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<channel><title><![CDATA["Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale" - Dr. Josef Mair]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-josef-mair]]></link><description><![CDATA[Dr. Josef Mair]]></description><pubDate>Tue, 12 May 2026 00:22:55 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Dr. Josef Mair (1909–1986): Vom Diözesanjugendführer zum Widerstandskämpfer]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-josef-mair/dr-josef-mair-1909-1986]]></link><comments><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-josef-mair/dr-josef-mair-1909-1986#comments]]></comments><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 19:56:16 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-josef-mair/dr-josef-mair-1909-1986</guid><description><![CDATA[read more  Blog (EN) Dr. Josef Mair  Bishop Dr. Reinhold Stecher  Dr. Franz Kolb  Maria Waldrast 1941  Maria Mair the brave woman  Lesen Sie mehr:  BLOG  Msgr. Dr. Franz Kolb  Bischof Dr. Reinhold Stecher  Maria Mair&nbsp;  Tiroler Wallfahrt  Maria Waldrast 1941           Foto: Dr. Josef Mair (1933). In: Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.  Kindheit und Jugend in Matrei  Josef Mair wurde am 21. Juni 1909 in Matrei am Brenner als Sohn von Josef Mair, Schuhmacher und Bauer, geboren. Seine Mutter [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title">read more</h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/blog-eni-dr-josef-mair.html">Blog (EN) Dr. Josef Mair</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-reinhold-stecher-en.html">Bishop Dr. Reinhold Stecher</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/blog-en-dr-franz-kolb.html">Dr. Franz Kolb</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/blog-en-maria-waldrast-1941.html">Maria Waldrast 1941</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/blog-en-maria-mair-maria-mair-the-brave-woman-from-glasnhof.html">Maria Mair the brave woman</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title">Lesen Sie mehr:</h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/blog.html">BLOG</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/pfarrer-msgr-dr-franz-kolb.html">Msgr. Dr. Franz Kolb</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/dr-reinhold-stecher.html">Bischof Dr. Reinhold Stecher</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/maria-mair-die-geheime-rettung-der-madonna.html">Maria Mair&nbsp;</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/die-tiroler-wallfahrt---20-april-1941.html">Tiroler Wallfahrt</a></font></strong></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="6"><a href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/maria-waldrast-1941.html">Maria Waldrast 1941</a></font></strong></h2>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/published/josef-mair-1a.jpeg?1773137152" alt="Picture" style="width:209;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Foto: Dr. Josef Mair (1933). In: Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.</font></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Kindheit und Jugend in Matrei</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Josef Mair wurde am 21. Juni 1909 in Matrei am Brenner als Sohn von Josef Mair, Schuhmacher und Bauer, geboren. Seine Mutter war Maria Mair geb. Etzelsberger. Aufgewachsen am "Glasnhof" in Sch&ouml;fens 8 (Pfons, heute Gemeinde Matrei), besuchte er zun&auml;chst die Volksschule in Matrei.<br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/franziskanergymnasium-hall-josef-mair-1925-33-fotos-1-kopie-2_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/franziskanergymnasium-hall-josef-mair-1925-33-fotos-1_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Foto Matura 4. Juli 1933 am Franziskaner Gymnasium in Hall in Tirol. In: Archiv der Tiroler Franziskaner Provinz in Hall in Tirol.