Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale
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Alfred Grünmandl (1883–1959):
​NS-Verfolgung und Enteignung in Hall in Tirol



Alfred Grünmandl (1883 – 1959)

3/15/2024

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Alfred Grünmandl (1883-1959)

Schwarz-Weiß-Porträt von Alfred Grünmandl mit kleinem Schnurrbart. Er blickt freundlich direkt in die Kamera.
Schwarz-Weiß-Porträt von Alfred Grünmandl. Quelle: Hohenems Genealogie, online unter: www.hohenemsgenealogie.at(Stand: 11. August 2026).

Einleitung

Alfred Grünmandl und seine Familie im Nationalsozialismus

Alfred Grünmandl (1883–1959) war Kaufmann und seit 1907 in Hall in Tirol ansässig. Gemeinsam mit seiner Familie gehörte er über Jahrzehnte zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1938 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft verfolgt, obwohl er bereits 1914 zum evangelischen Glauben übergetreten war und mit der katholisch geborenen Christine Katzengruber verheiratet war.
Sein Textilgeschäft in der Salvatorgasse wurde „arisiert“, Teile seines Vermögens wurden entzogen und die Reisepässe der Familienmitglieder beschlagnahmt. Später musste Alfred Grünmandl Zwangsarbeit leisten und wurde 1943 für vier Wochen im Gestapolager Reichenau festgehalten. Sein Sohn Otto Grünmandl wurde ebenfalls verfolgt und in ein Zwangsarbeitslager verschleppt. Die Geschichte der Familie veranschaulicht, wie Entrechtung, wirtschaftliche Enteignung und rassistische Verfolgung auch in Hall in Tirol systematisch umgesetzt wurden.

Entrechtung und Enteignung nach dem „Anschluss“

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938 wurde Alfred Grünmandl aufgrund der rassistischen Bestimmungen der Nürnberger Gesetze als „Volljude“ verfolgt. Seine persönliche Religionszugehörigkeit spielte dabei keine entscheidende Rolle: Die nationalsozialistischen Behörden unterschieden nach einer vermeintlichen „rassischen Abstammung“, nicht nach dem katholischen, evangelischen oder jüdischen Glaubensbekenntnis der Betroffenen.
Die Verfolgung traf Alfred Grünmandl und seine Familie unmittelbar auch in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Bereits im März 1938 wurde sein Unternehmen zwangsweise „arisiert“. Damit verlor er sein angestammtes Geschäft in der Salvatorgasse. Darüber hinaus wurde der Familie Privatvermögen entzogen, darunter das Haus am Oberen Stadtplatz Nr. 5. Alfred Grünmandl musste außerdem die diskriminierende sogenannte „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von 15.000 Reichsmark entrichten.
Mit welchem Zynismus die gewaltsame Verdrängung jüdischer Eigentümer öffentlich als wirtschaftlicher „Neubeginn“ dargestellt wurde, verdeutlicht eine Anzeige des neuen Besitzers im Haller Kreis-Anzeiger vom 22. Oktober 1938. Darin wurde verkündet, das „Kaufhaus Grünmandl … sei entjudet“. Die menschenverachtende Formulierung dokumentiert, wie offen die nationalsozialistische Entrechtung und Enteignung in der lokalen Öffentlichkeit propagiert wurde.
Quelle: Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt 00358, Antrag auf Wiedergutmachung. Darin sind die genannten Vermögensverluste und finanziellen Belastungen dokumentiert

Kaufhaus Grünmandl-Manufaktur- und Kurzwaren­geschäft Hall i. T.
entjudet

Ausschnitt aus dem Haller Kreis-Anzeiger vom 22. Oktober 1938. Im oberen Teil der Zeitungsseite befindet sich eine großformatige Anzeige für das „Kaufhaus Grünmandl, Manufaktur- und Kurzwarengeschäft Hall i. T.“ Besonders hervorgehoben und unterstrichen steht das nationalsozialistische Propagandawort „entjudet“. Darunter erklärt Willy Baumann, er habe das Unternehmen käuflich erworben und werde das Geschäft weiterführen.
Anzeige zur zwangsweisen „Arisierung“ des Kaufhauses Grünmandl in Hall in Tirol. Der neue Inhaber Willy Baumann verkündete darin, das Manufaktur- und Kurzwarengeschäft sei „entjudet“. Der menschenverachtende Ausdruck dokumentiert die öffentliche propagandistische Darstellung der Enteignung und Verdrängung Alfred Grünmandls. Quelle: Haller Kreis-Anzeiger, 22. Oktober 1938, S. 4.

Wortlaut der Anzeige

Kaufhaus Grünmandl
Manufaktur- und Kurzwaren­geschäft Hall i. T.
entjudet
Das Unternehmen wurde von mir käuflich erworben. Ich werde das Geschäft in fachmännischer Weise führen und bin bestrebt, meine Kunden zufrieden zu stellen.
Willy Baumann
Hall in Tirol, Salvatorgasse Nr. 11
Hinweis: Der Begriff „entjudet“ wird hier ausschließlich als historisches Quellenzitat wiedergegeben. Er gehört zur antisemitischen und menschenverachtenden Sprache des Nationalsozialismus

