die Beteiligung aller abgebildeten oder genannten Personen an Widerstandshandlungen. Auch die konkrete Wirkung einzelner Manipulationen lässt sich häufig nicht mehr für jede gerettete Person nachweisen.

Fazit: Bürokratischer Widerstand gegen den NS-Staat

Anton Walder war kein führender Militär und kein öffentlich auftretender Widerstandskämpfer. Gerade seine unauffällige Stellung machte seine Tätigkeit wirkungsvoll. Er konnte innerhalb jener Verwaltung handeln, die der Wehrmacht fortlaufend neue Soldaten zuführen sollte.
Indem er Aktenvorgänge beeinflusste, Dokumente beschaffte und Widerstandsgruppen miteinander verband, richtete er seine beruflichen Möglichkeiten gegen das Regime. Sein Beispiel steht für eine Form des bürokratischen Widerstands, bei der Fachwissen, Zugang zu Unterlagen und persönliche Netzwerke genutzt wurden, um den Handlungsspielraum des NS-Staates einzuschränken und gefährdete Menschen zu unterstützen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer war Anton Walder?

Anton Walder wurde 1913 in Albeins bei Brixen geboren und arbeitete als Postbeamter. Nach seiner Entlassung aus politischen Gründen war er während des Krieges als Schreiber im Wehrmeldeamt Innsbruck eingesetzt. Dort beteiligte er sich am Widerstand gegen das NS-Regime.

Was war das Wehrmeldeamt Innsbruck?

Das Wehrmeldeamt war eine militärische Verwaltungsstelle. Es erfasste Wehrpflichtige und führte Unterlagen über Musterung, Einberufung, Verwendung und Entlassung aus der Wehrmacht.

Wie leistete Anton Walder Widerstand?

Nach den überlieferten Unterlagen beeinflusste er Karteien und Einberufungsvorgänge, beschaffte Dokumente und unterstützte Männer, die sich dem Fronteinsatz oder dem Zugriff der Behörden entziehen wollten. Außerdem verband er mehrere Tiroler Widerstandsgruppen miteinander.

Was bedeutete eine „uk“-Stellung?

„Uk“ stand für „unabkömmlich“. Als unabkömmlich eingestufte Männer konnten wegen ihrer beruflichen Tätigkeit vorübergehend vom Militärdienst zurückgestellt werden.

Wer waren Fritz Würthle und Anton Haller?

Fritz Würthle gehörte zu den Akteuren des Tiroler Widerstands und war mit dem Widerstandskreis im Wehrmeldeamt verbunden. Anton Haller leitete eine Widerstandsgruppe in Solbad Hall. Anton Walder stellte Kontakte zwischen diesen Netzwerken her.

Welche Rolle spielten Frauen in diesem Widerstandsnetzwerk?

Mehrere Frauen gehörten zum beruflichen und persönlichen Umfeld Walders. Grete Götschs Warnung ist konkret dokumentiert. Die individuelle Widerstandstätigkeit der übrigen genannten Frauen müsste anhand weiterer Quellen untersucht werden.

Welche Rolle spielte Grete Götsch?

Grete Götsch war im Wehrmeldeamt Innsbruck beschäftigt. Am 16. April 1945 schickte sie Anton Walder eine auffällig formulierte Nachricht, die wahrscheinlich als Warnung vor einer drohenden Gefahr diente.

Was bedeutete das Codewort „Sturm im Wasserglas“?

„Sturm im Wasserglas“ war ein innerhalb des Widerstandskreises vereinbartes Codewort. Es signalisierte Anton Walder und den anderen Eingeweihten, dass eine Verhaftung drohte und sie sich in Sicherheit bringen mussten.

War eine Gestapo-Razzia geplant?

Das ist nicht gesichert. Im Schreiben Grete Götschs ist lediglich von der „Polizei“ die Rede. Gemeint gewesen sein könnten die Militärpolizei, eine andere Polizeidienststelle oder die Gestapo. Das Dokument belegt eine drohende Verhaftung, lässt aber nicht erkennen, welche Behörde sie durchführen sollte.

Warum wurde Anton Walder scheinbar zur Rückkehr in die Dienststelle aufgefordert?

Die Nachricht war so formuliert, dass sie wie eine dienstliche Aufforderung wirkte. Durch das vereinbarte Codewort wusste Walder jedoch, dass er gerade nicht zurückkehren durfte, sondern untertauchen und auch Holzknecht warnen sollte.

Wann endete die NS-Herrschaft in Innsbruck?

Am 2. und 3. Mai 1945 übernahmen Widerstandsangehörige wichtige Einrichtungen. Amerikanische Truppen erreichten Innsbruck am 3. Mai 1945.

Historische Dokumente

„Die Befreiung unserer Heimat Tirol!