</font></div>  <div class="paragraph">Sein weiterer Bildungsweg f&uuml;hrte ihn an das Franziskanergymnasium in Hall in Tirol. Im Schuljahr 1925/26 trat er in die 1. Klasse ein, unterbrach jedoch seine Ausbildung kurzzeitig. Nach Privatunterricht und einer Feststellungspr&uuml;fung kehrte er in seine Klasse zur&uuml;ck. Josef Mair war ein begabter Sch&uuml;ler und maturierte am 4. Juli 1933 mit Auszeichnung. W&auml;hrend seiner Haller Schulzeit wohnte er zun&auml;chst im St. Josefs Missionshaus, dann in der Straubstra&szlig;e in Hall. In Hall war er Koststudent bei der Familie Ghedina in der Waldaufstra&szlig;e 8&ndash; eine Begegnung, die sein Leben pr&auml;gen sollte.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der Weg zur Familie</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Nach der Matura begann Josef Mair in Brixen ein Theologiestudium mit dem Ziel, Priester zu werden. Zur selben Zeit lie&szlig; sich Maria Ghedina in Wien zur diplomierten S&auml;uglingsschwester ausbilden und verbrachte anschlie&szlig;end drei Jahre in Italien. Josef Mair entschied sich nach zwei Jahren gegen den geistlichen Stand, wechselte an die Universit&auml;t Innsbruck und schloss sein Studium der Rechtswissenschaften mit der Promotion ab. Danach trat er eine Stelle bei der Handelskammer in Innsbruck an.<br />Maria Ghedina kehrte nach Tirol zur&uuml;ck und arbeitete als S&auml;uglingsschwester in Innsbruck und Hall. Am 20. September 1939 gaben sich die beiden in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall das Jawort. Die Trauung vollzog Bischof DDr. Paulus Rusch &ndash; eine Verbindung, die angesichts der kommenden Jahre von besonderer Bedeutung sein sollte.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Der "Anschluss" &ndash; ein tiefer Einschnitt</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Der 12. M&auml;rz 1938 riss tiefe Wunden. Josef Mair befand sich an diesem Samstag an seinem Arbeitsplatz in der Handelskammer, als die Nationalsozialisten in Innsbruck einmarschierten. Gemeinsam mit anderen Angestellten wurde er in einen Raum gesperrt und verh&ouml;rt. Die Leitung hatte Dr. Focke inne, ein illegaler Nationalsozialist, dem Josef Mair schon zuvor misstraut hatte &ndash; ein Schmiss im Gesicht verriet seine burschenschaftliche Vergangenheit.<br />Unter Aufsicht mussten einige Beamte in den Amtsr&auml;umen die Kruzifixe und Bilder von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg entfernen. Nach dem Verh&ouml;r, das lediglich der Loyalit&auml;tspr&uuml;fung diente, durfte Josef Mair auf seinen Arbeitsplatz zur&uuml;ckkehren, um eine Konzession auszustellen. Um 12 Uhr verlie&szlig; er das Geb&auml;ude &ndash; und erlebte eine weitere Entt&auml;uschung: Vom Balkon befreundeter Personen hing eine Hakenkreuzfahne. Der Gedanke, dass ausgerechnet seine besten Freunde sich dem Nationalsozialismus zugewandt hatten, traf ihn tief.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Zwischen Trauer und Hoffnung</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Maria Mair erlebte den "Anschluss" nicht weniger ersch&uuml;ttert. Als S&auml;uglingsschwester bei einer Familie im Innsbrucker Saggen betreute sie gerade ein Neugeborenes, als die Nachricht vom Einmarsch sie in Tr&auml;nen ausbrechen lie&szlig;. Ihre Arbeitgeberin, selbst nationalsozialistisch gesinnt, war zun&auml;chst best&uuml;rzt &uuml;ber diese Reaktion.<br />Maria Mair erkl&auml;rte ihr offen: &bdquo;Wissen Sie, nicht alle teilen Ihre Gesinnung. In Italien habe ich gesehen, wie sich Faschismus gegen die Bev&ouml;lkerung richtet, und aus dem Deutschen Reich h&ouml;rt man als Katholik viel von Verfolgung.&ldquo; Die Familie zeigte Gr&ouml;&szlig;e: Sie respektierte Marias Haltung, verriet sie nie und gew&auml;hrte sp&auml;ter sogar Josef Mair in der entscheidenden Nacht der Rettung des Gnadenbildes von Maria Waldrast (17./18. April 1941) ein Alibi.<br />Am Tag des Einmarsches suchten Josef und Maria nicht die Stra&szlig;e, sondern die Kirche auf. &bdquo;Wir haben im Dom gebetet und gehofft, dass noch ein Wunder geschieht&ldquo;, erinnerte sich Maria.