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<channel><title><![CDATA["Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale" - Dr. Gottfried Uffenheimer Teil 2]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-teil-2]]></link><description><![CDATA[Dr. Gottfried Uffenheimer Teil 2]]></description><pubDate>Mon, 11 May 2026 14:53:49 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Dr. Gottfried Uffenheimer (1891–1947): Rechtsanwalt, Widerstandskontakt und Vizebürgermeister von Innsbruck]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-teil-2/dr-gottfried-uffenheimer-1891-1947-rechtsanwalt-widerstandskontakt-und-vizeburgermeister-von-innsbruck]]></link><comments><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-teil-2/dr-gottfried-uffenheimer-1891-1947-rechtsanwalt-widerstandskontakt-und-vizeburgermeister-von-innsbruck#comments]]></comments><pubDate>Fri, 01 May 2026 11:56:59 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-teil-2/dr-gottfried-uffenheimer-1891-1947-rechtsanwalt-widerstandskontakt-und-vizeburgermeister-von-innsbruck</guid><description><![CDATA[Dr. Gottfried Uffenheimer war Rechtsanwalt, Widerstandsk&auml;mpfer gegen das NS-Regime und Vizeb&uuml;rgermeister von Innsbruck 1945. Jetzt mehr &uuml;ber sein Leben erfahren.  Lesen Sie mehr:  Dr. Gottfried Uffenheimer Biografie  Sozialisten und Kommunisten im Widerstand  read more:  Dr. Gottfried Uffenheimer Biography  Dr. Gottfried Uffenheimer part 2         Foto: Friedl (Gottfried geb. 1922) und Dr. Gottfried Uffenheimer (1929/30 ?). In Privatarchiv Gayane Chambless USA.  Kapitel: &bdquo;Ic [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><ul><li>Dr. Gottfried Uffenheimer war Rechtsanwalt, Widerstandsk&auml;mpfer gegen das NS-Regime und Vizeb&uuml;rgermeister von Innsbruck 1945. Jetzt mehr &uuml;ber sein Leben erfahren.</li></ul></div>  <h2 class="wsite-content-title">Lesen Sie mehr:</h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer.html">Dr. Gottfried Uffenheimer Biografie</a></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/sozialistischen-und-kommunisten-im-widerstand.html">Sozialisten und Kommunisten im Widerstand</a></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title">read more:</h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-en-part-2.html">Dr. Gottfried Uffenheimer Biography</a></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-gottfried-uffenheimer-en-part-2.html">Dr. Gottfried Uffenheimer part 2</a></strong></h2>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/published/bildschirmfoto-2026-04-29-um-14-45-17.jpg?1777636752" alt="Picture" style="width:314;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Foto: Friedl (Gottfried geb. 1922) und Dr. Gottfried Uffenheimer (1929/30 ?). In Privatarchiv Gayane Chambless USA.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Kapitel: &bdquo;Ich habe es nunmehr satt&ldquo; &ndash; Der R&uuml;cktritt aus Prinzip</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Unter den erhaltenen Dokumenten zur Biografie von Dr. Gottfried Uffenheimer befindet sich ein au&szlig;erordentlich aufschlussreicher Brief. Es ist kein amtlicher Ausweis, keine Sterbeurkunde und kein Zeitungsartikel, sondern ein pers&ouml;nliches, politisches Manifest &ndash; ein Schreiben, das er am 26. J&auml;nner 1946 an den Parteivorstand der Sozialistischen Partei &Ouml;sterreichs (SP&Ouml;) richtete.<br />Dieses Dokument, adressiert an den Sekret&auml;r Rupert Zechtl in der Innsbrucker Maximilianstra&szlig;e, markiert den dramatischen H&ouml;hepunkt eines innerparteilichen Konflikts, der Uffenheimers kurze politische Karriere in der Nachkriegszeit &uuml;berschattete. Es ist das Schriftst&uuml;ck eines zutiefst Entt&auml;uschten, der sich von seiner eigenen Partei verraten f&uuml;hlt &ndash; doch es ist auch das Zeugnis eines Mannes, der seinen Prinzipien treu bleibt, auch wenn es ihn sein Amt kostet.