Weltgeschichtliche Maitage, Innsbruck 4. Mai
[...] Auf der Maria-Theresien-Straße ruft ein Österreicher einem anderen zu: ` Tirol gehört wieder uns. Sechs Jahre lang hab´ ich mich geduckt, jetzt kann ich wieder tun, wie a echter Tiroler.“ [...] Unsere Befreier sind da[...]
Nun treten mehrere andere amerikanische Offiziere unter Führung des Majors Jow, des Standortältesten von Innsbruck ein und werden die f ü h r e n d e n PERSÖNLICHKEITEN der Österr. Widerstandsbewegung in Tirol vorgestellt. Dem Ausschuss gehören an:
Chef: Dr. Karl Gruber, Universitätsprofessor Dr. Reut-Nicolussi, Ing. Hradetzky, Franz Hüttenberger, Dr. Karl Höflinger, Oberstaatsanwalt Dr. Grünewald, Prof. Dr. Franz Gamper und die Herren Würthle und Zechner. [...]
Major Elliot erkundigt sich darauf ausführlich nach den politischen Häftlingen im Lager Reichenau, worauf Herr Dr. Gruber erwiderte, dass bereits alle politischen Häftlinge von der Österr. Widerstandsbewegung b e f r e i t   wurden. Dem ebenfalls im Lager Reichenau festgehaltenen Offizier des amerikanischen Nachrichtendienstes, Oberleutnant Fred Majer, gilt eine weitere Frage des amerikanischen Offiziers. Da der Aufenthalt des Oberleutnants Majer nicht bekannt ist, wird von Dr. Gruber Anweisung gegeben, durch den Rundfunk Nachfrage nach ihm zu halten. [...]
„Oesterreicher! Tiroler! Innsbrucker!
Die Stunde Eurer Befreiung ist gekommen. Die gesamte Südfront hat kapituliert. Die alliierten Truppen stehen vor Innsbruck. Jeder weitere Widerstand wäre nicht nur zwecklos, sondern er ist ein Verbrechen an Volk und Staat. [...] Hisst von allen Häusern die Fahnen! Nicht weiße sollen es sein, sondern rot-weiß-rote oder rot-weiße, die Farben unseres heißgeliebten Österreichs, unseres Tirols. [...]
Es lebe die Freiheit! Es lebe Tirol! Es lebe Österreich! 
Innsbruck, den 3. Mai 1945    Exekutivausschuss der Österr. Widerstandsbewegung in Tirol“
 
„Die führenden Männer der Österreichischen Widerstandsbewegung für Tirol
Der Exekutivausschuss der Österr. Widerstandsbewegung für Tirol setzt sich aus folgenden Männern zusammen:
Vorsitzender: Dr. Ing. Karl Gruber, Oberstaatsanwalt Dr. Grünwald (Innsbruck), Prof. Dr. Gamper (Innsbruck), Rechtsanwalt Dr. Höflinger (Innsbruck), Hofrat Dr. Kundratitz (Innsbruck/Osttirol), Buchdrucker Thurner (Innsbruck), Universitätsprof. Dr. Reut-Nicolussi (Innsbruck), Vizeleutnant Zechner (Arzl), Univ. Prof. Dr. March (Innsbruck), Dipl. Ing. Anton v. Hradetzky (Innsbruck), Regierungsrat Dr. Melzer (Innsbruck), Krankenhausbeamter Hüttenberger (Innsbruck), Schriftsteller Fritz Würthle“[1]

[1] StAH, Schachtel Zeitungsberichte 1945, Erste Ausgabe Tiroler Nachrichten, Nummer 1, 1. Jahrgang, Freitag, den 4. Mai 1945, S. 1. In: Stadtarchiv Hall in Tirol.
Zwei historische Dokumente aus dem Wehrmeldeamt Innsbruck. Links ist eine hochformatige Dienstzeitbescheinigung für Anton Walder mit maschinenschriftlichen Einträgen, amtlichem Stempel und Unterschrift zu sehen. Rechts befindet sich eine querformatige Ausweiskarte mit mehreren runden Dienststempeln, handschriftlichen Unterschriften und Vermerken über die Verlängerung ihrer Gültigkeit.
Zwei historische Dokumente aus dem Wehrmeldeamt Innsbruck. Links ist eine hochformatige Dienstzeitbescheinigung für Anton Walder mit maschinenschriftlichen Einträgen, amtlichem Stempel und Unterschrift zu sehen. Rechts befindet sich eine querformatige Ausweiskarte mit mehreren runden Dienststempeln, handschriftlichen Unterschriften und Vermerken über die Verlängerung ihrer Gültigkeit.
Dokumente zu Anton Walders Tätigkeit beim Wehrmeldeamt Innsbruck: links eine Dienstzeitbescheinigung für den Gefreiten Anton Walder, ausgestellt am 15. März 1944; rechts eine mit mehreren Stempeln, Unterschriften und Verlängerungsvermerken versehene Ausweiskarte. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol

Spionageabwehr und Verschwiegenheitspflicht im Wehrmeldeamt

Anton Walder durchlief zu Beginn seiner Tätigkeit im Wehrmeldeamt (W.M.A.) eine Schulung zu militärischen Angelegenheiten sowie zur Spionageabwehr. Seine Unterschrift unter Bestätigungen dokumentierte sein Verständnis dafür, absolute Verschwiegenheit über die zu bearbeitenden Akten und andere Aufgaben im W.M.A. zu wahren. Diese Dokumente verdeutlichen, dass Anton Walder sich der Gefahren, die bei einer Zuwiderhandlung drohten, sehr wohl bewusst war. Trotz dieses Wissens entschied er sich jedoch von Anfang an, im W.M.A. auf Seiten des Widerstandskreises zu agieren.