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Adolf Hitler (1889 - 1945) in Innsbruck</strong></h2>  <div class="paragraph">Am 5. April 1938 zog Adolf Hitler in Innsbruck ein. Auf Anregung ihrer Arbeitgeberin, die meinte, man m&uuml;sse &bdquo;so etwas Gro&szlig;es&ldquo; gesehen haben, begab sich Maria Mair in die Stadt. Sie stand an der Ecke bei der Messehalle in der Falkstra&szlig;e, wo SA-M&auml;nner einen undurchdringlichen Kordon bildeten. Hitler fuhr im offenen Wagen vorbei, begleitet von jubelnden Menschenmassen.<br />Maria blieb distanziert: &bdquo;Die Leute schrien, wie verr&uuml;ckt &sbquo;Heil Hitler&lsquo; &ndash; als wenn es der Messias w&auml;re. Mich h&auml;tte der hysterische Jubel beinahe mitgerissen, aber ich dachte nur: Das geht mich nichts an.&ldquo; Josef Mair erg&auml;nzte, dass Hitler selbst mit dem Empfang unzufrieden gewesen sei und den Gauleiter umgehend durch Franz Hofer ersetzen lie&szlig;.<br />Das Dienstm&auml;dchen der Familie kehrte tagelang nicht nach Hause zur&uuml;ck &ndash; v&ouml;llig verz&uuml;ckt vom Empfang. Maria konfrontierte sie: &bdquo;Da laufen sie mit und schreien &sbquo;Heil Hitler&lsquo;, und vorige Woche haben sie noch das Lied der Roten Falken gesungen.&ldquo; Die junge Frau war &uuml;berrascht, dass sich beides nicht vereinbaren lie&szlig;.<br />Diese pers&ouml;nlichen Aufzeichnungen zeigen: Der "Anschluss" spaltete die Gesellschaft bis in die Familien und Freundeskreise hinein. Josef und Maria Mair aber blieb ihre Haltung &ndash; und der Glaube an eine Zukunft jenseits des braunen Terrors.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font size="5">Dr. Josef Mair (1909&ndash;1986): Vom Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrer zum Widerstandsk&auml;mpfer</font></strong><br /></h2>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Die junge Familie in st&uuml;rmischer Zeit</strong></h2>  <div class="paragraph"><span style="color:rgb(15, 17, 21)">Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten wurde Dr. Josef Mair seine Stelle in der Innsbrucker Handelskammer gek&uuml;ndigt. Da sich jedoch kein geeigneter Ersatz f&uuml;r ihn finden lie&szlig;, wurde er vor&uuml;bergehend wieder eingestellt, wenig sp&auml;ter jedoch nach Landeck versetzt. Im Oktober 1938 erhielt er von einem Tag auf den anderen die Anweisung, seine Kanzlei abzurechnen und sich nach Innsbruck zu begeben. Dort wurde ihm seine fristlose Entlassung mitgeteilt; sein Gehalt wurde ihm allerdings noch bis zum 31. Dezember 1938 weitergew&auml;hrt.</span><br /><span style="color:rgb(15, 17, 21)">Daraufhin bot ihm der B&uuml;rgermeister von Schattwald &ndash; ein bekennender Monarchist und Gegner des Nationalsozialismus &ndash; eine Anstellung in der Gemeinde an. Zugleich erhielt er von Bischof DDr. Rusch das Angebot, die Stelle des Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrers zu &uuml;bernehmen, die er schlie&szlig;lich annahm. In dieser Funktion wurde er zur rechten Hand des Tiroler Bischofs, der von den Nationalsozialisten selbst nicht anerkannt wurde.&nbsp;</span><span><font color="#2a2a2a">So begann seine T&auml;tigkeit als Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrer &ndash; eine Position, die ihn unweigerlich in Konflikt mit dem nationalsozialistischen Regime bringen musste.</font></span></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/editor/20240531-072436.jpg?1773137818" alt="Picture" style="width:381;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Foto: Maria Mair geb. Ghedina und Dr. Josef Mair - Hochzeit am 20. September 1939 in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall in Tirol getraut von Bischof DDr. Paulus Rusch. In: Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.</font></div>  <div class="paragraph">Am 20. September 1939, wenige Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, heirateten Josef Mair und Maria Ghedina in Hall in Tirol. Die Trauung nahm Bischof DDr. Paulus Rusch pers&ouml;nlich vor &ndash; ein Zeichen der engen Verbundenheit, die Josef Mair mit der Di&ouml;zese verband.<br /></div>  <div class="paragraph">Die junge Familie bezog eine Wohnung im &nbsp;"Glasnhof" in Sch&ouml;fens 8, Gemeinde Pfons heute &nbsp;Matrei am Brenner. Im M&auml;rz 1941 erblickte ihr erstes Kind, Michael, das Licht der Welt. Die Geburt stand unter einem guten Stern: Nur einen Tag zuvor war Josef Mair nach dreiw&ouml;chiger Schutzhaft aus dem Gestapo-Gef&auml;ngnis in Innsbruck entlassen worden.