Quellenkommentar

Die Anzeige ist ein besonders eindrückliches Zeugnis für die öffentliche Inszenierung der nationalsozialistischen „Arisierung“. Der neue Inhaber stellte die Übernahme als gewöhnlichen käuflichen Erwerb dar. Diese Formulierung verschleierte jedoch die politischen und wirtschaftlichen Zwangsbedingungen, unter denen Alfred Grünmandl sein Unternehmen verlor.
Das Wort „entjudet“ wurde typografisch besonders hervorgehoben und unterstrichen. Es bildete die zentrale Werbebotschaft der Anzeige. Damit wurde die Verdrängung des jüdischen Eigentümers nicht verborgen, sondern öffentlich als vermeintlicher Vorzug des Geschäfts beworben. Die Anzeige richtete sich an die lokale Bevölkerung und signalisierte, dass Einkäufe im ehemaligen Kaufhaus Grünmandl nun den antisemitischen Vorgaben des NS-Regimes entsprachen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass der traditionsreiche Name „Kaufhaus Grünmandl“ weiterhin verwendet wurde. Der wirtschaftliche Wert und die Bekanntheit des Namens sollten offenbar erhalten bleiben, während der frühere Eigentümer ausgegrenzt und enteignet wurde. Die Quelle macht somit das Zusammenspiel von wirtschaftlichem Vorteil, antisemitischer Propaganda und gesellschaftlicher Normalisierung der Verfolgung auf lokaler Ebene sichtbar.

Historischer Kontext

Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 begann auch in Tirol die systematische Verdrängung jüdischer Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Wirtschaftsleben. Geschäfte und Betriebe wurden unter behördlichem Druck geschlossen, zwangsweise verkauft oder an sogenannte „arische“ Erwerber übertragen. Die Betroffenen konnten über ihr Eigentum nicht frei verfügen und erhielten häufig nur einen Bruchteil seines tatsächlichen Wertes. Zusätzlich belastete das NS-Regime sie mit diskriminierenden Steuern und Abgaben.
Alfred Grünmandls Manufaktur- und Kurzwarengeschäft in der Salvatorgasse 11 wurde bereits im März 1938 zwangsweise „arisiert“. Auch weiteres Privatvermögen der Familie ging verloren. Grünmandl musste zudem eine sogenannte „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von 15.000 Reichsmark entrichten.
Die am 22. Oktober 1938 veröffentlichte Anzeige steht daher nicht für einen freien Geschäftsverkauf. Sie dokumentiert vielmehr das Ergebnis einer staatlich organisierten Entrechtung und Enteignung. Durch die öffentlich verkündete „Entjudung“ wurde die wirtschaftliche Vernichtung eines jüdischen Mitbürgers als selbstverständlicher Bestandteil des lokalen Geschäftslebens präsentiert. Gerade deshalb ist die Anzeige eine bedeutende Quelle für die Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Hall in Tirol.

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Historischer Kontext

Antisemitismus, „Arisierung“ und Verfolgung in Tirol

​Die Verfolgung Alfred Grünmandls war Teil der systematischen Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938. Grundlage der Verfolgung war nicht das persönliche Glaubensbekenntnis, sondern die rassistische Einteilung nach den nationalsozialistischen „Nürnberger Gesetzen“. Alfred Grünmandls Übertritt zum evangelischen Glauben schützte ihn daher nicht vor der Einstufung als Jude.
Jüdische Geschäftsinhaber wurden durch Boykotte, behördliche Maßnahmen, Sonderabgaben und erzwungene Eigentumsübertragungen aus dem Wirtschaftsleben verdrängt. Dieser als „Arisierung“ bezeichnete Vorgang war kein gewöhnlicher Verkauf, sondern eine staatlich organisierte Enteignung. Alfred Grünmandls Textil- und Kurzwarengeschäft in der Haller Salvatorgasse wurde bereits 1938 übernommen. In einer Zeitungsanzeige wurde es anschließend in der menschenverachtenden Sprache des NS-Regimes als „entjudet“ beworben. Zudem musste Grünmandl eine sogenannte Judenvermögensabgabe in Höhe von 15.000 Reichsmark entrichten.
Zur wirtschaftlichen Enteignung kamen die Einschränkung der Bewegungsfreiheit, die Einziehung von Reisepässen, Zwangsarbeit und Haft. Alfred Grünmandl wurde im April 1943 in das von der Gestapo geführte Lager Reichenau bei Innsbruck eingeliefert. Nach vier Wochen entließ man ihn in geschwächtem Zustand. Er musste zu Fuß nach Hall zurückkehren, durfte keine Straßenbahn benutzen und erhielt keine reguläre Krankenhausbehandlung. Bis zur Befreiung im Mai 1945 war er auf die Unterstützung von Freunden und Bekannten angewiesen.
Auch seine Kinder waren von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen. Betty Grünmandl konnte 1939 nach Großbritannien emigrieren. Otto Grünmandl, der während seiner Schulzeit Kontakte zu einer Widerstandsgruppe unterhielt, wurde 1944 in das Zwangsarbeitslager Rositz in Thüringen verschleppt. Das Schicksal der Familie zeigt, dass die NS-Verfolgung sämtliche Lebensbereiche erfasste und auch konvertierte, christlich verheiratete und seit Jahrzehnten in Hall verwurzelte Menschen nicht vor Entrechtung und Gewalt bewahrte.
Zwei Abbildungen mit biografischen Informationen zu Alfred Grünmandl. Quelle: Lebensgeschichten statt Opferlisten, Wien 1997, S. 288.
Abbildungen 1 und 2 zu Alfred Grünmandl. Quelle: Martin Achrainer, Thomas Albrich und Niko Hofinger (Hrsg.), Lebensgeschichten statt Opferlisten. Die biografische Datenbank zur jüdischen Bevölkerung in Tirol und Vorarlberg im 19. und 20. Jahrhundert – Forschungsbericht, Wien 1997, S. 288.
Two figures containing biographical information about Alfred Grünmandl. Source: Lebensgeschichten statt Opferlisten, Vienna 1997, p. 288.
Figures 1 and 2 relating to Alfred Grünmandl. Source: Martin Achrainer, Thomas Albrich and Niko Hofinger (eds.), Lebensgeschichten statt Opferlisten: Die biografische Datenbank zur jüdischen Bevölkerung in Tirol und Vorarlberg im 19. und 20. Jahrhundert – Forschungsbericht, Vienna 1997, p. 288.

