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<channel><title><![CDATA["Commemorating the Anti-Nazi Resistance and Victims of the Nazi Regime in Hall in Tirol" - Spannungsfelder in Hall vor und w&auml;hrend des Nationalsozialismus]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/spannungsfelder-in-hall-vor-und-waumlhrend-des-nationalsozialismus]]></link><description><![CDATA[Spannungsfelder in Hall vor und w&auml;hrend des Nationalsozialismus]]></description><pubDate>Mon, 16 Mar 2026 10:47:46 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Hall vor dem Anschluss: Politische Lager, Repression und Kontinuitäten“]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/spannungsfelder-in-hall-vor-und-waumlhrend-des-nationalsozialismus/hall-vor-dem-anschluss-politische-lager-repression-und-kontinuitaten]]></link><comments><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/spannungsfelder-in-hall-vor-und-waumlhrend-des-nationalsozialismus/hall-vor-dem-anschluss-politische-lager-repression-und-kontinuitaten#comments]]></comments><pubDate>Sun, 18 May 2025 12:44:16 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/spannungsfelder-in-hall-vor-und-waumlhrend-des-nationalsozialismus/hall-vor-dem-anschluss-politische-lager-repression-und-kontinuitaten</guid><description><![CDATA[ 	 		 			 				 					 						    Blog Tensions in Hall before and during the National Socialism (EN)     					 								 					 						          					 							 		 	     Bereits in den 1930er Jahren zeichnete sich in der Haller Bev&ouml;lkerung ein Spannungsverh&auml;ltnis ab, das sich in teils gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei, der paramilit&auml;rischen Heimatwehr und Anh&auml;ngern der damals illegalen NSDAP-Ortsgruppe &auml;u&szlig;erte. Diese Konflikte fanden vor dem Hintergrun [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -15px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div style="text-align:left;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/tensions-in-hall-before-and-during-national-socialism.html" > <span class="wsite-button-inner">Blog Tensions in Hall before and during the National Socialism (EN)</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/published/flag.png?1747752541" alt="Picture" style="width:30;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Bereits in den 1930er Jahren zeichnete sich in der Haller Bev&ouml;lkerung ein Spannungsverh&auml;ltnis ab, das sich in teils gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei, der paramilit&auml;rischen Heimatwehr und Anh&auml;ngern der damals illegalen NSDAP-Ortsgruppe &auml;u&szlig;erte. Diese Konflikte fanden vor dem Hintergrund einer zunehmend autorit&auml;r gepr&auml;gten Innenpolitik statt, die unter Bundeskanzler Engelbert Dollfu&szlig; ma&szlig;geblich versch&auml;rft wurde. Zu Beginn des folgenden Kapitels wird der Einfluss dieser politischen Entwicklungen auf die Gemeinde Hall analysiert.<br />Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen der Parteiverbote von SDAP&Ouml;, KP&Ouml; und NSDAP im Jahr 1934 und den Konsequenzen f&uuml;r die Haller Bev&ouml;lkerung. Diese Ereignisse bilden nicht nur einen wichtigen Kontext f&uuml;r die Verhaftungen zahlreicher Haller B&uuml;rger*innen im M&auml;rz 1938, sondern werfen auch ein Licht auf m&ouml;gliche Beweggr&uuml;nde f&uuml;r den sp&auml;teren Widerstand Einzelner gegen das NS-Regime.<br />Gleichzeitig richtet sich der Blick auf Kontinuit&auml;ten innerhalb der lokalen Verwaltung und Polizei. Welche Funktionen oder Berufe hatten jene Personen inne, die als Opportunisten oder &uuml;berzeugte Nationalsozialisten beschrieben werden k&ouml;nnen &ndash; sowohl vor dem &bdquo;Anschluss&ldquo; als auch nach Kriegsende? Fanden sich einige von ihnen sp&auml;ter erneut in politischen &Auml;mtern wieder oder zogen sie sich aus der aktiven Parteipolitik zur&uuml;ck?<br />Diese Fragen verweisen auf die Komplexit&auml;t lokaler Erinnerungskulturen und auf das Spannungsfeld zwischen Anpassung, Mitl&auml;ufertum und Widerstand. Inwiefern beeinflussten die Handlungen einzelner Haller*innen in den 1930er Jahren die Ereignisse und Entwicklungen in den Jahren von 1938 bis 1945? Das Kapitel l&auml;dt zur Auseinandersetzung mit diesen vielschichtigen Zusammenh&auml;ngen ein.