</div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/photo-2026-02-27-14-30-15_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Foto: Maria und Michael Mair (1941). In Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.</font></div>  <div class="paragraph">Unter dem Druck der Verh&ouml;re hatte er eine folgenschwere Erkl&auml;rung unterschreiben m&uuml;ssen: Er werde seine Stelle als Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrer bei Bischof Rusch aufgeben, jede ihm von den Nationalsozialisten angebotene T&auml;tigkeit annehmen &ndash; und bei einer dritten Verhaftung sei die Einweisung in das Konzentrationslager Dachau bereits besiegelt.<br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/editor/8be732bc-a550-4daa-a252-dd73fe1f67d7.jpg?1773138032" alt="Picture" style="width:220;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><span>Foto: Dr. Josef Mair (1941). In: Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.</span></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Erste Verhaftung: Der Osterbrief 1940</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">&#8203;Schon bald nach der Hochzeit geriet Josef Mair ins Visier der Gestapo. Als Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrer verfasste er einen Osterbrief an die katholische Jugend. Darin fand sich ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes: "Weil du lau bist, will ich dich ausspeien aus meinem Mund." Msgr. Michael Weisskopf riet ihm, drei Exemplare des Briefes der Gestapo vorzulegen. Josef Mair weigerte sich &ndash; zu Recht, wie sich zeigen sollte. Weisskopf sandte die Exemplare dennoch an die Beh&ouml;rden, die den Brief umgehend beschlagnahmten. Doch die Post mit den Osterbriefen war bereits unterwegs.<br />Die Gestapo f&uuml;hlte sich getroffen &ndash; man deutete die Passage als direkte Anspielung auf die Nationalsozialisten. Die erste Verhaftung erfolgte 1940, ein halbes Jahr nach der Hochzeit. Drei Wochen verbrachte Josef Mair im Polizeigef&auml;ngnis. Mit ihm in Haft sa&szlig; Dr. Pfeifauf, den man unter dem Vorwand festgenommen hatte, er habe in der Haller Kirche Gesangsproben abgehalten &ndash; eine offenkundige Schutzbehauptung, denn Pfeifauf konnte gar nicht singen. Die Gestapo lie&szlig; ihn dennoch nicht frei: "Wenn Sie schon da sind, bleiben Sie." (siehe Blog 8 Koop. Dr. Nikolaus Pfeifauf und Kaplan Dr. Hermann Blassnig, sowie Blog 77 Anton Plattner Opraem.)<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Zweite Verhaftung: Ein unbedachter Vortrag</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Die zweite Verhaftung folgte im Februar oder M&auml;rz 1941, nur f&uuml;nf Wochen vor der Geburt des ersten Kindes. Ausl&ouml;ser war ein Vortrag, den Josef Mair auf Einladung des Pfarrers von Jerzens in der &ouml;rtlichen Kirche gehalten hatte. Er schilderte darin den Unterschied zwischen der politischen und der katholischen Gemeinschaft. Bei der politischen Gemeinschaft, so Mair, geh&ouml;re "alles dazu, auch Tiere, B&auml;ume, K&uuml;he und K&auml;lber".<br />Ein Kleinbauer f&uuml;hlte sich durch diese Worte provoziert und denunzierte Mair beim Kreisleiter: Er habe die Nationalsozialisten l&auml;cherlich gemacht. Die Folge war die zweite Verhaftung. Ein Gendarm brachte Josef Mair zun&auml;chst nach Ried ins Gerichtsgef&auml;ngnis. Auf dem Weg dorthin durfte Mair belastende Papiere unter einer Br&uuml;cke verbrennen. Die Zelle in Ried war in einem erb&auml;rmlichen Zustand &ndash; der Abfalleimer war &uuml;bergelaufen und musste von Mair selbst geleert werden. Am n&auml;chsten Morgen erfolgte der Transport ins Gestapo-Gef&auml;ngnis "Innsbrucker Sonne", wo er neuerlich drei Wochen inhaftiert blieb.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Die drohende Einweisung ins KZ Dachau</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">W&auml;hrend dieser Haft spitzte sich die Lage dramatisch zu. Josef Mair vertraute dem mitgefangenen Dekan Staud von Navis an: "Wenn ich nicht mehr vom Verh&ouml;r zur&uuml;ckkomme, dann verst&auml;ndigt meine Frau. Denn dann schicken sie mich ins KZ."