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<channel><title><![CDATA["Nationalsozialismus in Hall in Tirol: NS-Widerstand, Verfolgung und Schicksale" - 13. M&auml;rz 1939: Wie der Nationalsozialismus in Hall gefeiert wurde.]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/13-maumlrz-1939-wie-der-nationalsozialismus-in-hall-gefeiert-wurde]]></link><description><![CDATA[13. M&auml;rz 1939: Wie der Nationalsozialismus in Hall gefeiert wurde.]]></description><pubDate>Tue, 09 Jun 2026 23:33:22 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[März 1939 in Hall: Propaganda, Pathos und politisierte Erinnerung]]></title><link><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/13-maumlrz-1939-wie-der-nationalsozialismus-in-hall-gefeiert-wurde/marz-1939-in-hall-propaganda-pathos-und-politisierte-erinnerung]]></link><comments><![CDATA[https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/13-maumlrz-1939-wie-der-nationalsozialismus-in-hall-gefeiert-wurde/marz-1939-in-hall-propaganda-pathos-und-politisierte-erinnerung#comments]]></comments><pubDate>Sun, 18 May 2025 12:19:03 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/13-maumlrz-1939-wie-der-nationalsozialismus-in-hall-gefeiert-wurde/marz-1939-in-hall-propaganda-pathos-und-politisierte-erinnerung</guid><description><![CDATA[ 	 		 			 				 					 						    March 13, 1939: How the Nazis Were Celebrated in Hall" (EN)     					 								 					 						          					 							 		 	     Der Zeitungsartikel vom 14. M&auml;rz 1939 in den&nbsp;Innsbrucker Nachrichten&nbsp;bietet ein typisches Beispiel nationalsozialistischer Propagandarhetorik, wie sie in der Zeit zwischen dem sogenannten &bdquo;Anschluss&ldquo; &Ouml;sterreichs im M&auml;rz 1938 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 in &ouml;ffentlichen Medi [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -15px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div style="text-align:left;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/march-13-1939-how-the-nazis-were-celebrated-in-hall.html" > <span class="wsite-button-inner">March 13, 1939: How the Nazis Were Celebrated in Hall" (EN)</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.ns-widerstand-hallintirol.com/uploads/1/4/4/3/144346304/editor/flag.png?1747752673" alt="Picture" style="width:36;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Der Zeitungsartikel vom 14. M&auml;rz 1939 in den&nbsp;<em>Innsbrucker Nachrichten</em>&nbsp;bietet ein typisches Beispiel nationalsozialistischer Propagandarhetorik, wie sie in der Zeit zwischen dem sogenannten &bdquo;Anschluss&ldquo; &Ouml;sterreichs im M&auml;rz 1938 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 in &ouml;ffentlichen Medien allgegenw&auml;rtig war. Die Darstellung der Kundgebungen in Hall in Tirol am 13. M&auml;rz 1939 ist durchzogen von gezielten ideologischen Botschaften, revisionistischen Geschichtsbildern und aggressiver Mobilisierung.<br /></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="wsite-scribd">			  			 				<div id="722191834133942982-pdf-fallback" style="display: none;"> 					Your browser does not support viewing this document. 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Im Jahr 1933 machte Dollfu&szlig;, damals Bundeskanzler des autorit&auml;r regierten &bdquo;St&auml;ndestaates&ldquo;, den &ouml;sterreichischen Seelsorgern unmissverst&auml;ndlich klar, dass er keine politische Mitwirkung kirchlicher Vertreter in der staatlichen Regierungsarbeit duldete. In direkter Folge verabschiedete die &Ouml;sterreichische Bischofskonferenz im Dezember desselben Jahres einen Beschluss, wonach sich katholische Geistliche vollst&auml;ndig aus der aktiven Politik zur&uuml;ckzuziehen h&auml;tten.