Die Familie Grünmandl nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 

Farbfotografie aus dem Jahr 2023 mit Außenansicht des ehemaligen Geschäfts von Alfred Grünmandl in Hall in Tirol.
Ehemaliges Geschäft von Alfred Grünmandl in Solbad Hall, heute Hall in Tirol. Farbfotografie, 2023. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Systematische Enteignung: Die „Arisierung“ in Tirol

Die Verteilung der beschlagnahmten jüdischen Vermögenswerte folgte einer strengen Hierarchie. Den verschiedenen Gliederungen der NSDAP wurde dabei stets der Vorrang eingeräumt. Liegenschaften, die nicht von Parteigenossen beansprucht wurden, gingen an das Land Tirol über. Die Landesbehörden nutzten diese Gebäude und Grundstücke entweder selbst oder verkauften sie gewinnbringend weiter.
Für die zwangsweise Übertragung von Handels- und Gewerbebetrieben – die sogenannte „Arisierung“ – war in Tirol die „Arisierungsstelle Innsbruck“ zuständig. Geleitet vom Gauwirtschaftsberater Duxneuner, organisierte diese Stelle die systematische Enteignung: Sie kündigte die Mietverträge jüdischer Mieter und setzte „kommissarische Leiter“ ein, um jüdische Geschäfte zu übernehmen. Diese Verwalter waren oft später selbst an einem Kauf der Betriebe interessiert.
Bereits zwischen Mai und Oktober 1938 wurde die „Arisierung“ von mindestens achtzehn Innsbrucker Geschäften öffentlich bekanntgegeben. Ein Beispiel aus den Innsbrucker Nachrichtenzeigt den zynischen und triumphierenden Ton dieser Meldungen:
„Cafe Schindler ist am Mittwoch mit Bewilligung der Vermögensverkehrsstelle im Ministerium für Handel und Verkehr in den Besitz eines bewährten illegalen Parteigenossen und alten Kämpfers übergegangen.“
Diese Ankündigung macht deutlich, wie die Enteignung als verdiente Belohnung für linientreue Nationalsozialisten propagiert wurde.

Wirtschaftliche Vernichtung: Boykott und zwangsweise Veräußerung.

Der von den Nationalsozialisten organisierte Boykott jüdischer Geschäfte zeigte schnell Wirkung und führte zu einem massiven Umsatzeinbruch. Besonders spektakulär war der Fall des Kaufhauses Bauer & Schwarz in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. Es war das größte Kaufhaus Tirols und verfügte Ende 1937 noch über ein Anlage- und Betriebsvermögen von über einer Million Schilling. Dennoch wurde es durch den Boykottdruck bereits im Mai 1938 praktisch in den Konkurs getrieben. Trotz heftiger Proteste lokaler Interessenten wurde das Unternehmen schließlich weit unter Wert an einen Käufer aus dem Deutschen Reich verkauft und firmierte fortan als Kaufhaus Kraus.

Statistik der Verdrängung

Die Verfolgung traf ganze Branchen, die im Volksmund als „jüdisch“ galten. Von insgesamt 17.418 Handelsgeschäften in Tirol waren lediglich 54 in jüdischem Besitz. Dennoch wurden 24 dieser Betriebe – vor allem Lebensmittel- und Textilgeschäfte – bis 1938 endgültig geschlossen und damit aus dem Wirtschaftsleben verdrängt.

Bürokratie der Enteignung: Die Gebarungsprüfung von 1939

Die „Arisierung“ war ein bürokratisch verwalteter Prozess. Am 1. August 1939 führte die Donauländische Treuhand- und Organisationsgesellschaft M.B.H. eine Prüfung der Finanzgebaren der Arisierungsstelle Innsbruck durch. In der dabei erstellten Aufstellung aller Zahlungen an diese Stelle taucht auch das Schicksal der Familie Grünmandl wieder auf: Das arisierte Textilgeschäft von Alfred Grünmandl in Hall ist mit einer geleisteten Zahlung von 1.105 Reichsmark vermerkt. Diese Akten belegen die systematische und gewinnorientierte Ausplünderung.
*Quelle: Köfler, Gretl: Der Verfolgung der Juden. Einziehung von Vermögenswerten – Ausschaltung aus dem Berufsleben. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand in Tirol 1934 - 1945. Wien/München 1984, S. 430-440.*