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der Anlass des Schreibens</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Uffenheimer beginnt sachlich, fast dienstlich. Ein Telefonat mit Sekret&auml;r Zechtl hat ihm mitgeteilt, dass der Vorstand in seiner Sitzung vom Vortag beschlossen habe, ihn &bdquo;wegen Verletzung der Parteidisziplin&ldquo; zur Verantwortung zu ziehen. Zun&auml;chst sollte er m&uuml;ndlich erscheinen, dann wurde ihm eine schriftliche Stellungnahme aufgetragen. Uffenheimer stellt ern&uuml;chtert fest, dass er sich &bdquo;nunmehr zum zweiten Mal&ldquo; vor einem Gremium seiner eigenen Partei rechtfertigen soll. Die Gr&uuml;nde daf&uuml;r seien, so zitiert er die Vorw&uuml;rfe indirekt, angeblich falsch wiedergegebene oder aus dem Zusammenhang gerissene &Auml;u&szlig;erungen bei offiziellen Anl&auml;ssen.<br />Man sp&uuml;rt zwischen den Zeilen bereits die tiefe Verbitterung: Er, der aus dem Vertrauen der Genossen heraus zum B&uuml;rgermeister bestellt worden war, muss sich nun vor einem Schiedsgericht verantworten &ndash; wegen Intrigen (&bdquo;Hintertragen&ldquo;) und Verleumdungen.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der Vertrauensverlust</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Der Ton des Briefes &auml;ndert sich abrupt, als Uffenheimer die Konsequenz aus dieser Vorladung zieht. Er erkl&auml;rt, dass er offenbar das Vertrauen der Partei nicht mehr genie&szlig;e. Seine Schlussfolgerung ist radikal, aber logisch:<br /><em>&bdquo;Ich habe daher den Entschluss gefasst, die mir anvertraute Stellung nunmehr der Partei wieder zur&uuml;ckzustellen [&hellip;]&ldquo;</em><br />Er legt sein Amt nieder &ndash; nicht nur vor der Partei, sondern hat auch &bdquo;die jetzt bestellte Regierung&ldquo; von seinem Schritt verst&auml;ndigt. Damit ist der Bruch vollzogen. Ein Amt, das ihm Anfang Mai 1945 von der provisorischen Regierung anvertraut worden war, gibt er in freiem Entschluss zur&uuml;ck.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Die explosive Begr&uuml;ndung: Kampf gegen Ehemalige</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Doch Uffenheimer bleibt nicht bei der blo&szlig;en R&uuml;cktrittserkl&auml;rung stehen. Er nutzt die Gelegenheit, um dem Parteivorstand einen Spiegel vorzuhalten &ndash; und seine Worte sind von bemerkenswerter Sch&auml;rfe. Er habe von Anfang an f&uuml;r die &bdquo;Reinheit der Partei&ldquo; gek&auml;mpft. Vor allem aber habe er es abgelehnt, sich mit Leuten, die jemals der NSDAP angeh&ouml;rt h&auml;tten, &bdquo;in f&uuml;hrender Stellung zusammenzufinden bzw. zusammenzuarbeiten&ldquo;.<br />Der Vorwurf, der aus diesen Zeilen spricht, ist vernichtend: Der Parteivorstand habe es bis heute unterlassen, &bdquo;die in seiner Mitte befindlichen ehemaligen Mitglieder der NSDAP zu eliminieren&ldquo;. Uffenheimer erkl&auml;rt kategorisch, dass er sich vor solchen Mitgliedern weder verantworten noch rechtfertigen werde. Die Wortwahl ist bewusst provokant:<br /><em>&bdquo;Es w&auml;re paradox, wenn Mitglieder der NSDAP und Anh&auml;nger der nationalsozialistischen Idee mich vor ein Forum zitieren, in dem sie selbst als Mitglieder zu sitzen belieben.&ldquo;</em><br />In diesen wenigen S&auml;tzen liegt der eigentliche Skandal, den der Brief aufdeckt. Die SP&Ouml;, die sich als antifaschistische Partei verstand, hatte offenbar ehemalige Nationalsozialisten in ihren F&uuml;hrungsgremien &ndash; und diese Leute sollten nun &uuml;ber die Disziplin eines Mannes richten, der im Widerstand gewesen war und f&uuml;r sein &Uuml;berleben um ein Haar mit dem Tod bezahlt h&auml;tte.