Zwei historische, maschinenschriftlich ausgefüllte Formulare des Wehrmeldeamtes Innsbruck über Anton Walders Schulung in Spionageabwehr und seine Verpflichtung zur Verschwiegenheit. Die Dokumente tragen handschriftliche Einträge und Unterschriften.
Zwei historische, maschinenschriftlich ausgefüllte Formulare des Wehrmeldeamtes Innsbruck über Anton Walders Schulung in Spionageabwehr und seine Verpflichtung zur Verschwiegenheit. Die Dokumente tragen handschriftliche Einträge und Unterschriften von Anton Walder.
Bestätigungen über Anton Walders Schulung in Spionageabwehr und seine Belehrung zur Verschwiegenheitspflicht im Wehrmeldeamt Innsbruck. Seine Unterschriften dokumentieren, dass er über die Geheimhaltungsvorschriften und die Folgen möglicher Verstöße informiert worden war. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Ausgehschein und Dauerausweis für Anton Walder - Wehrmeldeamt Innsbruck

Zwei historische Ausweisdokumente Anton Walders aus dem Wehrmeldeamt Innsbruck: ein Ausgehschein und ein Dauerausweis. Auf den Dokumenten befinden sich maschinenschriftliche und handschriftliche Einträge, mehrere amtliche Stempel sowie Unterschriften.
Zwei historische Ausweisdokumente Anton Walders aus dem Wehrmeldeamt Innsbruck: ein Ausgehschein und ein Dauerausweis. Auf den Dokumenten befinden sich maschinenschriftliche und handschriftliche Einträge, mehrere amtliche Stempel sowie Unterschriften.
Ausgehschein und Dauerausweis Anton Walders für seine Tätigkeit beim Wehrmeldeamt Innsbruck. Die Dokumente tragen amtliche Stempel, handschriftliche Einträge und Unterschriften. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Historisches Soldbuch von Anton Walder 

Historisches, aufgeschlagenes Soldbuch Anton Walders. Auf der linken Seite ist ein kleines Schwarz-Weiß-Porträt Walders in Uniform angebracht. Die rechte Seite enthält handschriftliche Angaben zu seiner Person und seinem Militärdienst. Auf beiden Seiten sind amtliche Stempel zu erkennen.
Aufgeschlagenes Soldbuch Anton Walders mit seinem Uniformfoto und den handschriftlich eingetragenen Personal- und Dienstdaten. Das Dokument wurde am 1. September 1942 vom Wehrmeldeamt Innsbruck bestätigt. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol
Im Soldbuch von Anton Walder sind auf Seite 1 das Foto des Soldaten sowie die Soldbuchnummer 94 für den Dienstgrad handschriftlich vermerkt: Schützen, Jäger, Schütze. Ebenfalls aufgeführt sind die Beförderungen ab dem 1. November 1943 zum Gefreiten, ab dem 1. Oktober 1944 zum Obergefreiten und ab dem 1. November 1944 zum Unteroffizier. Der Name "Anton Walder", die Erkennungsmarke "W.M.A. Ibk. 69", die Gasmaskengröße 1 und die Wehrnummer "Innsbruck 13/21/6/5" sind ebenfalls notiert.
Auf Seite 2 sind handschriftlich folgende Daten eingetragen: Geboren am 30. Januar 1913 in Albeins, Brixen, Italien; Religion: römisch-katholisch; Stand und Beruf: Postangestellter. Eine detaillierte Personenbeschreibung folgt: Größe 176 cm, Gestalt schlank, Gesicht schmal, Haut braun, Bart kein, Augen blau. Zusätzlich wird angegeben, dass Anton Walder Brillenträger ist und Schuhgröße 42 hat. Am Ende der Seite befindet sich die eigenhändige Unterschrift von Anton Walder über die Richtigkeit der gemachten Angaben. Darunter steht die Bestätigung des Wehrmeldeamtes mit Amtsstempel und der Unterschrift des Wehrmeldeamtsleiters, hier Oberst Rauch, datiert auf den 1. September 1942.
Auf Seite 3 sind die Beförderungen des Soldaten aufgelistet: Am 1. November 1943 wurde er zum Gefreiten befördert und dies durch Oberst Rauch bestätigt. Am 1. Oktober 1944 erfolgte die Beförderung zum Obergefreiten, bestätigt durch den Wehrmeldeamtsleiter Oberstleutnant Hooleny, sowie am 1. November 1944 die Beförderung zum Unteroffizier, ebenfalls bestätigt durch den Wehrmeldeamtsleiter Oberstleutnant Hooleny.
Vorderseite einer historischen Karteikarte zu Anton Walder aus der militärischen Verwaltung. Das Formular enthält maschinenschriftliche und handschriftliche Einträge zu seiner Person und seinem Wehrdienst sowie amtliche Vermerke.
Vorderseite der militärischen Karteikarte Anton Walders mit Angaben zu seiner Person und seinem Wehrdienst. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
Anton Walders Widerstandstätigkeit im Wehrmeldeamt umfasste hauptsächlich, jedoch nicht ausschließlich, das Ausstellen von gefälschten Dokumenten, beispielsweise Kriegsurlaubsscheinen. Darüber hinaus entfernte er systematisch Karteikarten bereits einberufener Soldaten, sodass diese nicht mehr im System aufschienen. 
Als Mitglied des Wehrmeldeamtes in Innsbruck übernahm Anton Walder die gefährliche Aufgabe, Einberufungen von Männern, die sich dem NS-Staat entziehen wollten, zu manipulieren. Er sorgte dafür, dass jene, die eingezogen wurden, neue gefälschte Papiere erhielten, um bei einer zufälligen Überprüfung durch die Feldpolizei oder Gestapo nicht inhaftiert zu werden. Durch Treffen in der Schusterwerkstatt von Anton Haller in Hall in Tirol kam er auf unauffällige Weise mit Männern in Kontakt, die sich dem Widerstand anschließen wollten. Auf diese Weise beteiligte er sich aktiv an der Sabotage, indem er die Zuführung von Soldaten, die das Überleben des Regimes an den Fronten sichern sollten, verweigerte.
Besondere Bedeutung hatte die Beschaffung von gefälschten Legitimationen für Männer, die von der Gestapo verfolgt wurden. Die Zusammenarbeit mit militärischen Dienststellen war so fortgeschritten, dass es in vielen Fällen gelang, Bauern und andere, die sich für die Freiheit Österreichs einsetzten, außer Dienst zu stellen (uk.). Dies bedeutete eine Art Schutzmaßnahme oder Umschulungskurs, um sie vor dem Zugriff der Gestapo zu bewahren. Das Ausstellen von uk.-Bescheinigungen war eine der häufigsten Praktiken, die Anton Walder für Männer des Widerstandes anwenden konnte.