Systematische Erfassung und Entrechtung der Familie Grünmandl

Porträtfotografie von Christine Grünmandl, geborene Katzengruber (1892-1973), der Ehefrau Alfred Grünmandls und Mutter von Herta Grünmandl.
Christine Grünmandl, geborene Katzengruber (1892–1973). Quelle: Hohenems Genealogie, online verfügbar (Stand: 11. August 2026).
Porträtfotografie von Ludwig Grünmandl (1917-1980), dem Sohn von Alfred und Christine Grünmandl.
Ludwig Grünmandl (1917–1980), Sohn von Alfred und Christine Grünmandl. Quelle: Hohenems Genealogie, online verfügbar https://www.hohenemsgenealogie.at/getperson.php?personID=I2644&tree=Hohenems (Stand: 11. August 2026).
Porträtfotografie von Herta Grünmandl (1929-2015).
Herta Grünmandl (1929–2015). Quelle: Hohenems Genealogie, online unter: hohenemsgenealogie.at (Stand: 10. August 2026)
Schwarz-Weiß-Porträt von Betty Grünmandl (1918-2012) mit gescheitelter Frisur und kariertem Kragen. Sie ist leicht seitlich dargestellt und blickt mit aufmerksamem, ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera.
Betty Grünmandl (1918–2012). Schwarz-Weiß-Porträtfotografie. Quelle: Hohenems Genealogie, online unter: hohenemsgenealogie.at. (Stand: 10. August 2026)
Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme begann die Gestapo in Innsbruck damit, alle jüdischen Menschen in Tirol systematisch zu erfassen und in Listen zu registrieren. Parallel dazu verschärften sich die Repressalien: Die Bezirkshauptmannschaften erhielten die Anweisung, keine Reisepässe mehr an Jüdinnen und Juden auszustellen. Bereits ausgegebene Pässe mussten eingezogen werden. (1)
Diese Maßnahmen wurden zügig und in Zusammenarbeit mit lokalen NSDAP-Stellen umgesetzt, wie ein Schreiben der Polizeistelle Solbad Hall vom Mai 1938 belegt. Darin hieß es, man habe „aufgrund des Einvernehmens mit der NSDAP Ortsgruppenleitung“ allen in Hall wohnhaften jüdischen oder vermeintlich jüdischen Personen die Reisedokumente abgenommen. (2)
​
1] TLA, Geheime Staatspolizei, Schreiben Staatspolizeidienststelle Wien, an BH Ibk., am 22.3.1938, in: BH Innsbruck Abt. II. Fasz. 542.
[2] TLA, Schreiben Gendarmerieposten Kommando Hall in Tirol an die BH Ibk., am 2.4.1938, in BH Innsbruck Abt. II, Fasz. 542.

Die Familie Grünmandl: Entrechtung und Emigration

Von dieser Konfiskation war auch die Familie Grünmandl betroffen. Die Pässe von Alfred Grünmandl sowie seiner Kinder Ludwig und Betty wurden eingezogen und an die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck gesandt. Alfred Grünmandl gab dabei an, dass sein Vater Jude gewesen sei, er selbst aber protestantisch getauft war. Seine Ehefrau, die als „arisch“ galt, durfte ihren Pass behalten.
Die folgende Zeit war von großer Angst geprägt. Während der Pogromnacht am 9. November 1938bangte die Familie, ob es auch in Hall zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen würde. Die Stadt blieb zwar – im Gegensatz zu Innsbruck – verschont, die Bedrohung war jedoch allgegenwärtig. Ein Lichtblick gelang 1939: Betty Grünmandl konnte erfolgreich nach Großbritannien emigrieren und sich damit in Sicherheit bringen. (3)
Fußnoten:
[3] TLA, Zahl: II 2864/13, Schreiben, Betreff Auswanderung von Juden aus Tirol, an die Gestapo, Staatspolizeistelle Innsbruck, Innsbruck am 7.7. 1939, in: BH Ibk. 1951, Abt. II/Reg. 98, Zl 1385 (mit Zl 1804 aus 1950), Fasz. 775.

Mischehen im Fokus der NS-Verfolgung

Alfred Grünmandl wurde von den NS-Behörden als „Jude in Mischehe“ klassifiziert. Das Schicksal der in solchen Ehen lebenden jüdischen Partner war innerhalb des NS-Regimes umstritten. Auf mehreren sogenannten „Endlösungskonferenzen“ zwischen Januar 1942 und Oktober 1943 wurde darüber diskutiert, ob und wie sie verfolgt werden sollten. Während radikale NS-Organisationen auch diese Gruppe deportieren wollten, sahen das Justiz- und das Propagandaministerium davon ab. Sie fürchteten negative Reaktionen der „arischen“ Bevölkerung, deren Ehepartner betroffen gewesen wären, und hielten eine gesonderte Behandlung für politisch nicht opportun. (4)

Fußnote:
[4] Hilberg, Vernichtung, S. 436- 447.

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Eine Verhaftungswelle 1943: Der „Alleingang“ der Gestapo Tirol

Ostern 1943 markierte eine gefährliche Eskalation. Gauleiter Franz Hofer befahl, alle noch im Gau Tirol lebenden Jüdinnen und Juden zu inhaftieren – ein Vorstoß, der selbst innerhalb des NS-Systems ein „Alleingang“ der Innsbrucker Gestapo war. Plötzlich war auch der bisherige, prekäre Schutz durch einen „arischen“ Ehepartner außer Kraft gesetzt.
Trotz versuchter Geheimhaltung formierte sich bemerkenswerter Widerstand aus der Bevölkerung. Durch mutige Petitionen von Freunden und Familienangehörigen gelang es, die Freilassung eines großen Teils der Inhaftierten zu erreichen.