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der pers&ouml;nliche Ausbruch des Zorns</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Die Schlusspassage des Briefes l&auml;sst die Maske der Amtsstille fallen. Hier spricht kein Funktion&auml;r mehr, sondern ein verletzter, zutiefst verbitterter Mensch. Uffenheimer habe es nun endg&uuml;ltig &bdquo;satt&ldquo;, sich &bdquo;zum Pausabstreifer f&uuml;r Leute missbrauchen zu lassen, die selbst der Partei den R&uuml;cken gekehrt haben&ldquo;. Ihm, der der Partei in den Jahren des &bdquo;Sein oder Nichtsein&ldquo; die Treue gehalten habe &ndash; also in der Zeit der Illegalit&auml;t und des Widerstands &ndash;, werde nun von denen der Prozess gemacht, die selbst versagt h&auml;tten.<br />Sein letzter Satz zur Lage der Tiroler SP&Ouml; ist vernichtend:<br /><em>&bdquo;Im &Uuml;brigen wird es die S.P.Oe. bzw. der Vorstand derselben hier selbst zu verantworten haben, wenn die Partei im Lande Tirol zum Tummelplatz von Ehrgeizlingen, Habs&uuml;chtigen und Gesinnungslumpen wird.&ldquo;</em><br />&bdquo;Tummelplatz&ldquo; &ndash; also ein Ort ungez&uuml;gelten Treibens &ndash; f&uuml;r Karrieristen, Habgierige und moralisch Verkommene. Das ist kein Vorwurf mehr, sondern eine Anklage.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der Schlussstrich</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Uffenheimer k&uuml;ndigt an, ab Montag, dem 28. J&auml;nner 1946, seinen &bdquo;geb&uuml;hrenden Urlaub&ldquo; anzutreten. Er wird seine Kanzlei r&auml;umen und sein Eigentum &uuml;bergeben. Der Brief endet f&ouml;rmlich mit &bdquo;Mit Hochachtung&ldquo; &ndash; doch diese H&ouml;flichkeit wirkt fast wie Hohn angesichts der Wut, die aus den vorangegangenen Zeilen spricht.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Historische Einordnung</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Dieses Dokument ist aus mehreren Gr&uuml;nden bemerkenswert. Erstens zeigt es, dass die politische S&auml;uberung nach 1945 keineswegs so gr&uuml;ndlich war, wie es die offizielle Geschichtsschreibung lange Zeit darstellte. Uffenheimers Vorwurf, ehemalige NSDAP-Mitglieder s&auml;&szlig;en in den F&uuml;hrungsgremien der Sozialistischen Partei, ist ein fr&uuml;her, mutiger und dokumentierter Hinweis auf das Ausma&szlig; der personellen Kontinuit&auml;ten &uuml;ber das Jahr 1945 hinaus.<br />Zweitens offenbart der Brief eine tiefe existenzielle Krise in der Fr&uuml;hphase der Zweiten Republik: Der moralische Anspruch des Widerstands, den Uffenheimer pers&ouml;nlich verk&ouml;rperte, prallte auf die pragmatische, von parteipolytaktischen Erw&auml;gungen gepr&auml;gte Realit&auml;t des Wiederaufbaus. Uffenheimer, der kompromisslose Charakter, war in dieser Welt nicht mehr zu Hause.<br />Drittens ist der Brief ein zutiefst menschliches Dokument. Er zeigt einen Mann, der sich nicht verbiegen will, der lieber sein Amt aufgibt, als mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ihm moralisch verkommen erscheinen. Es ist dasselbe Prinzip, das ihn schon im Widerstand geleitet hatte: kompromissloses Handeln nach dem eigenen Gewissen.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Nachbemerkung</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Ob die SP&Ouml; Tirol auf diesen Brief reagierte, ist aus den vorliegenden Dokumenten nicht ersichtlich. Man wei&szlig; jedoch, dass Uffenheimer seinen R&uuml;cktritt durchsetzte und das Amt des Vizeb&uuml;rgermeisters aufgab. Nur wenig mehr als eineinhalb Jahre sp&auml;ter, am 2. Oktober 1947, starb er mit 55 Jahren in Innsbruck.