Nachfolgende Abbildungen zeigen den Wehrpass von Anton Walder. Diese Bescheinigung musste stets mitgeführt werden und konnte von der Militärpolizei überprüft werden.

Wehrpass von Anton Walder

Mehrere aufgeschlagene Seiten aus Anton Walders historischem Wehrpass. Links sind das Inhaltsverzeichnis und das Titelblatt mit handschriftlichen Einträgen und einem amtlichen Stempel abgebildet. Rechts befinden sich Walders Schwarz-Weiß-Porträt sowie eine Seite mit handschriftlichen Angaben zu seiner Person, darunter Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Religion und Beruf.
Mehrere aufgeschlagene Seiten aus Anton Walders historischem Wehrpass. Links sind das Inhaltsverzeichnis und das Titelblatt mit handschriftlichen Einträgen und einem amtlichen Stempel abgebildet. Rechts befinden sich Walders Schwarz-Weiß-Porträt sowie eine Seite mit handschriftlichen Angaben zu seiner Person, darunter Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Religion und Beruf.
Ausgewählte Seiten aus dem Wehrpass Anton Walders. Zu sehen sind das Titelblatt mit Wehrpassnummer sowie die Personalseite mit seinem Schwarz-Weiß-Porträt, handschriftlichen Angaben und amtlichen Stempeln des Wehrbezirkskommandos Innsbruck. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
Die offizielle Ausmusterung aus der Wehrmacht für Anton Walder erfolgte am 4. Dezember 1944,. Trotz dieser offiziellen Entlassung setzte er seine Arbeit im Untergrund für die Widerstandsbewegung des Wehrmeldeamtes fort, indem er alle relevanten Formulare, Stempel und Belege nach Hause  mitnahm. Am 16. April 1945 erhielt Anton Walder von seinen Widerstandskollegen im Wehrmeldeamt die offizielle Entlassung. Dieser Entlassungsschein war von entscheidender Bedeutung, da er ab diesem Datum notwendig war, um sich vom Wehrmeldeamt fernzuhalten und einer möglichen Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen.
Die unsichere Lage in Tirol zwang Anton Walder dazu, sich bis zum 30. April 1945 als Unteroffizier im Wehrmeldeamt in Innsbruck weiter zu beschäftigen. Um nicht in die Hände der Gestapo zu fallen, musste er sich selbst einige Tage im Gemeindegebiet von Gnadenwald im Vomperloch verstecken. Diese Vorsichtsmaßnahme war insbesondere wichtig, da der Haller Widerstand gute Verbindungen zur Deserteurs Gruppe im Vomperloch unterhielt.