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Alfred Grünmandls Leidensweg: Haft und Zwangsarbeit

Von dieser Verhaftungswelle war auch Alfred Grünmandl betroffen. Im April 1943 wurde er für vier Wochen im Gestapolager Reichenau inhaftiert. Seiner Festnahme vorausgegangen war Zwangsarbeit beim Maurermeister Fröschl – eine für den etwa 55- bis 60-jährigen Kaufmann körperlich kaum zu bewältigende Schikane.
Die entbehrungsreichen Bedingungen im Lager Reichenau zehrten stark an seinen Kräften. Nach seiner Entlassung wurde er zu Fuß nach Solbad Hall zurückgeschickt.
Weitere Demütigungen folgten: Ihm wurde die Benutzung der Straßenbahn und eine Behandlung im Krankenhaus verboten.
Sein Überleben in der Zeit bis Mai 1945 verdankte er letztlich der Hilfe von Freunden und Bekannten, die ihn unterstützten, während er in seinem Haus in der Krippgasse 12 in Solbad Hall lebte.

Das Haus in der Krippgasse 12: Ein zeitgeschichtliches Zeugnis

Während des Krieges war im Parterre desselben Hauses, in der Krippgasse 12, die Familie Anton und Josefine Walder mit ihrer Tochter Ingeborg gemeldet. Das folgende Foto aus dem Jahr 2020 zeigt die beiden Fenster ihrer damaligen Wohnung, die später mit Plakatsprüchen von Otto Grünmandl gestaltet wurden.

Ansicht des Hauses von Alfred Grünmandl in der Krippgasse 12 in Hall in Tirol. Die sichtbaren Fenster gehörten während des Zweiten Weltkriegs zu den Wohnräumen der jungen Familie Walder.
Das Haus von Alfred Grünmandl in der Krippgasse 12 in Hall in Tirol. Hinter diesen Fenstern befanden sich während des Zweiten Weltkriegs die Wohnräume der jungen Familie Walder. 

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Otto Grünmandl (1924 - 2000)

Schwarz-Weiß-Porträt von Otto Grünmandl als Junge. Er ist frontal dargestellt und blickt direkt in die Kamera.
Fotografie von Otto Grünmandl in den 1980er-Jahren in Hall in Tirol. Das Bild trägt seine handschriftliche Unterschrift.
Links: Otto Grünmandl als Junge. Schwarz-Weiß-Porträtfotografie. Quelle: Hohenems Genealogie, online unter: hohenemsgenealogie.at (Stand: 10. August 2026).
Rechts: Otto Grünmandl in den 1980er-Jahren in Hall in Tirol, mit seiner handschriftlichen Unterschrift. Quelle: Privatarchiv K. Walder, Hall in Tirol.

Die Brüder Grünmandl: Zwei unterschiedliche Schicksale

Die nationalsozialistische Verfolgung traf auch die Söhne von Alfred Grünmandl, Otto und Ludwig, jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Ihre Lebenswege spiegeln die widersprüchlichen und grausamen Realitäten der NS-Zeit wider.

Otto Grünmandl: Widerstand und Haft

Otto Grünmandl (1924 -2000) schloss sich bereits während seiner Schulzeit am ehemaligen Franziskaner Gymnasium (der Oberschule für Jungen und Mädchen) der Widerstandsgruppe um Michael und Peter Zwetkoff an. Aufgrund der ständigen Überwachung durch die Gestapo konnte er aus Sicherheitsgründen oft nicht über konkrete Aktionen informiert werden.
Sein Engagement hatte schwere Konsequenzen: Vom 16. Oktober 1944 bis zum 19. Mai 1945 war er im Zwangsarbeiterlager Rositz in Thüringen interniert. (Mehr zum Widerstandskreis erfahren Sie im Blogeintrag: Michael und Peter Zwetkoff).

​Otto Grünmandl wurde später ein bekannter österreichischer Kabarettist, Schriftsteller und Schauspieler, der für seinen scharfen Witz und seine gesellschaftskritischen und politischen Beobachtungen im Nachkriegsösterreich bekannt war.

Ludwig Grünmandl: Wehrdienst und Wohnortwechsel

Sein Bruder Ludwig Grünmandl hatte ein anderes Schicksal. Er leistete von 1939 bis 1940 als Soldat Dienst in der Wehrmacht und war in Frankreich stationiert. Seine Meldeadressen spiegeln die Unruhe dieser Jahre wider: Bis 1939 lebte er mit der Familie in Hall, Krippgasse 12. Nach seiner Militärzeit war er von 1940 bis 1943 in Innsbruck, Burggraben 13, gemeldet, bevor er bis Kriegsende wieder in das elterliche Haus in der Haller Krippgasse 12 zurückkehrte.