<br />Die letzte Ruhest&auml;tte von Dr. Gottfried Uffenheimer ist der Westfriedhof in Innsbruck (Gruppe 10, Reihe 1, Grab Nr. 2). Frieden fand er dort &ndash; fern der &bdquo;Ehrgeizlinge, Habs&uuml;chtigen und Gesinnungslumpen&ldquo;, gegen die er bis zuletzt angeschrieben hatte.<br /></div>  <div class="wsite-scribd">			  			 				<div id="536557988551813908-pdf-fallback" style="display: none;"> 					Your browser does not support viewing this document. Click <a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/1946_jan_26_ltr_1_20260419_0001.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a> to download the document. 				</div> 				<div id="536557988551813908-pdf-embed" style="display: none; height: 500px;"> 				</div>  				 			</div>  <div class="paragraph"><font size="2">Quelle: Schreiben von Dr. Gottfried Uffenheimer an den Parteivorstand der SP&Ouml; in Innsbruck. In Privatarchiv Gayane Chambless USA.</font></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>26. J&auml;nner 1946</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">An den Parteivorstand der S.P.&Ouml;. (Sozialistische Partei &Ouml;sterreichs)<br />z.Hd. des Sekret&auml;rs Herrn Rupert Zechtl<br />Innsbruck, Maximilianstra&szlig;e<br />Ich wurde heute vom Herrn Sekret&auml;r Rupert Zechtl fernm&uuml;ndlich vom Beschluss, der am 25. J&auml;nner 1946 stattgefundenen Vorstandssitzung verst&auml;ndigt, wonach ich mich wegen Verletzung der Parteidisziplin zun&auml;chst m&uuml;ndlich vor dem Parteivorstand am kommenden Termin zu verantworten h&auml;tte. Dieser Beschluss wurde dahingehend abge&auml;ndert, dass ich mich schriftlich &auml;u&szlig;ern soll. Ich stelle fest, dass ich mich nunmehr zum zweiten Mal vor einem Schiedsgericht beziehungsweise vor dem Vorstand der Partei verantworten m&uuml;sste &ndash; und zwar nur deshalb, weil infolge von Intrigen und verschiedener &Auml;u&szlig;erungen bei offiziellen Anl&auml;ssen die betreffenden Parteimitglieder entweder entstellte Tatsachen wiedergegeben haben oder aber wahre Tatsachen zum Anlass genommen wurden, mich zur Verantwortung zu ziehen.<br />Ich wurde Anfang Mai 1945 aus dem Vertrauen der sozialdemokratischen Mitglieder heraus von der provisorischen Regierung &Ouml;sterreichs zum B&uuml;rgermeister von Innsbruck bestellt und sodann erneut durch die Wahl der Vertrauensleute der S.P.&Ouml;. als Fraktionsf&uuml;hrer beziehungsweise Listenf&uuml;hrer f&uuml;r den Gemeinderat bestimmt. Da ich aufgrund dieser Tatsachen, die Anlass gaben, mich wiederholt vor ein zu bestellendes Schiedsgericht oder vor den Parteivorstand zu zitieren, annehmen muss, dass ich das Vertrauen der Partei nicht mehr genie&szlig;e, habe ich den Entschluss gefasst, die mir anvertraute Stellung nunmehr der Partei wieder zur&uuml;ckzustellen, und habe von diesem meinem Entschluss auch die jetzt bestellte Regierung verst&auml;ndigt.<br />Bei diesem Anlass gebe ich dem Vorstand der S.P.&Ouml;. Folgendes bekannt: Ich habe von Anfang meiner T&auml;tigkeit an, nach der endg&uuml;ltigen Befreiung von der Nazi-Unterdr&uuml;ckung, f&uuml;r die Reinheit der Partei, insbesondere des Vorstandes, gek&auml;mpft und es abgelehnt, mich mit Leuten, die jemals der NSDAP angeh&ouml;rt haben, in f&uuml;hrender Stellung zusammenzufinden beziehungsweise zusammenzuarbeiten. Der Parteivorstand hat es bis heute unterlassen, die in seiner Mitte befindlichen ehemaligen Mitglieder der NSDAP zu eliminieren, und ich z&ouml;gere nicht, nach dieser Feststellung zu erkl&auml;ren, dass ich mich vor solchen Mitgliedern des Parteivorstandes nicht zu verantworten und zu rechtfertigen habe. Es w&auml;re paradox, wenn Mitglieder der NSDAP und Anh&auml;nger der nationalsozialistischen Idee mich vor ein Forum zitieren, in dem sie selbst als Mitglieder zu sitzen belieben. Ich habe es nunmehr satt, dass ich &ndash; der ich der Partei in einer Zeit, wo es um Sein oder Nichtsein ging, die Treue gehalten habe &ndash; mich zum Pr&uuml;gelknaben f&uuml;r Leute missbrauchen lassen muss, die selbst der Partei den R&uuml;cken gekehrt haben.