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Politische Spannungen und soziale Herausforderungen in Hall in den 1930er Jahren</strong></h2>  <div class="paragraph">Das Zusammenleben in Hall in Tirol war in den 1930er Jahren von tiefgreifenden politischen und sozialen Spannungen gepr&auml;gt. Die autorit&auml;re Politik von Bundeskanzler Engelbert Dollfu&szlig; sowie die allgemeine wirtschaftliche Notlage machten sich auch in der Kleinstadt bemerkbar.<br />&#8203;<br />Nach den Gemeinderatswahlen im November 1928 setzte sich der Haller Gemeinderat aus mehreren politischen Lagern zusammen: Die Tiroler Volkspartei stellte mit 16 Mandaten die Mehrheit, gefolgt von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP&Ouml;) mit 8 Mandaten, einer gemeinsamen Liste der Gro&szlig;deutschen und der Wirtschaftspartei mit 3 Mandaten sowie dem Reformbund mit einem Mandat.<br />Wichtige politische Funktionen nahmen unter anderem Anton Schl&ouml;gl (Tabakhauptverleger) als B&uuml;rgermeister und Dr. Paul Kathrein (Rechtsanwalt) als 1. Vizeb&uuml;rgermeister f&uuml;r die Volkspartei ein. Innerhalb der 14 VP-Mandatare befanden sich Pers&ouml;nlichkeiten wie Josef Egg (B&uuml;rgerschuldirektor), Ludwig Walder (Schuhmachermeister), Josef Dosch (Postoberoffizial) und Dr. Viktor Schumacher (Arzt) &ndash; M&auml;nner, die sp&auml;ter zwischen 1938 und 1945 dem Haller Widerstand angeh&ouml;rten.<br /><br />Auf Seiten der Sozialdemokraten war Johann Schittelkopf als 2. Vizeb&uuml;rgermeister ein zentraler Akteur im sp&auml;teren Kampf gegen das NS-Regime. Im Gegensatz dazu wird sein Parteikollege Josef Waldert in einem zeitgen&ouml;ssischen Schreiben kritisch erw&auml;hnt. In einem Brief an den B&uuml;rgermeister von Hall, Ing. Bauer, hei&szlig;t es:<br /><em>&bdquo;Ich glaube, dass Sie &uuml;ber die Person Herrn Ignaz Letf&uuml;hs sehr unrichtig informiert sind und dass Sie als der leitende Kommissar B&uuml;rgermeister sich die Sache genauer untersuchen, bevor Sie das Wort &sbquo;Kommunist&lsquo; best&auml;tigen und weiterverbreiten. Dieser Vorwurf ist unwahr und vollkommen aus der Luft gegriffen. [...] Aushilfsweise hat lediglich der seinerzeit sozialdemokratische Gemeinderat Waldert Josef hin und wieder bei ihm gearbeitet, der ihm jedoch bei der damals in seinem Betriebe get&auml;tigten nationalsozialistischen Propaganda in jeder Weise behilflich war und gewollt oder ungewollt sich bei der F&ouml;rderung des nationalsozialistischen Gedankens unterst&uuml;tzte.&ldquo;<a href="applewebdata://2BD4DD5F-0124-4F6F-B0A7-2133433F4CC9#_ftn1"><strong>[1]</strong></a></em><br /><br />Dieser Ausschnitt macht bereits deutlich, wie ambivalent das Verh&auml;ltnis vieler Haller B&uuml;rger*innen zur NSDAP war &ndash; gepr&auml;gt von Zustimmung, Mitwirkung, aber auch Ablehnung. Gleichzeitig stand die Stadtf&uuml;hrung unter dem Druck, auf die wirtschaftliche Not zu reagieren. Gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung litten unter Armut. Als Reaktion darauf beschloss der Gemeinderat im Februar 1933 die Ausgabe von Gutscheinen f&uuml;r Bed&uuml;rftige und Bettelnde in Hall &ndash; ein Versuch, der sozialen Krise mit lokalen Ma&szlig;nahmen zu begegnen.<br />&nbsp;<br /><br /><br /><a href="applewebdata://2BD4DD5F-0124-4F6F-B0A7-2133433F4CC9#_ftnref1">[1]</a>&nbsp;StAH, Karton Miscellania NS-Zeit 1938 &ndash; 1945, handschriftlicher Brief von Frau Amalia Perthold, wohnhaft in Solbad Hall-Rosengasse Nr. 23, Telefon 183 an BGM. Bauer, Betreff: Ersuchen um eine Aussprache, vom 25. J&auml;nner 1939.