Geburtstagswünsche an Anton Walder - 30.Jänner 1945

Historische, handgestaltete Geburtstagskarte für Anton Walder vom 30. Januar 1945. Über mehreren handschriftlichen Unterschriften steht: „Zu Ihrem Geburtstag die besten Glückwünsche und auch weiterhin gute Zusammenarbeit“. Rechts ist ein farbiger Blumenstrauß gezeichnet, in dessen Blüten kleine Schwarz-Weiß-Porträts eingefügt sind.
Geburtstagskarte für Anton Walder, unterzeichnet am 30. Januar 1945 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wehrmeldeamtes Innsbruck. Die Karte enthält Glückwünsche, den Wunsch nach „weiterhin guter Zusammenarbeit“ und eine handgezeichnete Blumendekoration mit kleinen Porträts. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol
Am 30. Januar 1945 gratulierten die Mitglieder des Widerstands des Wehrmeldeamtes Anton Walder zu seinem Geburtstag. Es waren dies Hans Konzert, Louis Holzer, Sam Mayr, Elise Mayr, Ida Meth, Grete Götsch, Gisela Tablander, Hedy Perathoner und Annie Konstantini. Der Frauenanteil von sechs Personen gegenüber drei Wehrmachtsangehörigen macht deutlich, dass Widerstand gegen das NS-Regime nicht nur von Männern, sondern in diesem Fall mehrheitlich von weiblichen Bediensteten unterstützt und ausgeführt wurde. Ohne die Zusammenarbeit der ganzen Abteilung wäre es für einen Einzelnen unmöglich gewesen, Widerstandshandlungen zu setzen.
Die Geburtstagsgrüße an Anton Walder bedeuteten den Hinweis, dass seine Untergrundtätigkeit nicht aufgedeckt worden ist. Das Netzwerk funktionierte, denn die Geburtstagsgrüße signalisierten, dass die Zusammenarbeit aufrechterhalten wurde.

Historischer Kontext- Wehrmeldeamt in Innsbruck

Das Wehrmeldeamt ist eine militärische Einrichtung, deren administrative Tätigkeiten und Angelegenheiten von dienstverpflichteten Soldaten ausgeübt wurden. Es ist eine territoriale Verwaltungseinheit im Wehrbezirkskommando (Wehrmacht) im Bereich des Ersatzwesens im nationalsozialistischen System. Seine Grundaufgabe bestand darin, den Nachschub an Soldaten für die deutsche Wehrmacht zu organisieren. Das Wehrmeldeamt in Innsbruck unterstand dem stellvertretenden Generalkommando XVIII. A.K.–II b Salzburg. Jeder Antrag auf Einstellung oder Entlassung eines Wehrpflichtigen, der im Wehrmeldeamt ausgestellt wurde, musste nach Salzburg gemeldet und von dort genehmigt werden.
Im Jahr 1942 war der Leiter des Wehrmeldeamtes in Innsbruck Oberst Rauch. Er stellte einen Entlassungsantrag für Anton Walder, der nach seinem Dafürhalten kaum als Schreiber im Wehrmeldeamt zu gebrauchen war. Dennoch wurde Anton Walder vom 1. September 1942 bis 20. Januar 1943 als Schreiber im Wehrmeldeamt in Innsbruck verwendet. Vom 21. Januar 1943 bis 31. März 1943 wurde er der Standort-Kompanie Innsbruck (Truppen= Kriegsstammrollen, Ranglisten Nr. 8/815) zugeteilt und vom 1. April 1943 bis 16. April 1945 beim Wehrmeldeamt Innsbruck (Truppen= Kriegsstammrollen, Ranglisten Nr. 68) angestellt.
Ein Wehrmeldeamt hatte mehrere Aufgaben. Eine essenzielle Tätigkeit war das Anlegen eines Wehrstammbuches für wehrtaugliche Männer. Zunächst wurden von der Bezirkshauptmannschaft die stellungspflichtigen Jahrgänge der männlichen Bevölkerung an die jeweiligen Heimatgemeinde gemeldet. Daraufhin wurden die Namen der Männer von den Meldeämtern ermittelt. Woraufhin jene ein Stellungsschreiben erhielten, um sich zum von der Behörde festgesetzten Termin bei der jeweiligen Kaserne zur Musterung, bzw. vor dem zuständigen Militärarzt einfinden. Falls die Männer als wehrtauglich eingestuft wurden, erfolgte die Anlegung eines Wehrstammbuches durch die Behörde. Ein Wehrstammbuch hatte die Größe eines DIN A5-Blattes. Jedes Wehrstammbuch hatte neunundvierzig Seiten und wurde bei Eintritt in die Wehrmacht ausgestellt. Dies war eine der Aufgaben des Wehrmeldeamtes in Innsbruck.
Erste Seite eines historischen, grau eingebundenen Wehrstammbuchs von Anton Walder. Auf dem schlichten Titelblatt steht in großen Buchstaben „Wehrstammbuch“. Darunter befinden sich vorgedruckte Felder mit handschriftlichen Einträgen zu Walder und seinem Wehrdienst.
Graues Titelblatt des Wehrstammbuchs von Anton Walder mit Angaben zum zuständigen Wehrdienstbereich und zur Wehrnummer. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
Auf der ersten Seite des Wehrstammbuches von Anton Walder sind folgende Angaben zu finden:
  • Name: Anton Walder
  • Geburtsjahrgang: 1913
  • Wehrdienstbereich: Innsbruck
  • Wehrnummer: 13/21/6/5
  • Adresse: Hall in Tirol, Krippgasse 12
  • Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt: Innsbruck
Darüber hinaus befindet sich auf der ersten Seite ein Inhaltsverzeichnis:
  • I Angaben zur Person (ab Seite 1)
  • IIa Musterung (ab Seite 2)
  • IIb Aushebung (ab Seite 2)
  • III Reichsarbeitsdienst (ab Seite 3)
  • IV aktiver Wehrdienst (ab Seite 6)
  • V Wehrdienst im Beurlaubten Stande (ab Seite 22)
  • VI-Strafen (ab Seite 30)
  • VII Führung und Beurteilung (ab Seite 34)
  • VIII Beförderungen und Ernennungen (ab Seite 42)
  • IX-Orden und Ehrenzeichen (ab Seite 44)
  • X Nachträge zu Teil I - IX (ab Seite 45)
Eine weitere Aufgabe des Wehrmeldeamtes bestand im Anlegen von Suchkarten (Karteikarten) mit den Namen und persönlichen Angaben der einberufenen Soldaten. Hier begann bereits die aktive Widerstandstätigkeit, denn die Sachbearbeiter konnten selektiv Suchkarten entfernen, wodurch diese widerstandswilligen Soldaten nicht mehr im System aufschienen.
Alle Mitglieder der Widerstandsgruppen des Wehrmeldeamtes in Innsbruck lieferten einen wichtigen Beitrag zur Schwächung des Deutschen Reiches, indem die bearbeitenden Wehrmeldeamtsbediensteten Suchkarten verschwinden ließen. Durch dieses analoge System gab es auch bei der Überprüfung durch Vorgesetzte keine Hinweise, dass nicht alle Personen ordnungsgemäß geführt wurden. Bis zum Ende des Krieges 1945 konnten ungefähr 800 widerstandswillige Soldaten in den Tälern und Bergen Tirols versteckt werden. Auch Anton Walder vernichtete Suchkarten von bereits einberufenen Soldaten, die dadurch nicht mehr in der Suchkarten Datei aufschienen.
​Eine weitere Agenda der Widerstandsgruppe war es, auf Urlauber einzuwirken, damit diese nicht mehr an die Front zurückkehrten. Das Ausstellen von gefälschten Kriegsurlaubsscheinen war eine wichtige Tätigkeit der Wehrmeldeamtsmitarbeiter. Die Frontsoldaten erhielten gefälschte Urlaubspapiere und konnten sich in Tirols Bergen verstecken. Antinazistisch eingestellte Bauern übernahmen oftmals bis zu drei Jahren die Verpflegung von Wehrmachtsdeserteuren und entwichenen politischen Häftlingen.