<br />Trotz dieser Einschr&auml;nkungen blieb das kirchliche Leben in Hall eng mit der Gemeinde verwoben. So lie&szlig; Kooperator Lambichler im Fr&uuml;hjahr 1933 auf der Pletzerwiese ein Jugendheim des Reichsbundes katholischer Jugend errichten. Die feierliche Er&ouml;ffnung fand im M&auml;rz 1933 unter Anwesenheit von B&uuml;rgermeister Dr. Kathrein und mehreren Gemeinder&auml;ten statt. Das Heim, bestehend aus einem wohnlich eingerichteten Holzbau und einem gro&szlig;z&uuml;gigen Spielplatz, diente der Haller Jugend als Ort f&uuml;r Freizeitgestaltung, Gemeinschaft und schulische F&ouml;rderung.<br />Auch das missionarische Engagement der Haller Kirche war lebendig: Am 8. Oktober 1933 wurden in der Franziskanerkirche die beiden Patres Franz Schumacher und Erwin Bergthaler in einer feierlichen Messe zur Missionsarbeit nach Bolivien verabschiedet.<br />Diese Beispiele zeigen: Auch in einer Phase politischer Restriktionen blieb die katholische Kirche in Hall aktiv im sozialen und geistlichen Leben pr&auml;sent &ndash; jedoch unter klarer Trennung von kirchlicher Seelsorge und staatlicher Politik, wie sie vom autorit&auml;ren Regime eingefordert wurde.</div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>1.&nbsp;Verzerrte Geschichtsdarstellung und Ausblendung des Widerstands</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Der Artikel beginnt mit einer euphorischen Schilderung des &bdquo;Sturms&ldquo; des Nationalsozialismus durch die Gassen einer vermeintlich r&uuml;ckst&auml;ndigen, &bdquo;klerikalen Hochburg&ldquo;. Diese Formulierung ist nicht nur diffamierend gegen&uuml;ber der katholischen Pr&auml;gung Halls, sondern verschweigt bewusst, dass sich dort bereits im M&auml;rz 1938 vereinzelt, ab 1939 aber zunehmend strukturierter, klerikal gepr&auml;gter Widerstand gegen das NS-Regime formierte. Zahlreiche Priester, Lehrer und auch Laien aus dem Umfeld der katholischen Kirche waren aktiv im Widerstand oder zumindest kritisch eingestellt. Dass der Artikel diese Kr&auml;fte als blo&szlig;es &Uuml;berbleibsel eines &bdquo;&uuml;ber Nacht hinweggefegten&ldquo; Systems beschreibt, ist Ausdruck einer geschichtspolitischen Ausl&ouml;schung.<br />Zudem ignoriert der Text vollkommen die Tatsache, dass Engelbert Dollfu&szlig;, autorit&auml;rer Kanzler des &bdquo;St&auml;ndestaates&ldquo;, bereits 1934 mit dem sogenannten &bdquo;Kanzelverbot&ldquo; und weiteren Repressionen die politische Bet&auml;tigung von Priestern verboten hatte. Das nationalsozialistische Regime griff diese Trennung von Religion und politischer Einflussnahme zwar propagandistisch auf, tat dies jedoch in selektiver, instrumentalisierender Weise. Im Artikel wird scheinheilig behauptet, man sei &bdquo;Feind politisierender Priester&ldquo;, respektiere aber die &bdquo;Religiosit&auml;t des Volkes&ldquo; &ndash; eine Rhetorik, die der tats&auml;chlichen Verfolgung vieler Geistlicher diametral entgegensteht.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>2.&nbsp;Ideologische Durchdringung der Sprache</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Der Artikel ist in einer hochgradig ideologisierten Sprache verfasst, die das Vokabular des Nationalsozialismus aufgreift: Begriffe wie &bdquo;tatgewordene Idee&ldquo;, &bdquo;F&uuml;hrer&ldquo;, &bdquo;Volksgenossen&ldquo;, &bdquo;Kameradschaften&ldquo; und &bdquo;Reichskriegerbund&ldquo; spiegeln die v&ouml;llige Gleichschaltung aller Lebensbereiche. Die durchg&auml;ngige Heroisierung des F&uuml;hrerkults und des soldatischen Opfertodes entspricht der propagandistischen Erz&auml;hlung einer &bdquo;Volksgemeinschaft&ldquo;, die sich in totaler Gefolgschaft an Adolf Hitler formiert.