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Zusammenfassung

Alfred Grünmandl lebte seit 1907 in Hall in Tirol und führte dort ein Textilgeschäft. Obwohl er zum evangelischen Glauben übergetreten war, wurde er von den Nationalsozialisten aufgrund seiner Herkunft als Jude verfolgt. Sein Geschäft und Teile seines Vermögens wurden 1938 enteignet, seine Reisefreiheit eingeschränkt und ihm eine hohe Zwangsabgabe auferlegt.
Nach schwerer Zwangsarbeit wurde Grünmandl im April 1943 in das Gestapolager Reichenau eingeliefert. Nach seiner Entlassung überlebte er bis zum Ende der NS-Herrschaft mithilfe von Freunden und Bekannten in seinem Haus in der Krippgasse 12. Auch seine Kinder waren von Flucht, Haft und Zwangsarbeit betroffen. Die Geschichte der Familie Grünmandl dokumentiert beispielhaft die nationalsozialistische Verfolgungs- und Enteignungspolitik in Hall und ganz Tirol.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer war Alfred Grünmandl?

Alfred Grünmandl wurde 1883 in Ungarisch Brod, dem heutigen Uherský Brod in Tschechien, geboren. Er kam 1907 nach Hall in Tirol und eröffnete gemeinsam mit seinem Bruder ein Textilgeschäft. Mit seiner Frau Christine und seinen Kindern lebte er in Hall und besaß seit 1919 das Heimatrecht der Stadt.

Warum wurde Alfred Grünmandl von den Nationalsozialisten verfolgt?

Die Nationalsozialisten stuften Alfred Grünmandl aufgrund seiner jüdischen Herkunft als Juden ein. Sein Übertritt zum evangelischen Glauben im Jahr 1914 änderte daran nichts, weil sich die Verfolgung nach den rassistischen Kriterien der NS-Gesetzgebung richtete.

Was geschah mit dem Geschäft von Alfred Grünmandl?

Sein Manufaktur- und Kurzwarengeschäft in der Salvatorgasse wurde 1938 „arisiert“. Darunter ist die erzwungene Übertragung jüdischen Eigentums an nichtjüdische Erwerber zu verstehen. Der neue Besitzer bewarb das übernommene Geschäft anschließend öffentlich als „entjudet“.

Wurde Alfred Grünmandl im Gestapolager Reichenau inhaftiert?

Ja. Im April 1943 wurde Alfred Grünmandl für vier Wochen im Gestapolager Reichenau bei Innsbruck festgehalten. Zuvor hatte er schwere körperliche Zwangsarbeit leisten müssen. Nach seiner Entlassung musste er geschwächt zu Fuß nach Hall zurückkehren.

Wie konnte Alfred Grünmandl die NS-Zeit überleben?

Seine Ehe mit Christine Grünmandl, die nach den nationalsozialistischen Kriterien als „arisch“ galt, bot ihm zeitweise einen begrenzten Schutz. Dieser war jedoch keineswegs verlässlich. Durch die Unterstützung von Freunden und Bekannten konnte er die Zeit nach seiner Haft bis zur Befreiung im Mai 1945 in Hall überleben.

Was geschah mit den Kindern der Familie Grünmandl?

Betty Grünmandl gelang 1939 die Flucht nach Großbritannien. Otto Grünmandl wurde im Oktober 1944 in das Zwangsarbeitslager Rositz in Thüringen verschleppt und erst im Mai 1945 befreit. Zuvor hatte er als Schüler Kontakte zur Widerstandsgruppe von Michael und Peter Zwetkoff unterhalten.

Welche Bedeutung hat die Geschichte der Familie Grünmandl für Hall in Tirol?

Das Schicksal der Familie zeigt, dass die nationalsozialistische Verfolgung und Enteignung auch unmittelbar in Hall in Tirol stattfanden. Eine seit Jahrzehnten in der Stadt lebende Familie wurde entrechtet, wirtschaftlich beraubt und auseinandergerissen. Ihre Geschichte macht die lokalen Auswirkungen der NS-Herrschaft anhand konkreter Lebenswege sichtbar.

Wurde Alfred Grünmandl nach 1945 entschädigt?

Nach dem Ende der NS-Herrschaft stellte Alfred Grünmandl einen Antrag auf Wiedergutmachung. Der im Tiroler Landesarchiv erhaltene Opferfürsorgeakt dokumentiert die erlittenen Vermögensverluste und die geltend gemachten Ansprüche. Solche Verfahren waren häufig langwierig und konnten das erlittene Unrecht nur unvollständig ausgleichen.
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Fotos: Innsbrucker Nachrichten In: Privatarchiv E. Walder Hall in Tirol.
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Quellen: RIS-rgb 1914_0337_01245-Reichs-, Staats-und Bundesgeeseztblatt 1848 - 1940. Online unter: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=BgblAlt&Dokumentnummer=rgb1914_0337_01245 (Stand: 11.8. 2024)
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Farbfotografie des Grabsteins von Otto Grünmandl, der am 2. Jänner 1915 starb. Er war der Bruder von Alfred Grünmandl und der Onkel des gleichnamigen Kabarettisten Otto Grünmandl. Der Grabstein befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Innsbruck.
Grabstein von Otto Grünmandl († 2. Jänner 1915), dem Bruder von Alfred Grünmandl und Onkel des gleichnamigen Kabarettisten Otto Grünmandl, auf dem jüdischen Friedhof in Innsbruck, 2023. Foto: Privatarchiv E. Walder, Hall in Tirol.
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    Autorin
    ​Elisabeth Walder
    BA MA MA

    Ethnologin-Historikerin

    Archive

    Archiv der Christuskirche in Innsbruck 

    Alfred und Christine Grünmandl. In: Trauungs-Register, Band (1), S. 237, Nr. 34.

    Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

    Köfler,Gretl: Die Verfolgung der Juden. Einziehung von Vermögenswerten – Ausschaltung aus dem Berufsleben. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 - 1945. Eine Dokumentation (1). Wien/München 1984, S. 426-444, hier S. 430 und 440.
    (Bericht der Donauländischen Treuhand-und Organisationsgesellschaft M.B.H. über die bei der Arisierungsstelle Innsbruck vorgenommene Gebarungsprüfung, 1.8. 1939. LG Innsbruck (Akt Duxneuner), DÖW E 18.451.)

    Hohenems Genealogie


    Foto: Alfred Grünmandl. Hohenems Genealogie. Online unter:  https://www.hohenemsgenealogie.at/gen/showmedia.php?mediaID=2974&medialinkID=3853 (Stand: 10.8. 2024) 

    Hohenems Genealogie. Alfred Grünmandl. Online unter: https://www.hohenemsgenealogie.at/ (Stand: 10.8. 2024).

    Fotos: links Betty Grünmandl (1918-2012) und rechts Herta Grünmandl (1929-2015). In: Hohenems Genealogie online unter: https://www.hohenemsgenealogie.at/gen/getperson.php?personID=I2641&tree=Hohenems (Stand: 10. 8. 2024)

    Foto: Mutter Christine Grünmandl geb. Katzengruber (1892–1973) In: Hohenems Genealogie. Online unter:{https://www.hohenemsgenealogie.at/gen/getperson.php?personID=I2640&tree=Hohenems (Stand: 11.8. 2024) 


    Foto: Sohn Ludwig Grünmandl (1917 - 1980) In: Hohenems Genealogie. Online unter:{https://www.hohenemsgenealogie.at/gen/getperson.php?personID=I2640&tree=Hohenems (Stand: 11.8. 2024). 

    Foto: links Otto Grünmandl als Junge. Hohenems Genealogie. Online unter:{
    https://www.hohenemsgenealogie.at/gen/getperson.php?personID=I2640&tree=Hohenems (Stand: 10. 8. .2024)
    ​


    Tiroler Landesarchiv Innsbruck

    TLA, Zl. II 3529/19, Betreff: Erfassung von Juden, 22.22.1940, in: BH Ibk 1951, Abt. II/Reg. 98, Zl. 1385 (mit Zl 1894 aus 1950), Fasz. 775. In: Tiroler Landesarchiv. 

    TLA, Opferfürsorgeakt 00358. Antrag auf Wiedergutmachung und Beilage mit Auflistung der Kosten für die Wiedergutmachung. In: Tiroler Landesarchiv. 

    TLA, Geheime Staatspolizei, Schreiben Staatspolizeidienststelle Wien, an BH Ibk., am 22.3.1938, in: BH Innsbruck Abt. II. Fasz. 542.In: Tiroler Landesarchiv. 

    TLA, Schreiben Gendarmerieposten Kommando Hall in Tirol an die BH Ibk., am 2.4.1938. In: BH Innsbruck Abt. II, Fasz. 542.  In: Tiroler Landesarchiv. 

    TLA, Zahl: II 2864/13, Schreiben. Betreff: Auswanderung von Juden aus Tirol, an die Gestapo, Staatspolizeistelle Innsbruck, Innsbruck am 7.7. 1939. In: BH Ibk. 1951, Abt. II/Reg. 98, Zl 1385 (mit Zl 1804 aus 1950), Fasz. 775. In: Tiroler Landesarchiv. 



    Stadtarchiv Hall in Tirol

    StAH, Meldeunterlagen, Schreiben von Alfred Grünmandl an das Stadtmagistrat vom 21.7.1919, in: Alfred Grünmandl, Meldewesen Personalakten. In: Stadtarchiv Hall in Tirol. 

    StAH, Niederschrift Sitzung Oktober 1919, Aufnahme Alfred Grünmandl und Familie ins Heimatrecht der Stadt Hall in Tirol.In: Stadtarchiv Hall in Tirol. 

    Religionsfreiheit- Staatsgrundgesetz. Online unter:  https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit_in_Österreich#Staatsgrundgesetz_1867%7D (Stand: 10.8.. 2024)


    ​Privatarchiv E. Walder Hall in Tirol
    ​
    Walder, Elisabeth: Jüdische Migration nach und von Innsbruck in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bachelor Arbeit an der Philosophisch-Historischen Fakultät Innsbruck, Innsbruck 6. 2. 2018.

    Foto: Geschäft von Alfred Grünmandl in Solbad Hall (2023). In: Privatarchiv K. Walder Hall in Tirol.

    Foto: Haus Grünmandl in Hall in Tirol, Krippgasse 12 (2020).  In: Privatarchiv K. Walder Hall in Tirol.

    Foto rechts: Otto Grünmandl in den 1980er Jahren in Hall in Tirol.  In: Privatarchiv K. Walder, mit eigenhändiger Unterschrift von Otto Grünmandl.


    Foto: Grabstein  Otto Grünmandl (2023). Jüdischer Friedhof Innsbruck. In: Privatarchiv E.. Walder Hall in Tirol.

    Fotos: Innsbrucker Nachrichten. In: Privatarchiv K. Walder Hall in Tirol.