<br />Tats&auml;chlich erging der Befehl zur Einweisung in das Konzentrationslager Dachau. Maria Mair, hochschwanger, wandte sich pers&ouml;nlich an den Gestapo-Chef Hilliges und erreichte das Unm&ouml;gliche: Der KZ-Befehl wurde zur&uuml;ckgenommen. Ein Beamter namens Anders teilte ihr sp&auml;ter mit, dass der Chef mittags pers&ouml;nlich die Anordnung widerrufen habe. Dennoch musste Josef Mair bei seiner Entlassung die gef&uuml;rchtete Erkl&auml;rung unterschreiben: Bei einer dritten Verhaftung drohte ihm nun tats&auml;chlich das KZ.<br />&#8203;<span>F&uuml;nf Wochen sp&auml;ter, am 22. April 1941, erfolgte die dritte Verhaftung &ndash; und damit begann ein neues, noch gef&auml;hrlicheres Kapitel.</span><br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Die dritte Verhaftung &ndash; 22. April 1941</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">F&uuml;nf Wochen nach seiner zweiten Entlassung holte die Gestapo Dr. Josef Mair zum dritten und letzten Mal. Diesmal ging es um die Wallfahrt zur gesperrten Maria Waldrast am &bdquo;Wei&szlig;en Sonntag&ldquo; (20. April 1941) &ndash; dem Geburtstag Hitlers. Was in der Stube des Glasnhofs als spontane Idee begann, war f&uuml;r das NS-Regime eine gezielte Provokation.<br />Josef Mair hatte sich diesmal nicht aktiv an der Organisation beteiligt, doch sein Haus war der Treffpunkt gewesen. Junge Theologiestudenten &ndash; darunter Reinhold Stecher &ndash; hatten dort die Wallfahrt besprochen. Mair warnte sie eindringlich:&nbsp;<em>&bdquo;Wer jetzt nichts tut, ist kein Feigling. Aber wer etwas tut und dann Namen nennt, der ist einer.&ldquo;<br /></em><br />&#8203;In der Nacht von Donnerstag, dem 17. auf den 18. April 1941, wagten sein Bruder Franz und Hans Madersbacher ein riskantes Unternehmen: Sie holten heimlich die Madonnenstatue aus der Kirche und entzogen sie so dem Zugriff der Nationalsozialisten &ndash; eine Aktion, von der Josef wusste. Bemerkenswert ist, dass die Gestapo diesen Diebstahl bis zum Ende des Regimes nicht aufkl&auml;ren konnte. Die beiden jungen M&auml;nner blieben unbehelligt.<br /><br />Am Dienstag, dem 22. April 1941, war es so weit. Maria Mair sah die M&auml;nner der Gestapo auf das Haus zukommen. Sie schickte ihre Schw&auml;gerin Paula, um Josef zu warnen &ndash; doch vergeblich. Vom Feld aus entdeckten ihn die Beamten.<br />Im Verh&ouml;r im Matreier Rathaus konfrontierte ihn die Gestapo mit den Aussagen des Theologiestudenten Anton Hilber. Unter Druck gebrochen, hatte Hilber Details preisgegeben &ndash; auch dass Josef Mair ihn gebeten hatte, in Steinach keine Geistlichen einzuweihen. Mair leugnete nicht, wusste aber: Diesmal gab es kein Zur&uuml;ck. Er hatte bereits zweimal eine &bdquo;Verpflichtung&ldquo; unterschrieben, dass ihn eine neuerliche Verhaftung ins KZ bringen w&uuml;rde.<br />Noch am selben Abend brachte man ihn zum Brenner in ein Gef&auml;ngnis. Maria blieb mit dem kleinen Michael am Arm und der Gewissheit zur&uuml;ck, ihren Mann wohl zum letzten Mal gesehen zu haben.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><span style="color:rgb(15, 17, 21)">Mit List und Mut gegen die Gestapo: Maria Mairs erfolgreicher Kampf um ihren Mann</span></strong><br /></h2>  <div class="paragraph">&#8203;Josef Mair, Di&ouml;zesanjugendf&uuml;hrer, wurde am 22. April 1941 von der Gestapo zum dritten Mal verhaftet. Man warf ihm vor, eine Wallfahrt nach Maria Waldrast organisiert zu haben. Ein Theologiestudent namens Hilber hatte s&auml;mtliche Details verraten. Bei einer Gegen&uuml;berstellung am Brenner blieb Josef bei seiner Aussage, w&auml;hrend Hilber ihn belastete.<br />Als Maria Mair erfuhr, dass ihr Mann ins KZ Dachau kommen sollte, setzte sie alles in Bewegung, um dies zu verhindern. Der entscheidende Kampf spielte sich Ende Juni 1941 ab. Durch eine Warnung des Polizeiangestellten Franz Huber erfuhr Maria, dass Josef am Montag darauf vom Polizeiarzt Dr. Heinrich Heel f&uuml;r das KZ untersucht werden w&uuml;rde. Sie besorgte von Max Hallhuber ein Medikament, das das Herz belastete, und Josef machte vor der Untersuchung 30 Kniebeugen.