<br />Die Rede des Reichsredners Bartsch ist ein klassisches Beispiel f&uuml;r NS-Rhetorik: die pauschale Ablehnung &bdquo;seelischer Argumente&ldquo;, die Diffamierung aller, die sich nicht dem NS-System unterordnen, als &bdquo;R&auml;nkeschmiede&ldquo;, und die Behauptung, das nationalsozialistische Wirken umfasse &bdquo;die ganze Gemeinschaft&ldquo;. Hier wird Meinungspluralismus als staatsfeindlich abgewertet, religi&ouml;se und intellektuelle Gegenstimmen werden diffamiert oder durch rhetorische Taschenspielertricks als irrelevant dargestellt.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>3.&nbsp;Militarisierung und Kriegsbereitschaft</strong><br /></h2>  <div class="paragraph">Besonders bemerkenswert ist, dass bereits im M&auml;rz 1939 &ndash; also&nbsp;<strong>sechs Monate vor Kriegsbeginn</strong>&nbsp;&ndash; eine umfassende&nbsp;<strong>milit&auml;rische Inszenierung</strong>&nbsp;in der kleinen Stadt Hall stattfindet. Die Bezugnahme auf die Jahrg&auml;nge 1914 bis 1916 als erste Rekruten der Ostmark in der &bdquo;gro&szlig;deutschen Wehrmacht&ldquo; ist nicht nur historisch perfide, sondern dient der symbolischen Verschmelzung der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg mit der Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Der Satz:&nbsp;<em>&bdquo;Jahreszahlen, die wie helle Glocken in der deutschen Geschichte klingen&ldquo;</em>&nbsp;verharmlost nicht nur das Grauen des Ersten Weltkriegs, sondern glorifiziert das Soldatentum als identit&auml;tsstiftend.<br />Diese Gleichsetzung von Vergangenheit und Zukunft ist typisch f&uuml;r die nationalsozialistische Mobilmachung. Die Toten des Ersten Weltkriegs werden als mythische Ahnen einer neuen Generation von Soldaten verkl&auml;rt, deren Opferbereitschaft bereits als selbstverst&auml;ndlich angenommen wird. Die Friedhofs- und Kriegerged&auml;chtnisst&auml;tte wird zur B&uuml;hne der nationalsozialistischen Selbstdarstellung, an der sich sowohl Wehrmacht als auch Parteigliederungen beteiligen &ndash; ein ersch&uuml;tterndes Zeugnis der milit&auml;risch-ideologischen Vereinnahmung &ouml;ffentlicher R&auml;ume.<br /></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong>4.&nbsp;Fazit: Ein Zeugnis totalit&auml;rer Verkl&auml;rung</strong><br /></h2>  <div class="paragraph"><font color="#2a2a2a">Der Artikel ist ein paradigmatisches Beispiel f&uuml;r die totale Vereinnahmung von Medien durch das NS-Regime. Er dient der Legitimierung des Systems, der Diskreditierung potenzieller Gegner (besonders der Kirche), der Glorifizierung des soldatischen Opfers und der Mobilisierung zum Krieg. Dass diese Ereignisse am 13. M&auml;rz 1939 stattfinden &ndash; exakt ein Jahr nach dem &bdquo;Anschluss&ldquo; &ndash; zeigt die symbolische Aufladung des Datums. Die journalistische Darstellung blendet jegliche Ambivalenz, gesellschaftliche Spannungen oder abweichende Haltungen vollkommen aus.<br />Ein kritischer Umgang mit diesem Text in historischen oder schulischen Kontexten sollte die ideologischen Muster offenlegen, Widerstand und abweichende Stimmen sichtbar machen sowie die perfide Logik nationalsozialistischer Geschichtsschreibung und Mobilmachung demaskieren.</font></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>