<br />Im &Uuml;brigen wird es die S.P.&Ouml;., beziehungsweise der Vorstand derselben, hier selbst zu verantworten haben, wenn die Partei im Lande Tirol zum Tummelplatz von Ehrgeizlingen, Habs&uuml;chtigen und Gesinnungslumpen wird.<br />Wollen Sie daher diesen meinen Entschluss zur Kenntnis nehmen. Ich werde ab Montag, den 28. J&auml;nner 1946, den mir geb&uuml;hrenden Urlaub antreten, worauf ich, falls es zweckm&auml;&szlig;ig und notwendig ist, die von mir behandelten Agenden einem noch zu bestimmenden Nachfolger &uuml;bergeben werde. Meine Kanzlei selbst und das mir geh&ouml;rende Eigentum werde ich am Montag, den 28. d.M., r&auml;umen.<br />Mit Hochachtung<br />[Signatur]<br /></div>  <div class="wsite-map"><iframe allowtransparency="true" frameborder="0" scrolling="no" style="width: 100%; height: 250px; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" src="//www.weebly.com/weebly/apps/generateMap.php?map=google&elementid=577486402251677672&ineditor=0&control=3&width=auto&height=250px&overviewmap=0&scalecontrol=0&typecontrol=0&zoom=15&long=11.3904313&lat=47.2623005&domain=www&point=1&align=1&reseller=false"></iframe></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Konflikte im Neubeginn: Politik nach 1945</strong><br /></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>&#128368;&#65039;</strong><strong>&nbsp;Historischer Hintergrund: Entnazifizierung und politische Realit&auml;t</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Der Konflikt ist im Kontext der unmittelbaren Nachkriegszeit zu verstehen. Nach 1945 standen alle politischen Parteien in &Ouml;sterreich vor der Herausforderung, den Wiederaufbau des Staates zu organisieren und gleichzeitig mit der Vergangenheit des Nationalsozialismus umzugehen.<br />Die sogenannte&nbsp;<strong>Entnazifizierung</strong>&nbsp;wurde zun&auml;chst konsequent betrieben, verlor jedoch rasch an Strenge. Bereits ab 1946/47 setzte eine zunehmende Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten in Gesellschaft und Politik ein.<br />&#128073;&nbsp;Davon betroffen waren&nbsp;<strong>alle gro&szlig;en Parteien</strong>:<br /><ul><li>Auch innerhalb der&nbsp;<strong>SP&Ouml;</strong>&nbsp;kam es zu Spannungen &uuml;ber den Umgang mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern.</li><li>Die&nbsp;<strong>&Ouml;VP</strong>&nbsp;verfolgte ebenfalls eine pragmatische Linie und integrierte fr&uuml;h ehemalige Nationalsozialisten, insbesondere auf lokaler Ebene.</li></ul>Diese Entwicklung war einerseits durch politischen Pragmatismus gepr&auml;gt &ndash; viele qualifizierte Fachkr&auml;fte hatten NS-Vergangenheit &ndash;, andererseits f&uuml;hrte sie zu erheblichen Konflikten innerhalb der Parteien, wie das Beispiel Uffenheimer zeigt.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>&#128204;</strong><strong>&nbsp;Bedeutung des Dokuments</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Das Schreiben ist ein eindrucksvolles Zeugnis f&uuml;r:<br /><ul><li>die politischen Spannungen der fr&uuml;hen Zweiten Republik</li><li>die Konflikte um die Entnazifizierung</li><li>die moralischen und pers&ouml;nlichen Bruchlinien innerhalb der Parteien</li></ul>Es zeigt Dr. Uffenheimer als eine Pers&ouml;nlichkeit mit klaren politischen Prinzipien, die sich gegen die schnelle Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten stellte &ndash; auch um den Preis seines eigenen politischen R&uuml;ckzugs.<br /></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>