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>Soziale Not, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Ma&szlig;nahmen in Hall (1930&ndash;1938</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">In den fr&uuml;hen 1930er Jahren war die Stadt Hall in Tirol stark von der wirtschaftlichen Krise betroffen. Die zunehmende Verarmung gro&szlig;er Teile der Bev&ouml;lkerung zwang die Stadtregierung zum Handeln. Unter der Leitung von Dr. Viktor Schumacher organisierte die Gemeinde im Winter 1933/34 eine gro&szlig; angelegte Winterhilfsaktion, deren Ergebnisse in seinem Bericht zum Armenwesen eindrucksvoll dokumentiert sind:<br /><em>&bdquo;Winterhilfe 1933/34 &ndash; Abrechnung</em><br />Zeitraum 1.12.1933 bis 15.3.1934; 446 Parteien bzw. 1.125 Personen musste die Winterhilfe gew&auml;hrt werden. Das bedeutet gegen&uuml;ber dem Vorjahr einen Zuwachs von 186 Parteien oder 465 Personen. Auch im Winter 1933/34 wurde das Hauptgewicht auf die Ausspeisung und die Abgabe von Heizmitteln verlegt. Die st&auml;dtische Notstandsk&uuml;che hat in 31 Monaten nicht weniger als 18.947 Mahlzeiten (Mittag- und Abendessen) ausgegeben &ndash; t&auml;glich rund 170 Portionen.&ldquo;<br />Die Unterst&uuml;tzung war nicht nur auf st&auml;dtische Mittel beschr&auml;nkt &ndash; zahlreiche Firmen aus Hall und Innsbruck leisteten mit Naturalspenden einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Not. Darunter:<ul><li>Fa. Rauch (M&uuml;hlau): 800 kg Polentamehl</li><li>Vereinigte Brauereien: 800 kg Bruchreis</li><li>Fa. Schindler (Innsbruck): 100 kg Marmelade</li><li>Bundesforste: 12 m&sup3; Brennholz</li><li>Arbeiterkammer Innsbruck: 5 t Kohle</li><li>Fa. Josef Recheis (Hall): 125 kg Teigwaren</li><li>Land Tirol: 100 kg Malzkaffee</li><li>Weitere lokale Spender (Gollner, Scartezzini, Wedl, Zwick, Neuner, Haller B&auml;cker)<a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftn1">[1]</a></li></ul>Bei einer damaligen Einwohnerzahl von etwa 7.000 Menschen war die Hilfe f&uuml;r &uuml;ber 1.100 Personen ein bedeutender sozialer Eingriff. Allein im Winter 1933/34 erh&ouml;hte sich die Zahl der Hilfsbed&uuml;rftigen um 446 Personen &ndash; ein drastischer Anstieg, der die Gemeinde zu weiteren Ma&szlig;nahmen zwang.<br />Neben der karitativen Unterst&uuml;tzung versuchte die Stadt auch durch Besch&auml;ftigungsprogramme gegenzusteuern. Doch trotz dieser Bem&uuml;hungen blieb die Arbeitslosigkeit hoch. In einer Gemeinderatssitzung vom 28. Februar 1938 hei&szlig;t es unter Punkt 2:<br /><br /><em>&bdquo;Produktive Arbeitslosenf&uuml;rsorge: Der B&uuml;rgermeister verliest die aufrechte Erledigung unseres Ansuchens wegen der Stra&szlig;enbauten in Hall im Jahre 1938. Wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Es ist zu trachten, mit den Arbeiten bereits Anfang M&auml;rz zu beginnen.&ldquo;<a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftn2"><strong>[2]</strong></a></em><br /><br />Ein weiterer wirtschaftspolitischer Hoffnungstr&auml;ger war der Tourismus. Die Stadt setzte auf den Kurbetrieb und den Ausbau der Infrastruktur: Am 9. Juni 1930 wurde das Kurmittelhaus feierlich er&ouml;ffnet, gleichzeitig genehmigte man den Bau eines Stadthotels, errichtet durch Fritz Seeber nach Pl&auml;nen des renommierten Architekten Lois Welzenbacher. Der Ausbau des Wintertourismus sollte Hall zu einem Ort mit zwei touristischen Saisonen machen.<br />Doch trotz dieser Investitionen blieb der gro&szlig;e touristische Erfolg aus. Einerseits belastete die 1933 eingef&uuml;hrte "1000-Mark-Sperre" &ndash; eine Einreisegeb&uuml;hr f&uuml;r Reichsdeutsche &ndash; den Fremdenverkehr erheblich. Andererseits konnte Hall mit seinen Angeboten nicht ausreichend mit anderen Tiroler Gemeinden konkurrieren, denen es gelang, vom allgemeinen touristischen Aufschwung zu profitieren. Fehlende Attraktionen sowie eine schwache touristische Positionierung verhinderten eine nachhaltige Erholung der lokalen Wirtschaft.<a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftn3">[3]</a><br /><br /><br /><a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftnref1">[1]</a>&nbsp;StAH, GR-Protokolle, Beilage - Bericht &uuml;ber die Winterhilfe, Hall in T. 28.Juli 1934, Schreiben vom Obmann des Armenrates Dr. Schumacher an den BGM. von Hall in T.<br /><br /><a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftnref2">[2]</a>&nbsp;StAH, GR-Protokoll, Niederschrift vom 25.II. 1938, 4. Stadtratssitzung, 2. Antrag.<br /><br /><a href="applewebdata://07F9081E-2AC1-4B55-9A4A-0A1259050FDD#_ftnref3">[3]</a>&nbsp;StAH,&nbsp;GR-Protokoll,&nbsp;Oktober 1932, S. 53.</div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>