<br />Dr. Heel war unsicher und beantragte eine klinische Untersuchung. Bei der ersten Untersuchung in der Klinik machte Josef bewusst das Gegenteil der Anweisungen einer "braunen Schwester", sodass der EKG-Film unbrauchbar wurde. Bei der zweiten Untersuchung, etwa zwei Wochen sp&auml;ter, half ihm eine geistliche Schwester, die einen Film eines schwer herzkranken Patienten mit Josefs Namen versah.<br />Der gef&auml;lschte Befund zeigte eine schwere Herzkrankheit. Der regul&auml;re Polizeiarzt, Dr. Max Herbst, obwohl &uuml;berzeugter Nazi, schrieb Josef daraufhin als "lagerunf&auml;hig". Die KZ-Einweisung wurde zur&uuml;ckgezogen. Dank des Mutes seiner Frau Maria und eines Netzwerks von Helfern &ndash; darunter Franz Huber, Max Hallhuber, Dr. Steiner und die geistliche Schwester &ndash; entging Josef Mair im Juni 1941 der Deportation ins Konzentrationslager.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Die Rettung vor dem Kriegseinsatz</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Nach der dritten Haftentlassung im Oktober 1941 gelang es Josef Mair, sich dem Kriegsdienst zu entziehen. Er kochte Tabak und trank den Sud, um krank zu wirken. Polizeiarzt, Dr. Max Herbst, &nbsp;stellte Haftunf&auml;higkeit und sp&auml;ter Wehrunf&auml;higkeit fest. Bei der Musterung attestierte ihm derselbe Arzt mehrmals eine halbj&auml;hrige Wehrunf&auml;higkeit. Als Mair schlie&szlig;lich bat, ihn doch tauglich zu schreiben, um vor der Gestapo Ruhe zu haben, erhielt er den Status "g.v.H." &ndash; Garnisonsverwendung Heimat.<br />Im Winter 1941/42, als Tochter Margreth geboren wurde, trat Josef Mair seinen Dienst beim Grenzschutz an, zun&auml;chst als Hilfszollassistent in Gries am Brenner, sp&auml;ter in Zams. Die Zeit am Brenner war kurz: Nachtdienste rund um den Brennersee ohne Taschenlampe geh&ouml;rten zum Alltag. Krankmeldungen waren ohne &auml;rztliches Attest m&ouml;glich &ndash; eine willkommene M&ouml;glichkeit, sich dem Zugriff der Gestapo zeitweise zu entziehen.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Aufbau einer Widerstandsgruppe in Landeck</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Seine Versetzung nach Landeck zum Wehrmeldeamt nutzte Josef Mair f&uuml;r den Aufbau einer Widerstandsgruppe. Bereits am 22. August 1942 traf er sich mit Fachlehrer Ambros Mayr zu ersten Besprechungen. In den folgenden Jahren baute er ein Netzwerk auf, das in den letzten Kriegsmonaten entscheidende Bedeutung erlangen sollte.<br />Die Lage im Bezirk Landeck war brisant: Starke SS-Verb&auml;nde, das 19. und 24. Armeekorps mit rund 20.000 Mann, zahlreiche hohe Parteifunktion&auml;re und &uuml;ber 10.000 politische Fl&uuml;chtlinge aller Nationen dr&auml;ngten sich in der Region. Die Wehrmacht bereitete die Sprengung aller Br&uuml;cken und wichtiger Stra&szlig;enstellen vor &ndash; ein letzter, verzweifelter Widerstand war zu erwarten.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Erfolgreiche Aktionen in den letzten Kriegstagen</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Die Widerstandsgruppe um Josef Mair handelte entschlossen. Am 17. Februar 1945 konnten Dr. Mair und Dr. Brugger dem Kurier Kirchmair (von Dr. Carl Gruber aus Innsbruck) erste Erfolge melden: Es war gelungen, Waffen f&uuml;r die Bewachung des Krankenhauses zu beschaffen.<br />Am 25. Februar versch&auml;rfte sich die Lage. Mair, Dellemann und Bucher berichteten von zunehmenden Repressalien gegen Kriegsgefangene. Weitere Lagebesprechungen folgten am 8. April mit Bucher und Dr. Brugger.<br />Die entscheidenden Tage kamen Ende April 1945:<br /><ul><li>Am 26. April wurden die Kriegsgefangenen in Richtung Schweiz abgeschoben.</li><li>Am 27. April machte die Gruppe die Maschinengewehre am Bahnhof Landeck unsch&auml;dlich.