Kriegsurlaubsschein für Anton Walder

Historischer, hochformatiger Kriegsurlaubsschein für Anton Walder aus dem Jahr 1944. Das vergilbte Formular enthält maschinenschriftliche und handschriftliche Angaben zu seinem Urlaub und den genehmigten Reisewegen. Mehrere runde und rechteckige Dienst- und Kontrollstempel befinden sich auf dem Dokument.
Kriegsurlaubsschein für den Gefreiten Anton Walder, ausgestellt am 14. Juni 1944 vom Wehrmeldeamt Innsbruck. Das Dokument enthält Angaben zum genehmigten Urlaub und zu den vorgesehenen Bahnreisen sowie mehrere Kontrollstempel und handschriftliche Vermerke. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol

Auszug über die Widerstandsgruppe um Fritz Würthle und ihre Tätigkeit im Tiroler Widerstand. 

Zwei fotografierte Buchseiten mit einem deutschsprachigen Quellen- und Darstellungstext über die von Fritz Würthle geleitete Widerstandsgruppe in Tirol. Die Seiten enthalten Angaben zur Zusammensetzung, Vernetzung und Tätigkeit der Gruppe während der nationalsozialistischen Herrschaft.
Zwei fotografierte Buchseiten mit einem deutschsprachigen Quellen- und Darstellungstext über die von Fritz Würthle geleitete Widerstandsgruppe in Tirol. Die Seiten enthalten Angaben zur Zusammensetzung, Vernetzung und Tätigkeit der Gruppe während der nationalsozialistischen Herrschaft.
Auszug über die Widerstandsgruppe um Fritz Würthle und ihre Tätigkeit im Tiroler Widerstand. Abgebildet sind die Seiten 460 und 461 aus der Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945. Quelle: Andreas Maislinger: „Das katholisch-konservative Lager. Organisierter Widerstand. Die Gruppe um Fritz Würthle“, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945. Eine Dokumentation, Bd. 2, Wien/München 1984, S. 460–461.
Das Wehrmeldeamt befand sich in Innsbruck, Innrain 9. TLA Adressbuch (1944).