    Publikationen:

    Achrainer, Martin: Jüdinnen und Juden in Innsbruck und Nordtirol. Gebhard als erstes jüdisches Mitglied des Ferdinandeums. In: Albrich,Thomas   (Hrsg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol. Von der bayrischen Zeit 1806 bis zum Ende der Monarchie 1918 ( 2). Innsbruck/Wien 2013, S. 123, 212-222..

    Albrich, Thomas : Lebensgeschichten aus Tirol-ein kurzer Überblick über 700 Jahre jüdisches Leben. In:  Albrich, Thomas (Hrsg.): Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Innsbruck/Wien 2012, S. 9.

    Achrainer, Martin: Jüdinnen und Juden in Innsbruck und Nordtirol. Volkszählung 1857. In: Albrich ,Thomas (Hrsg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol. Von der bayrischen Zeit 1806 bis zum Ende der Monarchie 1918 (2). Innsbruck/Wien 2013, S. 200.

    Schneider, Karin:  Die „Hauptstadt“ des Kronlandes Tirol (1815-1918). Der Beginn der Industrialisierung. In: Kleine Innsbrucker Stadtgeschichte. Innsbruck 2008, S. 139-140.

    Osterhammel, Jürgen: Migranten, Hierarchien und Verknüpfungen. Aspekte einer globalen Sozialgeschichte. Mobiltäten und Netzwerke. In: Conrad,Sebastian /Osterhammel, Jürgen  (Hrsg.): 1750-1870 Wege zur modernen Welt. Geschichte der Welt. ( IV). München 2016, S.805 – 814.

    Schiele, Siegfried : Vorwort. In: Pellens, Karl  (Hrsg.): Migration. Lernchancen für den historisch-politischen Unterricht. Schwalbach 1998, S. 7.

    Sandgruber, Roman: Auf der Suche nach neuer Heimat. In:  Wolfram , Herwig (Hrsg.): Österreichische Geschichte. Ökonomie und Politik, Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Wien 2005, S. 266. 
    ​
    Hahn, Sylvia:  Österreich. Zuwanderungen in die Städte und Gewerberegionen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. In:    Bade,Klaus J./Emmer,Pieter C. /Lucassen,Leo / Oltmer, Jochen (Hrsg.): Enzyklopädie. Migration in Europa, Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Paderborn/Wien 2008, S. 171, 173, 177, 179.

    Haumann, Heiko : Das Zarenreich und die Juden. In:  Haumann, Heiko (Hrsg.): Geschichte Russlands. München/Zürich 1996, S. 397/98.

    Hofmann, Thesa:  Aschkenasische Juden in Europa seit der frühen Neuzeit. In: Bade,Klaus J./Emmer, Pieter C. / Lucassen, Leo/Oltmer,  Jochen  (Hrsg.): Enzyklopädie, Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Paderborn/München/Wien/
    Zürich 2008.S. 391.


    Bartal, Israel : Österreich und die Juden Galiziens 1772- 1848. In: Geschichte der Juden im östlichen Europa 1772-1881. Göttingen 2010, S. 91.

    Grassl , Gerald (Hrsg.): „Wir kennen keine Juden...“ Sagen und Geschichten zur Geschichte der Juden in Tirol. Wien 2013, S. 35.

    Berger, Karl C./Horner, Anna: Alles Fremd- Alles Tirol. Überlegungen zur Ausstellung im Tiroler Volkskunstmuseum. In:   Meighörner , Wolfgang (Hrsg.): Alles Fremd – Alles Tirol. Katalog zur Ausstellung des Tiroler Volkskunstmuseums. Innsbruck 2016, S. 9 – 21.

    Albrich, Thomas :  Vorwort. In: Albrich, Thomas  (Hrsg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol. Von der bayrischen Zeit 1806 bis zum Ende der Monarchie 1918 (2). Innsbruck/Wien 2013, S. 11.

     Judson, Pieter M.:  Introduction. In: The Habsburg Empire. A New History. Harvard College (Hrsg.): Cambridge/ Massachusetts/ London 2016, S. 1-15.

    Noflatscher, Heinz :  Jüdisches Leben in Tirol im 16. und 17. Jahrhundert.  In: Albrich, Thomas (Hrsg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol.  Vom Mittelalter bis 1805 (1). Innsbruck/Wien 2013, S.135.

    Sella, Gad Hugo: Die Juden Tirols. Ihr Leben und Schicksal. Tel Aviv 1979, S. 17 – 21.

    Zeitung:
     Innsbrucker Nachrichten vom 27.2.1860. 


    Innsbrucker Nachrichten vom 18.2.1861 und 3.3. 1862.

    Haller Kreis-Anzeiger, 22.10.1938, Nr. 42, S. 4.

    ​Grafik: ​Abblidung1 und 2:
    Achrainer, Martin/Albrich, Thomas/Hofinger, Niko (Hrsg.):  Lebensgeschichten statt Opferlisten. Die biografische Datenbank zur jüdischen Bevölkerung in Tirol und Vorarlberg im 19. und 20. Jahrhundert – Forschungsbericht. Wien 1997, S. 288.

    Quellen: RIS-rgb 1914_0337_01245-Reichs-, Staats-und Bundesgeeseztblatt 1848 - 1940. Online unter: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=BgblAlt&Dokumentnummer=rgb1914_0337_01245 (Stand: 11.8. 2024)

    Aktualisiert: August 2026

    March 2024

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