</li></ul>Damit verhinderte die Widerstandsgruppe in letzter Minute wahrscheinlich ein blutiges Finale und rettete zahlreiche Menschenleben. Josef Mair hatte sein Versprechen, das er unter dem Druck der Gestapo hatte geben m&uuml;ssen, auf seine Weise gebrochen &ndash; nicht durch Unt&auml;tigkeit, sondern durch entschlossenen Widerstand bis zur letzten Stunde des Krieges.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Neuanfang nach 1945: Die Familie Mair zwischen Kontinuit&auml;t und Aufbruch</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Das Ende des NS-Regimes bedeutete f&uuml;r Dr. Josef Mair nicht das Ende seines Wirkens f&uuml;r die katholische Kirche. Rasch fand er eine Anstellung im Haus der Begegnung St. Michael in Matrei am Brenner, wo er ankn&uuml;pfen konnte an jene T&auml;tigkeiten, die er bereits im kirchlichen Dienst unter Bischof Paul Rusch ausge&uuml;bt hatte &ndash; noch vor seiner Zeit beim "&Ouml;sterreichischen Jungvolk", bevor dieses von den Nationalsozialisten aufgel&ouml;st worden war.<br />Josef Mair hatte einen bemerkenswerten Weg hinter sich: Zun&auml;chst Theologiestudium in Brixen, dann Wechsel zur Jurisprudenz in Innsbruck mit Promotion. In Hall, noch als Student am Franziskanergymnasium, hatte er seine sp&auml;tere Frau kennengelernt. Am 29. September 1939 traute sie Bischof Paul Rusch in der Haller Pfarrkirche &ndash; ein Zeichen der engen Verbindung zur kirchlichen Hierarchie, die auch in schwierigen Zeiten hielt.<br />Den Lebensunterhalt f&uuml;r die wachsende Familie sicherte der Glasnhof, wo Josef Mair als vulgo "Jochel-Sepp" bekannt war. (Der Hof blieb der eigenen Familie nur unter dieser Bezeichnung "beim Jocheler" vertraut.) Die Tenne des Hauses nutzten Tante Paula und ihr Mann Hans Signitzer, vulgo "Schusterbauer" &ndash; gelebte Nachbarschaft und famili&auml;re Verbundenheit auf engstem Raum.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Eine Frau mit eigenem Weg</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Maria Mair, geborene Ghedina, war eine Frau, die sich gegen die Vorstellungen ihrer eigenen Mutter &ndash; in Wien zur diplomierten S&auml;uglingsschwester ausbilden lie&szlig; und in Hall und Innsbruck Betreuungst&auml;tigkeiten &uuml;bernahm. Unter anderem betreute sie Mag. G&uuml;nther Pollak in Hall in Tirol als Baby &ndash; ein Beispiel f&uuml;r ihre professionelle T&auml;tigkeit in gutb&uuml;rgerlichen Kreisen.<br />Die Zeit der Trennung von ihrem zuk&uuml;nftigen Mann, als Josef in Brixen weilte, &uuml;berbr&uuml;ckte sie auf eigene Faust: Drei Jahre lang arbeitete sie in Italien als S&auml;uglingsschwester in wohlhabenden Familien. Sie wollte ihren Mann nicht in Gewissenskonflikte bringen &ndash; ein Satz, der viel aussagt &uuml;ber die politischen Spannungen jener Jahre und den schmalen Grat, auf dem sich regimekritische Katholiken bewegten.</div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Sieben Kinder in zehn Jahren</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Zwischen M&auml;rz 1941 und Oktober 1952 kamen sieben Kinder zur Welt:<ul><li><strong>Michael</strong>&nbsp;(M&auml;rz 1941)</li><li><strong>Margreth</strong>&nbsp;(September 1942)</li><li><strong>Klaus</strong>&nbsp;(Oktober 1943)</li><li><strong>Gottfried</strong>&nbsp;(April 1945, geboren in Zams &ndash; die Geburt fiel in die allerletzten Kriegstage)</li><li><strong>Franz</strong>&nbsp;(1947, benannt nach dem Onkel)</li><li><strong>Peter</strong>&nbsp;(1949)</li><li><strong>Thomas</strong>&nbsp;(Oktober 1952)</li></ul>Jede Geburt war in jener entbehrungsreichen Zeit ein Zeichen von Lebenswillen und Zukunftszuversicht. Dass Gottfried ausgerechnet im April 1945 zur Welt kam, als die Fronten n&auml;her r&uuml;ckten und das NS-Regime zusammenbrach, verleiht seiner Geburt eine besondere historische Symbolkraft.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Widerstand als Haltung</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Was bedeutet "Widerstand" in dieser Familiengeschichte? Es war kein Widerstand mit der Waffe, kein offener politischer Kampf. Es war ein Widerstand der Haltung: die Treue zur katholischen Kirche in einer Zeit, die diese bek&auml;mpfte; die Weigerung, sich dem NS-Regime anzudienen; das Festhalten an menschlichen Werten und beruflicher Integrit&auml;t.