Quellenkommentar

Der von Andreas Maislinger verfasste Beitrag ordnet die Gruppe um Fritz Würthle dem organisierten Widerstand des katholisch-konservativen Lagers in Tirol zu. Die Darstellung beschreibt deren personelle Verbindungen und Widerstandstätigkeiten innerhalb militärischer und ziviler Verwaltungsstellen. Besonders relevant ist der Beitrag für die Einordnung des Widerstandskreises im Wehrmeldeamt Innsbruck, dem auch Anton Walder angehörte. Da die Dokumentation zeitgenössische Unterlagen und nach 1945 entstandene Berichte zusammenführt, sollten die einzelnen Angaben jeweils unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Quelle geprüft werden.

Verzeichnis der Tiroler Freiheitskämpfer - 13. Mai 1945

Drei schwarz-weiß wiedergegebene, maschinenschriftliche Seiten eines Verzeichnisses Tiroler Widerstandsangehöriger vom 13. Mai 1945. Die aufgelisteten Personen sind mit Namen, teilweise mit Beruf und Wohnadresse, angeführt. Unter den Einträgen befinden sich Anton Walder, Fritz Würthle, Anton Haller und Karl Gruber. Zahlreiche Namen sind mit handschriftlichen Kreuzen, Zeichen und späteren Anmerkungen versehen.
Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document.
Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document.
Your browser does not support viewing this document. Click here to download the document.
Drei Seiten eines nach dem Ende der NS-Herrschaft angelegten „Verzeichnisses Tiroler Freiheitskämpfer“, Stand 13. Mai 1945. Die Liste enthält Namen, Berufe und Wohnadressen von Angehörigen des Tiroler Widerstands, darunter Anton Walder, Fritz Würthle, Anton Haller und Karl Gruber. Handschriftliche Zeichen und spätere Ergänzungen wurden auf dem Dokument nachgetragen. Quelle: Tiroler Landesarchiv, Nachlass Ing. Carl Hirnschrott.

Quellenkommentar

Das „Verzeichnis Tiroler Freiheitskämpfer“ wurde mit Stand vom 13. Mai 1945 angelegt, nur wenige Tage nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Tirol. Es ist deshalb eine wichtige frühe Quelle zur personellen Zusammensetzung und regionalen Vernetzung des Tiroler Widerstands. Der Eintrag Anton Walders belegt, dass er bereits unmittelbar nach Kriegsende als Angehöriger dieser Bewegung erfasst wurde.
Die Liste muss dennoch quellenkritisch betrachtet werden. Sie entstand rückblickend nach der Befreiung und nicht als zeitgenössisches internes Mitgliederverzeichnis während der illegalen Tätigkeit. Es ist nicht ersichtlich, nach welchen Kriterien die Personen aufgenommen wurden, von wem sämtliche Angaben stammten und ob das Verzeichnis vollständig ist. Die handschriftlichen Zeichen, Kreuze und späteren Ergänzungen gehören offenbar verschiedenen Bearbeitungsphasen an und dürfen nicht ohne weitere Prüfung gedeutet werden. Die Liste ist daher ein bedeutender Nachweis, sollte aber zur Beurteilung der konkreten Tätigkeit einzelner Personen mit weiteren Dokumenten und Berichten verglichen werden.

1. Goldenes Verdienstzeichen

Goldfarbenes, kreuzförmiges Verdienstzeichen der Republik Österreich an einem dreieckig gefalteten rot-weißen Band. Die Auszeichnung liegt in einem geöffneten, innen hell ausgekleideten roten Etui.
Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich, das Anton Walder am 15. Oktober 1965 in Wien verliehen wurde. Die Auszeichnung befindet sich an einem rot-weißen Band im geöffneten roten Etui. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

   2. Verleihungsurkunde

Aufgeschlagene Verleihungsurkunde für Anton Walder. Auf der linken Seite befindet sich das österreichische Bundeswappen. Die rechte Seite enthält den gedruckten Urkundentext der Präsidentschaftskanzlei über die Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich sowie Unterschriften.
Urkunde über die Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich an Anton Walder. Die Auszeichnung wurde ihm am 15. Oktober 1965 in Wien überreicht. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.
0 Comments

    Autorin
    ​Elisabeth Walder
    BA MA MA

    Historikerin und Ethnologin



    Archive

    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

     Form/,Wolfgang/Uthe ,Oliver :  NS-Justiz in Österreich. Lage-und Reiseberichte 1938 - 1945.  In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.),: Mitteilungen, Nr. 168 (2004). Eine Schriftenreihe  des DÖW zu Widerstand,NS-Verfolgung und Nachkriegsaspekten  (3). Münster  2004.

    Kunzenmann, Werner: Widerstand in der deutschen Wehrmacht. Wehrdienstentziehung. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 – 1945. Eine Dokumentation (2),. Wien/München 1984, S. 508-519.

    Maislinger, Andreas:  6. Organisierter Widerstand, i) Die Gruppe um Fritz Würthle. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 460-461.
     
    Maislinger, Andreas:  6. Organisierter Widerstand, f) Die Gruppe um Anton Haller,. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2),.Wien/München 1984, S. 448-451.

    Maislinger, Andreas:  6. Organisierter Widerstand, g) Die Gruppe „Post“. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.),. Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2). Wien/München 1984, S. 451-455.

    Maislinger, Andreas: 6. Organisierter Widerstand, f) Die Gruppe um  Anton  von Hradetzky.  In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.):  Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (2),. Wien/München 1984, S. 455-459.

    Weiß, Sabine: Widerstand von Einzelnen.  In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.),: Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934–1945. Eine Dokumentation (1 ). Wien/München 1984, S.341.

    Tiroler Landesarchiv Innsbruck
    Nachlass  Hirnschrott, Ing. Carl: Verzeichnis aller führenden Widerstandskämpfer in Tirol vom 13. Mai 1945. In: Tiroler Landesarchiv.

    ​Publikationen:


    Fritsche, Maria: Entziehungen, österreichische Deserteure und Selbstverstümmler in der Deutschen Wehrmacht. Wien/Köln/Weimar 2004, S. 284. 

    Gruber, Karl:  Ein politisches Leben. Österreichs Weg zwischen den Diktaturen. Wien/München/Zürich 1976,  S. 33. 

    Mackowitz, Rudolf (Hrsg.): Kampf um Tirol 1945. Entscheidende Taten zur Befreiung Innsbrucks im Frühjahr 1945.  Innsbruck 1945.

    Luza, Radomir : The Restistance in Tyrol 1938 to 1945.  In: Reinalter,Helmut/Pelinka, Anton /Maislinger ,Andreas (Hrsg.): Handbuch zur Neueren Geschichte Tirols,. Zeitgeschichte( 2) . Politische Geschichte  (Teil 1).   Innsbruck 1993, S.343-346.

    Luza, Radomir: Die zweite Welle vor dem Aufstand.  Der Widerstand in Nord-und Osttirol 1938-1945. In: Pelinka,Anton/Maislinger,Andreas  (Hrsg.): Handbuch zur neueren Geschichte Tirols. Zeitgeschichte (2). Politische Geschichte  (Teil 1).  Innsbruck 1993, S. 313-347, hier S. 334 - 337.


    Quelle: Molden, Otto : Der Ruf des Gewissens. Der österreichische Freiheitskampf 1938 - 1945. Wien 1958, S. 119 - 122;  S. 269 – 285, sowie 319-323; 322-327.

    Molden, Fritz /Fepolinski 291: Bericht Dr. Hartl Petzen. Gesprächsbericht Tirol, 14. März 1946. In  Molden,Otto: Mappe V. Sowie nach Aussagen von Baron Hans Giannelia erfuhr er erst während des Besuches von Fritz Molden am 26. Februar 1945 vom Widerstand und nicht schon im Jahr 1944.

    Stolpersteine: Kreis um Fritz Würthle. Online unter,{https://niemalswieder.at/Home/Inhalt/Gruppe%20Würthle%20und%20Flora-Kreis}, (Stand 30.11.2023)

    Kuhl, Manfred: Farbe tragen, Farbe bekennen. In: Krause,Peter /Reinelt,Herbert / Schmitt ,Helmut (Hrsg.): Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung, Ergänzungsband Biografien (2). Tradition und Zukunft (18). Wien 2020, S. 262.
     
    Mackowitz, Rudolf (Hrsg.): Kampf um Tirol 1945. Entscheidende Taten zur Befreiung Innsbrucks im Frühjahr 1945. Innsbruck 1945, S. 37, sowie 24-26,  S.51-54.

    Riedmann, Josef: Beschlussprotokolle der Sitzungen des Exekutiv oder Ordnungs-Ausschusses  der österreichischen Widerstandsbewegung in Tirol vom 4. Mai bis 5. Juni 1945. In: Tiroler Heimat 51/52 (1987/88), S. 205-217.

    Schafranek, Hans/Tuchel, Johannes (Hrsg.):  Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im II. Weltkrieg. Wien 2004, S. 376.

    Schreiber, Horst: Endzeit. Innsbruck 2020, S. 340f,, 350, 372, 375.

    Stadtarchiv Hall in Tirol

    StAH, Schachtel Zeitungsberichte 1945, Erste Ausgabe Tiroler Nachrichten, Nummer 1, 1. Jahrgang, Freitag, den 4. Mai 1945, S. 1. In: Stadtarchiv Hall in Tirol.


    Privatarchiv K. Walder Hall in Tirol

    Wehrstammblatt Anton Walder Hall in Tirol.
     Sowie. Schreiben von Grete Götsch vom Wehrmeldeamt Innsbruck an Anton Walder vom 16. April 1945. Privatarchiv Walder Hall in Tirol.
    Dokumente des Wehrmeldeamtes 

    Aktualisiert: August 2026

    November 2023

    Kategorie
    Biografie

    All

    RSS Feed

Proudly powered by Weebly