<br />Dr. Josef Mair konnte nach Kriegsende dort weitermachen, wo er 1938 unterbrochen worden war. Dass er so rasch wieder im kirchlichen Dienst Fu&szlig; fasste, zeigt: Die katholische Netzwerke in Tirol hielten. Bischof Paul Rusch, der das Paar getraut hatte, blieb eine zentrale Figur dieses Milieus.<br />Maria Mair wiederum verk&ouml;rperte den Typus der modernen Frau: ausgebildet, berufst&auml;tig, sprachkundig und international erfahren &ndash; und doch fest verwurzelt in der traditionellen katholischen Gro&szlig;familie.<br />Der Glasnhof in Matrei wurde so zum Schauplatz einer doppelten Geschichte: Hier lebte man traditionell, aber die Lebenswege der Eltern wiesen weit &uuml;ber das Tal hinaus &ndash; nach Wien, nach Italien, in die geistigen und kirchlichen Zentren des Landes.<br />Diese Familie steht exemplarisch f&uuml;r jene vielen stillen Lebensgeschichten, die den Neubeginn nach 1945 m&ouml;glich machten: im Vertrauen auf Gott, im Zusammenhalt der Gro&szlig;familie und in der Entschlossenheit, aus den Tr&uuml;mmern der Vergangenheit eine lebenswerte Zukunft zu bauen.</div>  <div class="wsite-map"><iframe allowtransparency="true" frameborder="0" scrolling="no" style="width: 100%; height: 250px; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" src="//www.weebly.com/weebly/apps/generateMap.php?map=google&elementid=409224602177806219&ineditor=0&control=3&width=auto&height=250px&overviewmap=0&scalecontrol=0&typecontrol=0&zoom=15&long=11.458946&lat=47.1348099&domain=www&point=1&align=1&reseller=false"></iframe></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><span style="color:rgb(15, 17, 21)">Dr. Josef Mair: Ein Wegbereiter der Ehevorbereitung und langj&auml;hriger Leiter des Bildungshauses St. Michael nach 1945</span></strong></h2>  <div class="paragraph">Eine pr&auml;gende Pers&ouml;nlichkeit in der Geschichte des di&ouml;zesanen Bildungshauses St. Michael war Dr. Josef Mair. Auf Berufung von Bischof Paulus Rusch &uuml;bernahm er nach Ende des Krieges die Leitung des Hauses. Bis zu seinem krankheitsbedingten Ruhestand lenkte er die Geschicke dieser wichtigen Bildungsst&auml;tte der Di&ouml;zese.<br />In seine Amtszeit fiel eine herausfordernde Phase, als das Bildungshaus 1970 aufgrund schwerwiegender baulicher M&auml;ngel f&uuml;r mehrere Jahre geschlossen werden musste. Trotz dieser Widrigkeiten bleibt sein Name vor allem mit einem inhaltlichen Schwerpunkt verbunden, der bis heute das Leben vieler Menschen in der Di&ouml;zese bereichert: Dr. Josef Mair wirkte ma&szlig;geblich an der Einf&uuml;hrung und dem Ausbau der sogenannten &bdquo;Brautleutetage&ldquo; mit. Dieses wegweisende Angebot zur Vorbereitung junger Menschen auf die Ehe ist bis heute ein g&uuml;ltiger Arbeitsschwerpunkt der Di&ouml;zese Innsbruck geblieben.<br />Seinen Lebensabend verbrachte Dr. Josef Mair in Hall. Am 14. August 1986 verstarb er im Alter von 77 Jahren. Nur wenige Tage sp&auml;ter, am 20. August, wurde der langj&auml;hrige Leiter des Bildungshauses St. Michael auf dem Friedhof in Hall zu Grabe getragen. Unter den zahlreichen Trauerg&auml;sten, die ihm die letzte Ehre erwiesen, befand sich auch Bischof Dr. Reinhold Stecher, was die Wertsch&auml;tzung f&uuml;r sein langj&auml;hriges Wirken f&uuml;r die Di&ouml;zese unterstrich.<br /><em>(Quelle: Bezirksnachrichten August 1986, erg&auml;nzt durch eine Richtigstellung von Sohn Gottfried Mair)</em></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/published/eltern-josef-und-maria-grab.jpg?1773495746" alt="Picture" style="width:409;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Grabst&auml;tte Familie Dr. Josef Mair und Maria Mair geb. Ghedina am St&auml;dtischen Friedhof in Hall in Tirol. Foto in Privatarchiv Mag. Mair Hall in Tirol.</font></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/published/dr-josef-mair.jpeg?1773761329" alt="Picture" style="width:405;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Bezirksblatt August 1986. In Archiv der Marktgemeinde Matrei am Brenner.&nbsp;</div>]]></content:encoded></item></channel></rss>